Iran versus Pakistan: Welches Land bietet die unvergesslicheren Erlebnisse?

Ländervergleich

Auf der Liste der Länder mit einem schlechten Ruf stehen der Iran und Pakistan ganz weit oben. Zu unrecht, findet Gastautorin Annika in ihrem Ländervergleich. Nirgendwo sonst werde Gastfreundschaft so gross geschrieben. Zeit, sich das etwas genauer anzusehen.

Gastbeitrag: Annika Wehrle von Sunsets and Summits

Wenn in unseren Nachrichten über den Iran oder Pakistan gesprochen wird, dann werden meist angsteinflössende Dinge erzählt. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn ich über den Iran oder Pakistan spreche. Ich komme dann jeweils ins Schwärmen.

Ich erinnere mich an die Begegnungen mit den Menschen. Sie sind mir mit einer Offenheit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft begegnet, die mich schier umgehauen hat und die alles übertraf, was ich bisher erlebt habe.

Ich denke an die atemberaubenden Landschaften und die Vielfältigkeit, die ich in beiden Ländern vorgefunden habe. Mir fällt ein, wie ich staunend vor den höchsten Bergen der Welt stand, durch endlose Wüsten wanderte oder orientalische Städte erkundete. Wie ich in fremde Kulturen eintauchte und Einblicke in für uns normalerweise verborgene Welten erhaschte.

Durch beide Länder bin ich als Frau problemlos gereist. Ich habe Freundschaften geschlossen, Abenteuer erlebt, fremde Speisen probiert – und mich dabei immer sicher gefühlt. Denn die Einheimischen beider Länder lieben die wenigen Ausländer, die den Weg in ihr Land finden. Sie setzen alles daran, dass wir Besucher uns wohl fühlen, dass wir gut behandelt und vor allem auch beschützt werden.

Trotz all dieser Gemeinsamkeiten unterscheidet sich eine Reise in den Iran natürlich von einer nach Pakistan in einigen Punkten. Wo es mir am Ende besser gefallen hat und welches Land für dich besser passt, kannst du in meinem Länder-Vergleich in 9 Disziplinen herausfinden.

Disziplin 1: Sehenswürdigkeiten

Der Iran hat vor allem architektonisch sehr viel zu bieten: wunderschöne Moscheen, beeindruckende Bauwerke wie die Brücken in Isfahan oder die historischen Ruinen von Persepolis. Teheran bietet ausserdem sehr viele Museen und Paläste.

Obwohl natürlich Städte wie Islamabad, Lahore oder Karachi auch über schöne Moscheen und beeindruckende Festungen verfügen, überzeugt Pakistan vor allem mit seiner Natur – auch wenn einige sehenswerte Orte wie etwa der Mahdundan-See im Swat Valley völlig vermüllt sind.

Insgesamt ist Pakistan um einiges unberührter. Wer Einsamkeit und wilde Natur liebt, wird sich hier wohler fühlen. Wem hingegen viele Sehenswürdigkeiten und historische Architektur wichtig sind, für den ist der Iran genau richtig.

Iran: 5/6, Pakistan: 4/6

Teheran, die Hauptstadt des Irans, ist nicht nur überraschend grün, sondern hat auch unglaublich viel zu bieten.

 

Disziplin 2: Sicherheit

Glaubt man den westlichen Medien, verstecken sich in beiden Ländern hinter jeder Ecke blutrünstige Terroristen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ein Besuch ist generell sehr sicher – sogar für allein reisende Frauen. Die Kriminalitätsrate ist so tief, dass ich in keinem der beiden Länder irgendwelche Probleme oder Sicherheitsbedenken hatte. Auch nach Einbruch der Dunkelheit fühlte ich mich alleine auf den Strassen nicht unwohl.

Obwohl ich mich in beiden Ländern subjektiv etwa gleich sicher gefühlt habe, gelten für Pakistan ein paar Einschränkungen. So schwellen etwa in der Provinz Belutschistan im Süden oder in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan noch immer Konflikte, so dass man diese Gegenden nicht (sicher) bereisen kann.

Teilweise bekommt man in Pakistan Polizei-Eskorten vorgeschrieben. Im Iran hingegen kann man sich im ganzen Land bedenkenlos frei bewegen. Vor den drastischen Strafen, die Einheimische bei “Vergehen” wie Alkoholbesitz oder Missachtung der Kopftuchpflicht zu erwarten haben, braucht man sich als Tourist nicht zu fürchten.

