Slowenien mit dem Camper: Route, Tipps und Kosten

Leuchtend grüne Bergbäche, historische Städtchen und jede Menge leckeres Essen: Das ist Slowenien. Wenn du auf der Suche nach einem tollen Ziel für eine Reise im Camper bist, dann solltest du den oft übersehenen Alpenstaat etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Es gibt Reiseziele, die schreien regelrecht nach einem Roadtrip im Camper. Seit ich in diesem Frühling eine Woche lang mit einem Büschen durch Slowenien gekurvt bin und trotz des wechselhaften Frühlingswetters eine grandiose Zeit hatte, gehört für mich die ehemalige jugoslawische Republik definitiv dazu.

Wieso ich finde, dass Slowenien ein perfektes Reiseziel für einen Roadtrip im Wohnmobil ist, will ich in diesem Artikel erklären. Anschliessend findest du einen Routenvorschlag für eine einwöchtige Rundreise. Und am Ende schildere ich meine Erfahrungen mit meinem Kooperationspartner Nestcampers, der mir das Fahrzeug für diese Reise zur Verfügung gestellt hat.

 

5 Gründe, Slowenien mit dem Camper zu bereisen

Grund 1: Die Grösse des Landes. Slowenien ist ziemlich klein – und das sage ich als Schweizer. Weite Distanzen wirst du kaum je zurücklegen müssen. Ich sass nie länger als zwei Stunden am Stück hinter dem Steuerrad. Anders ausgedrückt: Selbst wenn du nur eine Woche Zeit hast, reicht das, um dir in allen Landesteilen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anzusehen. Noch bequemer ist es, wenn du dich auf ein Landesteil konzentrierst.

Grund 2: Die Erreichbarkeit. Wenn du nur Städte und Dörfer besuchst, kannst du auf einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr zurückgreifen. So schön die Ortschaften auch sind: In einem Land, in dem 37 Prozent der Fläche unter Naturschutz stehen (zum Vergleich: in Deutschland sind es gerade einmal 15 Prozent), wirst du vermutlich auch in die Natur wollen. Und da bist du leider sehr oft auf einen fahrbaren Untersatz angewiesen.

Grund 3: Die allgemeine Camper-Freundlichkeit. In vielen europäischen Ländern sind Touristen mit Wohnmobilen nicht besonders willkommen. Ganz anders in Slowenien: Im ganzen Land gibt es kostengünstige oder gar kostenlose Stellplätze. Viele Bauern erlauben gegen einen kleinen Betrag, auf dem Hof zu übernachten. Und auch die erstklassigen Campingplätze kosten kein Vermögen. Tagsüber hast du mit den grossen Fahrzeugen kaum Probleme: Selbst in den Stadtzentren findest du vergleichsweise leicht einen Parkplatz.

Grund 4: Der Fahrspass. Im bergigen Slowenien bist du immer wieder auf abenteuerlichen Strassen mit einer grandiosen Aussicht unterwegs. Gleichzeitig begegnet dir abseits der Hauptachsen fast kein Verkehr, der dir den Fahrspass trübt. So macht das Fahren noch Spass.

Grund 5: Der Preis. In Slowenien ist alles ein bisschen günstiger als in den Nachbarländern. Wenn du zu zweit unterwegs bist, kannst du davon ausgehen, dass dich eine Rundreise im Camper nicht viel mehr kosten wird als eine klassische Backpackertour. Du hast aber deutlich mehr Komfort.

Ein Camper ist eine hervorragende Art, um Slowenien kennenzulernen.

 

 

Route für 1 Woche Roadtrip in Slowenien

In Anbetracht der geringen Ausdehnung bietet Slowenien eine überraschend grosse Vielfalt an Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten. Hier meine Route, die ich zum Nachmachen empfehlen kann.

Tag 1: Die Hauptstadt Ljubljana

Ljubljana ist ein echter Hingucker und die vielleicht am häufigsten unterschätzte Hauptstadt Europas. Mit ihrer Burg, die hoch auf einem Berg über der pittoresken Altstadt thront, wirkt sie so ein bisschen wie ein zweites Salzburg, das noch auf seine Entdeckung harrt.

