Dienstag, 24. Oktober 2017
Home » Allgemein » Tiflis: Was dich in der georgischen Hauptstadt erwartet

Tiflis: Was dich in der georgischen Hauptstadt erwartet

Eingang zu einem der berühmten Schwefelbäder der Stadt. Fotos: O. Zwahlen
Eingang zu einem der berühmten Schwefelbäder der Stadt. Fotos: O. Zwahlen

Die Suche nach touristischem Neuland kannst du aufgeben. Du hast es nämlich gerade gefunden. Die Rede ist von Tiflis. Die faszinierende georgische Metropole ist im Umbruch. Sie ist sicher, voller Sehenswürdigkeiten und trotzdem bei westlichen Touristen (noch) kaum bekannt.

Tiflis hat mich bewegt. Auch zwei Wochen nach meiner Rückreise muss ich oft an diese seltsame Stadt denken. Ich weiss nicht genau, was es war, das meine Gefühle durcheinander gewirbelt hat. Ich glaube, es ist diese aufwühlende Mischung aus Zerfall und Hoffnung, die für Tiflis und Georgien ganz allgemein steht. Es sind wohl auch die liebevollen Menschen und natürlich die Tatsache, dass man sich in abgelegenen Regionen wie dem Kloster Dawit Garedscha wie ein richtiger „Entdecker“ fühlen kann.

Ganz ähnlich muss das auch der deutsche Buchautor Stephan Wackwitz empfunden haben, den ich in der Stadt traf und interviewte. Wenn du dich für Land und Leute interessierst, lohnt es sich, seine Antworten zum Wesen Georgiens und dem touristischen Potential des Landes zu lesen.

Damit du entscheiden kannst, ob Tiflis auch für dich interessantes Reiseziel ist, gebe ich zuerst fünf Tipps, was du in Tiflis tun und anschauen kannst. Anschliessend gibt es ein paar praktische Tipps für die Durchführung deiner Reise.

Tipp 1: Gönn Dir eine Fahrt auf dem Riesenrad

Hoch über der Stadt thront der Vergnügungspark Mtazminda. Das Gelände ist leicht zu finden: Es befindet sich am Fusse des 275 Meter hohen Fernsehturms, den du praktisch von der ganzen Stadt siehst. Leider verfügt der Sendeturm über keine Plattform, die für Besucher zugänglich ist. Aber auch vom Rand des Vergüngungsparks hast du eine tolle Aussicht auf Tiflis. Besonders eindrücklich ist der Ausblick allerdings von den kleinen Kabinen des Riesenrads. Rechne für eine Fahrt etwa 15 bis 20 Minuten ein.

Das Riesenrad und der nahe Fersehturm im Vergnügungspark Mtazminda gehören zu den Wahrzeichen Tiflis.
Das Riesenrad und der nahe Fernsehturm im Vergnügungspark Mtazminda gehören zu den Wahrzeichen Tiflis.

Wenn du schon einmal hier oben bist, solltest du dir auch den Rest des Parks ansehen. Es gibt auch eine Achterbahn, eine Wildwasserbahn, zahlreiche Marktstände und Restaurants sowie ein bizarrer Jurassic Park mit animierten Dinos. Die Fahrten und Eintritte sind sehr günstig und die Bahnen nicht besonders stark frequentiert. Das will heissen: Es braucht ziemlich viel Pech, wenn du anstehen musst.

Teil des Spasses ist die Fahrt mit der modernen Standseilbahn zum Park hoch. Neben der Mittelstation befindet sich eine Kirche. Hier liegen viele bekannte Einwohner der Stadt begraben. Nebenbei bemerkt: Die Standseilbahn verkehrt bis vier Uhr morgens, so dass du dir problemlos in einem der Clubs im Park die Nacht um die Ohren schlagen kannst. (Selber nicht probiert.)

Tipp 2: Entspann dich in den Schwefelbädern

Als nächstes solltest du dir ein Bad in einem der Schwefelbäder gönnen. Von diesem Erlebnis schwärmten schon Puschkin und Alexandre Dumas. Diese Bäder sind typisch für Tiflis. Auch der Stadtname stammt von diesen Thermen: Tbilisi, wie Tiflis auf Georgisch genannt wird, bedeutet wörtlich „heisse Quelle“.