Die Lage kann sich in beiden Ländern schnell ändern. Immer wieder kommt es zu Protesten. Deswegen sollte man die Situation im Auge behalten und sich entsprechend verhalten. Allerdings beschränken sich Unruhen meistens auf einzelne Landesteile und als Ausländer wird man in so einem Fall sowieso nicht in die Nähe der Ereignisse gelassen.

Iran: 5/6, Pakistan: 4/6

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Auf der Wanderung zum Nanga Parbat Basecamp bekommen ausländische Touristen eine Polizei-Eskorte.

 

Disziplin 3: Kultur

Beide Länder sind stark muslimisch geprägt. Im Vergleich zu Pakistan sind die Menschen im Iran sehr viel moderner und westlicher orientiert. Vor allem die junge Generation hat einen grossen Freiheitsdrang und hält nicht viel von den Verboten, die ihnen der Staat auferlegt. Sie feiern gerne und viel. Es wird Alkohol getrunken und westliche Kleidung ist die Regel.

Pakistan hat solche gesetzlichen Regelungen nicht, und dennoch sind die Menschen viel religiöser. Es gibt sehr konservative Gegenden, in denen man die Möglichkeit hat, in eine Welt einzutauchen, die wir so überhaupt nicht kennen. Im pakistanischen Swat Valley erlebte ich staubige Städte, Männer mit langen Gewändern und Bärten, sowie stark verschleierte Frauen – also das, was wir uns in der Regel als Pakistan vorstellen.

Für weltoffene Reisende ist Pakistan definitiv das grössere und beeindruckendere Abenteuer. Der Iran ist hingegen für den Einstieg in die islamische Welt perfekt geeignet.

Iran: 5/6, Pakistan: 6/ 6

Mosaik in einer der prächtigen Moscheen im Iran.

 

Disziplin 4: Natur

Beide Länder sind gross und bieten eine unendliche Vielfalt. Endlose Wüsten, das Meer und hohe Berge findet man in ihnen gleichermassen. Einsam und unberührt ist die Natur ebenfalls in beiden Ländern.

Dennoch hat mich Pakistan insgesamt mehr beeindruckt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich Berge einfach über alles liebe, und im Norden des Landes befinden sich nun mal die höchsten Berge der Erde. Einmal vor dem Nanga Parbat zu stehen, das war schon immer ein Traum von mir.

Die Basecamps von 7000ern und 8000ern sind vergleichsweise einfach vom Karakorum Highway zu erreichen. Diese Wanderungen von oft nur wenigen Tagen bieten Trekking-Erlebnisse, die ihresgleichen suchen. Überhaupt ist es ein unglaubliches Erlebnis, auf dem Karakorum Highway zu fahren: Auf beiden Seiten strecken sich die Berge in die Höhe, zu deren Füssen liegen grüne Felder, Wälder und pittoreske Dörfer.

Im Iran habe ich mehr Zeit in Städten und Wüsten verbracht, die mich ebenfalls begeistert haben, vor allem die Landschaft in und um Yazd, sowie die Berge in Teherans Norden haben es mir angetan. Dennoch hat Pakistan für alle, die wilde, raue Natur lieben, mehr zu bieten.

Iran: 3/6, Pakistan: 6/6

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Die Passu Cones im Norden Pakistans.

 

Disziplin 5: Begegnungen

Die Gastfreundschaft ist in beiden Ländern unübertroffen. Ich wurde ständig eingeladen, habe unzählige Tassen Tee mit Einheimischen getrunken und interessante Unterhaltungen geführt. Die Menschen im Iran und Pakistan lieben ausländische Touristen gleichermassen und man wird fast wie eine Berühmtheit behandelt.

Als ich im Iran krank wurde, umsorgten mich meine neuen iranischen Freunde rührend. In Pakistan bin ich viel getrampt, wurde unter anderem zwischendurch auf einem See zu einer Runde Jetski fahren eingeladen und unterwegs völlig selbstverständlich mit Essen und Trinken versorgt.