Wenn das Wetter mitspielt, solltest du dem Ufer der Ljubljanica entlang schlendern, die die Altstadt vom modernen Geschäftszentrum trennt, und dich in einem der Restaurants mit Aussenterrassen verköstigen. Auch sehr schön: Das Café in den oberen Etagen des 1933 errichteten Nebotičnik-Hochhauses bietet einen tollen Rundumblick auf die Stadt (und auf das vielleicht fotogenste Treppenhaus Sloweniens).

Ljubljana ist klein und ein Tag reicht durchaus, um einen guten Überblick über die Stadt zu gewinnen. Falls du wenig Zeit hast, ist vielleicht eine Food-Tour eine tolle Idee. In rund drei Stunden erfährst du so jede Menge über die slowenische Küche, aber auch über die Geschichte der Stadt und das Leben ihrer Bewohner. Es gibt mehrere Anbieter. Wir waren mit Okusi Ljubljane unterwegs.

Hoteltipps: Wir wohnten im Hotel Cubo* und können das sehr empfehlen. Tolle Lage, schönes Zimmer und ein leckeres Frühstücksbuffet.

Die Altstadt von Ljubljana mit dem Schloss.
Krainer Würste gehören bei einer Foodtour einfach dazu.

 

Tag 2: Die Felsenburg Predjama und Piran

Die Felsenburg Predjama, die etwa eine Stunde westlich von Ljubljana liegt, ist eine der aussergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Die mittelalterliche Festung wurde in den Eingangsbereich eines verzweigten Höhlensystems gebaut und war im Verlaufe ihrer Geschichte praktisch uneinnehmbar.

Die Burg liegt in einer hübschen Landschaft, in der du schöne Spaziergänge unternehmen kannst. Dabei siehst du Predjama immer wieder aus anderen Winkeln. Anschliessend solltest du reingehen. Der Audio-Guide vermittelt einen guten Eindruck, wie unbequem das Leben in den feuchten Räumen ohne Heizung einst gewesen sein muss. Die Tropfsteinhöhlen unter der Burg sind im Winter gesperrt, um die Fledermäuse zu schützen. Sie sollen sich aber genauso lohnen.

Falls du noch nicht genug Höhlen gesehen hast, kannst du auch zu den nahegelegene Postoina-Höhlen (Einfahrt mit einer kleinen Bahn) oder den etwas weniger bekannten, aber genauso eindrücklichen Grotten von Skocjan in der Nähe von Koper gehen.

Den Nachmittag verbringst du am besten in Piran. Das Städtchen im venetischen Stil wurde auf einer schmalen, in die Adria ragenden Zunge errichtet und erinnert stark an die Touristenmagnete im kroatischen Istrien. Doch anders als beim vom Tourismus verwöhnten Nachbarn, wirkt Piran weniger steril. Beim Schlendern durch die engen Gassen hatte ich das Gefühl, dass das Städtchen tatsächlich noch den Lebensmittelpunkt von Menschen darstellt.

Auch interessant: Die besten Basen, um Istrien zu erkunden

Blick auf das Küstenstädten Piran.
Predjama ist eine der letzten noch existierenden Höhlenburgen Europas.

 

Tal 3: Das Soca-Tal

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Fluss gesehen habe, der so smaragdgrün leuchtet wie die Soča (deutsch: Sontig). Der gerade einmal 136 Kilometer lange Fluss sprudelt zunächst durch einige enge Felsschluchten und verliert mit der Zeit immer mehr von seiner Wildheit.

Der erste Halt auf der Fahrt in die Berge ist die Solcanobrücke in der Nähe von Nova Gorica. Sie ist die längste gemauerte Eisenbahnbrücke der Welt. Ich wiederhole: Gemauert. Man muss ich vorstellen, wie dieses frühe Wunderwerk der Ingenieurskunst gebaut wurde, um zu verstehen, wieso sich der Zwischenstopp hier überhaupt lohnt.

In der Nähe von Kobarid kannst du einen sehr schönen Spaziergang zum Kozjak-Wasserfall unternehmen. Nimm zur Sicherheit gleich die Badehose mit, denn wenn das Wasser warm genug ist, kannst du im kleinen See unter der Brücke baden. Hier gibt es auch mehrere schöne Campingplatze.

