Sicherheit auf Reisen: Wie du Gefahren richtig einschätzt

Reizen dich unbekannte Ziele wie die Komoren oder Osttimor, aber du weisst nicht, ob es dort gefährlich ist? In diesem Artikel gebe ich Tipps, wie du dich mit einer faktenbasierten Risiko-Analyse schützen kannst – ohne dich auf das Bauchgefühl verlassen zu müssen.

Eines vorweg: Auch wenn gelegentliche Schreckensmeldungen ein anderes Bild zeichnen –  für uns Reisende ist die Welt ein ziemlich sicherer Ort. In all den Jahren, die ich mit dem Rucksack um den Globus zog, erlitt ich neben gelegentlichen Erkältungen und Magenverstimmungen nie irgendwelche Gesundheitsprobleme. Ich erlebte weder Unfälle noch war ich jemands direkt mit Naturkatastrophen konfrontiert.

Bestohlen wurde ich bisher genau zwei Mal: Einmal verschwand in einem Überlandbus in Guatemala mein Rucksack aus dem verschliessbaren Kofferraum und einmal fischte mir jemand in der U-Bahn von Mexiko-Stadt das Handy aus der Hosentasche. Körperlich bedroht wurde ich kein einziges Mal.

Klar, sicheres Reisen ist zum Teil auch Glücksache. Keiner kann vollständig ausschliessen, nie im falschen Augenblick am falschen Ort zu sein. Erfahrene Reisende behaupten trotzdem gern, dass sich gefährliche Situationen vermeiden liessen, wenn man „auf das Bauchgefühl hört“. Aber das ist Unsinn. Es gibt nur einen Weg, die persönliche Sicherheit massiv zu erhöhen: Eine faktenbasierte Risiko-Analyse.

Darum soll es in diesem Artikel gehen. Wieso fällt es uns oft so schwer, Gefahren intuitiv richtig einzuschätzen? Wieso ist es so wichtig, dass wir bei der Risiko-Analyse faktenbasiert vorgehen und uns nicht von Gefühlen oder Vorurteilen leiten lassen? Und vor allem: Welche wichtigen Quellen lassen sich nutzen, um das Risiko und die Bedrohungslage in unbekannteren Regionen zu eruieren?

 

Wieso das Bauchgefühl oft trügt

Als eine Gruppe Terroristen am 11. September 2001 in den USA mit mehreren Flugzeugen Anschläge ausgeführte, kamen rund 3000 Menschen ums Leben. Wenig überraschend verzichteten daraufhin viele Amerikaner auf Flugreisen und legten stattdessen längere Strecken mit dem Auto zurück. Doch das erwies sich als fatale Fehlentscheidung: Statistiken belegen, dass der resultiertende Mehrverkehr auf den Strassen eine höhere Zahl an Todesopfer forderte als die vier abstürzenden Jets.

Diese Fehleinschätzung ist indes kein Zufall. Laut psychologischen Untersuchungen neigen wir dazu, eine Situation dann als bedrohlich zu empfinden, wenn wir keinen Einfluss auf ihren Ausgang nehmen können. Das erklärt, wieso Terrorismus oder aktuell auch die Corona-Epidemie als sehr viel gefährlicher wahrgenommen wird, als sie faktisch sind. Es erklärt aber auch, wieso wir häufig die statistisch gefährlichere Treppe als sicherer empfinden, als den weitgehend unfallfreien Fahrstuhl.

Dazu kommt ein weiteres Phänomen: Seltene Situationen mit grosser Wirkung fürchten wir mehr als häufige Ereignisse mit geringer Wirkung. Obwohl einerseits grosse Flugzeuge heute extrem selten verunglücken (dann aber viele Opfer fordern) und andererseits laut WHO jedes Jahr weltweit 1,35 Millionen Menschen im Strassenverkehr sterben, gibt es sehr viel mehr Menschen, die unter Flugangst leiden als unter Autofahrangst.

Bestärkt wird dies durch einen dritten Punkt, der unsere Wahrnehmung von Gefahren selektiv steuert: Die Medienpräsenz. Indien hat den Ruf, das Land der Vergewaltiger zu sein, obwohl weder die offiziellen Zahlen noch Reiseberichte weitgereisten Frauen Grund zur Annahme geben, dass die Lage in einer Reihe anderer Länder wirklich besser wäre. Anderes Beispiel: Nach allem was wir heute wissen, ist das Coronavirus ähnlich gefährlich wie eine Grippewelle. Doch während für die Grippe viele noch nicht einmal eine Impfung in Betracht ziehen, stornieren sie ohne zu zögern Reisen in Länder, die kaum betroffen sind.

