Backpacking Vietnam: Was du vor der ersten Reise wissen musst

Spielst du mit dem Gedanken, durch Vietnam zu reisen, weisst aber nicht so recht, was dich dort erwartet? Dann solltest du hier weiterlesen. In diesem Artikel versuche ich, alle Fragen zu beantworten, die du vor deiner ersten Vietnam-Reise haben könntest.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch nach meiner zweiten Reise verbindet mich keine allzu innige Liebesgeschichte mit Vietnam. Natürlich sind die Landschaften wunderschön, die Tempel und Paläste faszinierend. Vermutlich stimmt auch, dass man so viel für so wenig Geld bekommt wie kaum anderswo. Aber es gibt ein paar Dinge, mit denen ich mich auch nach über einem Monat im Land nicht anfreunden konnte.

Da ist der halsbrecherische Verkehr, der jedes Überqueren einer Strasse zu einem gefährlichen Abenteuer macht. Mühe hatte ich auch damit, dass ich als Tourist ständig auf der Hut sein musste, nicht übervorteilt zu werden. Während Touren meist perfekt organisiert sind, ist das Reisen auf eigene Faust eher kompliziert und mühsam – manche Attraktionen sind mit dem öffentlichen Verkehr überhaupt nicht zu erreichen.Der überraschende Tiefpunkt für mich war allerdings das Essen beziehungsweise die Tatsache, dass man ausserhalb der touristischen Zentren ausser der Pho-Nudelsuppe oft nichts findet.

In den folgenden Zeilen beantworte ich alle Fragen, die ich vor meiner ersten Reise nach Vietnam gehabt habe. Nun sind meine Fragen nicht zwingend deine Fragen. Willst du also noch etwas wissen, dann fühl dich frei, einen Kommentar zu hinterlassen. Ich versuche, so schnell wie möglich zu antworten und werde deine Frage möglicherweise in den Text einzuarbeiten.

 

1. Was kann ich in Vietnam sehen?

Das bekannteste Highlight des Landes ist vermutlich die Halong-Bucht im Norden. Hier kannst du auf hübschen Booten im traditionellen Stil durch eine bizarre Landschaft aus Kalksteinfelsen fahren, dir atemberaubende Höhlen anschauen und dich an schönen Stränden entspannen. Am besten geht das mit einer mehrtägigen Tour. Falls du Wasser und Boote nicht magst: Das etwas südlichere Ninh Binh gilt als das Gleiche in Trocken.

Die Region rund um Sapa ist bekannt für die schönen Wanderungen, die in der abgelegenen Bergregion möglich sind. Ethnologisch Interessierte lieben Sapa zudem wegen den traditionellen Völkern, die trotz der Touristenhorden noch immer ihre alten Bräuche praktizieren. Kritiker bezeichnen das gerne ganze aber als „Menschenzoo“. Beliebt sind im Nordwesten auch mehrtägige Motorradtouren wie die bekannte Ha Giang Loop.

Kulturinteressierte kommen im mittleren Teil des Landes auf ihre Kosten. Hué und Hoi An gehören zu den schönsten Städten, die das Land zu bieten hat. Die Altstädte sind hübsch herausgeputzt und für ihre Verzierungen mit bunten Lampions bekannt. An beiden Orten kannst du einen für Vietnam ungewöhnlich entspannten Lebensrhythmus geniessen.

Die Bergwelt von Dalat weiter im Süden mit ihren Seen, Wasserfällen und der französisch geprägten Hill Station ist ebenfalls ein kleines Paradies für Touren mit Mietrollern. Bekannt, aber auch irgendwie schräg ist eine Brücke, die von riesigen Händen gehalten wird.

Bei einer Küstenlänge von rund 3400 Kilometern ist Vietnam auch ein Paradies für Strandliebhaber. Erste Anlaufstelle sind vor allem die Ferieninsel Phu Quoc sowie die beiden Festlandstrände Danang und Mui Ne, die jedoch alle ziemlich überlaufen sind und eher Massentourismus bieten. Ich war auf der weitgehend unbekannten Insel Lai Son, deren Mini-Strände zwar hübsch, aber leider ziemlich vermüllt waren.

