Meine Lesetipps: Die zehn besten Reisebücher für Weltenbummler

Magst du auf der Couch um die Welt reisen? Wenn ja, dann findest du hier meine ganz persönliche Liste mit den zehn besten Reisebücher für Weltenbummler – einige davon wurden sogar erfolgreich verfilmt. Perfekt für eine Zeit, in der man nicht gut reisen kann.

Es ist gerade keine besonders gute Zeit für Reisende. Die Corona-Krise hat uns fest im Griff. Und derzeit sieht es aus, als könnte es noch eine Weile dauern, bis alle Grenzen wieder aufgehen und sämtliche Reiseziele wieder angefahren oder angeflogen werden.

„Thinking is the best way to travel“ sang die Hippie-Gruppe Moody Blues in einem Hit in den späten 1960er-Jahren. Heute gilt dies mehr noch als vor 50 Jahren. Die beste Möglichkeit, in seinen Gedanken zu verreisen, bieten spannenden Reiseberichte und Reisereportagen.Deswegen möchte ich heute meine zehn liebsten Reisebücher vorstellen.

Bei der Auswahl berücksichtigte ich übrigens ausschliesslich Reisebücher mit erzählerischem Charakter, also im weitesten Sinne Reiseberichte. Ratgeber und Inspirationssammlungen im Stil von „1000 Orte, die du vor dem Tod gesehen haben musst“, finden keinen Platz. Die Reihenfolge ist zufällig. Viel Spass bei der Lektüre!

Bücher und Bibliotheken: Hier die Bibliothek von Mexiko Stadt.

 

1. Erika Fatland: Sowjetistan


Die norwegische Reisejournalistin Erika Fatland unternimmt eine mehrmonatige Rurcksackreise durch die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens: Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan.Dabei verwebt sie gekonnt ihre Begegnungen mit den Menschen mit dem historischen Hintergründen und schafft dabei eine erzählerische Tiefe, wie sie in Reiseberichten selten anzutreffen ist. Einiges war mir bekannt wie die Pferdeliebe des turmenischen Diktators oder die Umweltkatastrophe am Aralsee. Oft erlaubte das Buch aber einen Blick auf eine Region, die viel zu wenig Beachtung findet.

  • Erika Fatland: Sowjetistan. Suhrkamp, März 2017. ca. 17 Euro. Bei Amazon oder Thalia bestellen.

2. Peter Hessler: Überland

Das Auto hat China verändert und diesen Veränderungen spürt der amerikanische Nachrichten-Korrespondent Peter Hessler in diesem phantastisch geschriebenen Reisebericht in dreifacher Weise nach. Erstens reist er im Mietwagen bis kurz vor der Grenze zu Tibet (wo ihn die Polizei stoppt). Zweitens beobachtet er ein Dorf, das nach dem Bau einer Strasse zum Ausflugsziel für gestresste Hauptstädter wird. Drittens portraitiert er ein frisch erschlossenes Industriegebiet in Südchina. Hesslers grosse Kunst ist, dass er bei seinem Schreiben stets nahe an den Menschen ist und die liebevoll portraitiert.

  • Peter Hessler: Uberland. Berlin Verlag, Februar 2011. ca 6 Euro. Bei Amazon bestellen.

3. Tiziano Terzani: Fliegen ohne Flügel

Weil ein chinesischer Wahrsager dem italienischen Autor und Spiegel-Korresponent ein Flugzeugunglück vorausgesagt hat, entschliesst sich dieser ein Jahr lang nicht mehr zu fliegen und in jeder Stadt, die er besucht, einen Wahrsager aufzusuchen. Das erlaubt einen Blick in eine Welt, die uns normalerweise verborgen bleigt. Dem Buch kommt ausserdem zu Gute, dass Terzani als gut vernetzer Journalist auch Zugang in schwer zugängliche Regionen hat wie etwa eine burmesischen Rebellenhochburg. Etwas vom Kenntnisreichsten, was man über Südostasien lesen kann.

  • Tiziano Terzani: Fliegen ohne Flügel. Eine Reise zu Asiens Mysterien. Goldmann Verlag, März 1998, ca. 20 Euro. Bei Amazon oder Thalia bestellen.

4. Stephan Orth: Couchsurfing im Iran

Stephan Orth schläft gern bei Fremden auf der Couch und am liebsten in Ländern, die einen angeschlagenen Ruf haben (ausser zum Iran erschienen auch ein Band zu Russland und zu China) und nimmt die Begnungen mit dem Menschen zum Anlass, spannende und lesenswerte Länderportraits zu malen. Wenig überraschend ist die Stärke der Bücher ihre Nähe zu den Menschen, die dem Autor einen Schlafplatz anboten. Ein witziger Lesegenuss mit Tiefgang.

  • Stephan Orth: Couchsurfing im Iran, Piper Verlag, Oktober 2017. ca. 10 Euro. Bei Amazon oder Thalia bestellen.

5. Heinrich Harrer: Sieben Jahre im Tibet

Die Verfilmung der abenteuerlichen Flucht Heinrich Harrers aus einem indischen Gefängnis an den Hof des Dalai Lama, hat vermutlich fast jeder gesehen. Doch während der Hollywoodfilm teilweise vor Exotik trieft, liest sich der eigentliche Reisebericht des österreichischen Bergsteigers sehr viel besser. Wenn es ein Buch gibt, das in mir eine unbändige Reiselust ausgelöst hat, dann war es dieser uralte Beststeller.

