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Backpacking in Äthiopien: Was du vor der Reise wissen musst

Touristisches Schwergewicht: Die Felsenkirchen von Lalibela. Fotos: O. Zwahlen
Touristisches Schwergewicht: Die Felsenkirchen von Lalibela. Fotos: O. Zwahlen

Spielst du mit dem Gedanken auf eigene Faust durch Äthiopien zu reisen, weisst aber nicht so recht, was dich dort erwartet? Dann solltest du hier weiterlesen. In diesem Artikel versuche ich, alle Fragen zu beantworten, die du vor deiner ersten Äthiopien-Reise haben könntest.

Äthiopien gehört zu den afrikanischen Ländern, die mich schon lange faszinieren. Es reizten mich vor allem die Bilder von geheimnisvollen Klöstern mit Priestern, die im Dämmerlicht ihre Bibel lesen. Aber auch das einzigartige Essen und die unglaubliche ethnische Diversität liessen in mir den Wunsch aufkommen, das Land einmal zu besuchen.

Gleichzeitig hatte ich einen gewaltigen Respekt davor, das Land auf eigene Faust zu erkunden. Immerhin gehört Äthiopien zu den ärmsten Ländern der Welt und die Bilder von hungernden Kindern, die ich in meiner Jugend immer wieder vorgesetzt bekommen habe, schwirren mir noch immer im Kopf rum. Eignet sich das Land überhaupt für Backpacker? Komme ich heil aus diesem Abenteuer raus?

Das Wichtigste zuerst: Äthiopien war für mich eines der ganz grossen Reisehighlights in diesem Jahr und heute würde ich behaupten, dass das „Dach von Afrika“, wie Äthiopien manchmal genannt wird, ein perfektes Land für Afrika-Einsteiger ist: Die Menschen sind offen und freundlich, ich habe mich überall sehr sicher gefühlt und die Infrastruktur für Selbstreisende ist praktisch überall vorhanden – wenn auch nicht immer auf hohem Niveau.

In den folgenden Zeilen beantworte ich alle Fragen, die ich vor meiner ersten Reise nach Äthiopien hatte. Nun sind meine Fragen nicht zwingend deine Fragen. Willst du mehr wissen, dann fühle dich frei, einen Kommentar zu hinterlassen. Ich versuche, so schnell wie möglich zu antworten und deine Frage anschliessend in den Text einzuarbeiten.

1. Was kann ich in Äthiopien sehen?

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wirst du deine Reise in Addis Abeba beginnen. Ich verbrachte nur wenig Zeit in der Hauptstadt, aber mit seinen Cafés und Bars scheint es mir kein übler Ort zu sein, um erste urbane Erfahrung in Afrika zu machen. Obwohl Addis über mehr als drei Millionen Einwohner verfügt, wirkt die Stadt teilweise wie ein Dorf. Auf der Stadtautobahn siehst du auch mal Bauern, die ihre Ziegen über die Fahrbahn treiben.

Das achte Weltwunder: Die Felsenkirchen von Lalibela.
Das achte Weltwunder: Die Felsenkirchen von Lalibela.

Die klassische Einsteiger-Route führt über den „historic circuit“ durch den Norden des Landes (darüber habe ich hier mehr geschrieben). Die rund 2000 Kilometer lange und gut ausgebaute Strasse verbindet die meisten Sehenswürdigkeiten aus der Jahrtausend alten Geschichte Äthiopiens. Herausragend sind die Felskirchen von Lalibela, die Schlösser von Gonder und die Wanderungen durch das Simien-Gebirge. Für diese Route solltest du etwa zwei Wochen einplanen.

Lohnenswert ist auch eine Reise in den Osten des Landes mit dem alten Handelszentrum Harar als Höhepunkt. Neben einer wunderschönen, muslimisch geprägten Altstadt hast du hier die einzigartige Chance, deinen Mut zu testen und mit den Einheimischen die Hyänen zu füttern.

Wenn du nicht zu den Leuten gehörst, die sich am „Menschenzoo“ stören, dann ist vielleicht auch das südliche Omo-Tal mit seinen zahlreichen ethnischen Minderheiten ein interessantes Ziel für dich. Am bekanntesten ist der Stamm der Mursi. Bilder von Menschen mit Tellern in der Unterlippe hast du bestimmt schon gesehen.

2. Wie sicher ist Äthiopien?

Das äthiopische Hochland gehört zu den sichersten Regionen Afrikas. Vor Diebstahl oder gar Überfällen brauchst du dich kaum zu fürchten. Die üblichen Vorsichtsmassnahmen und ein gesunder Menschenverstand reichen aus. Bei all den freundlichen Menschen, denen ich auf der Reise begegnet bin, kann ich mir grössere Probleme ohnehin kaum vorstellen (hier habe ich drei Gespräche mit Einheimischen aufgezeichnet). Allein reisende Frauen berichteten von gelegentlichen Belästigungen.