Eine schöne Zusammenstellung der Hauptsehenswürdigkeiten von Vietnam findest du bei Marco von Life is a Trip.

Halongbucht im Boot: Kein Geheimtipp mehr
Eines der Highlights in Vietnam: Touristenboot in der Halong-Bucht.

 

2. Wie sicher ist Vietnam?

Vietnam ist grundsätzlich ein sicheres Reiseziel. Gewalt gegen Touristen ist selten. Taschendiebstähle sind leider nicht völlig unbekannt und kleine Betrügereien durchaus an der Tagesordnung. Mir wurde beispielsweise mehrmals falsch Wechselgeld zurückgegeben. Daher empfehle ich vor allem am Anfang der Reise, wenn du noch leicht mit den vielen Nullen durcheinander kommst, das Wechselgeld nachzuzählen. Die Menschen begegneten mir grundsätzlich freundlich und hilfsbereit.

Das Unfallrisiko ist im chaotischen Verkehr für alle Teilnehmer, insbesondere aber für Fussgänger, sehr hoch. Viele Strassen sind in einem schlechten Zustand, Verkehrsregeln werden häufig missachtet und die Fahrzeuge (einschliesslich Mietroller) sind nicht immer in einem technisch einwandfreien Zustand. Mein Roller hatte zum Beispiel schlechte Bremsen. Bei einem Unfall ist die medizinische Versorgung vielerorts eher unzureichend.

Hygiene ist kein Problem. Obwohl ich häufig an Strassenständen speiste, hatte ich kein einziges Mal Magenprobleme. In Vietnam besteht zudem ein gewisses Risiko, an Malaria oder Dengue-Fieber zu erkranken. Ein konsequenter Mückenschutz mit wirksamen Mitteln ist daher sehr sinnvoll. Siehe hier mein Vergleich verschiedener Mückensprays.

Für weitere Tipps rund um das Thema Sicherheit auf Reisen empfehle ich meinen Artikel rund um das Thema Risiko-Anayse vor der Reise. Darin erkläre ich, wie man echte Gefahren vor vermeintlichen unterscheidet.

Backpacking in Vietnam: Abseits der Trampelpfade
Beeindruckender Tempel in einer Kleinstadt im Mekong-Delta.

 

3. Was kostet eine Reise nach Vietnam?

Backpacking in Vietnam gehört zu den preiswerteren Reisearten im Land. Als sparsamer Rucksacktourist kommst du mit 20 Euro pro Tag locker durch, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Touristische Gegenden sind erheblich teurer, bieten aber auch einen höheren Komfort. Angesichts der günstigen Preise empfehle ich, nicht allzusehr auf die Kosten zu achten.

Ein einfaches Doppelzimmer in einem Homestay findest du ab 15 Euro pro Nacht. Wenn dir an einer Klima-Anlage und einem Swimmingpool liegt, musst du mit dem Doppelten rechnen. Luxus-Hotels kosten selten mehr als 100 Euro. Viele Hotels bieten über die gängigen Vermittlerportale günstigere Preise an als bei einem Walk-in – und lassen erstaunlicherweise auch nicht mit sich verhandeln. Bei meiner Recherche hatte Agoda* die grösste Auswahl und die besten Preise.

Die Preise für Mahlzeiten variieren natürlich je nach Gericht und Ausstattung des Restaurants stark. In einer wenig besuchten Stadt im Mekong-Delta bezahlte ich für eine Nudelsuppe am Strassenrand etwa 50 Cents, im Zentrum von Ho Chi Minh hingegen für das Gleiche etwa 3 Euro. Internationale Ketten sind selten und verhältnismässig teuer. Gourmet-Restaurants sind ausserhalb der Grossstädte kaum zu finden.