Heisse Quellen: Unter diesen Kuppen befinden sich die traditionellen Schwefelbäder.
Heisse Quellen: Unter diesen Kuppen befinden sich die traditionellen Schwefelbäder.

Im 17. Jahrhundert gab es über 70 unterschiedliche Badehäuser. Heute kannst du nur noch unter einer handvoll Bädern deinen Favoriten aussuchen. Die meisten sind unterirdisch unter einer Kuppel im persischen Stil. Nur ein Bad (das blaue Gebäude im Bild oben, das wie eine Moschee aussieht) ist überirdisch. Bei unserem Besuch war dieses leider geschlossen. Wir testeten daher das „Royal Bath“.

Da angeblich alle kleinen Privaträume besetzt waren, gönnten wir uns für 40 Euro pro Stunde den grössten Pool, in dem problemlos eine ganze Schulklasse Platz gefunden hätte. Das mit hübschen Kacheln verzierte Bad war nicht ohne Charme. Luxuriös wirkte es aber trotz des vielen Platzes nicht, da die Einrichtung doch etwas verlottert aussah.

Zum vollkommenen Badeerlebnis gehört angeblich eine Massage. Ich kann das aber nicht unbedingt empfehlen. Bei uns lief das folgendermassen ab: Ein dickbäuchiger Mann kam ungefragt in unseren Privatraum und zog sich zuerst einmal die Badehose aus. Erst dann stellte er sich nackig als Masseur vor und band sich ein Tuch um seine Lenden.

Kurz darauf mussten wir uns auf eine harte Steinbank legen, auf der er uns mit einem Kratzhandschuh zu malträtieren begann. Immer wieder schüttete er heisses Wasser über uns oder zog uns unsanft auf der Bank in die richtige Position. Nebst dem, dass die Kratzmassage ganz einfach nicht angenehm war, kamen wir uns auch ziemlich respektlos behandelt vor. Wir brachen das Unterfangen daher vorzeitig ab.

Nicht mehr ganz neu: Schon Alexandre Dumas und Pushkin (und der Autor) genossen die Schwefelbäder von Tiflis.
Nicht mehr ganz neu: Schon Alexandre Dumas und Pushkin (und der Autor) genossen die Schwefelbäder von Tiflis.

Mit gutem Gewissen kann ich also die Massage nicht empfehlen. Wenn ich andere Berichte lese, dann scheint diese Art der Behandlung nicht untypisch zu sein. Die Bäder sind trotzdem ein tolles Erlebnis, das du dir nicht entgehen lassen solltest.

Tipp 3: Besuch die alte Hauptstadt Mzcheta

Georgien ist voll mit unaussprechlichen Namen und die frühere Hauptstadt Mzcheta des Königsreichs Iberien verdient es zweifellos, in die Königsdisziplin der Zungenbrecher gehievt zu werden. Sobald du „Mzcheta“ sagen kannst, solltest du mit einem Taxi oder Bus in etwa 20 Minuten zu diesem wundervollen Ort von den Toren Tiflis fahren.

Gemütliche Terrasse mit Blick auf die Swetizchoweli-Kathedrale in Mzcheta.
Gemütliche Terrasse mit Blick auf die Swetizchoweli-Kathedrale in Mzcheta.

Mzcheta eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten lassen sich innerhalb dieser Zeit problemlos abklappern. Da der Ort aber angenehm entspannt ist und über eine Reihe von guten Hotels verfügt, kannst du auch mit einer Übernachtung nicht viel falsch machen.

Was gibts in Mzcheta zu sehen? Hauptsächlich Kirchen und Klöster wie eigentlich überall in Georgien. Doch selbst wenn du mehr als genug Kirchen und Kloster in Georgien besucht hast, solltest du Mzcheta eine Chance geben, denn hier ist allein das Alter mancher Bauwerke beeindruckend: Einige der Sakralbauten stammen aus dem 6. Jahrhundert. In Mitteleuropa gibt es keine ähnlich alten Kirchen.