Problematischer sind die Grenzregionen zu Eritrea und Somalia, wo es in der Vergangenheit zu militärischen Auseinandersetzungen gekommen ist. Vor einigen Jahren gab es einen Überfall auf eine Touristengruppe in der Danakil-Senke. Da aber praktisch täglich Touren stattfinden, kannst du selber dir ausrechnen, wie gering die Wahrscheinlichkeit ist, dass es ausgerechnet dich trifft. Die meisten problematischen Regionen wirst du auf deiner ersten Äthiopienreise ohnehin nicht besuchen.

Der Korbmarkt von Aksum.
Der Korbmarkt von Aksum.

Die grösste Gefahr geht meiner Meinung nach vom Verkehr aus. Die relativ gut ausgebauten Überlandstrassen lassen hohe Geschwindigkeiten zu, so dass es leicht zu Zusammenstössen mit Menschen und Tieren kommen kann, die ebenfalls die Strassen benutzen. Beim rasanten Fahrstil mancher Chauffeure überraschte es mich nicht, den einen oder anderen Unfall zu sehen.

Bedenken hatte ich vor der Reise vor gesundheitlichen Problemen. Ich empfehle dir auf alle Fälle, die gängigen Impfungen vor deinem Trip aufzufrischen und nur Gekochtes zu verspeisen. Allzu grosse Sorgen brauchst du dir aber nicht zu machen. Ich hatte in den drei Wochen im Land kein einziges Mal eine Magenverstimmung und zumindest das Hochland ist weitgehend malariafrei.

3. Was kostet eine Reise nach Äthiopien?

Äthiopien gehört zu den günstigsten Reiseländern der Welt. Als Budget-Backpacker kommst du mit 20 Euro pro Tag locker durch. Wenn du das Geld etwas zusammenhältst und dir von den Provisionshaien auf der Strasse nichts aufdrehen lässt, ist sogar weniger möglich. Wenn du jede Sehenswürdigkeit abklapperst, musst du hingegen mit mehr rechnen.

Ein einfaches Doppelzimmer findest du praktisch im ganzen Land schon ab etwa 10 Euro pro Nacht. Für eine Mahlzeit wirst du selten mehr als 5 Euro ausgeben – Luxus-Restaurants und teure internationale Gerichte findest du ausserhalb von Addis ohnehin so gut wie nirgends. Ausserhalb der touristischen Zentren wirst du schon mit einem Euro satt.

Die Preise für den Transport variieren stark nach der Art deines Fortbewegungsmittels. Wenn du dich mit Einheimischen in einen Minibus zwängst, kannst du pro Stunde Fahrt mit einem Preis zwischen 10 bis 20 Birr rechnen (0,5 bis 1 Euro). Offizielle Busse sind noch ein bisschen günstiger, aber dafür auch deutlich langsamer. Mit etwas Glück findest du jemanden, der ohnehin die Strecke fährt und dich zum doppelten Preis eines Bustickets in seinem 4WD mitnimmt.

Erstaunlich grün: Die Landschaft im äthiopischen Hochland.
Erstaunlich grün: Die Landschaft im äthiopischen Hochland.

Am stärksten aufs Budget schlagen die Eintrittspreise und die Kosten für Touren. Für die elf Felsenkirchen von Lalibela musst du derzeit 50 Dollar hinblättern. Das war für mich sehr knapp an der Schmerzensgrenze, aber die Kirchen auszulassen wäre auch nicht in Frage gekommen. Auch die meisten anderen Gotteshäuser, Klöster und Museen verlangen etwas zwischen 5 und 10 Dollar Eintritt. Das summiert sich schnell.

Die Preise für die Touren waren in einem Bereich, den ich mir nicht leisten konnte beziehungsweise wollte. So kostet etwa eine viertägige Reise in die Danakilsenke locker 400 Euro. Auch für die unterschiedlichen Treks brauchst du einen fetten Geldbeutel. Das hängt damit zusammen, dass an den meisten Orten neben einem Guide auch ein bewaffneter Scout vorgeschrieben ist.

Am meisten kostet der Flug von Europa nach Äthiopien. Hin und wieder gibt es regelrechte Schnäppchen ab etwa 550 Euro. Wenn du einen dieser günstigen Tarife ergattern willst, solltest du möglichst flexibel sein und frühzeitig buchen. Normalerweise erreichen die Preise zwei Monate vor Abflug ihren Tiefpunkt. Wenn du nicht weisst, wie du am besten ein Schnäppchen suchst, solltest du einen Blick auf meine 13 Tipps für die Suche nach günstigen Flügen werfen.