Auf meiner Reise bezahlte ich für die Eintritte fast immer das Gleiche wie die Einheimischen – und das war in der Regel ziemlich wenig. Für den Fairy Stream in Mui Ne oder den früheren Regierungspalast in Ho Chi Minh war jeweils ein Betrag von weniger als einem Euro fällig. Aber Preisdiskriminierungen gegenüber ausländischen Touristen sind nicht unbekannt.

Höhle in Nordvietnam
Höhle in der Nähe von Halong Bay.

 

4. Wie finde ich einen günstigen Flug nach Vietnam?

Am meisten kostet natürlich der Flug von Europa nach Vietnam. Direktflüge aus dem deutschsprachigen Raum sind derzeit nur aus Frankfurt mit Vietnam Airlines möglich – wahlweise nach Hanoi oder Ho Chi Minh – und die sind oft etwas teuer.

Günstigere Tarife findest du in der Regel mit einer Zwischenlandung und China – beachte, dass du dich in vielen chinesischen Städten bis zu 144 Stunden visafrei aufhalten darfst. Mit etwas Glück findest du so Schnäppchen schon ab etwa 450 Euro.

Wenn du einen dieser günstigen Tarife ergattern willst, solltest du möglichst flexibel sein und frühzeitig buchen. Normalerweise erreichen die Preise zwei Monate vor Abflug ihren Tiefpunkt. Wenn du nicht weisst, wie du am besten ein Schnäppchen suchst, solltest du einen Blick auf meine 13 Tipps für die Suche nach günstigen Flügen werfen.

Anreise nach Vietnam: Mit dem Flugzeug
Günstige Tarife mit Billigfluglinien gibt es aus vielen Nachbarländern. Ich flog mit Cambodia Angkor Air (hier: meine Erfahrungen).

 

5. Wie komme ich in Vietnam am besten herum?

Viele touristische Highlights lassen sich mit der Bahn erreichen, die oft auch interessante Verbindungen über Nacht anbietet. Darüber hat Jenny von weltwunderer.de ausführlich geschrieben. Den Rest erreichst du mit (Liege-)Bussen. Wegen der schlechten Strassen und dem aggressiven Fahrstil sind aber weite Strecken eher unkomfortabel. Sowohl Zug wie Bus sind recht langsam.

Das Anmieten von Autos ist unüblich und teuer – bessere Deals findest du teilweise mit privaten Fahrern oder im Rahmen von Touren. Wenn du unbedingt die Freiheit der Strasse geniessen und dabei nicht zu tief in die Tasche greifen willst, bieten sich kostengünstige Mietroller an. Manche reisen so durchs ganze Land, wie dieser Interviewpartner von mir.

Häufig sind Touren eine sinnvolle Alternative, da manche Orte auf eigene Faust schwer zu erreichen und gewisse Erlebnisse nur im Rahmen einer Tour möglich sind. Ich denke da an eine Bootsfahrt durch die Halong-Bucht oder eine Rundreise auf dem Rücksitz eines Motorrads. Wenn du nur Tagesausflüge buchen willst, geht dies am besten vor Ort. Bei mehrtägigen geführte Touren empfehle ich Evaneos*. Das französische Unternehmen vermittelt Reisende an lokale Anbieter. Die Vorteile sind ein günstiger Preis, hohe Ortskenntnisse der Anbieter und Garantien durch ein europäisches Unternehmen.

In Vietnam gibt es rund 20 Flughäfen, die über preiswerte Inlandsflüge verbunden sind. Wenn du nur wenig Zeit für deine Reise hast, kann die geschickte Wahl von Inlandsflügen die Reisedauer erheblich verkürzen. Beachte bei der Planung jedoch, dass viele kleinere Flughäfen nur mit den Hubs verbunden sind. Für die Recherche nach Flügen verwende ich Momondo* oder Skyscanner*.

Unterwegs in Ho Chi Minh
Ho Chi Minh und Hanoi lassen sich mit klassischen Sightseeing-Bussen entdecken.

