Meinung: Wieso Länderzählen besser ist als sein Ruf

Länderzählen hat einen ziemlich schlechten Ruf. Es gilt als oberflächlich und angeberisch. Dabei ist der Wunsch, möglichst viel von der Welt zu sehen und jede Menge zu erleben, grundsätzlich nicht falsch. Wieso wir in der Diskussion stärker differenzieren sollten.

Bangkok. Auf meiner ersten Asienreise stürmte ein junger Mann in das Reisebüro, in dem ich gerade sass. In einer Woche gehe seine Weltreise zu Ende, rief er so laut, dass es jeder hören könnte. Und er stehe deswegen vor einem „gewaltigen Problem“.

Er setzte sich an den Nebentisch, zupfte sich das Muskel-Shirt zurecht und erklärte, was ihm unter den Nägeln brannte. Offenbar hatte er sich bei der Reiseplanung verzählt und schaffte es nun nicht mehr, die zuhause angekündigten 100 Länder „vollzubekommen“.

Trotz seiner verzweifelten Suche nach Land Nummer Einhundert hatte er ziemlich klare Vorstellungen, was er vom Reisebüro erwartete: Der Flug darf nicht viel kosten und auch nicht lange dauern. Als ihm der Verkäufer Brunei vorschlug, zückte er ohne zu zögern die Kreditkarte. Erst nachdem er die Buchungsbestätigung entgegennahm, hielt er einen Augenblick inne: „Was gibt es dort überhaupt zu sehen?“

Dieser Zwischenfall hat mich zum Denken angeregt. Als junger Backpacker, der das erste Mal ausserhalb Europas unterwegs war, beeindruckte mich die bald dreistellige Zahl selbstverständlich. Gleichzeitig konnte ich nicht fassen, dass jemand einzig in ein Land reist, nur um es abhaken zu können.

 

Der Abwehrreflex

Diese Abwehrhaltung behielt ich lange. Reisen soll keine blosse Zahlenkosmetik, kein dumpfes Sammeln von Trophäen sein. Der Hauptgrund zum Reisen darf doch nicht bloss darin bestehen, dass man später mit einer mit Nadeln bestückten Landkarte angeben kann.

So empfinden viele. Wenn ich im Internet auf Menschen stosse, die alle Länder der Welt besucht haben oder ankündigen, dies tun zu wollen, entdecke ich darunter fast immer bitterböse Kommentare. Selten geht es lange, bis jemand das Feindbild chinesische Reisegruppe bemüht – die ja bekanntlich immer in fünf Tagen zwölf Länder abklappern und dabei in Tat und Wahrheit gar nichts sehen.

Oft kann ich die Vorbehalte nachvollziehen. Kürzlich geisterten Berichte über eine 21-jährige Kalifornierin durch die Medien, die innerhalb von drei Jahren alle Länder der Welt besucht hatte. Abzüglich der Hin- und Rückreise und anderer organisatorischen Dinge wie der Visabeschaffung, wird die junge Frau an vielen Orten nicht mehr als eine Nacht verbracht haben. Für mich wäre das nichts. Aber wie falsch kann es sein, wenn andere Frauen erzählen, dass es genau solche Vorbilder seien, die ihnen die Kraft gegeben haben, sich zu einem ersten Solo-Trip zu überwinden?

Nicht selten schiesst die Kritik auch über ihr Ziel hinaus. Kürzlich stiess ich in einer Facebook-Gruppe auf ein Paar, das auf einer einjährigen Weltreise den Fuss in 20 Länder setzen wollte und damit praktisch bei allen auf Ablehnung stiess. Das sind immerhin zwei Wochen pro Staat – eine Zeitspanne, die die meisten Menschen mit einer Festanstellung durchaus als lange empfinden würden.

Es scheint, als gäbe es einen Konsens, dass Länderzählen etwas ist, das man einfach nicht tut – oder wenigstens nicht zugibt. Und da, finde ich, sollten wir endlich einmal beginnen, etwas mehr zu differenzieren.

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Echtes Interesse oder Prahlerei?