Abgelegene Seitengassen mit verfallen Häusern empfinden wir oft als bedrohlich, auch in Ländern mit geringen Risiken.

 

Gefahren-Analyse: Wieso es Quellenkritik braucht

Bevor ich mich für ein Reiseziel entscheide, versuche ich deswegen, ein möglichst objektives Bild der Gefahrenlage und der möglichen Risiken zu bekommen. Dafür verwende ich verschiedene Quellen und Zahlen, auf die ich weiter unten noch einmal genauer eingehe. Wichtig ist dabei, diese Quellen auch kritisch zu hinterfragen.

Bei der Recherche kommen nämlich oft erstaunliche Dinge zum Vorschein. Ein Beispiel: Das beliebte Reiseziel Thailand steht auf dem World Terrorism Index 2019 an trauriger 18. Stelle – nur gerade ein Platz hinter dem Bürgerkriegslands Südsudan. Unter den Top 10 befinden sich Indien und die Philippinen, die jeweils einen Platz vor und hinter Jemen stehen, ebenfalls ein Land mit einem blutigen Konflikt.

Das Beispiel zeigt, wieso man sich solche Zahlen immer auch etwas genauer anschauen sollte. Denn sowohl in Thailand, wie auch in Indien und auf den Philippinen beschränkt sich die terroristische Gewalt weitgehend auf einige wenige Gebiete, die man als Reisender gut meiden kann. Gleichzeitig unterstreicht es aber, dass jene Gebiete umso problematischer sind.

Dass die Sicherheitslage innerhalb eines Landes massiv variiert, ist tatsächlich vielerorts der Fall. Während man sich am Strand auf der mexikanischen Yukatan-Halbinsel vor allem Sorgen wegen eines Sonnenbrands sorgen muss, bieten sich im Norden des Landes die Drogenkartelle regelmässig Schiessereien auf offenere Strasse oder führen in Kneipen Massenhinrichtungen durch, von denen wir dann in unseren Medien lesen.

Die Mordrate in Mexiko zeigt jedoch nicht nur regionale Unterschiede. Bei genauerem Hinsehen erkennen wir auch, dass die meisten Opfer innerhalb der organisierten Kriminalität zu finden sind. Die Gangs töten sich quasi gegenseitig und unbeteiligte Touristen sind selten bis nie das primäre Ziel. Ein Lonely Planet Autor schrieb daher vor einiger Zeit treffend: Obwohl die Mordrate in Mexiko höher sei als in den USA, lebe ein texanischer Tourist in Mexiko sicherer als zu hause.

Die oft unterschätzte Gefahr: Der Strassenverkehr fordert weltweit mehr Todesopfer als Kriege.

 

Die wichtigsten Quellen zur Sicherheit auf Reisen

Wer sich ein Bild über die Sicherheit auf Reisen machen will, der sollte sich aus verschiedenen Quellen informieren. Das Problem ist nämlich: Die eine Quelle, die vollkommen neutral und unabhängig die Lage einschätzt, gibt es nicht. Hier nenne ich die wichtigsten Quellen, die ich vor meiner Reise jeweils abklappere.

Quelle 1: Reisehinweise von Aussenministerien

Die Aussenministerien zahlreicher Länder, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz, bieten im Internet weltweite Reisehinweise an. In Textform werden die möglichen Risiken grob geschildert. Insbesondere politische Unabwägbarkeiten, die gesundheitliche Versorgung und die Kriminalität kommen zur Sprache.

Besonders nützlich sind die Reisehinweise bei rechtlichen Fragen, die einem möglicherweise gar nicht bewusst sind. Das können Sachen sein wie Einfuhrverbote von Kaugummis oder Plastiksäcken sowie strenge Gesetze gegen das Rauchen von E-Zigaretten oder bestimmte sexuelle Handlungen. Also unter Umständen Dinge, die wir bei uns als vollkommen normal erachten und bei denen wir nie ahnen würden, dass sie anderswo illegal sind.

