Mückenschutz auf Reisen: Die besten Insektensprays und mögliche Alternativen

Mücken und andere Insekten können nicht nur den Reisespass trüben, sondern im schlimmsten Fall auch Krankheiten übertragen. Es ist deswegen keine schlechte Idee, sich ein paar Gedanken zum Schutz vor Stichen zu machen. Hier findest du alles, was du über Mückenschutz auf Reisen wissen solltest.

Die Gesundheitswarnungen mancher Länder lesen sich wie das Rezept für einen medizinischen Horrorfilm: In Tansania sterben beispielsweise jedes Jahr rund 60.000 Einheimische an den Folgen einer Malaria-Erkrankung. Dazu kommt eine weitere Gefährdung durch Gelbfieber und Dengue-Fieber.

Fast überall geht die grösste Gefahr von Krankheiten aus, die von Mücken übertragen werden und gegen die es bis heute keinen wirksamen Impfschutz gibt. Das heisst umgekehrt: Um das Risiko einer Infektion möglichst gering zu halten, ist ein wirksamer Insektenschutz das A und O.

Wie viel das bringt, zeigt eine 2006 veröffentlichte Untersuchung aus Frankreich: Demnach haben weniger als zehn Prozent der an Malaria erkrankten Patienten Massnahmen zur Abwehr von Insekten angewendet.

In diesem Artikel geht es darum, welche Substanzen es zur Abwehr von Mücken gibt und welche Vor- und Nachteile diese mit sich bringen. Am Ende gibt es Tipps, welches Produkt sich für welche Orte am besten eignet.

Mückensprays auf Reisen: Die Auswahl ist verwirrend gross.

Insektensprays: Welche Wirkstoffe sind am besten?

Wie so oft im Leben, gilt auch bei den Insektensprays: DEN besten gibt es nicht. Es geht vielmehr darum, den Wirkstoff zu finden, der am besten zu deinen Bedürfnissen passt – also zu deiner Reiseart und deinem persönlichen Abwägen der Vor- und Nachteile.

 

1. Wirkstoff DEET: Aggressiver Mückenschutz

DEET verhindert, dass Mücken und andere Insekten die menschlichen Duftstoffe wahrnehmen. Klinische Tests zeigen, dass dies sehr gut funktioniert. Kein anderer Wirkstoff hält Mücken sowie Zecken, Flöhe, Milben, Bremsen und Fliegen so zuverlässig fern. Das belegen auch Untersuchungen von der Stiftung Warentest und dem Schweizer Kassensturz.

Der hohe Schutz kommt allerdings nicht ohne Nebenwirkungen: Vor allem Schleimhautreizungen und Hautreaktionen scheinen ein Problem zu sein. Ausserdem wird DEET über die Haut aufgenommen und soll nach manchen Quellen wie ein Nervengift wirken. Deswegen gelten spezielle Einschränkungen für Kinder und für Mütter während Schwangerschaft und Stillzeit.

Ein weiterer Nachteil: DEET greift bestimmte Kunstfasern und Leder an. Achte also drauf, dass du den Spray ausschliesslich auf dem Körper aufträgst. Unklar sind zudem die Auswirkungen auf die Umwelt. Eine leichte Toxizität für Frischwasserfische und Plankton scheint jedoch geben zu sein. Folgende Produkte sind zu empfehlen:

  • NOBITE Hautspray*: Dank des aussergewöhnlich hohen DEET-Anteils von 50 Prozent ist dieser Insektenspray für Gefahrenregionen besonders gut geeignet. Der Hersteller verspricht einen Schutz für bis zu 8 Stunden.
  • Anti Brumm Forte*: Mit einem etwas tieferen DEET-Anteil von 30 Prozent sind bei diesem Spray weniger Nebenwirkungen zu erwarten. Dafür bietet er laut Herstellerangeben auch nur einen sechsstündigen Schutz.
  • Kik Active: Wer noch einmal ein etwas schwächeres Produkt sucht, für den ist das Schweizerische Kik Active mit einem DEET-Anteil von 20 Prozent vermutlich die beste Wahl. Die Schutzdauer beträgt durchschnittlich 5 Stunden.
Der Tangire-Nationalpark in Tansania: Hier können Mücken gefährliche Krankheiten übertragen.