 

Das Dilemma: Tiefe versus Breite

Ein Freund meinte einmal, dass es für ihn nichts Besseres gäbe, als immer wieder an seinen Lieblingsort zurückzukehren. Langweilig werde ihm nie, dann mit jeder Ecke, die er besuche, kämen zwei neue auf seine Wunschliste. Er pflege vor Ort langjährige Freundschaften, die ihm einen Blick in die Lebenswelt der Menschen erlaubt, der den meisten verwehrt bleibt.

Das kann ich nachvollziehen. Es gibt nichts Schöneres, als ein Land oder eine Region in seiner ganzen Tiefe kennenzulernen. Ich habe selber sechs Jahre in China gelebt und gearbeitet. Ich habe die Sprache gelernt und jede Provinz ausser Tibet besucht. Einige Freundschaften, die ich auf meiner ersten Reise geschlossen habe, bestehen seit bald 20 Jahren. Diese Erfahrung lässt sich mit keiner anderen Reise vergleichen.

Das Problem ist nur: Unser Leben ist zu kurz für Tiefe und Breite. Wir müssen uns entscheiden. Dadurch, dass ich immer wieder die gleichen Orte besuchte, habe ich zahlreiche andere Orte verpasst. Wir können es drehen, wie wir es wollen: Egal, wofür wir uns entscheiden, entscheiden wir uns gleichzeitig immer auch gegen hundert Alternativen.

Deswegen hat auch meine lange Zeit in China ein gravierendes Manko. Ich kenne zwar das Reich der Mitte so gut wie kein anderes Land, war dafür aber noch kein einziges Mal auf den Philippinen, nie in Schweden und von Afrika habe ich auch so gut wie keine Ahnung.  Wieso soll mich genau das zu einem besseren Reisenden, zu einem besseren Menschen machen?

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Tiefe oder Breite? Der Autor plädiert für den goldenen Mittelweg…

 

Angeber zählen nicht nur Länder

Die Länderzähler stehen im Generalverdacht, dass ihre Hauptmotivation darin besteht, später mit ihren Erfahrungen prahlen zu können. Wenn ich auf Instagram durch neue Reiseprofile blättere mit Slogans wie „83 Countries and still counting“, kann ich das sogar nachvollziehen. Doch die Länderzähler sind nicht die einzigen, die gerne angeben.

Im iranischen Esfahan war ich einmal mit einer Gruppe von Backpackern aus dem Hostel am Abendessen. Wie das eben so ist, begannen wir uns irgendwann Geschichten aus dem Reisealltag zu erzählen. Schliessich wollte der Jüngste von uns wissen: „In wie vielen Ländern seid ihr denn schon gewesen.“

Mein Kumpel und ich nannten relativ schnell eine ungefähre Zahl. Der Vierte in unserer Gruppe wischte die unschuldige Frage aber mit einer grossen Handbewegung weg. „Länder habe ich noch nie gezählt“, sagte er misslaunig. „So gelangweilt bin ich nun wirklich nicht.“

Wenn ich mich jemals für andere fremdschämen würde, wäre dies der perfekte Augenblick gewesen, damit anzufangen. Es mag sein, dass es Menschen gibt, die Länder sammeln, um später damit angeben zu können. Aber Leute, die mit vermeintlicher moralischer Überlegenheit hausieren gehen, haben keine ethische Deutungshoheit.

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Blick auf den Massai-Markt in der Nähe von Arusha.

 

Länder zählen ist nicht Länderzählen

Vor einem oder zwei Jahren habe ich für mich einen Entschluss gefasst, den ich bisher nur meinen engsten Freunden verraten habe: Bis zu meinem 70 Geburtstag will ich jedes Land der Erde besucht haben. Ich will also selber einer dieser Länderzähler werden. Wieso?

Ich gehöre zu den Menschen, die im Leben zwei gegensätzliche Grundbedürfnisse haben. Auf der einen Seite gehe ich einer Sache immer gerne auf den Grund. Wenn ich mich für etwas interessiere, dann will ich es von allen Seiten beleuchten und so gut wie möglich kennenlernen.