Tipp 4: Lass dich von den Gegensätzen faszinieren

Ich mag den etwas überstrapazierten Begriff nicht, aber wenn es überhaupt eine „Stadt der Gegensätze“ gibt, dann darf Tiflis diesen Titel für sich beanspruchen. Die georgische Metropole muss einmal eine unglaublich schöne Stadt gewesen sein und die Chancen stehen gut, dass sie das wieder wird.

Bauruinen
Kurz vor dem Einsturz: Ehemalige Wohnhaus, in dem sich noch immer ein Laden befindet.

Auch wenn es bereits eine Reihe von grossangelegten Renovationen gab, ist der Verfall der alten Bausubstanz in vielen Stadtteilen noch immer deutlich sichtbar. Besonders stark betroffen sind die Häuser in der Altstadt und in der direkten Umgebung des Präsidentenpalasts. Aber eigentlich muss man nirgendwo weit gehen, um windschiefe Häuser und eingestürzte Dächer zu sehen.

Oft schockiert es, dass in solchen Gebäuden noch Menschen wohnen müssen. Wieso das so ist, habe ich in dieser Reisedepesche beschrieben. Was mir zunächst nicht klar war: Die Häuser sind nicht einfach verwahrlost, sondern teilweise erklärt sich ihr Zustand mit einem schweren Erdbeben im April 2002, das über 10.000 Gebäude beschädigte und sechs Menschenleben forderte.

Geschichtsträchtige Wohnhäuser in der Nähe von Marjanishvili.
Geschichtsträchtige Wohnhäuser in der Nähe von Marjanishvili.

Nicht immer sind diese alten Gebäude schockierend. Oft genug haben die geschichtsträchtigen Wohnhäuser einen eigenwilligen Charme, der davon stammt, dass die Bauwerke noch genauso dastehen wie vor vielen Jahrzehnten und teilweise sogar wie vor Jahrhunderten. Zudem findest du rund um die Rustaveli-Strasse auch jede Menge renovierte Prunkbauten, die den Glanz vergangener Zeiten erahnen lassen. Nicht ohne Grund wird Tiflis bisweilen als Paris des Ostens bezeichnet. In der Stadt soll es über 30 Theater geben.

Moderne Kunst vor der Stadtverwaltung von Tiflis.
Moderne Kunst vor der Stadtverwaltung von Tiflis.

Dem gegenüber stehen moderne Prunkbauten wie die Stadtverwaltung, das Museum für moderne Kunst (zwei Glasröhren im Rike-Park) oder auch die auffällige Friedensbrücke. Sie alle sind seit Anfang Jahrhundert entstanden und stehen für den Aufschwung des Landes und eine bisweilen ungeliebte Regierung.

Tipp 5: Stürz dich ins Nachtleben

Tiflis bietet eine erstaunliche Vielfalt an Bars, Clubs und Restaurants, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Am ersten Abend machten wir uns auf zur Jan Shardeni Strasse. Hier und einer parallel verlaufenden Gasse reiht sich eine Bar an die andere. Wer es entspannt mag und dabei gerne Passanten beobachtet, findet hier ohne Problem ein passendes Lokal für ein leckeres Kazbeghi-Bier oder ein feines Abendessen.

Konzert einer lokalen Rockband.
Konzert einer lokalen Rockband.

Am zweiten Abend genossen wir eine einfache, aber leckere georgische Mahlzeit (Chinkali, georgische Maultaschen) in der Abchasien Strasse und erfreuten uns anschliessend einer georgischen Rockband, die bekannte westliche Radio-Hits nachspielte. Die Gruppe musizierte zwar ganz ordentlich, aber ein Gehörschutz wäre trotzdem keine schlechte Sache gewesen.

Praktische Tipps für die Reisepraxis

Weitere Sehenswürdigkeiten: Was ich hier zusammengefasst habe, ist nur eine Auswahl. Die Stadt bietet jedoch unglaublich viele mehr Möglichkeiten und weitere Ausflugsziele. Ebenfalls lohnt sich eine Fahrt mit der Seilbahn vom Vike-Park zur Narikala Festung, alleine weil die Seilbahn mitten über die Altstadt führt und tolle Aussichten bietet. Sehenswert soll auch das Ethnographische Museum am Schildkrötensee sein, wo sich traditionelle Häuser aus allen Landesteilen finden. Bei einem allfällig nächsten Besuch will ich dieses Museum unbedingt erkunden.