2. Wirkstoff Icaridin: Die sanfte Alternative

Das ebenfalls chemisch erzeugte Icaridin gilt als die wichtigste Alternative zu DEET. Es hält Mücken nicht ganz so gut ab wie DEET und muss zudem wegen der weniger lang anhaltenden Wirksamkeit häufiger aufgetragen werden.

Der Vorteil ist jedoch, dass Icaridin ein sanfterer Wirkstoff ist. Dies zeigt sich auch daran, dass Schwangere und Kleinkinder nach heutigem Wissensstand Insektensprays auf seiner Basis bedenkenlos einsetzen können. Ebenfalls scheint Icaridin Plastik nicht oder weniger anzugreifen.

Eine Studie der Oregon State University konnte keine gravierenden Umwelteinflüsse erkennen, allerdings wurde zu Icaradin auch deutlich weniger geforscht als zum viel älteren Wirkstoff DEET. Beachte, dass Icardin in Produktebeschreibungen teilweise auch als Saltidin oder Picaridin bezeichnet wird. Es ist aber genau die gleiche Substanz. Folgende Produkte sind zu empfehlen:

  • NOBITE Haut Sensitive*: Auch auf der Basis von Icaridin bietet Nobite das Produkt mit der stärksten Konzentration an: 30 Prozent Anteil Icaridin schützen besonders zuverlässig und anhaltend.
  • Autan Tropical*: Dieses Produkt schützt mit einer 20-prozentigen Konzentration und ist daher schon für Kinder ab 2 Jahren geeignet. Dank 100 ml Flasche auch für die Mitnahme im Handgepäck.
  • Autan Mückenschutz Junior Gel*: Diese speziell für Kinder hergestellte Insektenspray enthält nur 10 Prozent Icaridin und irritiert deswegen die Schleimhäute weniger- allerdings kommt damit auch eine niedrigere Wirksamheit einher.
In der sumpfige Landschaft des estnischen Lahemaa-Nationalparks gibt es keine Mücken, die Krankheiten übertragen.

3. Wirkstoff PMD/Citriodiol: Die „grüne“ Alternative

Der Wirkstoff wird aus dem ätherischen Öl einer chinesischen Zitronen-Eukalyptusart hergestellt. Obwohl die Substanz heute meistens synthetisch produziert wird, gehören Mückensprays mit PMD (beziehungsweise dem identischen Citriodiol) bei vielen Herstellern zur „grünen Linie“.

Citriodiol gilt als der effektivste Wirkstoff auf pflanzlicher Basis. Er hält die wichtigsten Mückenarten wie Malariamücke, Gelbfiebermücken und Tigermücken ab. Allerdings zeigen verschiedene Tests von Konsumentenschutzorganisationen, dass die Schutzdauer dieser Produkte noch einmal etwas weniger lang anhält.

Der wohl wichtigste Vorteil ist, dass diese Produkte wegen der seltenen Nebenwirkungen bereits bei Kleinkindern ab 1 Jahr angewandt werden dürfen und dass sie unter allen Moskitos-Sprays den angenehmsten Geruch haben. Folgende Produkte sind zu empfehlen:

  • Anti Brumm Naturel*: Dieses Produkt schützt bis zu 6 Stunden und hat einen angenehmen Zitronen-Duft. Bei sparsamem Einsatz für Kinder ab 1 Jahr geeignet. Der Hersteller gibt leider die Konzentration nicht an.
  • Sanct Bernhard Anti-Moskito*: Dieser Spray setzt ebenfalls auf natürlichen Mückenschutz und bietet bis zu 6 Stunden Schutz vor Mücken. Es verfügt über eine PMD-Konzentration von 30 Prozent.
Verwunschenes Trockengebiet im chinesischen Yunnan.

4. Ätherische Öle als Mückenschutz: Schwache Alternative

Wenn dir die drei oben aufgeführten „klassischen“ Wirkstoffe nicht gefallen, kannst du auch verschiedene natürliche Alternativen testen. Bei der Recherche zu diesem Artikel bin ich auf mehrere Blog-Artikel gestossen, die Kokosöl sowie ätherische Öle (zum Beispiel Citronella-Öl und Lavendel-Öl) loben.