Wir haben den Flug von Ethiopian Airlines gesponsert bekommen. (Vielen Dank nochmals!) Zum Zeitpunkt der Recherche hatte der äthiopische National Carrier nicht das günstigste Angebot. Bevor du dich aber auf die Schnäppchen der anderen Fluggesellschaften stürzt, solltest du wissen, dass alle, die mit Ethiopian Airlines einreisen, einen Rabatt von 50 Prozent auf Inlandsflüge bekommen. Günstiger kannst du die endlosen Busfahrten kaum umgehen. Wichtig: Die vergünstigten Flüge bekommst du nur im Inland in den Büros von Ethiopian Airlines und du musst zwingend den Boardingpass deiner Einreise vorweisen.

4. Wann ist die beste Reisezeit für Äthiopien?

Im Prinzip kannst du Äthiopien das ganze Jahr besuchen, die Temperaturen sind das ganze Jahr über relativ stabil. Besonders beliebt sind die Wintermonate zwischen Oktober und März. Als weniger ideal gelten die Sommermonate, in denen es häufiger regnet. Aber davon solltest du dich nicht abhalten lassen.

Dunkle Wolken über Wukro: Reisen in der Regenzeit.
Dunkle Wolken über Wukro: Reisen in der Regenzeit.

Wir waren zwischen Ende August und Anfang September mitten in der Regenzeit unterwegs. Es schüttete jeden Tag, aber meistens waren die Niederschläge zwar sehr heftig, aber kurz. Es gab keinen einzigen Tag, an dem die Sonne nicht wenigstens ein paar Stunden geschienen hätte.

Der Vorteil der Regenzeit: Die Landschaft ist unglaublich grün und die Wasserfälle (wie zum Beispiel die Nil-Fälle bei Dahir Bar) sind sehr viel eindrücklicher.

5. Wie komme ich in Äthiopien ins Internet?

Äthiopien ist der Albtraum jedes Internetjunkies und digitalen Nomaden. Zwar verfügte praktisch jedes Hotel, in dem wir nächtigten, über Wifi. Aber in der Regel mäandert die Verbindung zwischen sehr langsam und gar nicht existent. Blackouts von mehreren Stunden bis Tage (!) waren keine Seltenheit. Erschwert wird das Surfen durch die häufigen Stromausfälle, welche natürlich auch zum Ausfall der Router führen.

In solchen Fällen empfehle ich normalerweise den Kauf einer lokalen SIM-Karte, da das Internet über 3G in der Regel schneller ist. Nicht so in Äthiopien. Ausserhalb der Ortschaften konnte unser WiFi-Dongle häufig überhaupt kein Signal empfangen und auch in den meisten Städten lief die Verbindung häufig nur mit EDGE-Bandbreite. Manchmal auch tagelang gar nicht. Dem staatlichen Monopolist EthioTelekom scheint es an Anreizen zu fehlen, eine gute Dienstleistung anzubieten.

Unterwegs mit dem Bus: Pause in der Schlucht des Blauen Nils.
Unterwegs mit dem Bus: Pause in der Schlucht des Blauen Nils.

Doch selbst wenn sich die Situation in den kommenden Jahren entschärfen sollte, dürfte das Internet problematisch bleiben: Äthiopien gehört zu den Ländern mit der stärksten Zensur. Hier betrieb China offenbar „Entwicklungshilfe“. Da das Internet generell sehr instabil war, konnte ich nicht unterscheiden, welche Seiten auf Grund der Zensur und welche wegen der schlechten Verbindung nicht aufrufbar waren. Facebook und Instagram funktionieren grundsätzlich. Viele Seiten luden über eine VPN-Verbindung schneller.

6. Brauche ich für Äthiopien einen Reiseführer?

Zwingend nötig ist er nicht. Weder einen menschlichen noch einen in Buchform. Aber da Äthiopien von vergleichsweise wenig Touristen auf eigene Faust besucht wird, findest du im Internet kaum Informationen zu den Reisezielen. Wenn du dich also entscheidest, auf einen gedruckten Führer zu verzichten, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass du einiges verpasst. Siehe dazu auch mein Beitrag über die gängigen Vorurteile gegenüber Reiseführer.

Ich selber war mit dem Lonely Planet Äthiopien unterwegs, da ich mich in den Jahren an die Optik des Verlags gewöhnt habe und er zu meiner Art des Reisens passt. Allerdings ist die jüngste Ausgabe von 2013 stellenweise nicht mehr auf dem neusten Stand. Afrika-Reisende schwören generell auf die Bücher von Bradt, die mir einen guten Eindruck machen. Der Band zu Äthiopien ist zudem im Herbst 2015 erschienen und somit brandneu.