Sprache: Ich hatte erwartet, dass mich in Georgien keiner versteht. Umso überraschender war, dass ich mich mit Englisch einigermassen gut verständigen konnte. Selbst mit den Busfahrern und den Polizisten in der Metro klappte die Kommunikation ohne weitere Probleme – was sicherlich auch daran liegt, dass die Menschen generell sehr hilfsbereit sind. Kurz: Selbst wenig erfahrene Reisende können Tiflis problemlos auf die eigene Faust entdecken. Falls du dich unsicher fühlst, solltest du meine Tipps zur Kommunikation in fremden Ländern lesen.

Unterkünfte: Das Angebot an Hotels in Tiflis ist gross. Mittlerweile verfügt die Stadt über einige internationale Sterne-Hotels, zudem gibt es jede Menge kleinere Gasthäuser. Solltest du nicht wissen, wohin du gehen sollst, hilft die Tourismusinformation am Unabhängigkeitsplatz gerne weiter. Eine gute und günstigste Option sind Homestays. Der deutsche Anbieter kaukasus-reisen.de vermittelt mehrere Wohnungen zu einem vernünftigen Preis. Wenn du schon weisst, wo du wohnst, lässt du dich am besten gleich vom Flughafen abholen. Die meisten Flugzeuge aus Europa landen nämlich mitten in der Nacht. Schau sonst auch einmal bei booking.com nach günstigen Angeboten.

Endlos: Genau zwei Minuten steht man auf der Rolltreppe, bis man den Bahnsteig der Metro von Tiflis erreicht.
Endlos: Genau zwei Minuten steht man auf der Rolltreppe, bis man den Bahnsteig der Metro von Tiflis erreicht.

Transport: Der grösste Teil des innerstädtischen Verkehrs erfolgt mit sogenannten Marshrutkas, also Linienbussen nach Sowjetvorbild. Das Busnetz ist dicht ausgebaut und funktioniert ausgezeichnet. Allerdings ist es für Ortsunkundige teilweise nicht leicht, die richtige Abfahrtsstation zu finden. Einfacher ist die Nutzung des Metronetzes mit seinen zwei Linien. Ohnehin sind die unglaublich langen Treppen (120 Sekunden Fahrt bei der Station Rustaveli) zu den tief geführten Zügen ein Erlebnis für sich, das du nicht verpassen solltest. Auch wenn die Metro ziemlich düster ist: U-Bahnfahrten sind grundsätzlich sicher. Kauf dir vor der ersten Fahrt am Fahrkartenschalter ein Plastikticket und lade es grad mit mehreren Fahrten. Früher gab es mehrere Seilbahnen für den städtischen Nahverkehr. Nach einer Reihe von tragischen Unfällen wurden sie jedoch ausser Betrieb genommen. Die alten Masten und Stationen kann man noch immer sehen.

Anreise: Sinnvollerweise verbindest du den Besuch von Tiflis mit einer Rundreise durch ganz Georgien. Siehe dazu auch meine wichtigsten Tipps für Reisen durch Georgien. Die Anreise nach Georgien erfolgt üblicherweise im Flugzeug. Bis vor kurzem gingen die meisten Flüge über Istanbul und kosteten mit Pegasus-Airlines um die 250 Euro (Hin- und zurück). Neu verbindet die Billigairlines Wizzair mehrere deutsche Städte mit dem benachbarten Kudaissi. Mit etwas Glück kommst du so für etwa 50 Euro nach Georgien zurück. Beachte auch meine 13 praktische Tipps bei der Suche nach dem günstigsten Flug.

Reiseführer: Ich kaufe mir normalerweise den Lonely Planet. Für Georgien kann ich den Band nur sehr eingeschränkt empfehlen, da in dem ohnehin ziemlich dünnen Band auch noch Armenien und Aserbaidschan abgehandelt werden. Das heisst, Georgien wird auf etwas über hundert Seiten abgehandelt. Sehr gut fand ich jedoch den Georgienführer von Reiseknow* (März 2013).