In beiden Ländern hatte ich am Ende jeden Tages zehn neue Handynummern und die Bitte, dass ich mich doch jederzeit melden möge, sollte ich Hilfe benötigen. Im Iran spricht vor allem die junge Generation gut Englisch, in Pakistan spricht tatsächlich fast jeder Englisch, was das Reisen dort extrem einfach macht.

Iran: 5/6, Pakistan: 6/6

Eine Frau, viele Männer. Das ist völlig normal, wenn man als Frau durch Pakistan reist.

 

Disziplin 6: Essen & Trinken

Ich bin wahrscheinlich etwas voreingenommen. Da mein Opa Iraner war, hat iranisches Essen in meiner Kindheit immer eine Rolle gespielt und ich liebe die Küche über alles. Aber auch objektiv betrachtet ist das Essen im Iran besser, abwechslungsreicher und überzeugt durch eine tolle Gewürz-Vielfalt.

Das Essen in Pakistan ist zwar ebenfalls gut und meist auch sehr frisch, jedoch eher einfach. Beide Küchen sind relativ fleischlastig, wobei Pakistan hier den Vogel abschiesst – wenn man von Chicken spricht, sogar im wahren Sinne des Wortes. Es gibt Restaurants, in denen nichts anderes als Fleisch serviert wird.

Getrunken wird in beiden Ländern traditionell viel Tee. Alkohol ist im Iran per Gesetz verboten, in Pakistan ist Alkohol in 5-Sterne-Hotels und “Clubs” in Grossstädten legal erhältlich.

Magenprobleme hatte ich in beiden Ländern, wobei das in Pakistan unter Reisenden offenbar häufiger vorkommt. Die hygienischen Zustände liegen hier noch unter denen im Iran, und weit unter dem, was wir uns in unserer westlichen Welt gewohnt sind.

Iran: 5/6, Pakistan: 4/6

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Die Restaurants im Iran sind oft super schön und laden zum Verweilen ein.

 

Disziplin 7: Reisekosten

Beide Länder sind preislich sehr attraktiv für Backpacker. Man kann Couchsurfen, Trampen, und sich an Streetfood satt essen. Auch öffentliche Verkehrsmittel und Inlandsflüge sind günstig. Generell ist Pakistan noch etwas preiswerter als der Iran.

Das liegt an den teuren Unterkünften im Iran, die teilweise fast bei einem westlichen Standard liegen. Hostels gibt es nicht. In Pakistan kann man hingegen fast überall für weniger als 10 Euro übernachten. Klassische Hostels sind zwar bis auf Islamabad und Lahore auch nicht vorhanden, allerdings bieten viele der einfacheren Hotels Dorms an, die angenehmerweise auch meist nur aus zwei bis vier Betten bestehen.

In Restaurants im Iran kann man für unter 5 Euro essen, in den ländlichen Gegenden Pakistans wird man sogar oft für weniger als 2 Euro satt.

Auch Ausflüge sind in Pakistan um einiges günstiger. Im Iran habe ich für einen zweitägigen Trip in die Wüste bei Yazd 95 Euro bezahlt, für ein zweitägiges Trekking in das Basecamp eines 7000ers in Pakistan hingegen gerade einmal 20 Euro. Beide Touren umfassten Verpflegung und Übernachtung.

Iran: 4/6, Pakistan: 6/6

Die Aussicht im Rakaposhi Basecamp gehört zum Schönsten, was ich je gesehen habe.

 

Disziplin 8: Reisekomfort

Im Iran lässt es sich sehr komfortabel reisen. Zwischen den Städten verkehren grosse, moderne Busse, die Strassen sind sehr gut ausgebaut und auch das Zugnetz ist ausgezeichnet. In Teheran gibt es eine moderne U-Bahn, inklusive eines Abteils nur für Frauen.

Hier hinkt Pakistan etwas hinterher. Zwar gibt es auf den Verbindungen zwischen den Metropolen auch grosse Reisebusse, ansonsten aber verkehren alte, klapprige Minibusse, die erst dann fahren, wenn sie bis auf den letzten Millimeter voll gequetscht sind. Vor Körperkontakt darf man hier keine Angst haben. In den Städten bewegt man sich hauptsächlich mit Rikschas fort.

Der Verkehr ist in den Grossstädten beider Länder ziemlich wild.