Allerdings sind die Warnungen der Botschaften mit Vorsicht zu geniessen, da die Einschätzungen wirtschaftlich und politisch beeinflusst sind. Warnungen führen bei Tourismusunternehmen zwangsläufig zu (teilweise schweren) finanziellen Verlusten und als unbegründet empfundene Einschätzungen können zu diplomatischen Verstimmungen führen.

Andrerseits sind die Autoren auch der Sicherheit der eigenen Bevölkerung Rechenschaft schuldig und neigen daher zu übervorsichtigen Formulierungen. So kommt es, dass sich Reisehinweise teilweise schon fast lächerlich lesen und man etwa Warnungen vor Entführungen findet, die schon ein halbes Jahrzehnt zurückliegen. Da ist oft fraglich, ob ein so seltenes Ereignis überhaupt noch relevant ist.

Ein strukturelles Problem liegt darin, dass sich die Reiseempfehlungen nicht vergleichen lassen. Es lässt sich kaum beurteilen, ob nun Land A oder Land B mehr Gefahren birgt. Trotzdem sind die Reiseempfehlungen der Aussenministerien ein guter Startpunkt für die Recherche.

Lesetipps: Reisewarnungen von Deutschland, Österreich und der Schweiz

Quelle 2: Nachrichten über das Land

Bei mir steht an zweiter Stelle immer die Zeitungslektüre beziehungsweise die Recherche in Zeitungsartikeln. Viele grosse Tageszeitungen und Magazine haben ihre Artikel (noch) online und erlauben eine kostenlose Lektüre. Doch selbst wenn Bezahlschranken aktiviert sind, geben die gefundenen Beiträge gute Stichwörter, mit denen ich weitersuchen kann.

Nachrichten haben vor allen zwei Stärken: Erstens erlauben sie einen Blick auf die politischen Hintergründe und erlauben, das Geschehen in einem Land oder in einer Region besser zu verstehen. Das ist grundsätzlich sinnvoll, da es später auch hilft, Gespräche mit Einheimischen einzuordnen. Zweitens schildern Medien gerne Unfälle und Verbrechen.

Und das ist auch gleichzeitig ihre Schwäche. Zeitungen (und mehr noch Fernsehsender) leben davon, den Leser in Angst und Schrecken zu versetzen. Da sie sich auf das konzentrieren, was falsch läuft, vermitteln sie häufig ein einseitiges (aber nicht zwingend falsches) Bild. Ich habe schon mit Leuten geredet, die während eines Regierungsputschs einige hundert Meter neben den Brennpunkten waren und nichts von den Ereignissen gemerkt haben.

Lesetipp: Newsaggregatoren wie Google News

Sicher oder nicht? Alleine in der Wildnis in einem unbekannten Land.

Quelle 3: Berichte von anderen Reisenden

Wer nicht gerade eine Reise in ein ganz exotisches Ziel plant, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit Berichte von den zahlreichen Reisebloggern finden – wenn nicht auf Deutsch, dann doch ziemlich sicher auf Englisch. Oft findet man sogar Autoren, die vor Ort leben und wertvolle Insidertipps geben können.

Der Vorteil von Reiseberichten: Sie vermitteln das subjektive Sicherheitsempfinden recht gut. Es geht also nicht darum, wie hoch die statistische Wahrscheinlichkeit einer Vergewaltigung oder eines Raubüberfalls tatsächlich ist, sondern wie sich die Blicke der Männer anfühlen oder ob man ständig durch Sicherheitsscans muss.

Der Nachteil: Die Berichte sind wenig aussagekräftige Einzelschicksale. Vor kurzem las ich einen Reisebericht von einem Norweger, der durch Syrien reiste. Weil ihm offenbar nichts geschah, empfand er das Land als ähnlich sicher wie seine nordeuropäische Heimat. Obwohl ich nicht dabei war, betrachte ich das für eine objektiv kaum haltbare Einschätzung und für ein gutes Beispiel für die Schwäche von Reiseberichten.

Ausserdem spielen Persönlichkeit und Lebensumstände des Autors eine zentrale Rolle. Expats hausen in ihren Ausländer-Communities, fahren mit dem Chauffeur zur Arbeit und haben ooft kaum Kontakt mit Einheimischen, während Weltenbummler teilweise in den Armenvierteln bei den Menschen vor Ort leben. Trotzdem wittert der bedeutend sicherer lebende Expat oft mehr Gefahren als ein couchsurfender Backpacker.