Gleichzeitig ist mir aber auch Vielseitigkeit wichtig. In meiner Arbeit als Journalist habe ich sowohl Bettler interviewt wie auch eine Königsfamilie. Auf meinen Reisen suche ich die Balance zwischen Luxusferien, entbehrungsreichem Backpacking und hin und wieder sogar sportlichen Aktivitäten. Dies ist auch der Grund, wieso ich für diesen Blog nie eine klare Zielgruppe definiert habe.

Ob ich das Ziel wirklich erreiche und mir in ferner Zukunft tatsächlich die Länder ausgehen, spielt für mich keine Rolle. Im Gegenteil: Mir ist bewusst, dass das Vorhaben mit grosser Wahrscheinlichkeit misslingen wird. Ich müsste jedes Jahr vier bis fünf neue Länder besuchen, was ich seit Beginn meiner Blogger-Karriere noch nie „geschafft“ habe. Und es müssten im Verlaufe meiner Lebenszeit alle Länder irgendwann ausreichend sicher zu bereisen sein. Denn an Kriegsschauplätzen habe ich bei aller Weltneugierde keinen Bedarf.

Aber dieses lose Ziel stärkt meine Motivation, mich neuen Herausforderungen zu stellen und nicht immer nur in die Regionen zurückzukehren, die ich sowieso schon gut kenne. Und falls es irgendwann tatsächlich so weit ist, dass ich die letzten Länder nur noch wegen der Zahl bereisen müsste, naja, bis dann hat mich die Vernunft wohl längst wieder übermannt und ich das Projekt aufgegeben. Bis dahin wird es aber dafür sorgen, dass ich meinen Horizont erweitere.

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Ohne Interesse an Neuem hätte ich Äthiopien nie eine Chance gegeben.

 

Schlusswort

Die Welt ist zu gross und zu vielfältig, um alles zu sehen und alles zu erleben. Aber was ist daran falsch, sich das zumindest vorzunehmen? Bei Menschen, für die das Reisen ein wichtiger Lebensinhalt bedeutet, ist doch nur selbstverständlich, dass sie auf das zurückblicken, was sie schon „geschafft“ haben.

Selbstverständlich lernt man Zentralasien nicht kennen, wenn man in einem Monat durch die fünf Stans heizt. Das erwartet auch keiner. Aber man schafft sich eine Entscheidungsgrundlage dafür, worauf man sich später konzentrieren will. Denn seien wir ehrlich: Die grosse Liebe können wir nun erkennen, wenn wir ihr die Chance geben, sich uns überhaupt zu zeigen.

Vor allem aber sollten wir verstehen und akzeptieren, dass jeder Mensch andere Prioritäten hat. Die Vielfalt an Ideen und Lebensweisen ist für die meisten von uns die Motivation, überhaupt erst aufzubrechen. Wieso ist es für viele so schwer, bei anderen Touristen diese Vielfalt an Meinungen, Vorlieben und Lebensentwürfen zu akzeptieren?

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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19 Kommentare

  1. Hallo Oliver,
    interessante Gedanken, denen ich grundsätzlich auch zustimme. Allerdings frage ich mich, ob es in Zeiten des Klimawandels grundsätzlich noch sinnvoll ist, in jedes Land der Welt reisen zu wollen? Und wie siehst du das mit der Nachhaltigkeit auch im sozialen Bereich?
    Gruss,
    Heinz

    1. Hi Heinz,

      der Klimawandel ist ein gewaltiges Problem, das vor allem auch die Frage aufwirft, wie wir in Zukunft reisen werden und ob wir das überhaupt noch können. Werden wir bald Flugkontingente brauchen oder wird eine hohe Besteuerung von Co2-Ausstössen ausreichen? Wird es möglich sein, die Emmissionen mit technischen Mitteln auf ein erträgliches Mass zu reduzieren.

      Vor ein paar Wochen gab es in der Batterieforschung einen Durchbruch, der eine zehn Mal höhere Energiedichte ermöglicht. Da kommen wir dann in den Bereich, wo zumindest auf der Kurzstrecke grössere E-Flugzeuge denkbar werden. Der Spitzenreiter ist derzeit ein isrealisches Startup, dass bis 2022 mit einem Neunplätzer etwa 1000 Kilometer weit fliegen will, mit diesen neuen Batterien wären längere Strecken mögich. Da ist viel Spannendes im Gang.

