Zehn Atlanten, die deinen Blick auf die Welt verändern

(Vergleich Weltatlas 2021)

Bist du auf der Suche nach einem passenden Weltatlas? Dann ist dieser Artikel für dich. Egal, ob du selber eine Reise planst, die Daheimgebliebenen an deinen Trips teilhaben lassen willst oder einfach nur ein Geschenk für Reiselustige suchst: Hier stelle ich dir zehn Atlanten vor, die für dich interessant sein könnten.

Ein Weltatlas wirkt wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Jedes Handy verfügt über eine ausgefeilte Karten-App, mit der sich auf Knopfdruck nicht nur die besten Strecken errechnen lassen. Sie geben auch Informationen über den Verkehrszustand oder wiesen auf Sehenswürdigkeiten am Wegrand hin.

Trotzdem haben Atlanten ihre Berechtigung. Sie bereiten leicht verständlich Hintergründe zu Klima, Wirtschaft oder Sprachgrenzen auf. Wegen ihres riesigen Formats erlauben sie eine bessere Übersicht als ein Bildschirm. Und neue Atlanten sind – was mich selber überraschte – laut Herstellerangaben teilweise sogar aktueller als Google Maps und Co.

Da ich selber einen neuen brauchte, habe ich mir vor ein paar Tagen einmal das doch recht grosse Angebot an Atlanten durchgeschaut. In diesem Artikel möchte ich dir die Werke vorstellen, die ich besonders gut oder interessant finde – sowie einige eher aussergewöhnliche Atlanten für Spezialthemen.

 

Vergleich: Die drei besten klassischen Atlanten 2021

Suchst du einen klassischen Atlas mit vielen Karten und geographischen Erläuterungen? Den richtigen Atlas zu finden, kann beim recht grossen Angebot mühsam sein. Mir sind die folgenden drei Ausgaben in unterschiedlichen Preis- und Ausstattungsklassen positiv aufgefallen.

Tipp 1: Der König unter den Atlanten

Der schön gestaltete Kosmos Atlas Erde spielt bei den Atlanten nicht nur wegen seiner gewaltigen Grösse (die ausklappbaren Satellitenbilder messen 45 x 135 cm) in der Königsklasse mit. In der rund 50-seitigen Einleitung finden sich Karten und Erklärungstexte zu Themen wie Plattentektonik, Klimazonen, Verstädterung oder Sprachen.

Einziger Nachteil: Die Detailkarten sind durchwegs im Massstab 1 : 3,5 Millionen, so dass es das kleine Europa auf spärliche neun Doppelseiten schafft. Wen das nicht stört, findet hier einen schönen und hochwertigen Weltatlas.

Praktisches: Erschienen im Oktober 2016 in deutscher Sprache, 496 Seiten im Format 35 x 47 cm. Preis ca. 180 Euro. Bestellen bei amazon.de 


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Tipp 2: Der ideale Mittelweg

Der Grosse Dumont Weltatlas ist sichtbar kleiner, punktet dafür aber mit einer höheren Seitenzahl. Die Karten sind durchwegs hervorragend und das Design der Seiten ist sehr ansprechend. Für Interessierte gibt es eine ausführliche Einleitung zu unserem Platz im Kosmos sowie Klimatabellen, Ökozonen und ein Relief des Meeresbodens.

Im vollständigen Länder-Lexikon finden sich die wichtigsten Fakten zu Politik, Bevölkerung, Geschichte, Kultur und Geographie. Besonders positiv fällt auf, dass Deutschland und seine Nachbarländer mit einem grösseren Massstab von 1:800.000 abgebildet sind.

Praktisches: Erschienen im November 2015 in deutscher Sprache, 716 Seiten im Format 31,5 x 43 cm. Preis ca. 99 Euro. Bestellen bei amazon.de


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Tipp 3: Der Profi-Atlas für Sparfüche

Der Dierke Weltatlas wurde eigentlich für die Wissensvermittlung an den Schulen entwickelt und das merkt man ihm an: Er hat genau das Format, das noch in einem Schulranzen passt, der Inhalt ist auf die Unterstützung des Unterrichtes ausgerichtet. Das muss aber kein Nachteil sein.

Wer sich für die Welt interessiert, dürfte spannend finden, wie sehr sich Gletscher zurückgezogen haben oder wie das Wasser im Meer zirkuliert. Was an der Reihe besonders gefällt: Es gibt neben der hier vorgestellten Standardausgabe auch regionale Varianten. Etwa für die Schweiz, Bayern oder Baden-Württemberg.