  • Heinrich Harrer: Sieben Jahre in Tibet. Ullstein. Ca. 12 Euro. Bei Amazon bestellen.

6. Bill Bryson: Picknick mit Bären

„Picknick mit Bären“ ist für Ameriker das, was für uns Harpe Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ ist. Der nicht mehr ganz junge Autor macht sich zusammen mit einem übergewichtigen Freund auf den rund 3000 Kilometer langen Fernwanderweg Appalachian Trail und trifft dabei jede Menge schräge Mitwanderer, über die er geistreich und mit Sinn für Ironie schreibt. Ein grosses Lesevergnügung. Das Buch wurde übrigens mit Robert Redford und Nick Nolte in den Hauptrollen verfilmt.

  • Bill Bryson: Pcknick mit Bären. Goldmann Verlag, September 1999. ca. 10 Euro. Bei Amazon oder Thalia bestellen.

7. Bruce Chatwin: In Patagonien

Das südliche Ende des amerikanischen Kontinents gehört zu den grossen Sehensuchtszielen. Auch Bruce Chatwin träumte seit seiner Kindheit von Patagonien und machte sich in den 1970er-Jahren auf, die wilde Region zu entdeckten. Entstanden ist eine dichte Reiseerzählung mit vielen amüsanten Anekdoten, spannenden Begegungen und viel historischer Recherche. Wer sich für die Region interessiert, sollte sich das Buch trotz des hohen Alters unbedingt etwas genauer ansehen.

  • Bruce Chatwin: In Patagonien. Rowohlt Verlag. Sept 1984 ca. 10 Euro. Bei Amazon oder Thalia bestellen.

8. Robyn Davidson: Spuren

Ebenfalls in den 1970er-Jahre wandert die Aussteigerin Robyn Davidson in neun Monaten von Alice Springs quer durch die australische Wüste an die Westküste. Weil sie das nicht alleine hätte bewältigen können, nimmt sie vier Kamele mit, die sie zuerst selbst abrichtet. Ein tolles Reiseabenteuer, das einem mehr als einmal den Atem stocken lässt. Die Geschichte wurde übrigens von ein paar Jahren bildstark verfilmt.

  • Robyn Davidson: Spuren, Eine Reise durch Australien. Rowohlt Verlag, März 2014. ca. 10 Euro. Bei Amazon oder Thalia bestellen.

9. Helge Timmerberg: Tiger fressen keine Yogis

Timmerberg ist der vermutlich beliebste deutschsprachige Reisebuchautor. Kein Wunder, bei seinen abenteuerlichen Geschichten voller Sex, Drugs and Crime, über die er mit genauso viel Witz wie Charme schreibt. Leider – und das ist auch der Grund, wieso ich seine Bücher persönlich nicht ganz so sehr mag – ist häufig nicht ganz klar, was sich tatsächlich ereignet hat und was einfach erfunden ist. Ein guter Einstieg in Timmerbergs Reisewelt bietet meiner Meinung nach dieses Buch mit Reportagen aus allen Weltregionen.

  • Helge Timmerberg: Tiger fressen keine Yogis. Solibro Verlag, August 2014. Ca. 14 Euro. Bei Amazon oder Thailia bestellen.

10. Franziska Bär: Ins Nirgendwo bitte

Nicht nur Beststeller sind lesenswert. Dieser spannende Reisebericht schildert ein ganz grosses Abenteuer, irgendwo am äussersten Ende der mongolischen Steppe. Gemeinsam mit ihrem Partner wandert die junge Autorin mehrere Wochen durch die weitgehend menschenleere Steppe und trifft nur gelegentlich auf Nomaden. Weit weg von jedem Supermarkt ist das Paar in der Natur vollkommen auf sich gestellt. Der feinfühlige Reisebericht schildert dabei nicht nur das Überleben in der Wildnis, sondern auch, wie sich die Reise auf die Liebesbeziehung des Paars ausgewirkt hat. Lesetipp: Interview mit Franziska Bär.

  • Franziska Bär: Ins Nirgendwo, bitte. Conbook Verlag. April 2019. Ca. 15 Euro. Bei Amazon oder Thalia bestellen.

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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3 Kommentare

  1. Yeah! Das ist mal richtig gutes Futter und kommt mir so gelegen! Voller Vorfreude auf meinen Urlaub habe ich gerade noch einen Artikel über 10 Gründe, warum man Rom gerade im Frühling besuchen sollte veröffentlicht und jetzt musste ich den geplanten Urlaub nächste Woche leider absagen und kann von meiner Lieblingsstadt nur träumen. Bis es soweit ist bleibe ich zuhause und lass mich von phantastischen Orten inspirieren… Danke für diese tolle Liste! Das bringt mich sicherlich auf andere Gedanken! Mein Tipp für dich: Matthew Kneale – Als wir Römer waren 😉
    Tanti saluti, Julia

  2. Danke für die Liste, da sind einige Bücher dabei, die gleich mal bei der Online-Buchhandlung meines Vertrauens im Warenkorb landen werden! Mir fehlen bei der Aufzählung die Bücher von Andreas Brendt (Boarderlines, Boarderlines-fuck you happiness und Ganesha macht die Türe zu), ich find alle drei absolut lesenswert!

    1. Hallo Julie,

      vielen Dank für die Tipps. Ich habe die drei Bücher, die du erwähnt hast, leider noch nicht gelesen. Mal schauen, ob ich in nächster Zeit mal dazu komme…

      Gruss,
      Oli

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