      Aber in diesem Zusammenhang finde ich diese Fragen nicht zentral. Ob jemand jedes Jahr zwei Mal nach China oder jeweils in ein neues Land fliegt, dass macht wohl keinen so grossen Unterschied bei der Ökobilanz. Und auch bei Langzeitreisenden sehe ich keinen so grossen Unterschied, ob sie immer in der gleichen Region bleiben oder sich nach und nach durch die Welt „durcharbeiten“.

      Gruss,
      Oli

  2. Den Hinweis auf den Konflikt zwischen Tiefe und Breite finde ich gut.

    Aber das Länderzählen bleibt doch oberflächlich und ungerecht. Für uns als Europäer ist nicht schwer, schnell auf beeindruckende Zahlen zu kommen. Einmal mit dem Auto von Deutschland nach Griechenland und dank der Siebenteilung von Jugoslawien hat man den Zehner voll.
    Wer aus Kanada ist, tut sich da schon wesentlich schwerer.

    Ich nütze die Zahl der von mir bereits besuchten Länder eigentlich nur als Totschlagargument, wenn jemand mein Leben kritisiert, zB „du arbeitest ja gar nichts Produktives“. Dann entgegne ich gerne: „Aber dafür habe ich schon mehr als 60 Länder der Welt gesehen“, wobei zugegeben so Länder wie der Vatikanstaat dabei sind.

    Meine nicht ganz aktuelle Liste gibt es übrigens hier: https://andreas-moser.blog/reisen/

    1. Hi Andreas,

      wenn man Länderzählen als sportlichen Wettbewerb betrachten will (was ich allerdings eher ablehne), dann ist diese „Ungerechtigkeit“ sicherlich ein Problem, das man allenfalls wie beim Golfen mit einem „Handicap“ belegen könnte. Da wären dann 20 Länder für einen Kanadier wie 25 Länder für einen Europäer.

      Viel problematischer finde ich allerdings die globale Ungerechtigkeit bedingt durch das Wohlstandsgefälle und unterschiedlich wertvollen Reisepässen. Ein afghanischer oder südsüdanesischer Bürger wird es kaum je schaffen, grosse Teile der Welt zu besuchen – egal, wie sehr er oder sie sich das wünscht. Das finde ich immer auch im persönlichen Kontakt mit Menschen aus solchen Ländern schwierig.

      Gruss,
      Oli

  3. Hi Oli,

    danke für den guten und sachlichen Artikel zum Länderpunkte sammeln. Ich habe irgendwann auch mal angefangen zu zählen, weil ich immer wieder danach gefragt wurde – von Freunden und auch von Reisenden unterwegs. Seitdem zähle ich auch mit, ohne die Länder – wie du auch – einfach abhaken zu wollen. Es gibt aber auch Länder, in die ich gerne immer wieder fahre (Österreich, Spanien, Frankreich). Und mein Ziel ist etwas kleiner: Ich will zumindest alle Länder in Europa einmal bereisen, da „fehlen“ mir momentan noch vier. 😉

    Gruss,
    Heiko

    1. Hi Heiko,

      danke für das Lob und den Kommentar. Das stimmt: Ich werde auch immer mal wieder gefragt, in wievielen Ländern ich schon war. Das finde ich vollkommen unproblematisch, zumal die Leute ja wissen, dass ich schon viel unterwegs war.

      Dass du dich auf Europa konzentrieren willst, finde ich übrigens eine tolle Sache. Der alte Kontinent hat so viele tolle Ecken und ist so vielfältig. Da gibt es eigentlich genug zu sehen für ein ganzes Leben.

