Ko Sichang: Die Insel für den Zwischenstopp

Willkommen im unbekannten Sea-Food Paradies vor Bangkok

Rund 500 Inseln gibt es vor der Küste Thailands. Nur wenige sind so leicht zu erreichen wie Ko Sichang, das gerade einmal drei Stunden von Bangkok entfernt liegt. Was du auf dem kleinen Eilande alles tun kannst (und was nicht), verrate ich dir in diesem Artikel.

Die Insel Ko Sichang sei einer der letzten Geheimtipps in der Nähe von Bangkok, habe ich irgendwo gelesen, als ich vor einigen Wochen meinen Transit von Indien nach China plante. Aber auch, dass sie ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel für gestresste Hauptstädter sei.

Widersprüche ziehen mich an. Also habe ich mich ohne grosse Recherche entschlossen, den Anschlussflug eine Woche später zu buchen und stattdessen ein paar Tage auf der beliebten, aber gleichzeitig geheimtippartigen Insel zu verbringen.

Die grosse Überraschung hatte ich, als ich auf der Insel ankam: Ko Sichang ist nämlich alles andere als eine Badeinsel. Es gibt nur einen einzigen Strand. Und der ist weder besonders lang noch aussergewöhnlich schön. Wer auf die Insel will, sollte daher besser an ihren anderen Qualitäten interessiert sein.

Welche das sind und was du sonst alles auf Ko Sichang unternehmen und erleben kannst, das verrate ich dir in diesem Artikel. Anschliessend gibt es noch ein paar praktische Tipps für deine Reise auf Ko Sichang.

 

Qualität 1: Die Wanderwege

Wo die Küste nicht verbaut ist, besteht sie zu einem grossen Teil aus einem unwegsamen, felsigen Gelände. Das lädt zwar nicht um Baden ein, bietet aber einige schöne Routen für längere Spaziergänge oder leichte Wanderungen.

Besonders beliebt ist der Weg zur Felsenspitze Chok Khao Khat, der zunächst über die opulente Wachirawut-Brücke und anschliessend über einen immer schlechter werdenden Fussweg an spannenden Felsformationen vorbeiführt. Die Landzunge ist für ihre Sonnenuntergänge bekannt.

Eine weitere nette kleine Wanderung führt dich über eine lange Treppe zu einem kleinen Tempel hoch, der einem Fussabdruck des Buddha gewidmet ist. Den Abdruck kannst du dir zwar ansehen, die Aussicht von hier oben auf die ganze Insel wird dir aber vermutlich stärker in Erinnerung bleiben.

Wandern im Landesinnern.

Qualität 2: Die royale Atmosphäre

König Rama V hat Ko Sichang vor über hundert Jahren zu seinem liebsten Urlaubsort erkoren und auf der Insel einen Sommerpalast errichten lassen. Das Gebäude (der Vimanmek-Palast) ist zwar 1900 nach Bangkok gebracht worden. Aber das Gelände, auf dem das Gebäude einst stand, kannst du noch immer besuchen. Es gilt als das Highlight der Insel.

Hier findest du neben einem Ruinenfeld und mehreren historischen Gebäuden auch einen Jedi und einen erhöhten Aussichtspunkt. Das Gelände ist nicht atemberaubend. Aber es macht Spass, sich vorzustellen, wie hier einst alles ausgesehen haben muss.

Nur noch wenige Gebäude sind zu sehen, wo einst der königliche Sommerpalast stand.

Qualität 3: Das leckere Essen

Die meisten Thais kommen auf die Insel, um das leckere Essen auf der Insel zu probieren. Es ist in der Regel authentisch, unglaublich lecker und deutlich günstiger als auf den meisten anderen thailändischen Touristen-Inseln.

Entlang der Hauptstrasse findest du gleich mehrere Restaurants, die hervorragenden Sea-Food servieren. Schau dich am besten ein bisschen um, bevor du dich für den Ort entscheidest, der dir am besten zusagt.

Ko Sichang ist dank der vielen Fischer für den leckeren Sea-Food bekannt.

Qualität 4: Die Geheimtipp-Atmosphäre

Die meisten Backpacker und auch viele Expats haben noch nie von Ko Sichang gehört. Du wirst auf der Insel zwar nicht der einzige Tourist sein, dennoch hält sich die Zahl der Besucher einigermassen in Grenzen, so dass leicht ein gewisses Entdeckergefühl aufkommt.