Lesetipp: Liste mit 2000 Blogs, Google mit Suchwort „Reiseland + Blog“

Quelle 4: Gefahrenkarten

Es lohnt sich auch, sich vor Augen zu führen, welche Gefahren für uns Reisende überhaupt massgeblich sind. Streiks oder Ausgangssperren auf Grund von politischen Unruhen, sind zwar ärgerlich und können unangenehme Kosten verursachen, im Allgemeinen sind sie jedoch eher ein Ärgernis als wirklich Gefahr.

Weitaus grössere Gefahren gehen von Angriffen auf meine persönliche Integrität aus, also insbesondere gewaltsame Raubüberfälle, Entführungen oder Morde. Um solche Gefahren besser einschätzen (und auch vergleichen) zu können, geben verschiedene Akteure jährlich weltweite Gefahrenkarten heraus. Die wichtigsten Karten stelle ich hier vor

1. Riskmap von ControlRisk: Hier findest du jedes Jahr aktualisierte Karten mit den Risikoprofilen unterschiedlicher Länder. Je röter ein Land, desto gefährlicher ist es. Derzeit wird sortiert nach Gesamtrisiko, nach medizinischen Gefahren (und Versorgung) sowie nach Gefahren im Strassenverkehr. Auch hier bietet die Karte einige Überraschungen: Mit Ausnahme von Afrika und Venezuela sind die Strassen nirgendwo gefährlicher als in Thailand und Vietnam. >> Hier zur Karte.

2. Weltweite Mordstatistik der UN: Aufschlussreich ist auch die Gefahrenkarte der Vereinten Nationen mit der weltweiten Mordstatistik. Einige interessante Erkenntnisse: Asien ist als Kontinent sicherer als Europa. Weltweit sterben etwa gleichviele Menschen an gewaltätigen Verbrechen wie an Kriegen. Männer werden zehn Mal häufiger ermordet als Frauen. Mit 61 Morden pro 100.000 Einwohnern ist El Salvador derzeit das tödlichste Land der Welt. Allerdings wird, wie oben erwähnt, nicht zwischen Touristen und der einheimischen Bevölkerung unterschieden. >> Hier zur Karte.

3. World Terrorism Index: Obwohl die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terroranschlags zu werden, etwas ähnlich hoch ist, wie in der Badewanne zu ertrinken, gehören Attentate zu den grössten Sorgen vieler Urlauber. Der jährlich aktualisierte World Terrorism Index zeigt, wo es im vergangenen Jahr wieviele Anschläge gegeben hat. >> Hier zur Karte.

4. WomanStats: Sexuelle Gewalt gegen Frauen (und auch Männer) ist statistisch schwer zu fassen, da sich die Dunkelziffer je nach kulturellen Werten und aufgrund unterschiedlicher Gesetzgebungen massiv unterscheidet. Betrachtet man nur die gemeldeten Fälle, wirkt Schweden mit seinem 30 Mal mehr Anzeigen pro Einwohner als Indien wie ein Hochrisikoland. Tatsächlich ist die Zahl jedoch wegen der strengen Gesetzgebung so hoch. WomanStats ist ein Projekt der Universität Birmingham, das solche Faktoren herauszurechnet und in einer Karte („Comprehensive Scale of Rape“ veröffentlicht. Auf der Seite gibt es auch andere interessante Forschungsergebnisse rund um das Thema Gewalt gegen Frauen. >> Hier zu den Karten.

5. Korruptionsindex: Als Tourist wird man vermutlich selten in die Lage kommen, einen Beamten direkt bestechen zu müssen (ich musste das noch nie), aber wo die Korruption generell hoch ist, kannst du erwarten, dass auch sonst nicht immer alles nach Dienstvorschrift läuft – im Positiven wie auch im Negativen. >> Hier zur Karte.

6. Welttourismusbericht: An Orten, die von übermässig vielen Touristen besucht werden, ist die Gefahr gross, dass Einheimische die Besucher nicht besonders innig willkommenheissen oder ihnen gar feindselig gegenüberstehen. Im Welttourismusbericht listet die WTO die Zahl der Besucher nach Land. Allerdings müsste man richtigerweise die Zahl der Touristen durch die Fläche des Landes teilen und die Verteilung innerhalb des Landes berücksichtigen. >> Hier zur Liste.