Bevor du dich für diese Variante entscheidest, solltest du wissen, dass sich diese Öle bei klinischen Studien durchgehend als wenig wirksam erwiesen haben. Persönlichen Erfahrungsberichten ohne Kontrollgruppe solltest du etwas skeptisch gegenüberstehen, da sich nicht unterscheiden lässt, ob diese Stoffe wirklich Mücken abhalten oder ob die Mücken einfach nicht hungrig sind.

Um Anti-Mücken-Armbänder solltest du hingegen unbedingt einen Bogen machen. Die bunten Kunststoffarmbänder geben ätherische Öle ab und sollen auf diese Weise die Mücken vertreiben. Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest im Jahre 2014 konnte bei den untersuchten Produkten keinerlei Wirksamkeit bestätigt werden.

Vollkommen sinnlos ist es, Knoblauch zu essen (funktioniert allerdings gut bei Vampiren und Dates), Ultraschallgeräte laufen zu lassen oder irgendwelche Blumen ans Fenster zu stellen. Du glaubst nicht, was für verrückte Dinge im Internet behauptet werden!

 

Tipp: Kleidung als Mückenschutz nutzen

Da laut Studien etwa 40 Prozent der Stiche durch die Kleidung gehen, solltest du dir auch Gedanken darüber machen, was du dir anziehst. Mücken bevorzugen dunkle Kleider, deswegen solltest du nach Möglichkeit helle Farben wählen. Ebenfalls wichtig ist, dass die Kleider nicht eng anliegen, da die Insekten sonst einfach durchstechen können.

Mit Textiliensprays kannst du dich zusätzlich schützen. Da die Imprägnierung bis zu vier Wochen hält, ist das vor allem eine gute Idee für Hosen und Pullover, die du vermutlich nicht jeden Tag wäschst. Nobite Kleidungsspray* hat bei mir auf meiner Tansania-Reise sehr gut gewirkt. Allerdings schädigt der Wirkstoff Permethrin Wasserorganismen stark und sollte deswegen nur mit Bedacht eingesetzt werden.

Bei meiner Recherche bin ich zudem auf regelrechte Mückenschutzanzüge* gestossen. Sie bieten eine mechanische Barriere, die es Insekten verunmöglichen, dich zu stechen. Ich kann mir vorstellen, dass das gut funktioniert, aber sie sehen so unglaublich hässlich aus, dass du brauchbare Instagram-Bilder von deiner Reise gleich vergessen kannst.

Stechmücken meiden helle Kleider.

Pro und Contra: Eigenes Moskitonetz auf Reisen?

Ein Moskitonetz gehört beim Mückenschutz auf Reisen zu den wichtigsten Massnahmen überhaupt. Ob du allerdings dein eigenes von zu Hause aus mitnehmen solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab wie etwa deinem Reisebudget, deiner Reiseart und natürlich auch dem Reiseziel.

Auch wenn viele Reisende auf die feinmaschigen Netze schwören, rate ich persönlich eher davon ab, ein eigenes Moskitonetz mitzubringen. Auf all meinen Reisen gab es bisher erst einen einzigen Fall, wo ich eines gebraucht habe. Und dies auch nur, weil wir so dumm waren, abends das Fenster nicht zu schliessen.

Meine Erfahrung aus fast 70 Ländern ist: Wo es ein Moskito-Netz braucht, gibt es in der Regel eines. Sollte dies ausnahmsweise nicht zutreffen, gehe ich einfach in die nächste Unterkunft oder wähle ein Hotel mit Klimaanlage.

Zudem ist es häufig schwer, selbst mitgebrachte Moskito-Netze aufzuhängen. Manchmal ist die Decke zu hoch oder der Ventilator ist im Weg. Und selbst wenn alles klappt, bereitest du dem Hotelbesitzer keine Freude, wenn du Haken in die Decke schraubst oder Klebestreifenreste hinterlässt.

In den nächsten Wochen schreibe ich einen Artikel, in dem ich Tipps gebe, worauf du bei der Wahl eines Moskitonetzes achten solltest.

Wichtiger Faktor beim Schutz vor Tropenkrankheiten: Ein Moskitonetz.

Fazit zum Mückenschutz auf Reisen

Wie anfangs erwähnt, gibt es beim Mückenschutz auf Reisen nicht die eine heilbringende Lösung. Generell gilt: Je höher die Wirksamkeit, desto grösser sind die möglichen Gesundheitsrisiken und allfällige Schäden an der Umwelt.