Dorf im Soca-Tal Nationalpark
Kleine Felsenpools am Oberlauf der Soča.

 

Tag 4: Über den Pass zum Bledsee

Je weiter du das Tal hochfährst, desto abenteuerlicher sprudelt der Fluss und desto abenteuerlicher werden die Strassen. Besonders eindrücklich ist der Vršičpass. Die Strasse war mit grossen Verlusten während des Ersten Weltkriegs von russischen Kriegsgefangenen gebaut worden (woran die sehenswerte „Russenkapelle“ erinnert). Im nördlichen Teil bestehen die Haarnadelkurven noch immer aus Kopfsteinpflaster – und fast überall hast du eine wahrsinnige Aussicht auf die Julischen Alpen.

Der relativ kleine Jasna-See am nördlichen Ende der Passstrasse bietet mit seinem klaren Wasser und dem massiven Bergpanorama die perfekte Kulisse für ein Instagram-Shooting und ist auch ein guter Ort, um sich von der kurvenreichen Fahrt zu erholen. Grad um die Ecke findest du mit der Zelenci-Quelle übrigens noch einen weiteren Spot, mit dem du deine Follower neidisch machen kannst.

Fahr am Nachmittag noch weiter bis zum Bledsee, wo du auf einem der Campingplätze in der Nähe des Sees übernachten kannst.

Der Jasnasee ist ein hübscher Zwischenstopp nach der Passstrasse.
Die Fahrt führt immer grün leuchtenden Flüssen entlang.

 

Tag 5: Der Bledsee

Der tiefblaue Bledsee dürfte die am häufigsten fotografierte Sehenswürdigkeit des Landes sein – und mit grosser Wahrscheinlichkeit ziert der hübsche Bergsee vor dem Panorama der Karawanken auch deinen Reiseführer.

Obwohl es hier im Sommer angeblich ziemlich überlaufen ist, wäre es schade, diesen schönen Ort auszulassen. Deine Besichtigung beginnst du am besten am Vormittag mit einem Rundgang durch die Bled Burg. In der interessanten Ausstellung erfährst du viel über die Geschichte der Region. Das wahre Highlight ist jedoch der Panoramablick auf den See.

Der Bledsee ist ziemlich klein und du kannst ihn in etwa zwei Stunden auf einem rund 6 Kilometer langen Rundweg umwandern. Wenn du Zeit hast, lohnt sich das auf alle Fälle, denn der Weg ist sehr schön. Teilweise führt er der Böschung entlang, manchmal aber auch auf Blanken über das Wasser.

Der vielleicht beste Ausflug, den du rund um Bled unternehmen kannst, führt dich zur Vintgar-Klamm. Hier kannst du auf einem Holzsteg durch eine bis zu 300 Meter tiefe Schlucht schlendern, in deren Mitte die wilde Radovna schäumt. Leider war die Schlucht bei unserem Besuch gesperrt, so dass wir nur die ersten 300 Meter bis zur Absperrung erkunden konnten. Aber auch die hatten es in sich.

Ebenfalls sehr schön ist der nahe gelegene Bohinj-See, an dem deutlich weniger los ist als in Bled. Hier kannst du verschiedene Wanderungen unternehmen, wie etwa die zum Savica-Wasserfall. Bei mir reichte leider die Zeit nicht mehr.

Der Bledsee lässt sich auf einem 6km-Rundweg umwandern.
Die Vintgar-Klamm ist ein tolles Ausflugsziel in der Nähe des Bledsees.

 

Tag 6: Mittelalterstädte und das Logar-Tal

Rund um Bled kannst du einige malerische Städtchen besuchen. Sehr süss (nicht nur wegen des jährlich dort stattfindenden Schokoladefests) fand ich Radovlica, das nur gerade ein Steinwurf entfernt liegt. Im hiesigen Imkermuseum erfährst du alles über Bienen; es ist aber auch nett, einfach eine halbe Stunde durch das hübsche historische Zentrum zu schlendern. Richtig gelesen: länger als 30 Minuten brauchst du bestimmt nicht!

Als nächstes solltest du Škofja Loka ansteuern. Das malerische Städtchen mit seiner Burg und dem mittelalterlichen Stadtkern liegt ziemlich genau auf halbem Weg zwischen Ljubljana und Bled und ist definitiv ein kurzer Zwischenstopp wert. Doch auch hier brauchst du kaum länger als eine Stunde, um dir einen guten Eindruck vom Ort zu verschaffen.