7. Kann ich mich in Äthiopien auf Englisch verständigen?

Ich hatte mich vor der Reise auf Verständigungsprobleme eingestellt. Umso überraschter war ich, dass zumindest im Hochland offenbar so gut wie jeder auf einem vernünftigen Level in Englisch kommunizieren kann. Dies nicht nur in den touristischen Zentren, sondern auch auf dem Land.

Laut Berichten von anderen Reisenden sieht es nicht mehr so gut aus, wenn du im Süden oder in Westen in den Stammesgebieten bist. Aber dort sind ohnehin praktisch immer Führer vorgeschrieben, die dir auch bei der Kommunikation mit den Einheimischen helfen. Ansonsten empfehle ich einen Blick auf meine Tipps zu werfen, wie du dich ohne Sprachkenntnisse verständigen kannst.

Keine Sprachbarriere: Selbst Kinder sprechen gut Englisch.
Keine Sprachbarriere: Selbst Kinder sprechen gut Englisch.

8. Wie kann ich in Äthiopien Geld wechseln/abheben?

In Äthiopien bezahlst du in der Regel in Birr. Derzeit bekommst du für einen Euro etwa 23 Birr. Die grösste Banknote hat einen Nominalwert von 100 Birr. Wenn du nicht einen eigenen Rucksack für das Bargeld mitschleppen willst, wirst du wahrscheinlich dein Geld nach und nach wechseln/abheben wollen.

Ich hatte in Äthiopien wiederholt Probleme, an Geld zu kommen. Viele Bankomaten akzeptierten meine Schweizer Postkarte mit dem Plus-Logo nicht. Mit der Visa-Karte funktioniert es jedoch besser. Um hohe Gebühren zu vermeiden, solltest du dir eine Kreditkarte zulegen, die kostenloses Abheben erlaubt. Siehe hierzu auch meinen Kreditkarten-Vergleich. Ich empfehle derzeit die Karten von Santander wegen der Rückerstattung der Fremdgebühren und der allgemein sehr günstigen DKB.

Zur Sicherheit solltest du jedoch eine genügende Menge an Bargeld mitbringen. Mehr als einmal war der Bankomat leer oder funktionierte aus einem anderen Grund nicht. Euro oder Dollar werden beide gleichermassen akzeptiert.

9. Was kann ich in Äthiopien essen?

Das äthiopische Essen ist Höhe- und Tiefpunkt zugleich. Das säuerliche Fladenbrot (Injeera) ist Hauptnahrungsmittel im Land und mit unterschiedlichen Saucen in jedem Restaurant zu haben. Die Variationen schmeckten mir sehr gut, aber nach einer Woche begann ich mich nach etwas Abwechslung zu sehnen – und die ist nicht leicht zu finden. Mehr dazu findest du hier.

Injeera...
Injeera: So sieht ein typisches äthiopisches Gericht aus.

In den meisten Restaurants gibt es zudem Pasta und Pizza zu unterschiedlicher Qualität und durchwegs trockene Burger. Doch auch das beginnt noch spätestens zwei Wochen etwas langweilig zu werden. Ich empfehle daher, den Aufenthalt in Addis möglichst in die Mitte der Reise zu nehmen und ein paar Kekse/Schokolade einzupacken, da solche Süssigkeiten schwer zu finden sind.

10. Brauche ich für Äthiopien ein Visum?

Schweizer, Deutsche und Österreicher brauchten zum Zeitpunkt der Recherche ein Visum, um nach Äthiopien einzureisen. Du hast die Wahl: Entweder beantragst du das Visum im Vorfeld auf der Botschaft oder du beantragst ein Visa on Arrival.

Wir haben es drauf ankommen lassen und das Visum nicht im Vorfeld beantragt. Der Grund dafür waren die (sorry für das Wort) vollkommen idotischen Fristen. So kann man das Visum nicht länger als einen Monat vor der Einreise beantragen, muss aber mit einer Woche Bearbeitungsfrist rechnen. Wer wie ich viel unterwegs ist, findet in dem kurzen möglichen Fenster zur Einreichung der Anträge keine Zeit.

Das leicht teurere Visa on Arrival wird hingegen sehr effizient und in unserem Fall ohne Anstehen ausgestellt. Daher kann ich niemandem den Weg über die Botschaft empfehlen.