Deswegen solltest du die Wahl in erster Linie von der Bedrohungslage abhängig machen, die allerdings je noch Tropenkrankheit geographisch unterschiedlich ausfällt: Malaria ist vor allem im äquadornahen Afrika, in Indien und Brasilien sowie in einzelnen Inselstaaten ein Problem. Zika hingegen ist schwerpunktmässig in Südamerika verbreitet und Dengue-Fieber kannst du auch in Südostasien auflesen.

Während es in Region mit hohem Risiko trotz möglicher Nebenwirkungen leichtsinnig wäre, auf den bestmöglichen Schutz durch DEET zu verzichten, reichen in Regionen mit geringem Gesundheitsrisiko auch das etwas sanftere Icaridin oder BMD. In Europa und anderen Gegenden ohne gesundheitliche Gefährdung verwende ich in der Regel nur Mückensprays, wenn ich tatsächlich eine bedeutende Mückenplage feststellen kann. Schlimmstenfalls riskiere ich eben ein paar Stiche.

Beachte auch, dass Mückensprays alleine keinen ausreichenden Schutz bieten. Vor allem in krankheitsgefährdeten Reisezielen solltest du zusätzlich deine Kleider imprägnieren und dich nachts mit Moskitonetzen schützen.

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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6 Kommentare

  1. Moin Oliver,

    das ist ein wichtiges Thema. Ich habe das leider nicht so wirklich ernst genommen – bis ich mich 2016 in Thailand mit Dengue-Fieber infiziert habe. Das wünsche ich wirklich keinem!

    Eine zweite Infektion (es gibt vier verschiedene Dengue-Virenstämme, die jeweils nur für den einen Stamm immunisieren, aber nicht für die drei anderen. Bei einer Zweiterkrankung ist der Krankheitsverlauf ungleich dramatischer, da die Viren durch die Ersterkrankung maskiert und damit vom Immunsystem nicht erkannt und bekämpft werden. Deshalb verlaufen Zweiterkrankungen oft tödlich. Vor diesem Hintergrund möchte ich ein paar ergänzende Anmerkungen zu deinem Beitrag machen.

    * Leider muss ich dir widersprechen: Südostasien ist leider was Dengue betrifft Risikogebiet. Viele denken nur an Malaria, aber Dengue (und Zika und Chikungunya und und und) können ebenfalls ernste bis tödliche Folgen haben.

    * Mein Tropenmediziner empfiehlt DEET, Minimum 20% Wirkstoffgehalt, besser mehr. Als ich dies Jahr nach Kambodscha gefahren bin, fand er mich leichtsinnig – und in der Folge bin ich bei jeder Mücke in meiner Nähe auch ziemlich nervös geworden… Vorerst werde ich Dengue-Gefahrengebiete erst einmal meiden, so kann ich leider keine Reise genießen, denn auch das stärkste Repellent sorgt nicht für hundertprozentige Sicherheit.

    * Dengue-Mücken sind tagaktiv, Malaria-Mücken nachts. Es ist also notwendig, sich rund um die Uhr zu schützen. Nicht vergessen, nach dem Baden nicht nur den Sonnen-, sondern auch den Mückenschutz zu erneuern!

    * Das Verbreitungsgebiet dieser widerlichen Plagegeister breitet sich immer weiter nach Norden hin aus..

    * Auf den Seiten des deutschen Auswärtigen Amtes gibt es bei den Reise- und Sicherheitshinweisen für die Länder der Welt auch den Abschnitt „Medizinische Hinweise“. Da kann man sich einigermaßen zeitnah über aktuelle Risiken informieren.

    Wie gesagt, ich habe das alles nicht so ernst genommen und es bitter bereut. Von daher wirklich ein ganz wichtiger Beitrag!

    LG Lin

    1. Hallo Lin,

      vielen Dank für deine Ergänzung zu Südostasien. Ich nehme Dengue durchaus ernst – vor allem auch, weil eine gute Freundin von mir in Myanmar infiziert wurde und monatelange mit der Krankheit zu kämpfen hatte. Trotzdem ist Südostasien insgesamt weniger gefährdet als weite Teile von Afrika. Daher finde ich es vertretbar, einen etwas schwächeren Wirkstoff zu verwenden, zumal die Unterschiede in der Wirksamkeit ja offenbar nicht extrem gross sind. Darf ich dich fragen, wie du dich in Thailand vor Stichen geschützt hast?