Von hier aus kommst du über eine der abenteuerlichsten Alpenstrassen, die ich je gefahren bin, und einen kurzen Abstecher durch Österreich, ins abgeschiedenen Logar-Tal. Hier kannst du vor einem Mega-Panorama wunderschöne Wanderungen unternehmen. Zum Beispiel zum 90 Meter hohen Rinka-Wasserfall, der bei unserem Besuch allerdings eher ein Rinnsal war. Im Tal gibt es mehrere Bauernhöfe, die währschaftes Essen anbieten. Das Gletschertal solltest du vor allem auf deine Liste nehmen, wenn du gerne etwas Ruhe möchtest.

Seitengasse in Radovlica.
Das Logartal hat jede Menge hervorragende Wanderwege.

 

Tag 7: Moorwanderung und Maribor

Vom Logar-Tal fährst du zum Teil über abgelegene Schotterwege zu den Lovrenška-Seen. Die dunklen Wasserstellen in der Nähe des Ski-Gebiets Rogla sind eigentlich keine Seen, sondern ein etwa 22 Hektar grosses Moor, das du auf einem Rundweg in etwa drei Stunden durchwandern kannst. Bei unserem Besuch war alles in Nebel gehüllt, so dass wir nicht den ganzen Rundweg machten.

Über die zweitgrösste Stadt Sloweniens hatte ich vor der Reise immer wieder gelesen und wollte vor allem das bekannte Kneipenviertel Lent besuchen. Im Sommer könnte sich das durchaus lohnen – beim Dauerregen, der mit der Einfahrt in Maribor begann, war aber so wenig los, dass wir uns nach einem Spaziergang durch die Altstadt entschlossen, den letzten Reisetag in einem Einkaufszentren am Stadtrand ausklingen zu lassen.

Falls du noch Zeit hast: In Ostslowenien gibt es mehrere Campingplatze an Thermalbädern, die du als Campinggast mitnutzen darfst – sicherlich nicht die schlechteste Art, um eine Rundreise durch Slowenien zu beenden.

Wanderung durch das Moor bei Rogla.
Zentrum von Maribor.

                                                                                      

Was kostete der Roadtrip?

Reisen in Slowenien ist preiswert. Das hängt vor allem mit drei Faktoren zusammen: Erstens wirken sich die kurzen Distanzen positiv auf die Benzinkosten aus. Zweitens gibt es überall kostenlose Stellplätze. Drittens ist die Natur die grösste Sehenswürdigkeit – und die ist meistens gratis.

Trotzdem hier eine kleine Zusammenstellung der Kosten der siebentätigen Tour. Die Reise unternahmen wir zu zweit, so dass sich sämtliche Kosten am Ende halbierten. Hier die Aufzählung der wichtigsten Ausgaben:

  • Fahrzeugmiete: Unser „Stork“ kostete in der Nebensaison 76 Euro pro Tag. Dazu kommt ein verbesserter Versicherungsschutz, dessen 8 Euro pro Tag im Falle eines Unfalls den Selbstbehalt von 799 auf 399 Euro senkten. Bei sieben Reisetagen ergab das insgesamt 588 Euro.
  • Treibstoff und Strassengebühren: In den sechs Tagen legten wir rund 1150 Kilometer zurück. Da wir hauptsächlich auf Bergstrassen unterwegs waren, hatten wir einen hohen Treibstoffverbrauch von etwa 80 Litern. Diese kosteten etwa 100 Euro. Unser Mietcamper hatte bereits eine Vignette, so dass keine weiteren Gebühren für die Strassennutzung anfielen. Gratisparkplätze waren leicht zu finden.
  • Unterkünfte: Um hin und wieder Duschen zu können, übernachteten wir zwei Mal auf einem Zeltplatz. Dank der ACSI-Karte* kosteten die beiden Nächte nur etwa 30 Euro. Die restliche Zeit waren wir auf kostenlosen Stellplätzen, wo noch etwa 8 Euro Gebühren für die Nutzung des Stroms anfielen. Das macht insgesamt 38 Euro. Die Stellplätze findest du mit der App „Park4Night“.
  • Essen: Wir kochten hauptsächlich selber und kehrten nur selten in Restaurants ein. Für das Essen fielen insgesamt etwa 100 Euro pro Person an.
  • Eintritte: Auch wenn viele Sehenswürdigkeiten kostenlos waren, so fielen doch bei den Burgen und Höhlen relativ hohe Eintrittspreise an. Die Foodtour kostete 42 Euro. Insgesamt vielen so weitere 80 Euro pro Person an.
  • Total: Sollte ich in dieser Aufzählung nichts vergessen haben, gaben wir pro Person etwa 550 Euro aus. Das entspricht etwas weniger als 80 Euro pro Tag ohne Anreise.
Restaurants und Cafés sind in Slowenien gut bezahlbar. Hier: Radovlica.