      Gruss,
      Oli

  4. Hey Oli!
    Da hast du unseren wunden Punkt erwischt. Wir haben bereits selbst diese Anfeindungen erlebt und man kann sich da leider nicht so ganz wehren. Ich verstehe nun wie schnell so ein „Shitstorm“ online entstehen kann. Wenn jemand mit einem bösen Kommentar anfängt und sich 30 andere hinten anhängen, nur um ein Thema schlecht zu reden. Da helfen die besten Argumentationen und Erklärungen nicht mehr.
    Auch wenn wir mit unser Blog darauf abzielen die Welt zu bereisen, so ist es, wie du so schön beschrieben hast, immer eine Frage des wie’s. Wir haben auch keine Zielgruppe und variieren unsere Reisen immer wieder ab. Es ist ein verdammt schmaler Grat zwischen Tiefe und Breite. Und wir versuchen quasi darauf Seil zu tanzen.
    Die Zahl selbst ist bei uns eher nebensächlich und hat sich erst mit dem online gehen des Blogs vor einem Jahr ergeben. Für uns ist sie aber kein Instrument zum Prahlen, sondern steht für Motivation. Motivation zum Sparen, um neues zu entdecken.

    Liebe Grüße
    Daniel

    1. Hallo Daniel,

      Beim Schreiben habe ich auch an Euch und die vielen kritischen Kommentare gedacht, die ihr in einer sonst sehr freundlichen Facebook-Gruppe für Euer Projekt bekommen habt. Wobei ich anderseits schon auch finde, dass ich das ein bisschen provoziert, wenn ihr das Länderzählen so sehr in den Vordergrund stellt und dann gleichzeitig über Dinge wie Nachhaltigkeit schreibt.

      Nebenbei: Euch würde ich tatsächlich empfehlen, eine genauere Zielgruppe zu definieren und mit entsprechenden Inhalten zu beliefern. Schaut euch mal an, wie das Gunnar Garfors (er ist daran, jedes Land zwei Mal zu besuchen) macht. Ich finde, ihm gelingt es recht gut, einerseits sein Anliegen zu schildern und dabei sympathisch rüberzukommen und anderseits Inhalte spezifisch für Leute zusammenzustellen, die sich für die doch eher sportliche Herangehensweise beim Reisen interessieren.

      Gruss,
      Oli

      PS: Ich finde nach wie vor, dass es mehr als 193 Länder gibt.

  5. Interessanter Artikel. Wusste nicht das es vielen so wichtig ist. Ich zähle nichts. Mir ist nur wichtig Dinge die mich beeindrucken in Büchern oder Fernsehen live anzuschauen. Allerdings nur was mit dem Auto erreichbar ist. Und damit meine ich nicht die Mongolei 😉 das mache ich für mich. Für mein Wohlgefühl und um neue Erfahrungen zu sammeln. Was anderes könnte ich auch Fragestellern nicht erzählen. Der See um die Ecke kann genauso faszinierend sein.

  6. Hey Oli,
    wieder ein interessant geschriebener Artikel von dir. Ich zähle inzwischen auch Länder. Habe damit auch erst angefangen nachdem ich mehrmals darauf angesprochen wurde. In diesem Jahr habe ich nun die Marke von 100 Ländern erreicht. Dabei haben mir zwei Weltreisen und der Umstand der Zerstückelung Europas entscheidend geholfen. Mich treibt hier allerdings nicht die Zahl an, sondern das bisher unstillbare Interesse am bereisen neuer Gegenden und Länder. Zugegeben in diesem Zusammenhang habe ich in der Verangenheit auch mal das ein oder andere Land „mitgenommen“ bspw. das erwähnte Burnei, aber da war ich ohnehin auf der Reise durch Malaysia und gerade auf dem Weg nach Sabah. Durch das „sammeln“ wäre mein Fokus bei dem ein oder anderen Land sicherlich nicht so einfach hängengeblieben. Länder wir die Republik Moldau oder den Libanon hätte ich somit so schnell wohl nicht bereist. Ich bin begeistert von diesen Reisen zurückgekehrt und empfinde bei mir persönlich das „sammeln“ bzw. bereisen neuer Länder als Bereicherung.
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Ziel.
    Gruß Oli

    1. Hallo Oli,
      vielen Dank für deinen schönen Kommentar. Dass man „Länder“ mitnimmt, ist vermutlich ganz normal. Einem kurzen Blick in eine Region, die man bisher nicht kannte, können sich wohl die wenigsten verwehren. Deswegen glaube ich ja auch, dass es gar keinen grossen Unterschied gibt zwischen Ländersammlern und Nichtländersammlern, sondern hauptsächlich zwischen Schnell- und Langsamreisenden.
      Gruss,
      Oli