 

6. Wann ist die beste Reisezeit für Vietnam?

Auf Grund der grossen Nord-Süd-Ausdehnung unterscheidet sich das Klima in Vietnam erheblich. Der Vorteil: Irgendwo im Land ist immer die ideale Reisezeit. Das bedeutet umgekehrt aber auch, dass du nie im ganzen Land gleichzeitig ideales Wetter hast. Grob lassen sich drei Klimazonen unterscheiden:

Der Norden ist im Sommer von Mai bis Oktober feuchtheiss mit Temperaturen bis zu 37 Grad, häufige Regenfälle zwischen Juli und September machen diese Monate unattraktiv. Der Winter dauert von November bis April und ist um den Jahreswechsel mit Durchschnittstemperaturen von nur 17 Grad überraschend kühl. In den Bergenregionen im Norden und Nordwesten fällt dann sogar bisweilen Schnee.

Die Temperaturen in Zentralvietnam sind durchs Jahr einigermassen stabil. Entscheidend sind hier der Monsun und die damit verbundenen Regenfälle. Zwischen Januar und August ist es bei angenehmen Temperaturen meistens trocken. Zwischen Oktober und November musst du stärkere Regenfälle und teilweise auch Taifune erwarten.

Südvietnam ist das ganze Jahr heiss. Als Trockenperiode gilt die Zeit zwischen Februar und Mai. Ab Juni beginnt die Regenzeit, die von regelmässigen Gewittern am Nachmittag und gelegentlichen Taifunen geprägt ist. Angenehme Temperaturen knapp unter 30 Grad und viel Sonne kannst du zwischen November und Januar erwarten.

Beste Reisezeit für Vietnam nach Region

NordvietnamSeptember bis November und Mai bis Juli
ZentralvietnamJanuar bis August
SüdvietnamNovember bis Januar
Backpacking in Saigon: Alter Palast
Der Regierungspalast in Ho Chi Minh ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

 

7. Wie komme ich in Vietnam ins Internet?

Vietnam hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Aufenthaltsort für digitale Nomaden entwickelt – gute Internetverbindungen dürfte dabei für viele ein entscheidender Faktor sein. Zumindest für die grösseren Ortschaften kann ich bestätigen, dass das weltweite Netz überraschend schnell lief. Auf den kleineren Inseln funktionierte es hingegen eher sporadisch.

Meine Reisebegleitung hat sich am Flughafen eine kostengünstige, lokale SIM-Karte geholt. Das war eine Sache von wenigen Minuten und funktionierte unterwegs vollkommen problemlos. Ich selber benutze seit Jahren mein GlocalMe. Das ist ein kleines Gerät, das in fast allen Ländern der Welt eine virtuelle SIM-Card simuliert und dir erlaubt, zu Preisen im Internet zu surfen, die nur knapp über dem einer lokalen SIM-Karte liegen. Wenn dich das Gerät interessiert, findest du hier mehr dazu: GlocalMe.

Urlaub in Vietnam: Kleine Trauminsel
Nur sporadischer Internetempfang an diesem einsamen Strand.

 

8. Brauche ich für Vietnam einen Reiseführer?

Wenn du lediglich die klassischen Sehenswürdigkeiten abhaken willst, brauchst du keinen Reiseführer. Auf Reiseblogs findest du jede Menge Informationen. Ausserdem bekommst du auf Grund der schlauförmigen Geographie des Landes oft gute Tipps von anderen Reisenden. Viele kommen nämlich genau aus der Gegend, die du als nächstes besuchen willst.

Wenn du aber vorwiegend abseits der Trampelpfade unterwegs sein möchtest, empfehle ich dir, einen gedruckten Reiseführer mitzubringen. Lies hierzu auch meinen Beitrag über die gängigen Vorurteile gegenüber Reiseführer.

Ich selber war mit dem Lonely Planet Vietnam* unterwegs, da ich mich in den Jahren an die Optik des Verlags gewöhnt habe und ich mich in den Büchern gut zurecht finde. Viele Südostasien-Reisende schwören auf die ähnliche Reihe von Stefan Loose*. Etwas mehr Bilder, dafür weniger praktische Tipps findest du in aktuellen DuMont-Reisehandbuch Vietnam*.