Iran: 5/6, Pakistan: 3/6

Die schönsten Verkehrsteilnehmer in Pakistan sind die prächtigen Lastwagen.

 

Disziplin 9: Als Frau reisen

Die grösste Einschränkung ist wohl die Kleiderordnung. Im Iran herrscht Kopftuchpflicht auch für Touristinnen, in Pakistan liegt das im eigenen Ermessen. Hier gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Trotzdem hatte ich tendenziell eher etwas weitere Klamotten an. Auf Wanderungen war es jedoch kein Problem, auch einmal ein T-Shirt zu tragen.

Männer, die bei einer westlichen Frau mal ihr Glück versuchen, gibt es in beiden Ländern vereinzelt. Dennoch wurde ich bis auf diese Einzelfälle überall äusserst respektvoll behandelt und habe mich niemals unwohl gefühlt.

Generell sind die Frauen im Iran unabhängiger und stärker. Viele Frauen arbeiten. Ich konnte mit vielen von ihnen reden und habe Freundschaften geschlossen. In Pakistan ist das schwieriger. Die Frauen sind oft schüchtern, auch arbeiten sie meist nicht und sind daher hauptsächlich zu Hause.

In Pakistan gibt es Städte, in denen man überhaupt keine oder ausschliesslich stark verschleierte Frauen auf den Strassen sieht. Entsprechend bin ich dort als westliche Touristin aufgefallen und wurde teilweise extrem angestarrt. Vor allem wenn ich alleine unterwegs war, wurde ich unzählige Male um Selfies gebeten. Die Gesellschaft ist insgesamt sehr männerdominiert. Damit muss man klarkommen.

Iran: 5/6, Pakistan: 4/6

Auch interessant: Annikas Erfahrungen als alleinreisende Frau in Pakistan

Auf dem Dach des Bazars in Kashan im Iran.

 

Fazit

Die Herzlichkeit, Wärme und Gastfreundschaft der Menschen, die ich in beiden Ländern erlebt habe, haben mich sprachlos gemacht. Die meisten Iraner und Pakistaner haben das schlechte Bild, was wir in von ihnen und ihren Ländern im Kopf haben, nicht verdient.

Die Begegnungen mit den Menschen machen ganz klar einen sehr grossen Teil der Reise durch diese Länder aus. Ich habe stundenlange Unterhaltungen geführt, ich habe Freunde gewonnen, ich war nahezu beschämt von der Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen.

Ich habe mich in beide Länder verliebt, sowohl in den Iran als auch in Pakistan. Entsprechend knapp fällt mein Rating aus. Pakistan hat für mich nur deshalb ganz knapp die Nase vorn, weil mich die Landschaft noch mehr beeindruckt hat.

Eine unvergessliche Zeit wird man mit Sicherheit in beiden haben, fasziniert von der Kultur, den Menschen und den ganz besonderen Erlebnissen und Abenteuern, die man ohne Zweifel erleben wird.

Iran: 42/54, Pakistan: 43/54

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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13 Kommentare

  1. Richtig toller Beitrag, mir gefällt besonders die Gegenüberstellung und dass hier Einzelheiten der beiden Länder hervorgehoben werden. Ich war im September für zwei Wochen im Iran und fand es auch richtig schön! Besonders die Gastfreundschaft habe ich ganz genau so erlebt wie hier beschrieben. Ich bin nach wie vor total begeistert vom Iran und finde es super, dass ihr auch über dieses tolle Land geschrieben habt. 🙂
    Pakistan hatte ich bisher auch noch nicht auf dem Schirm. Nach meinen Iran-Erfahrungen und deinem Bericht hier, sollte ich das schon nochmal in Betracht ziehen.
    LG Silvia

    1. Mich hat die Begeisterung über Pakistan auch ein bisschen überrascht. Aber als ich dann ein bisschen recherchieren begann, stellte ich fest, dass offenbar ein grosser Teil der insgesamt sehr wenigen Pakistan-Reisenden das ähnlich beschreibt. Damit ist Pakistan nun auch bei mir auf die Liste gerückt. 🙂

    1. Schön, dass du das sagst. Ich habe mir zuerst ein bisschen Sorgen gemacht, dass nicht so wirklich rüberkommt, wieso wir ausgerechnet diese beiden Länder vergleichen.