Zum ersten Mal hier? Dann lese hier, worum es in diesem Blog geht. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann solltest du dich unbedingt beim monatlichen Newsletter einschreiben, damit du künftig nichts mehr verpasst.

Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

22 Kommentare

  1. Hallo Oliver,

    wie bist du denn auf Georgien gekommen? Klingt toll und faszinierend. Ich habe letztes Jahr eine Ostseereise gemacht und Danzig war mein heimlicher Star. Allerdings ist da schon alles renoviert und ich war ganz baff wie weit Polen ist und ich musste echt beschämt zugeben, dass mein Vorurteilsdenken von Polen das nicht erwartet hat. Seitdem steht eine Rundreise dort auch auf meiner Reiseliste. Georgien setze ich jetzt einfach mal dazu.

    Viele Grüße
    Tanja

    • Hallo Tanja,

      vielen Dank für den Kommentar. Ja, Georgien kann ich wirklich empfehlen. Das Land lässt sich sehr gut bereisen und die Leute sind unglaublich hilfsbereit. Sehr angenehm war, dass es in der ganzen Woche keinen einzigen Menschen gab, der mich dazu nötigen wollte, irgendwas zu kaufen. Ich werde wohl nächstes Jahr noch einmal hinfliegen und die Gegenden besuchen, für die es dies Mal nicht reichte.

      Wie ich auf dieses Reiseziel gekommen bin? Naja, der Kaukasus einschliesslich Armenien und Aserbaidschan interessierte mich schon lange. Seit einiger Zeit können Schweiz (und auch Deutsche) visafrei nach Georgien einreisen und als ich im Frühling sah, dass man ab Basel mit Pegasus für etwa 240 Euro hin und zurückfliegen kann, war die Entscheidung schnell gefällt.

      Polen und Danzig müssen auch sehr spannend sein. Es gibt einfach zu viele tolle Orte auf dieser Welt!

      Gruss,
      Oli

  2. Hallo Oliver,

    mit Interesse habe ich auch den dritten Artikel zu Georgien gelesen. Da Georgien tatsächlich in meinen Überlegungen für nächstes Jahr eine Rolle spielt, wollte ich von dir Wissen wie viele Tage du in Georgien verbracht hast und welche Zeitspanne du mir empfehlen würdest?

    Gruß Oli

    • Hallo Oli,

      dann wirst du dich sicherlich freuen, dass in den nächsten Wochen noch ein vierter und (vorläufig) letzter Artikel zu Georgien geplant ist, in dem es ums Reisen ganz allgemein in diesem oft übersehenen Land geht. 🙂

      Zu Deiner Frage: Ich war eine Woche unterwegs. Das verteilte sich auf drei Nächte in Sighnaghi, eine Nacht in Mzcheta und zwei Nächte in Tiflis. Das war aber klar zu kurz. Ich würde daher eher zwei Wochen empfehlen. Das erlaubt dir dann einen Trip über die Alte Herrstrasse nach Kazbeghi (2 Tage) und ein paar Tage nach Swanetien mit seinen tollen Steintürmen. Ebenfalls toll muss Wardzia sein. Von Batumi hab ich eher wenig Gutes gehört.

      Kleiner Tipp: Ab Tiflis fliegt zwei Mal pro Woche ein Hubschrauber in etwa 45 Minuten nach Swanetien. Damit sparst du nicht nur eine etwa achtstündige Fahrt im Bus, sondern du hast auch einen Flug durch eine grandiose Bergwelt. Und bevor du nun wegen preislichen Bedenken abwinkst: Der Flug kostet etwa 70 Lari (35 Euro). Ich hab mich extra noch beim Tourismusamt danach erkundigt. Falls ich nochmals nach Georgien gehe (und die Chancen stehen gut), dann würde ich das auf alle Fälle machen.

      Lass mich wissen, wenn du dort warst. Bin gespannt, was du davon berichtest!