Essen in Vietnam
Street Food in Vietnam kann ziemlich lecker sein wie bei dieser „Pizza“.

 

9. Kann ich mich in Vietnam auf Englisch verständigen?

So lange du dich im touristischen Kosmos von Vietnam bewegst, solltest du auf keine grösseren Hürden stossen. An den Hotelrezeptionen, in den Reisebüros und in den Busstationen wird ausreichend gutes Englisch gesprochen. Auf der Strasse gewöhnliche Leute nach dem Weg zu fragen, kann aber bisweilen zur Herausforderung werden.

Die Zeiten, in denen ältere Leute noch Französisch sprachen, sind inzwischen leider vorbei. Da Vietnam eine grössere chinesische Diaspora hat, können aber allenfalls Kenntnisse in Mandarin helfen. Deutschsprachige habe ich überhaupt nie getroffen.

Wenn es mit der Kommunikation einmal harzte, gelang es recht gut, sich mit Händen und Füssen zu verständigen. Falls du dich unsicher fühlst, empfehle ich einen Blick auf meine Tipps zu werfen, wie du dich ohne Sprachkenntnisse verständigen kannst.

Reisen in Vietnam: Fairy Stream bei Mui Ne
Wichtige Sehenswürdigkeiten wie der Fairy Stream in Mui Ne findest du auch ohne Reiseführer.

 

10. Wie kann ich in Vietnam Geld wechseln/abheben?

Einmal zur Bank und schon bist du Millionär. Der vietnamesische Dong ist kaum etwas wert. Selbst die kleinsten Scheine haben so viele Nullen, dass du beim Zählen leicht durcheinandergeräts. Zum Zeitpunkt der Recherche entsprach 1 Euro ungefähr 25.000 Dong. Die derzeit grösste Banknote hat einen Nennwert von einer halben Million, was grob 20 Euro entspricht.

Sowohl in den Grossstädten wie auch in kleineren urbanen Zentren ist die Dichte an Bankomaten hoch. Anders hingegen auf dem Land, wo du teilweise weitere Strecken zum nächsten ATM fahren musst. Da es immer mal wieder vorkommt, dass die Bankomaten leer sind, solltest du dich am besten frühzeitig um Nachschub kümmern, zumal in Vietnam gilt: Nur Bares ist Wahres.

Leider zocken auch in Vietman immer mehr Banken Touristen mit hohen Gebühren für ausländische Karten ab. Teilweise sind die mit 20.000 Dong noch einigermassen human, aber manche Banken verlangen angeblich bis zu 160.000 Dong, was in Kombination mit der Auszahlungsgranze von 2.5 Millionen fast unglaublichen 15 Prozent entspricht. Ohne Gebühren sind angeblich die Ocean Bank, die Eximbank und die Military Bank. Sinnvollerweise bringst du eine Kreditkarte, bis im Ausland keine oder nur geringe Gebühren verrechnet. Beachte hierzu auch meinen Kreditkarten-Vergleich.

Backpacking in Vietnam
Nur Bares ist Wahres: Das gilt auch in Vientnam vielerorts.

 

11. Brauche ich für Vietnam ein Visum?

Bist du deutscher Staatsbürger und willst weniger als 15 Tage in Vietnam bleiben? Herzlicher Glückwunsch! Du darfst visafrei einreisen – zumindest bis Sommer 2021. Dann wird entschieden, ob der Versuch mit der visafreien Einreise fortgeführt oder aufgehoben wird. In allen anderen Fällen musst du dich vorgängig um das Visum kümmern.

Ein echtes Visa on Arrival gibt es nicht. Wenn du per Flugzeug ankommst, kannst du geben Vorlage eines „Visa Approval Letters“ ein Visum erhalten. Dieses Visum hat jedoch eine Reihe von Nachteilen: Weil du den Approval Letter zusätzlich zahlst, ist es in der Summe die teuerste Version (50 bis 80 Dollar). Weiterer Nachteile: Bei der Einreise musst du teilweise lange warten und es gilt nicht an Überland-Grenzübergängen.