Schlussbemerkung

Für mich gehört Äthiopien zu den faszinierendsten Ländern der Welt und zur grössten Reiseüberraschung des Jahres. Vor allem hat Äthiopien dabei geholfen, die Hemmschwelle für Afrika etwas abzubauen. Reisen in Indien fand ich vielerorts beschwerlicher.

Dabei hat Äthiopien mehr oder weniger alles zu bieten, was (nicht nur) ein Backpacker sucht: Grossartige Menschen, atemberaubende Landschaften und eine faszinierende Kultur. Und das Beste: All dies ist zu einem Sparpreis erhältlich. Für mich und Äthiopien wird es bestimmt ein nächstes Mal geben.

Diese Äthiopien-Reise von Florian vom Flocblog und mir fand mit freundlicher Unterstützung von Ethiopian Airlines statt. Alle Meinungen, Bilder und Empfehlungen sind meine eigenen.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

28 Kommentare

  1. Danke für die Infos. Als ich vor 15 Jahren in Äthiopien war, gab es kaum eine Möglichkeit, im Land von A nach B zukommen. Ich war mit einer Hilfsorganisation unterwegs, und wir sind entweder geflogen oder sehr beschwerlich über schlechteste Straßen mit dem Jeep zu unseren Zielen gefahren. Wie sieht es denn mittlerweile mit den Verbindungen aus?

    • Die Hauptstrassen sind sehr gut. Die Mini-Busse hatten darauf Geschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometer erreicht. Angemessen wäre aber vielleicht 80 gewesen… 🙂 Aber die Nebenstrecken sind teilweise noch immer sehr schlecht.

      Apropos Infrastruktur: Addis erhält in diesem Jahr eine Lightrail (gebaut mit chinesischer Hilfe) und ebenfalls im Bau sollen zwei Eisenbahnlinien sein. Ich denke mal, bis in fünf Jahren ist das Reisen in Äthiopien noch sehr viel unbeschwerlicher als heute.

      • Naja, vielleicht lag es ja auch daran, dass ich natürlich in entlegenste Projektgebiete der Hilfsorganisation gefahren bin, in die sonst kaum ein Mensch kommt. Da konnten wir froh sein, wenn es überhaupt so etwas wie Straßen gab. Das meiste waren Felswege, über die unser Jeep „klettern“ musste … 😉

        • Ja, das kann schon auch sein. Aber ich habe nun von vielen Einheimischen gehört, dass sich die Infrastruktur in den letzten Jahren massiv verbessert hat. Du wärst vermutlich erstaunt, wie sich das Land seither verändert hat.

  2. Ein wirklich guter Artikel, der mir alle vorläufigen Fragen, die ich als Afrika- und Äthopien-Neuling so habe, auf Anhieb beantwortet hat. Gerade Äthopien reizt mich ungemein und ist auf meiner To-Travel-Liste gerade ein weites Stück nach vorne gerückt.

  3. Hallo,

    Ich finde deinen Reisebericht sehr schön und toll, da er viele Infos wieder gibt die man sonst recht umständlich im Internet findet. Meine Erfahrungen in Äthiopien waren auch alle sehr positiv. Da kann ich dir nur zustimmen. Ich komme aus Deutschland und meine Frau aus Äthiopien und daher möchte ich Gelegenheit nutzen etwas zu ergänzen. Flüge sind von Äthiopien Airlines von frankfurt aus direkt im Büro der Airline am Hauptbahnhof erfahrungsgemäß immer zwischen 545 und 700 Euro zu buchen. 700 Euro meistens in der Hauptreisezeit von Juni bis Ende August. Sofern man Innlandsflüge soweit im Voraus planen möchte sollte man diese direkt dort auch buchen. Das ist ebenfalls zu deiner Methode eine günstigere Möglichkeit. Den selben Flug über Lufthansa zu buchen macht keinen Sinn außer man möchte 200-300 Euro mehr ausgeben. Man fliegt den Direktflug wirklich mit der selben Maschine.

    Bezüglich des Visums habe ich im Generalkonsulat in Frankfurt am Main sehr gute Erfahrungen gemacht. Dort bekommt man bei persönlichem erscheinen das Visum innerhalb von 1-2 Stunden. Auch 5-6 Wochen vor der Reise habe ich dort das Visum schon erhalten.

    Was ich auch empfehlen kann (sofern man direkt ins Hochland und die Städte Mekele, Gondar und Axum fahren möchte) ist den Überlandbus „Salam Bus“ zu buchen. Dieser fährt morgens früh in Addis Abeba los und braucht 12-18 Stunden je nach Zielstadt. Eine Weg kostet ab 300-450 Birr. Man sollte sich darauf einstellen als Tourist immer mehr für solche Service wie auch Flüge zu bezahlen als Äthiopische Staatsbürger. Das hat mit den niedrigen Einkommensverhältnissen zu tun. So sind Flüge für Äthiopier deutlich billiger und sollten in jedem Fall im Innland gebucht werden.