Praktisches: Erschienen im April 2015 in deutscher Sprache, 320 Seiten im Format 24,4 x 30,4 cm. Preis ca. 35 Euro. Bestellen bei amazon.de


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Sieben Atlanten für einen neuen Blick auf die Welt

Du findest klassische Atlanten langweilig? Dann interessierst du dich vielleicht für einen Atlas, der die Sicht auf die Welt verändert. Die folgenden sieben Bücher finde ich ausgesprochen interessant – und sie eignen sich auch hervorragend als Geschenk für Weltenbummler.

Die besten Weltatlanten 2021
Blick über Lombok vom Vulkan Rinjani.

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Tipp 4: Der Weltatlas für Globetrotter

Du planst eine Weltreise und möchtest einen Atlas, um passende Routen herauszusuchen? Dann ist womöglich der Lonely Planet Weltreiseatlas das Richtige für dich. Die Karten sind nach touristischen Gesichtspunkten gewichtet: Regionen, wo viele hinreisen, sind am detaillierten.

Pro Region findest du jeweils zwei Karten: Auf der ersten sind die wichtigsten Transport-Hubs aufgeführt. Auf der nächsten Seite werden die bekanntesten Sehenswürdigkeiten gezeigt. Darüber hinaus werden die Metropolen vorgestellt, um die du kaum herumkommst. Also genau das, was du für den ersten Überblick brauchst.

Praktisches: Erschienen im Oktober 2019 in deutscher Sprache, 448 Seiten im Format 27.2 x 35.2 cm. Preis ca. 50 Euro. Bestellen bei amazon.de. Achtung: Die englische Version ist mit ca. 28 Euro deutlich günstiger.


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Tipp 5: Kuriose Karten für Neugierige

Zu meinen Lieblingskartenwerken gehört der Atlas für Neugierige. Auf über 200 Seiten zeigt er 102 Karten, die zum Nachdenken anregen und eine neue Sicht auf die Welt erlauben. Manches ist für Reisende interessant, wie etwa die Anzahl der Gifttiere pro Land oder die Farbe des lokalen Reisepasses.

Vieles ist aber auch einfach so spannend zu lesen. Etwa welche Länder in den letzten 50 Jahren von einer Frau regiert wurden, die Anzahl von Heavy-Metal-Bands pro 100.000 Einwohner und Ortsnamen mit mehr als 20 Buchstaben. Auch ideal als Geschenk für Weltenbummler.

Praktisches: Erschienen im März 2020 in deutscher Sprache, 220 Seiten im Format 20.3 x 24.6 cm. Preis ca. 24 Euro. Bestellen bei amazon.de. 


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Tipp 6: Gefahren zur Reiseinspiration

Die Welt ist voller Gefahren. Das könnte man zumindest meinen, wenn man den spannenden Atlas der Gefahren durchblättert. Das Buch ist dabei weniger ein Kartografiewerk als vielmehr ein Sammelsurium an teilweise bizarren Gegenden, die zusätzlich gefährlich oder auch nur „gefährlich“ sind.

Da sind etwa der Treibsand vor dem Mont Saint-Michel, die überfüllten Züge von Dhaka oder ein See in Ostafrika, der die Anwohner mit seinen Kohlendioxid-Absonderungen ersticken könnte. Die Orte sind so gewählt, dass sie oft auch touristisch interessant sind.

Praktisches: Erschienen im September 2020 in deutscher Sprache, 256 Seiten im Format 23.7 x 30.5 cm. Preis ca. 38 Euro. Bestellen bei amazon.de. 


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Tipp 7: Mit Spukgeschichten um die Welt

Gruselig geht es im Atlas der unheimlichen Orte weiter. Das dünne Büchlein stellt vierzig Orte rund um den Globus dar, die einen das Blut in den Adern gefrieren lassen. Nur teilweise handelt es sich um klassische Geistergeschichten.

Öfters geht es um seltsame Naturphänomene. Zum Beispiel um einen Nationalpark in Sambia, der jedes Jahr von Millionen von Flughunden überfallen wird. Oder um Gegenden, die durch menschliche Einflüsse unheimlich geworden sind: Etwa die Kola-Insel, auf der sowjetische Atom-U-Boote vor sich hinrosten.

Praktisches: Erschienen im Januar 2016 in deutscher Sprache, 136 Seiten im Format 19.4 x 26.9 cm. Preis ca. 10 Euro. Bestellen bei amazon.de


Tipp 8: Orte, die es gar nicht gibt

Dass Bielefeld nicht existiert, das wissen gewiefte Verschwörungstheoretiker natürlich. Aber es gibt noch viel mehr Orte, die es gar nicht gibt. Einige davon sind im unterhaltsamen Atlas der erfundenen Orte zusammengestellt: Zum Beispiel das australische Binnenmeer, die Magnetberge und die Insel Kalifornien.