 

Praktische Tipps zum Roadtrip

  • Führerschein: Für Slowenien genügt dein gewöhnlicher nationaler Führerschein. Da du bei der Miete eine Kaution hinterlegen musst, brauchst du eine Kreditkarte. Hier meine Tipps zur Wahl der Kreditkarte. Wenn du kurzfristig den Camper gebucht hast, solltest du deinen Kreditrahmen im Auge behalten.
  • Verkehr: Ich fand das Fahren in Slowenien insgesamt angenehm und entspannt, da viele Strassen nur sehr wenig Verkehr haben. Allerdings waren die Nebenstrassen nicht immer im besten Zustand.
  • Wildes Camping: Wildes Campieren ist in Slowenien grundsätzlich verboten, aber sehr wahrscheinlich an vielen Orten trotzdem problemlos möglich. Solltest du erwischt werden, wird eine Busse von 80 Euro fällig. Dank der zahlreichen kostenlosen Stellplätzen ist es aber nicht nötig, hier etwas zu riskieren.
  • Navigation: Wenn du ein Smartphone hast, brauchst du kein zusätzliches GPS zu mieten. Ich empfehle grundsätzlich die Nutzung von Offline-Karten wie bei maps.me.
  • Reiseführer: Auf meinem Roadtrip hatte ich das den Slowenien-Reiseführer von Marco Polo* dabei. Im relativ dünnen Buch fehlt zwar vieles. Trotzdem überzeugt es dank einer guten Gewichtung und eignet sich hervorragend, um einen ersten Eindruck vom Land zu gewinnen. Praktisch ist auch die faltbare Karte, die mit dem Buch geliefert wird.
  • Strom: Wenn Du Geräte hast, die du nicht über USB laden kannst (zum Beispiel dein Laptop), musst du den Bus an externes Stromnetz anschliessen, das du auf Campingplatzen und Stellplätzen findest. Alternativ kannst du einen Spannungswandler für den Zigarettenanzünder mitbringen. Beachte, dass du die maximal zulässige Spannung nicht überschreitest. Versuch also nicht, so den elektrischen Heizofen zu betreiben.
  • Heizung: Wenn du in der kalten Jahreszeit unterwegs bist, musst du entweder nachts heizen oder einen guten Schlafsack mitbringen/mieten. Zusätzliche Hilfe bieten Wärmepflaster, die du dir in den Schlafsack kleben kannst. Im Sommer reicht ein leichter Hüttenschlafsack*.
  • Anreise: Wenn du keine endlosen Zug- oder Busfahrten magst, wirst du vermutlich mit dem Flugzeug anreisen. Leider sind Flüge von und nach Ljubljana tendenziell teuer. Ich bin nach Venedig geflogen, von wo ich in etwa drei Stunden mit dem Bus weiterfuhr. Achtung: Im Winter würde ich davon abraten, da du im Freien auf den Bus warten musst. Siehe auch meine Tipps bei der Recherche nach günstigen Flügen.
Schön gelegene Campingplätze wie hier bei Kobarid kosten etwa 30 Euro pro Tag.

 

Meine Erfahrungen mit Nestcampers

Nestcampers ist ein neuer und (noch) relativ kleiner Anbieter von preiswerten Camping-Bussen. Die Firma wird  von zwei Slowenen geführt wird, die ihre grosse Leidenschaft fürs Reisen zusammengebracht hat. Hier meine Erfahrung mit Nestcampers.