      Aber um das hier noch kurz zu betonen: Welches Risiko jemand eingehen will, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir geht es hier vor allem darum, überhaupt auf das Thema aufmerksam zu machen und bei der Wahl einer passenden Strategie zu helfen. Ob sich jemand am Ende für DEET oder für PMD entscheidet, ist mir eigentlich egal – hauptsächlich er oder sie schützt sich überhaupt und verwendet in Risikogebieten keine Malariabänder oder sonstige Produkte, die kaum Schutz bieten.

      Gruss,
      Oli

  2. Super Artikel. Jeder sollte sich selbst informieren ud entscheiden, welches Risiko er bereit ist, einzugehen.
    Ich würde gern noch ergänzen, dass Nepetalactone aus Katzenminze vor Culex und Aedes (den Vektoren von Gelbfieber, Japanischer Enzephalitis u.a.) zuverlässig schützt aber halt nicht vor Anopheles. Und die Studienlage ist eher dürftig.
    Du hast recht dass Malaria weltweit das größte Problem ist, was Todesfälle und wahrscheinlich Behandlungskosten betrifft. Und Malaria tropica kann rapide einsetzen, und tödlich verlaufen, und aufgrund der Resistenzentwicklung teils schwierig zu behandeln. Ein kurzer Blick in Medline zeigt, dass Vektorschutz alleine keine Malaria abwendet, deshalb ist es wichtig, Moskitoschutz UND Prophylaxe zu machen. Ich reise meist mit Icaridin und Standbymedikament für Malaria aber bin selten mehr als von paar Stunden von einem Zentrum mit top medizinischer Versorgung entfernt. Und ich weiss, dass ich ein höheres Risiko eingehe. Wer irgendwo im Busch wandert muss sich ganz anders schützen. Ein guter Reisemediziner sollte die Erfahrung und neueste Entwicklungen hinsichtlich Verbreitung und Resistenzentwicklung auf dem Radar haben.

    1. Vielen Dank für die Ergänzungen. Nepetaloctone werde ich mir mal anschauen. Allerdings würde ich persönlich kein Produkt mit einer dürftigen Studienlage verwenden. Da ist mir meine Gesundheit doch zu wichtig.

      Übrigens, wenn du tatsächlich nie weit weg von Zentren mit top medizinischer Versorgung bist, würde ich kein Notfallmedikament für Malaria mitnehmen. Ohne Bluttest wirst du nicht entscheiden können, ob dein Leiden wirklich MAlaraia ist oder doch etwas anderes, so dass die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbehandlung sehr gross ist. Das Wichtigste ist, schnell zu einem Arzt zu gehen. Notfallmedikamente sind nur sinnvoll, wenn du weitab von der Zivilisation bist.

  3. Ich würde nach Südasien nicht ohne Moskitonetz fahren, das ist leichtsinnig. Du hast nicht immer die Möglichkeit einfach zur nächsten Unterkunft weiterzuziehen. In manchen Orten gibt es gar keine gescheiten Unterkünfte, v.a. in ländlichen Regionen.

    In Südostasien geht es schon eher ohne Netz. Aber mit niedrigem Budget habe ich das auch schon in Malaysia, Thailand, Indonesien und Kambodscha gebraucht.

    1. Ich glaube, wir müssen hier unterscheiden zwischen „brauchen“ und „benutzen“. Ich verstehe schon, dass du, wenn du ein Moskitonetz dabei hast, eher dazu neigst, es aufzuhängen als eine zweite Unterkunft zu suchen. Aber es gab in meiner ganzen Reisekarriere wirklich nie die Situation, dass ich ein Moskitonetz vermisst hätte. Und ich bin relativ viel in ländlichen Regionen unterwegs und besuche regelmässig irgendwelche Dörfer im Nirgendwo. Aber wie du richtig sagst: Es ist natürlich auch eine Budgetfrage. Auf die allerletzten Löcher habe ich sowieso nicht mehr so viel Bock wie mit 20… 🙂

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