  2. Wow das nenne ich mal einen interessanten Ländervergleich. 🙂
    Der Iran hat mich absolut begeistert. Allerdings ist Tarof schon etwas kompliziert. Die Menschen sind wirklich sehr freundlich und ich habe mich überall sicher gefühlt. Nur Taxifahrer haben versucht mich abzuzocken. Aber kein Vergleich zu Marrakesch.
    Ich überlege wirklich nächstes Jahr wieder in den Iran zu fliegen oder in den Osten der Türkei.

    Von Pakistan habe ich schon beides gelesen. Sehr begeisterte Reisende aber auch Leute die Probleme mit der korrupten Polizei hatten. Wenn ich mir die Risiko Karten und Einschätzungen im Internet durchlese dann kommt Pakistan aber nicht viel besser weg als Afghanistan. Das hält mich noch von einer Reise ab.

    Wie siehst du das?

    1. Hi Pasquale,

      Die Risk Map 2018 bezeichnet das Risiko im Iran sls sehr niedrig, in Pakistan hingegen als hoch. Ich denke, davor sollte man nicht die Augen verschliessen.

      Allerdings rechnet die Risk Map, wenn ich das richtig verstanden habe, auch viele Gefahren mit ein, die eher für Geschäftsleute wichtig sind, wie etwa Cyberkriminalität, Korruption oder politische Instablität. Hier wäre zu wünschen, dass etwas stärker differenziert wird.

      Dennoch: Individuelle Berichte (wie auch dieser Artikel) sind natürlich immer etwas mit Vorsicht zu geniessen, weil sie eine individuelle Erfahrung beschreiben und keine Wahrscheinlichkeiten berechnen.

      (Ich will schon länger einen Artikel mit meinen Gedanken zum Risk Management auf Reisen schreiben. Mal schauen, wann ich dazu komme…)

      Gruss,
      Oli

      PS. Taxifahrer rollen doch überall auf der Achse des Bösen! 🙂

  3. Hi Oli,

    vielen Dank dass du so interessante Reiseziele vorstellst. Das bringt mich auch ganz neue Ideen. Bin gespannt was du als nächstes bereist. Gerade Ziele abseits der Touristenmassen sind noch eher Abenteuer denn dort gibt es eben keine bzw. kaum Reiseführer und nicht schon zig Blogbeiträge. Pakistan wird auch oft als Alternative zu Nepal genannt.
    Eine Sache aber noch zu diesem Bericht. Ich habe zwar auch gehört dass im Iran die Touristen nicht so streng behandelt werden wie die Einheimischen aber trotzdem sollte man keinem dazu raten Alkohol zu trinken oder ohne Kopftuch durch die Stadt zu gehen. Ich habe mit einer Touristin gesprochen die Ärger mit der Sittenpolizei hatte weil ihr Kopftuch verrutscht war. Ich selber wurde angesprochen weil ich ein etwas kurzes T-Shirt anhatte und im Sitzen mein „Maurerdekoltee“ zu sehen war.

    Gruss Pasquale

    1. Hi Pasquale,

      nur damit keine Missverständnisse aufkommen: das hier ist ein Gastbeitrag. Ich selber war noch nie in Pakistan, nur im Iran. Das hast du schon gesehen, oder?

      Zum anderen: Ich denke, im privaten Umfeld Alkohol zu trinken oder das Kopftuch auszuziehen, ist unproblematisch. Auf der Strasse trinken oder ohne Kopftuch rauszugehen, würde ich hingegen nicht empfehlen. Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass bei Ausländern noch eher ein Auge zugedrückt wird als bei Einheimischen, wäre mir da das Risiko schlicht zu gross.

      Gruss,
      Oli

      PS: Was ist denn „Maurerdekoltee“?