Seit einigen Jahren können Bürger aus 80 Länder (darunter Deutsche, Schweizer und Österreicher) für 25 Dollar unkompliziert ein E-Visum beantragen. Für die meisten Reisenden ist das die beste Wahl. Du erhälst laut offiziellen Angaben innerhalb von drei Tagen (in meinem Fall eine Woche!) eine Bestätigung, die du ausgedruckt bei der Einreise vorlegen kannst. E-Visa gelten auch an Landübergängen, erlauben aber eine maximale Aufenthaltsdauer von 30 Tagen.

Solltest du länger in Vietnam bleiben wollen oder einen Pass haben, mit dem du kein E-Visum bekommst, musst du ein klassisches Botschaftsvisum beantragen. Das ist sowohl im Heimatland möglich (auch per Post) wie auch in einem Nachbarstaat. Dreimonatsvisa kosten 80 bis 100 Dollar (Single/Multiple Entry), Einmonatsvisa nur 25. Der einzige Nachteil ist die etwas umständliche Beschaffung.

Wo E-Visum beantragen?

Das elektronische Visum kannst du auf zwei Weisen beantragen. Entweder über die offizielle Visastelle der vietnamesischen Botschaft, leider nur auf Englisch. Oder gegen einen Aufpreis über spezielle Agenturen. Der Vorteil: Deine Angaben werden noch einmal von Visa-Experten auf ihre Richtigkeit überprüft. Hier E-Visum für Vietnam über AgenturE-Visum für Vietnam über Agentur beantragen.

Hinweis: Diese Infobox enthält Werbung für visumantrag.de

Ruinen bei Mui Ne
Ruimen in der Nähe von Mui Ne

 

Backpacking in Vietnam: Schlussbemerkung

Vietnam hat fast alles, was ein tolles Reiseland ausmacht: Spannende Sehenswürdigkeiten, grandiose Landschaften (einschliesslich einiger Top-Strände) und freundliche Menschen. Das alles gibts zum Sparpreis, den man sich in Südostasien gewohnt ist.

Leider ist das Reisen auf eigene Faust häufig ein Kampf gegen die kleinen Übervorteilungen und gegen eine Infrastruktur, die nicht so recht für Individualreisende geschaffen wurde. Wem das nichts ausmacht, der wird Backpacking in Vietnam lieben. Urlauber, denen Komfort wichtig ist, sind mit einer Tour oft besser dran.

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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10 Kommentare

  1. Hey Oli, folgt noch ein zweiter Artikel über Vietnam? Ho Chi Minh City hast du ja völlig ausgelassen, wahrscheinlich wegen dem lausigen Gastgeber… 😉 Hunger hast du noch vergessen, viel Hunger sollte man mitbringen für das feine Essen- zumindest in Ho Chi Minh City. Ich hoffe du kommst voran mit deinm Buch.
    Cheers Simon

    1. Hi Simon,

      ja, Ho Chi Minh war das kulinarische Highlight dank der grandiosen Insidertipps. Danke, danke… 🙂

      Ein zweiter Artikel ist eigentlich geplant, aber ich bin noch nicht so ganz sicher, was das Thema sein wird. Ob nur HCM oder HCM & Ausflugstipps.

      Gruss,
      Oli

  2. Hi Oli,

    Vietnam interessiert mich schon lange. Wie sieht es denn mit dem Transport vor Ort aus wenn man keinen Roller mieten kann? In Thailand fand ich es teilweise schon sehr kompliziert bzw. nervend ohne Roller irgendwo hinzukommen. Wenn man schon einige Länder bereist hat kommt man irgendwann an die Grenze wo man einen Roller oder Mietwagen braucht. Das regt mich momentan ziemlich auf muss ich sagen. Bliebe momentan eigentlich nur Europa mit dem eigenen Fahrzeug als Alternative.