Jeweils über mehrere Seiten erzählt der Autor von den Hintergründen, die zur falschen Kartierung führten und wieso sich manche Fehler so lange halten konnten. Nicht nur in Zeiten von Fake News ist das eine durchwegs bereichernde Lektüre.

Praktisches: Erschienen im Oktober 2017 in deutscher Sprache, 256 Seiten im Format 20.2 x 25.4 cm. Preis ca. 30 Euro. Bestellen bei amazon.de. 


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Tipp 9: Inseln, die kaum jemand kennt

Inseln sind für viele der Inbegriff vom Paradies – und wer etwas Hilfe bei der Suche nach mehr oder weniger geeigneten Sehnsuchtsorten braucht, für den bietet der Atlas der abgelegenen Inseln eine Menge Inspiration. Jeder der fünfzig vorgestellten Orte hat etwas gemeinsam: Er ist verdammt schwer zu erreichen.

Auch wenn der praktische Nutzen des Buchs durchaus gering ist: Es lenkten den Blick auf Orte, die kaum jemand kennt, und lädt zum (alb-)träumen ein. Tipp: Dieser Atlas gibt auch optisch einiges her und ist somit ein ideales Geschenk für Reisende, die schon fast überall waren.

Praktisches: Erschienen im September 2009 in deutscher Sprache, 144 Seiten im Format 19 x 26.5 cm. Preis ca. 34 Euro. Bestellen bei amazon.de. 


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Tipp 10: Weltgeschichte im Kartenformat

Zum Schluss noch einer meiner persönlichen Favoriten: Der historische Weltatlas von Putzger. Das informative Buch kondensiert tausende Jahre von Weltgeschichte in eine Abfolge von Karten, die auch Reisenden immer wieder die Augen öffnen.

Wie gross war einst das Reich der Mongolen? Wie haben sich die Grenzen auf dem Balken in den letzten tausend Jahren verschoben? Welche Länder hat Japan im Zweiten Weltkrieg besetzt? Solche und ähnliche Fragen tauchen beim Reisen immer mal wieder auf und nirgendwo werden sie so gut beantwortet wie in einem historischen Atlas.

Praktisches: Aktualisierte Ausgabe erscheint im Sommer 2021, aktuelle Version von 2011, 360 Seiten im Format 19.8 x 26.7 cm. Preis ca. 34 Euro. Bestellen bei amazon.de. 

Vergleich Weltatlas 2021: Diese zehn Atlanten solltest du kennen!

Vier Dinge, die du beim Kauf eines Weltatlas beachten solltest

Atlanten sind teuer und die eierlegende Wollmilchsau gibt es unter ihnen nicht. Jeder Weltatlas hat etwas unterschiedliche Schwerpunkte. Deswegen ist es vielleicht gar keine so schlechte Idee, die Bücher im stationären Handel genauer anzusehen. Auf folgende Punkte solltest du achten.

Karten versus Hintergrundinfo: Was interessiert dich? Karten können unterschiedliche Informationen transportieren. Am bekanntesten sind topografische Karten (einschliesslich Satellitenbilder) sowie solche, die die politische Gliederung zeigen. Mindestens so interessant sind jedoch auch kartografisch aufbereitete Hintergrundinfos zu den Klimazonen, den Sprachfamilien und vieles mehr. Manche Atlanten führen in die Grundlagen der Geografie ein – also zu Beispiel, wieso es Jahreszeiten gibt usw. Hier solltest du schauen, was dich interessiert und was für dich eher Ballast ist.

Schwerpunkt Europa/Welt: In den letzten Jahren hat sich in vielen Ausgaben der Schwerpunkt verschoben von den für uns relevanteren Nachbarschaft auf eine gleichberechtigte Darstellung der ganzen Welt. Das ist gut gemeint, hat aber zur Folge, dass das kleine (für uns aber wichtige) Europa auf wenigen Seiten abgehandelt ist, während es viele Detailkarten zu Afrika gibt, die du möglicherweise nie anschauen wirst. Hier solltest du überlegen, welche Balance für dich und deine persönlichen Interessen am besten stimmt.

Umfang: Ausserdem solltest du einen Blick auf die Grösse und das Gewicht des Atlas werfen. Wenn du vorwiegend zu Hause schmökerst (und dort einen massiven Tisch hast), ist grösser selbstredend besser. Beachte bei der Seitenzahl, dass viele Atlanten einen Index haben, der teilweise mehr als hundert Seiten einnimmt. Eine gute Verschlagwortung der Ortsnahmen ist allerdings aus meiner Sicht ohnehin nicht mehr wichtig. Für die Suche nach Orten eignet sich das Internet besser.