  7. Hehe, ich denke, ich weiß, was dich zu dem Artikel auch inspiriert hat. Und ja, auch von mir kamen da ja kritische Kommentare zum Ländersammeln. Dabei find ich Ländersammeln bzw. -zählen grundsätzlich nicht tragisch. Aber das oberflächliche Abhaken find ich … nun ja, oberflächlich. V.a. wenn es mit einer entsprechenden völlig unpassenden Berichterstattung einhergeht.
    Wie Du oben ja schriebst in einem Kommentar: Man kann halt nicht durch die Welt jetten UND über Nachhaltigkeit bloggen. Man kann auch nicht drei bis sieben Tage pro Land investieren UND dann zu jedem tolle Tipps geben. Und wenn die Tipps, die man dann gibt einfach rausschreien, dass man offenbar keine Zeit hatte, sich mit dem Reiseziel zu befassen, dann muss man die Kritik ertragen können, finde ich – das ist auch noch lange kein Shitstorm.
    Mich stört da eher das WIE, nicht die pure Tatsache, wieviele Länder sich jemand vorgenommen hat.
    Dass Du so ein Projekt hast, wusste ich vorher gar nicht. Und deine Artikel schreien das nicht raus und sind eben keine entsprechenden „Ich hake das jetzt mal Ab“-Artikel – das sind die, die mich stören bzw. eher langweilen und die ich dann auch nicht lese.

    Ich tauge ja sowieso nicht zu Ländersammler. Die meisten Reiseziele interessieren mich nämlich tatsächlich überhaupt nicht. Und bevor ich nach Australien oder in die USA fliege, schau ich mir lieber noch ne Ecke von Italien an, die ich noch nicht kenne 😀

    1. Du hast mich durchschaut. 🙂 Ja, die Diskussion, an der auch du beteiligt warst, hat zur Motivation beigetragen, den Artikel zu schreiben. Aber beim Shitstorm hast du nicht recht: Die dortige Kritik fand ich im Vergleich zu vielen anderen Diskussionen in Weltreise- und Destinationsgruppen sehr, sehr differenziert, und in weiten Teilen auch berechtigt. (Wobei ich beim konkreten Beispiel glaube, dass das eher damit zusammenhängt, dass die beiden unerfahrene Autoren sind. Man braucht eine Weile, um recherchieren zu lernen, eigene Schwerpunkte zu bilden und eine Stimme zu finden.)

      PS: Bevor ich nochmals nach Australien fliege, würde ich mir auch lieber noch ne Ecke von Italien anschauen, die ich noch nicht kenne. Australien ist so ein Schnarchziel, finde ich. 🙂

      1. Jep, da hast du absolut Recht mit dem „unerfahren“ und dass es eine Zeit braucht. Aber gerade dann hilft einem die Kritik ja auch weiter, würd ich sagen. Kritik kriegt keiner gerne und jeder hätte lieber nur Lob, aber gerade wenn man frisch ist und keinen Plan hat, kann einem sowas, auch wenns wehtut, durchaus weiterhelfen.
        Allerdings seh ich halt echt oft, dass viele Frischlinge (allerdings nicht nur, gibt auch alte Hasen) das gleich als Shitstorm sehen, den man einfach abtut. Das ist auch nicht besonders hilfreich.
        Differenzierung ist halt wie immer der Punkt.

        Ich hab übrigens auch so ne lustige Weltkarte auf meinem Blog. Die sieht aber sehr mikrig aus, weil ich ja hauptsächlich in Europa reise. Massenweise weiße Flächen 😀 Deshalb hab ich mir auch noch nie so ne Rubbel-Weltkarte gekauft. Gibts eigentlich Rubbel-Europa-Karten?

        1. Meinst du die Landkarte unter „Destinationen“ oder die oben im Artikel? Wie auch immer: Du kannst bei Landkarten ja immer den Ausschnitt wählen, der für dich relevant ist. Bei mir wäre das halt Eurasien, bei dir eher Europa. Und so unter uns: Ich glaube, wenn du 100 Fähnchen in der Karte stecken hast, dann sieht das unabhängig davon, ob da nun eine Europa- oder Weltkarte drunter liegt, eindrücklich aus.

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