    1. Hi Pasquale,

      Ich würde sagen, es ist recht ähnlich wie in Thailand. Einen Roller braucht man nicht unbedingt. So lange du in den Städten bleibst, kommst du mit dem ÖV eigentlich ganz ordentlich rum. Wenn die Verbindungen mal wirklich ganz schlecht sind, findest du auch recht gut Taxis und Motorradtaxis (nach Möglichkeit mit der App „Grab“ buchen, um späteren Streit mit den Fahrern zu vermeiden). Und für die Orte, die tatsächlich nicht zu erreichen sind, buchst du einfach eine Tour.

      Auf der kleinen Insel Lai Son habe ich einen Roller gemietet, weil meine Unterkunft irgendwo im Nirgendwo war. Das war einfach praktischer. Aber bei der Ankunft am Pier auf der Insel, standen auch ein paar Taxi-Fahrer rum, die mich gefähren hätten. Einer sogar mit dem Auto – das vielleicht einzige auf der Insel.

      Ich hatte nur einmal ein Problem. Das war auf meiner vorletzten Reise vor zehn Jahren. Da bin ich über die Grenze von Laos eingereist und suchte jemand, der mich die 10 Kilometer zur nächsten Busstation mitnimmt. Die Fahrer im Dorf wussten, dass der nächste Bus erst in 2 Tagen kommt und nutzten meine Lage schamlos aus. 100 Dollar waren die günstigsten Angebote, die ich bekam. Aber am Ende war alles nicht so tragisch: Nachdem ich etwa einen Kilometer zu Fuss gegangen bin, nahm mich dann doch jemand für 10 Dollar mit. 🙂

      Gruss,
      Oli

  3. Hi Oli,

    Corona macht mir gerade meine Reisepläne kaputt. Eigentlich wollte ich im April nach Südkorea und Japan fliegen aber jetzt verhängt Japan Quarantäne für Personen aus Südkorea und Italien. Bin total unsicher was ich jetzt machen soll. Ich kann den Flug kostenlos stornieren nur was dann? Entweder nur Japan bereisen und hoffen dass Deutschland nicht auf die rote Liste kommt oder ein anderes Land aussuchen. In Asien wird das aber schwer denn bis auf Indonesien sind sie alle infiziert. Südamerika wäre noch eine Alternative. Was würdest du machen bzw. wie verhältst du dich selbst?

    1. Hi Pasquale,

      ich habe zum Glück gerade recht viel zu tun und muss mir die Frage daher nicht stellen.

      Ratschläge geben finde ich momentan sehr schwer. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten Wochen weitere Grenzen schliessen, erachte ich als gross. Deutschland ist ja bereits in einigen Ländern auf der roten Liste. Ich würde da das Risiko minimieren, indem ich eher ein Land statt zwei bereise.

      Ein weiterer Punkt sind die Reaktionen auf das Virus. Gerade Japan hat ja bei dem Kreuzfahrtschiff alles andere als verantwortungsvoll reagiert und mit der Quarantänepolitik bewusst Menschenleben riskiert. Da hätte ich jetzt gerade kein so grosses Vertrauen ins Land.

      Ich würde die Reise vermutlich ersatzslos streichen und ein paar Monate später nachholen. Aber da ich bei meiner Ferienplanung flexibler bin als du, kann ich das natürlich leicht sagen.

      Gruss,
      Oli

  4. Hi,

    ja ersatzlos streichen ist nicht so leicht. Mein Urlaub verfällt spätestens Ende April. 🙁
    Ist schon echt eine doofe Situation. Guatemala würde mich z.B. reizen aber so ziemlich alle Flüge gehen über die USA und da ich im Iran war bekomme ich kein Esta mehr.

  5. Ich habe die Stornierung so eben beantragt. Ja mit Mexiko muss ich suchen welche Flüge sich anbieten. Eigentlich gibt es ja nur Cancun und Mexiko Stadt oder? Zu Corona. Ich mache mir ehrlich gesagt keine Sorgen wegen meiner Gesundheit. Der Straßenverkehr in vielen Ländern ist gefährlich aber derzeit geht die pure Panik um.

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