Aktualität: Und zu guter Letzt: Die Welt verändert sich. Neue Städte werden gegründet und Regionen erklären sich zu unabhängigen Staaten. Gleichzeitig schrumpfen Seen und Gletscher, während Städte und Wüsten wachsen. Auch wenn du einen guten Atlas möglicherweise über Jahrzehnte nutzt, solltest du beim Kauf darauf achten, dass die Ausgabe einigermassen aktuell ist. Das erwähne ich deswegen, weil manche Verlage ihre älteren Ausgaben teilweise noch immer (etwas reduziert) verkaufen. Älter als zehn Jahre würde ich nicht empfehlen.

Diskutiere mit! Was ist dir bei einem Weltatlas wichtig? Verrate es mir am besten in einem Kommentar!

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6 Kommentare

  1. Lieber Oli, das ist eine super Idee für einen Beitrag. Ich schüttle immer leicht den Kopf, wenn meine Mutter sagt: „Wo fahrt Ihr da wieder hin? Da muss ich erstmal in meinen Atlas schauen.“ Aber letztendlich bieten Atlanten viele Kompaktinformationen, die man sich im Netz erst relativ mühevoll zusammensuchen muss. Es wird also höchste Zeit, mal selbst wieder in einen Atlas zu schauen. Am spannendsten sind dann natürlich solche aus längst vergangenen Zeiten. Mit Ländern, die es nicht mehr gibt, mit Grenzen, die keine mehr sind. Das kann so spannend wie ein Krimi sein. Ich schaue mich heute Abend gleich mal im Regal um… Danke für den Input, alles Gute und viele Grüße von Gabi und Michael

    1. Hallo Gabi,

      Das stimmt: Atlanten erkeben im Alter so eine Art zweiter Frühling. Ich erinnere mich genau, wie ich als Kind einmal bei meinen Grosseltern einen alten Atlas fand und darin jede Menge Länder und Regionen fand, von denen ich noch nie gehört habe. Etwa Memelland. Als Kind fand ich das sehr schwer verständlich, dass ganze Länder einfach verschwinden können.

      Ich vermute sogar, dass all diese frühen Stunden mit den Atlanten mit ein Grund dafür sind, dass ich anfing so viel zu reisen. Noch immer faszinieren mich Orte, die ich in einer Karte entdecke und von denen ich mir nicht vorstellen kann, wie es dort ausschaut.

      Gruss,
      Oli

  2. Lieber Oliver,
    ich liebe Karten und Atlanten bereits seit meiner Kindheit. Den guten alten Diercke-Schulatlas besitze ich immer noch. Zusätzlich habe ich mir irgend wann einen neuen Atlas gekauft. Denn manche Länder wie z. B. Jugoslawien gibt es ja heute nicht mehr in der Form. Ich habe immer schon gerne in Karten gestöbert und Orte gesucht. Kann es gar nicht verstehen, dass man das nicht tut.

    Ich habe mal in einem Online-Reisebüro gearbeitet, als sich folgender Dialog entwickelte:
    Kollegin: „Wo liegt den Kapstadt?“
    Ich: „In Südafrika.“
    Kollegin: „Ich will nicht wissen, ob im Norden oder Süden, ich möchte das Land wissen.“
    Ich: ……Funkstille

    Ein guter Atlas ist dein Freund!
    Herzliche Grüße
    Renate

    1. Haha… lustig. Aber so peinlich das auch immer ist: so was passiert einem halt hin und wieder. Ich habe mich vor vielen Jahren auch einmal ziemlich blamiert, als ich dachte Goa sei eine Insel.

  3. Lieber Oli,
    als eingeschworene Atlas-Liebhaberin habe ich mit deinem Beitrag meinen Wunschzettel für dieses Weihnachten schon voll ;-) Den Atlas der abgelegenen Inseln liebe ich ja sehr! Den alten Dierke habe ich übrigens genau wie Renate auch noch. Sehr empfehlen kann ich noch den Atlas der verlorenen Sprachen.
    Außerdem finde ich die illustrierten Atlanten von Lucy Letherland, die wohl eigentlich für Kinder gedacht sind, (zum Glück hab ich eins als Ausrede ;-)) total schön!
    Liebe Grüße
    Angela

    1. Hallo Angela,
      freut mich, dass dir der Text gefallen hat und danke für den Tipp. Den Atlas der verlorenen Sprachen kannte ich gar nicht. Da muss ich gleich mal schauen, ob das was für mich ist… :)
      Gruss,
      Oli

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