    2. Hi Pasquale,
      vielen Dank für deine Kommentare und Gedanken zu meinem Ländervergleich. Pakistan ist in der Tat eine tolle Alternative zu Nepal, da man hier noch in völlig unberührter & einsamer Natur trekken kann, was in einigen Gegenden Nepals ja nun nicht mehr so gut möglich ist. Meine Gedanken noch zum Thema Gesetze. Selbstverständlich sollte man sich in jedem Land an die Gesetze halten und die Kultur respektieren. Ich habe das erwähnt, da meine Mutter im Vorhinein tatsächlich Angst hatte, ich käme im Iran ins Gefängnis, wenn mir das Kopftuch mal verrutscht. Was einer Iranerin tatsächlich passieren kann, hat eine Ausländerin nicht zu fürchten – man wird halt im Fall der Fälle darauf hingewiesen, es doch wieder aufzusetzen. Dennoch ist meine Meinung, dass ein verrutschtes Kopftuch hier und da dem Iran nicht schadet. Es gab ja z.B. auch den Vorfall, wo schwedische Politikerinnen dafür kritisiert wurden, bei einem offiziellen Iran-Besuch Kopftuch getragen zu haben. Ich habe mit so vielen Iranerinnen gesprochen, die das Kopftuch hassen und fand es selbst auch unsäglich, dass ich per Gesetz gezwungen war, es zu tragen, nur weil ich eine Frau bin. Interessanterweise hatte ich in den konservativen Gegenden Pakistans kein Problem damit, teilweise Kopftuch zu tragen, freiwillig und einfach aus Respekt vor der Kultur. Daran sieht man, dass man mit Verboten oft das Gegenteil bewirkt.
      Ich freue mich, wenn ich dich vielleicht auch zu einer Reise nach Pakistan inspirieren konnte!
      Liebe Grüße
      Annika

  4. HI Oli,

    sorry ich wollte weder dich noch die Gastautorin damit angreifen. War mir nur wichtig zu erwähnen. Nicht dass einige Leute auf falsche Gedanken kommen. Im privaten Umfeld bzw. in Hotels oder Hostels war es für die Frauen gar kein Problem ohne Kopftuch das Zimmer zu verlassen. Ich habe auch oft gehört dass sehr viele Leute Alkohol selbst herstellen, jedoch habe ich im Iran keinen Alkohol getrunken.
    PS: Unter Maurerdekoltee versteht man wenn einem Mann beim Bücken die Hose runter rutscht und man den A… sehen kann. Kennt man diesen Ausdruck in der Schweiz nicht?

  5. Hallo Oli, hallo Annika,

    toller Gastbeitrag! Es ist immer wieder schön, wenn mit Vorurteilen aufgeräumt wird und Länder jenseits der ausgetretenen Pfade beleuchet werden. Als alleinreisende Frau hatte ich Pakistan oder den Iran auch nicht auf der Liste. Letzteres lief in meinem Kopf höchstens unter „Na ja, vielleicht kann mein iranischer Arbeitskollege mich ja mal mitnehmen – aber alleine…?? Das traue ich mich nicht!“ Zu Unrecht, wie man sieht. Meine Meinung zu Over-tourism und Geheimtipps hatte ich ja schon bei dem entsprechenden Beitrag zum Besten gegeben. Ich finde es sowohl für die Touristen als auch für die Gastgeber extrem bereichernd, in Länder zu reisen, die eben nicht mit endlosen Besucherströmen zu kämpfen haben. Natürlich sind die hier geschilderten Erfahrungen immer subjektiv, aber es ist trotzdem schön, mal aus erster Hand zu erfahren, wie das Reisen durch „unpopuläre“ oder als „gefährlich“ verschrieene Länder erlebt wurde. Danke dafür und weiter so!

    1. Hallo Lili,
      vielen Dank für dein Feedback, denn das ist genau das, was ich mit meinen Artikeln bewirken möchte – mit Vorurteilen aufräumen und über zu Unrecht stigmatisierte Länder und ihre Bewohner berichten. Der Iran gewinnt mittlerweile schon ein bisschen an Popularität, Pakistan steht dem noch nach. Dennoch habe ich in Pakistan in 3 Wochen immerhin noch 3 andere alleinreisende Frauen getroffen! Natürlich halte ich mich nur in Regionen auf, die als sicher gelten, und in diesen war mein Sicherheitsgefühl wirklich sehr hoch. Ich war auch schon alleine in Südafrika, ein absolut gängiges Reiseziel, und dort habe ich mich bei Dunkelheit nicht nach draußen gewagt (schon gar nicht alleine) und hatte ständig Angst, überfallen und ausgeraubt zu werden. Mit ein Grund, warum ich sehr gerne in muslimische Länder reise: in diesen habe ich mich bisher immer am sichersten gefühlt 🙂
      Liebe Grüße
      Annika

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