    Wie du schon sagstest, die Internetverbindung lässt zu wünschen übrig, jedoch hat Ethio Telecom in den letzten Jahren durchaus etwas getan und das 3G Netz auch im Hochland und dessen Städten ausgebaut. In Addis Abeba wird derzeit das LTE Netz aufgebaut und kann bereits durch die wifi Sticks benutzt werden. Auch die Möglichkeit des buchens von Datenpaketen ist seit Mitte 2015 im ganzen Land möglich.

    Ich freue mich schon auf deinen nächsten Reisebericht. Falls du noch unterwegs bist, eine schöne Weiterreise.
    VG sven

    • Hi Sven,

      vielen Dank für deine hilfreichen Zusatztipps und Ergänzungen. Bei meiner Recherche war Turkish Airlines etwa 100 bis 150 Euro günstiger und ist zusätzlich ab meiner Heimatstadt in der Schweiz geflogen. Da ich trotzdem EA nahm, musste ich erst mit dem Zug nach Frankfurt fahren und habe dank der notorischen Unzuverlässigkeit der DB fast den Flug verpasst (mein Zug fiel ohne Vorwarnung aus…) Aber wenn man im Inland ebenfalls fliegen will, lohnt es sich schnell einmal, etwas mehr fürs Ticket zu bezahlen.

      Ich bin mit Salam Bus gefahren, würde mir aber auf den kurvenreichen äthiopischen Strassen ehrlich gesagt keinen solchen 18-Stunden-Marathon antun wollen. So bequem sind die Busse nämlich auch nicht. Meine Meinung: Entweder die Fahrt nach ein paar Stunden unterbrechen oder einen Inlandsflug nehmen. Aber das muss jeder selber wissen…

      Wir hatten einen solchen 3G-Sticks dabei. Hin und wieder hat es funktioniert. Erschreckend fand ich aber, dass selbst in den jeweiligen Hauptfilialen von EthioTelecom niemand zu wissen scheint, wie man die Datenpakete aktiviert. Ohne Datenpaket ist das Internet aber relativ teuer, finde ich.

      • Hallo Oliver,

        vielen Dank für deine Antwort und entschuldige die späte Antwort.
        In der Tat ist Turkish Airlines auch von Deutschland fast 200 Euro billiger. Ich persönlich mag aber das Umsteigen nicht, daher fliege ich gerne direkt. Jedem das Seine halt. Bei der DB kann ich dir nur zustimmen. Es ist fast immer so mit der DB, wenn man sie braucht, dann ist sie unpünktlich.
        Die Fahrt mit dem Salam Bus war wirklich nichts für schwache Nerven, aber wie ich festgestellt habe sind die Salam Busse die die kürzeren Distanzen befahren nicht so modern wie unsere Fernbusse bzw. die Busse für die langen Distanzen.
        Ethio telecom hat mich bei meiner jetzigen Reise auch wieder negativ überrascht. Was ich leider schon vermuttet hatte, aber nicht gehofft hatte, dass sich dies bewahrheitet ist, dass die Datenpakete tatsächlich nur für die 3G Sticks gebucht werden können. Will man mit einer einfachen Prepaid Karte auf dem Smartphone die Datenpakete buchen läuft man in den Error und muss in der Tat die teuren 1,X Birr/MB für das 3G Netz bezahlen. Das ist wie du sagtest, relative teuer. Sofern man nur Chaten möchte kann auch das 2G (EDGE) Netz nutzen und fährt damit billiger.
        Ethiopian Airlines hat mich dieses mal auch wieder überrascht mit kurzfristigen Zeitänderungen auch Ausfällen bzw. automatischen Umbuchungen auf einen späteren Flug, weil der früh nicht ausgebucht war. Das passiert durchaus öfters und daher bevorzuge ich die Buchung des Fluges in Deutschland (Ethiopian Office in Frankfurt), weil diese dann per E-Mail informieren. Wenn man natürlich kurzfristig im Inland fliegen will, dann ist meine Methode natürlich unwirksam.
        Auch mich haben dieses mal wieder die Freundlichkeit der Leute sehr erfreut.
        Ich hätte gerne dieses Mal die neue Railway in Addis ausprobiert. Leider ist man immer noch nicht fertig und ein ausführliches Gespräch mit einem Taxifahrer endete mit einem Fluchen auf die Chinesen, weil die doch kein vernünftiges Baumaterial zu Stande brächten. Ich glaube in 2 Monaten will man es nochmal mit dem Start probieren. Mal schauen was dann ist. Die Strecke selbst sieht von außen mal ganz ansehnlich aus.
        VG
        Sven

        • Hi Sven,

          soweit ich das bei Ethio Telecom verstanden habe, gibt es zwei unterschiedliche SIM-Karten, von denen nur die teurere 3G-fähig ist. Aber wir waren auf unserer Reise in drei verschiedenen Filialen des Netzanbieters und habe dabei nicht den Eindruck gewonnen, als würde die Angestellten dort ihre eigenen Angebote kennen.