7. Sprachkenntnisse: Nicht unbedingt sicherheitsrelevant, aber doch gut zu wissen: Wie gut die Englischsprachkenntnisse der Einheimischen sind, entscheidet in unangehmen Situationen darüber, wie schnell du Hilfe erhalten kannst. Der Sprachschulanbieter EF führt regelmässig Untersuchungen zu den Fremdsprachkenntnissen in vielen Ländern durch. >> Hier zur Karte

Defekter Helm und schlecht gewartete Bremsen: Rollerfahren kann richtig gefährlich werden.

 

Fazit

Reisen ist kein besonders gefährlicher Zeitvertreib. Aber um die Leidenschaft am Entdecken der Welt noch sicherer zu machen, ist es wichtig, dass wir reale Risiken von gefühlten unterscheiden können – und da gibt es oft eine erhebliche Diskrepanz.

In fast allen Ländern sind nicht Kriminalität und Terrorismus die grösste Gefahr, sondern der Verkehr – und teilweise Mückenstiche. Und die gute Nachricht ist: Wenn wir uns anschnallen, auf Rollern konsequent vernünftige Helme tragen und uns mit Insektenspay schützen (siehe hier: die besten Mückenspray im Vergleich), können wir unsere Sicherheit mit wenig Aufwand massiv erhöhen.

Kennst du weitere Indices, welche wichtig sind, um besser abschätzen zu können, was einem in einem Reiseland erwartet? Dann schreib bitte hier einen Kommentar.

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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4 Kommentare

  1. Lieber Olaf,
    ein starker und wichtiger Beitrag, den du hier verfasst hast. Diese Panikmache ist manchmal einfach sehr übertrieben und es wird alles über einen Kamm geschert. Aber so wie du sagst: es gibt häufig Krisengebiete, die man gut umgehen kann.
    Dass die Philippinen und Thailand (gerade Thailand) hat mich doch erschrocken. Habe nicht damit gerechnet.
    Werd mich damit mal auseinandersetzen. Aber auch gerade die anderen Quellen finde ich sehr wichtig!

    1. Hi Michelle,

      Thailand habe ich deswegen als Beispiel gewählt, weil viele das Land schon besucht haben und so die Zahlen zu dem in Verbindung setzen können, was sie aus eigener Erfahrung kennen. Und das zeigt dann eben, dass die gefühlte Bedrohung und die statistische Wahrscheinlichtkeit eines Zwischenfalls sehr stark auseinandergehen können.

      Gruss,
      Oli

  2. Interessanter Artikel. Auch wenn ich nicht allem zustimme und mich dennoch teilweise auf mein Bauchgefühl verlasse, sind Fakten nicht von der Hand zu weisen. Allerdings gehöre ich auch nicht zu den Menschen, die gleich bei Meldungen wie aktuell dem Coronavirus sofort in Panik verfallen. Das wird mir immer viel zu sehr aufgebauscht. Und wenn ich dann höre, dass die Chinarestaurants in Deutschland gemieden werden, frage ich mich, ob die Menschen ihren Kopf gar nicht mehr einschalten….
    Kriegsgebiete meide ich jedoch. Auch wenn andere Blogger durchaus dorthin reisen und gute Erfahrungen gemacht haben. Aber für mich käme eine Reise nach Israel, Syrien, Iran, Irak, Afghanistan… derzeit nicht in Frage. Obwohl die Landschaft dort sicher spektakulär ist.

    Herzliche Grüße
    Liane

    1. Hi Liane,

      das mit dem Bauchgefühl ist so ne Sache. In den meisten Fällen liegen wir damit falsch, aber glücklicherweise ist die Welt ein so sicherer Ort, dass das normalerweise keine Rolle spielt. Gleichzeitig aber kommen wir oft in Situationen, wo das Bauchgefühl (also die Summe aller unserer Vorurteile) die einzig verfügbare Grundlage bildet, auf der wir überhaupt entscheiden können. Trotzdem glaube ich, dass Bauch entscheidungen zuverlässiger sind, wenn wir uns vorab möglichst gut über die Begebenheiten interformieren.

      Gruss,
      Oli

      PS: Israel und den Iran würde ich jetzt nicht als „Krisengebiete“ im gleichen Atemzug nennen wie Syrien. Irak und Afghanisten. Die beiden Länder sind für Touristen in der Regel relativ unproblematisch zu bereisen.

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