Vor allem aber wirkt die Insel so, als sei sie in erster Linie ein Ort, an dem Einheimische leben. Für mich persönlich ist das gerade im sonst häufig überlaufenen Thailand der wichtigste Pluspunkt. Grosse Hotelkomplexe, wie du sie auf vielen anderen thailändischen Inseln findest, suchst du hier vergebens.

Auf der Insel findet man nur wenige andere Touristen.

 

Praktische Tipps

Die Anreise:

Zu den Stärken von Ko Sichang gehört die unkomplizierte Anreise. Nimm von Bangkok einfach den nächsten Bus Richtung Pattaya und lass dich in Si Racha aussetzen. Beachte, dass es ab dem Flughafen Suvarnabhumi direkte Busse gibt und du nicht erst in die Stadt fahren musst.

Die Fähre nach Ko Sichang startet eigentlich vom Koh Loi Pier in Si Racha. Bei meinem Besuch wurde der Abfahrtsort jedoch wegen Renovationsarbeiten temporär an einen anderen Abfahrtsort verlegt. Erkundige Dich am besten, wohin du gehen musst. Die Fähren starten jede Stunde. Die 45-minütige Überfahrt kostet 50 Baht.

Mein Hoteltipp:

Es gibt auf der Insel mehrere Übernachtungsmöglichkeiten in ganz unterschiedlichen Preisklassen. Wenn du ein knappes Budget hast, solltest du mit mindestens 500 Baht für ein Doppelzimmer rechnen.

Ich selber verbrachte auf Einladung drei Tage im etwas gehobenen Somewhere Hotel, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Das geschmackvoll eingerichtete Boutique-Hotel verfügt über überraschend geräumige Zimmer mit Balkon, die alle auf den mit einer Gegenstromanlage ausgerüsteten Pool blicken.

Da das Somewhere mit gerade einmal 20 Zimmern relativ überschaubar ist, hast du den Pool-Bereich häufig ganz für dich alleine, was angesichts des fehlenden Strands sehr angenehm ist. Darüber hinaus ist dem Hotel ein kleines Restaurant angegliedert, das mit einer guten Küche aufwartet und wo du einen hervorragenden Schokoladekuchen bekommst.

Falls du das Somewhere buchen möchtest, findest du beispielsweise auf booking.com* häufig gute Deals.

Klein, aber fein: Der Poolbereich des Away Hotels.

Fazit Ko Sichang

Während in Thailand die meisten Insel ausser einem schönen Strand nicht viel zu bieten haben, ist Ko Sichang das genaue Gegenteil: Du kannst die Ruinen des Königspalasts besichtigen, dir die verschiedenen Tempel anschauen und das leckere Essen probieren – mit dem Baden dürfte es allerdings eher nichts werden.

Ko Sichang ist daher nicht für jeden der Inbegriff einer Trauminsel. Aber für zwei bis drei Tage kannst du dir locker ein interessantes Programm zusammenstellen. Der grösste Vorteil von Ko Sichang ist die Nähe zu Bangkok und vor allem zum Flugplatz, was sie ideal für alle macht, die wie ich einen mehrtägigen Zwischenstopp in Thailand machen wollen.

Disclaimer: Die Reise wurde unterstützt vom erwähnten Hotel.Bei dem mit Sternchen * gekennzeichneten Link handelt es sich um einen Werbe-Affiliatelink. Das heisst, ich bekomme eine Provision für deine Bestellung. Du bezahlst aber nicht mehr. Das hat keinen Einfluss auf die gefällte Auswahl.

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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2 Kommentare

  1. Hi,
    ich gebe Thailand noch eine zweite Chance. Mein erster Besuch war gemischt. Teils nette Thai’s teils einfach nur Abzocke. Negatives Highlight die Schnorcheltour von Phuket aus, die Dschungel Tour von Khao Lak aus sprich Elefanten reiten durch Palm-Öl Plantagen und die Abzocke für Touristen. Bangkok hat mich auch nicht umgehauen.
    Gefallen hat mir Kanchanburi Ayutthaya und Koh Lanta und die Felsformationen im Meer. Ich denke da sollten sich ein paar gute Ecken finden lassen. Vielleicht noch eine Tour durch einen anderen Nationalpark
    Am Ende eine Schnorcheltour mit eigener Ausrüstung.

    1. Naja, Phuket ist ja auch so ein bisschen ein Extrembeispiel. Grundsätzlich finde ich das mit der Abzocke auf den Inseln schlimmer als auf dem Festland, wobei ich Sichang mangels richtiger Badestrände dann eher zum Festland zählen würde. Du solltest dir vielleicht den Issan etwas anschauen, da ist alles etwas gemächlicher.

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