Für den Anbieter spricht zunächst einmal der Preis. Unser geräumige Storck, mit dem auch (enge) Familienurlaube mit bis zu zwei Kindern möglich sind, kostet je nach Saison zwischen 76 bis 94 Euro pro Tag. Der für preisbewusste Paare konzipierte Cuckoo ist bereits ab 57 bis 67 Euro zu haben. (Hier die beiden Modelle vergleichen) Grosses Lob an dieser Stelle für die Preistransparenz: Nestcamper verzichtet bewusst auf versteckte Zusatzkosten.

Auch die Ausstattung der Fahrzeuge überzeugt. Besonders zu erwähnen ist das festverbaute Doppelbett im Heck mit seiner hochwertigen Matratze. Ich noch in keinem Camper-Van so gut geschlafen. Um das zweite Bett zu erhalten, muss man den Esstisch herunterlassen und mit einer Matratze überdecken. Das ist nicht ganz so praktisch, aber genauso bequem.

Die Küche besteht aus zwei Gasherden und einem Waschbecken, die sich jeweils unter einer herunterklappbaren Platte verstecken lassen. Das hat den Vorteil, dass du das schmutzige Geschirr auch mal über die Nacht liegen lassen kannst, ohne fürchten zu müssen, dass dein Deckbett die Saucenreste vom herumstehenden Geschirr aufsaugt.

Zur Küche gehört auch der festverbaute Kühlschrank, der über ein kleines Gefrierfach verfügt. Das wirst du zu schätzen wissen, wenn du an heissen Sommerabenden auch mal ein Eis schlürfen möchtest oder deine Cola gerne mit Eiswürfeln trinkst.

Im ganzen Camper sind an mehreren Stellen geräumige Schränke verbaut, so dass du auch keine Probleme bekommst, wenn du dich beim Packen nicht zurückhalten kannst. Ich empfehle Rucksäcke, Sporttaschen oder Softcase-Koffer zu verwenden, da durch diese leicht platzsparend versorgen kannst.

Im Preis inbegriffen ist eine chemische Toilette. Sie ist nicht festverbaut und muss jeweils in den Raum gezogen werden, wenn man sein Geschäft verrichten will. Das ist nicht jedermanns Sache und wohl eher für Notfälle gedacht. Wir haben uns entschlossen, ausschliesslich öffentliche WCs zu nutzen.

Der Camper basiert auf einem Citroën mit einem 6 Gang-Getriebe. Das Fahrzeug war in einem tadellos Zustand – was allerdings bei einem einjährigen Camper, der gerade einmal 35.000 Kilometer auf dem Tacho hat, allerdings auch nicht sehr verwunderlich ist. Trotz der Grösse ist der Camper angenehm zu fahren, was auch an der Rückfahrkamera liegt.

Viele weitere Infos findest du auf der FAQ-Seite des Vermieters.

Ljubljana.

 

Fazit

Slowenien überraschte mich immer wieder mit seiner Vielfalt. Obwohl ich eine Woche in dem vergleichsweise kleinen Land unterwegs war, gelang es mir nur, die Hauptsehenswürdigkeiten zu sehen. Insbesonderes für den Osten, der als der Genussreiseteil des Landes gilt, hätte ich gerne mehr Zeit gehabt.

Leider spielte das Wetter auf dieser Reise überhaupt nicht mit – wie du sicherlich schon an den Fotos erkannt hast. Während meiner 7 Reisetage schaute die Sonne nur gerade an drei Tagen einmal kurz zwischen den dicken Wolken hervor. Das ist eben Pech, wenn man in der Nebensaision reist.

Ich kann mir aber gut vorstellen, bald einmal erneut nach Slowenien zu kommen. Insbesondere die Fernwanderwege, die durchs Land führen, klingen total verlockend.

Disclaimer: Die Reise wurde vom slowenischen Fremdenverkehrsverband und dem Camperverleiher Nestcampers unterstützt. Bei dem mit Sternchen * gekennzeichneten Link handelt es sich um einen Werbe-Affiliatelink. Das heisst, ich bekomme eine Provision für deine Bestellung. Du bezahlst aber nicht mehr. Dies hat keinen Einfluss auf die gefällte Auswahl.

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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