          Zum Flug mit Ethiopian Airlines werde ich in den kommenden Tagen noch einen gesonderten Artikel schreiben. Hier nur soviel: Die Airline fand ich grundsätzlich recht gut, aber der Flughafen in Addis ist ein gewaltiges Chaos. Auf dem Rückflug lief auf dem Bodenhandling schlicht alles falsch, was man so falsch machen kann.

          Unser Taxifahrer in Addis hat auch über die Chinesischen geschimpft. Aber wenn ich Addis ganz allgemein anschaue und dann die chinesischen Bahnen in China, würde ich spontan eher darauf trippen, dass lokale Baufirmen geschlampt haben. Ich weiss das aber nicht so genau. Dass Taxifahrer sich nicht über die Bahn freuen, kann ich gut verstehen. Konkurrenz mag keiner… 🙂

          Gruss,
          Oli

  4. Hey Oli,
    schön, dass dir Ostafrika so gefallen hat und dein Beitrag so positiv ausfällt. Finde das die afrikanischen Länder oft etwas kurz bei Reisebloggern kommen.
    Das mit dem Verkehr ist wohl (leider) überall in Afrika so. Totale Suizid-Fahrer. Habe da die selben Erfahrungen in Uganda und Kenia gemacht.
    Gleiches gilt auch für den Internet-Horror 😉
    Patrick

    • Hi Patrick,

      ich denke, Afrika kommt bei den meisten Reisenden etwas kurz. Auf unserer Reise haben wir allgemein recht wenige andere Besucher getroffen. Das hängt wohl vor allem mit dem schlechten Image des Kontients ab. Dabei gibt es dort viele Länder, die sich gut und relativ sicher besuchen lassen.

      Mit dem Verkehr habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Manche Fahrer schienen blind auf die Wirkung ihrer Heiligenbilder zu vertrauen, andere hingegen gingen durchaus verantworungsvoll mit dem Gaspedall um. Insgesamt würde ich aber sagen, dass es sich im Rahmen von anderen Ländern bewegt. Thailand fand ich beispielsweise schlimmer.

      Gruss,
      Oli

  5. Hallo Oliver,
    habe deinen Bericht mit Interesse gelesen und freue mich,dass das Land dich genauso fasziniert hat wie mich.
    Auch das meine Infos an dich richtig waren in Bezug auf die Einreise und das Geldtauschen.
    Eins ist auch für mich klar:Äthiopien muss es nochmal sein.Es war ein 100% positives Erlebnis.
    Lg Claudia

    • Hi Claudia,
      ja, vielen Dank nochmals für deine Tipps. Die haben mir sehr geholfen. Ich habe zur Sicherheit trotzdem eine grössere Menge an Bargeld mitgenommen und das dann vor Ort getauscht. So ganz ohne Kohle wollte ich dann doch nicht dortstehen. Aber eigentlich gab es in jeder grösseren Stadt Bankomaten, wo zumindest die Visa-Karte funktionierte. Das wäre also gar nicht nötig gewesen.
      Gruss,
      Oli

  6. Hallo,
    ganz spontan haben wir (mein Mann und ich) einen Kurztrip nach Äthiopien gebucht.
    Ich selber war schon 2x dort (beruflich) und jetzt wollen wir in 11 Tagen (Ende MÄrz)
    das Land ein wenig erkunden. Mit Äthiopien Airlines gab es für 501 EUR Tickets (8 Wochen vor Abflug).
    Unsere Route ist noch nicht fest. Allerdings steht fest: diesmal keine Stämme und auch keine Kirchen.
    Möglicherweise Trekking in den Bale Mountains und dann in den Osten sowie ein wenig nördlich von Addis die Nationalparks. Wir hoffen ein paar Tiere zu sehen.
    Allerdings haben wir einen Guide mit Jeep (schon die letzten 3 Jahre hat er uns betreut, daher…)

    Mit riesiger Vorfreude
    Lilli & Andreas

    • Hi Lilli,
      viel Spass auf der Reise. Das wird bestimmt toll. Möchte am liebsten auch gleich zurück nach Äthiopien… 🙂
      Dass du einen Kirchen-Overkill hast, kann ich gut verstehen. Sie sind zwar schon sehr schön, aber irgendwann wiederholen sie sich ein bisschen.
      Trekking habe ich auf meiner Reise überhaupt nicht gemacht. Das war wegen der Regenzeit angeblich nicht empfehlenswert. Viel geregnet hats allerdings nicht.
      Gruss,
      Oli

  7. Hi Oli & Co!

    Sehr schöner Bericht, der Lust auf Äthiopien macht. Ich plane grade eine etwa sechsmonatige Reise, die mich über mehrere ost- und südafrikanische Länder nach Asien (vor allem Japan) führen soll. Soll etwa Mitte Juli losgehen. Gerne würde ich in Äthiopien anfangen, bin mir aber nicht so sicher, ob das wegen der Regenzeit nicht evtl. eine schlechte Idee ist.

    Daher meine Frage, ob es noch weitere Erfahrungen zum Reisen in der Regenzeit in Äthiopien gibt. Oli, Du hast ja offenbar ganz gute Erfahrungen gemacht. Aber nun frage ich mich natürlich, ob Du nicht vielleicht einfach Glück gehabt hast;-).

    Wäre toll, wenn es dazu noch mehr Infos/ Erfahrungswerte geben würde!

    Danke!!!

    • Oliver Zwahlen

      Hi Axel,
      ja, wir hatten keine grösseren Probleme wegen der Regenzeit. Aber ich denke, das hängt auch ein bisschen davon ab, was du im Land konkret unternehmen willst und wo du hingehst. Eine mehrtägige Wanderung wäre wohl auch während unserer Reise nicht ideal gewesen. Aber wenn du an einem Regentag einmal etwas kürzer treten kannst, sollte das kein grosses Problem sein. Auf andere Erfahrungen bin ich auch gespannt.
      Gruss,
      Oli

      • Hi Oli,
        vielen Dank für Deine Antwort! Bisher sieht die Planung so aus, dass ich für diese „first contact“ Reise die bekannten Orte ansteuern würde (Flugzeug und/oder Bus) und dort dann Tagestouren unternehmen würde. Mehrtägige Wanderungen standen bisher nicht unbedingt auf dem Plan – aber wer weiß;-).

        Wäre toll, wenn es noch andere Erfahrungen dazu geben würde!!!

  8. Hallo zusammen, hallo Oliver,

    ich plane schon seit längerer Zeit nach Äthiopien zu reisen. War jemand von euch in der letzten Zeit dort und weiß, wie die Lage so aussieht gerade?

    Das würde mir sehr weiterhelfen,
    danke,
    Gruß
    Torben

    • Hallo Torben,

      so weit ich das hier aus der Ferne beurteilen kann, hat sich der Konflikt wieder etwas beruhigt, könnte aber jederzeit wieder ausbrechen. Ich würde daher vorerst lieber noch etwas abwarten und die Entwicklung beobachten.

      Falls jemand von den Lesern in letzter Zeit dort war: Schreibt bitte eure Erfahrungen in einen Kommentar. Ansonsten empfehle ich, einen Blick in diese Facebook-Gruppe zu Äthiopien zu werfen, wo es eine Reihe von Kennern dabei hat.

      Gruss,
      Oli

  9. Hallo Zusammen!
    Ich möchte im Dez. 2017 Äthiopien für 2 Wochen besuchen.
    Meine Fragen:
    Wie sieht es aus mit Malaria? Ist es sinnvoll die Medikamente vor Ort zu kaufen?
    Kann man abends ein Bierchen trinken?
    Ist zwischenzeitlich die Internetsituation ein wenig „stabiler“ geworden?

    Danke für die Infos schon jetzt.

    Schwatten

    • Oliver Zwahlen

      Hi Schwatten,

      die Malaria-Gefahr hängt von deiner Route ab. Die nördliche Rundroute, die ich für eine erste Äthiopienreise grundsätzlich empfehle, ist zu hoch gelegen und damit unproblematisch. Andere Regionen können problematisch sein.

      In Äthopien gibt es Apotheken, allerdings hatte ich den Eindruck, dass die nicht besonders gut ausgestattet waren. Die Dinge, von denen du ausgehen kannst, dass du sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit brauchen wirst, würde ich von zu hause mitbringen.

      Äthiopien hat mindestens sechs inländische Biermarken, die du auch mehr oder weniger überall kriegst. Ich bin selber kein grosser Biertrinker, aber meinem Reisegefährten hat es geschmeckt. Und der ist ein Bayer! 🙂

      Zur Internetsituation kann ich leider nichts sagen. Ich würde aber vermuten, dass sich das seither nicht verbessert hat.

      Gruss,
      Oli

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