      Liebe Grüsse,
      Oli

  3. Hach, ein Traum!
    Ich liebe Länder, von denen ich so überhaupt keine Ahnung habe, und dazu würde Georgien garantiert zählen.
    Super Post und macht einfach Lust auf unentdeckte und unbekannte Gebiete!
    Liebe Grüße
    Christina

    • Hallo Christina,
      Georgien ist grandios für Leute, die was entdecken wollen. Vielleicht sollten wir nächstes Jahr einmal eine gemeinsame Bloggerreise dorthin organisieren. Es gibt noch viele Ecken, die ich gerne erkunden würde.
      Gruss,
      Oli

  4. Das ist eine Ecke, wo ich noch gar nicht war.
    Allein diese Vielfalt der Gebäude – Thüringen, Istanbul, Berlin Mitte und ein Slum im Irgendwo. Sogar Amerika ist flaggenmäßig vertreten.
    Ein bisschen trostlos wirkt es dennoch auf mich.
    Willst du wieder dort hin?
    Grüße
    Nils

    • Das ist eben das faszinierende an der Stadt und am Land: Es wirkt auf den ersten Blick etwas trostlos, aber ich hatte den Eindruck, dass die Menschen insgesamt recht hoffnungsvoll sind. Allerdings muss ich zugeben, dass ich das nach nur einer Woche auch nicht so recht beurteilen kann.

    • Hi Nils. Man merkt richtig dass Du nicht viel unterwegs bist oder? DU siehst zwei Bilder von herunter gekommen Häusern und sprichst von Slum. Dann darfst du nirgendwo ausserhelb von Europa und USA reisen, da fast überall so krasse Gegensätze sind, wie Beispielsweise Rio de Janeiro. Wenn man die Bilder sieht, dann will man gar nicht dorthin. Wenn Du jedoch erstmal da bist, willst gar nicht weg. Achso ja, solche herunter gekommene Häuser findest Du auch viel in Deutschland nur zur Info. Für mich ich ist und bleibt Tiflis, einer der wünderbarsten Städten der Welt, weil ich dort geboren bin.

      Danke an den Journalisten für den Artikel. Ist wirklich sehr gut geschrieben. Ich würde Ihnen Vardzia empfehlen und das Dorf namens Tuscheti

      • Hallo Giorgi,

        vielen Dank fürs Lob. Vardzia wollte ich ursprünglich besuchen, lag aber bei einer Woche nicht drin. Das will ich aber zusammen mit Swanetien unbedingt noch nachholen. Tuscheti kannte ich nicht, klingt aber interessant. Ich mag Dörfer… 🙂

        Zu Nils Antwort: Die verfallenen Häuser von Tiflis kann man nicht als Slum bezeichnen. Das sehe ich genauso. Aber gewisse Ecken der Stadt sind schon sehr heruntergekommen. Insofern kann ich die Konnotation von Nils trotzdem gut nachvollziehen – vor allem, wenn man nur die Bilder sieht und noch nie dort war.
        Gruss,
        Oli

  5. Hallo Oliver,

    danke für deinen Beitrag, war sehr interessant und hilfreich. Ich gehe mit meinem Freund auch dorthin,für zwei Wochen. Wir wollen drei Tage in der Hauptstadt bleiben und dann mit dem Zug nach Westgeorgien Reisen. Wollen zum Meer, und in den Bergen.

    ich freue mich so sehr auf die Reise.
    Viele Grüße
    Londa

  6. Hallo Oliver,

    ich freu mich das ich diesen Beitrag gefunden hab, ich bin ursprünglichen aus Georgien und war schon 11 Jahre nicht dort, also kann ichmich auch kaum mehr an meine Heimat erinnern, ich fliege bald für 3 Wochen hin und frei mich schon auf tbilisi, ich hätte nur eine Frage wie ist es jetzt mit der Kriminalität und den Straßen Kindern ? Als ich noch klein wahr kann ich mich erinnern das die Kinder sehr aufdringlich wahren und man nachts nicht rausgehen durfte weil es nur vor Kriminalität strotze….. Ist es immer noch so schlimm?

    • Hallo Mari,

      nein, aufdringliche Kinder habe ich in Tiflis nicht erlebt – auch sonst keine aufdringlichen Leute, sondern alles nur sehr freundliche Menschen.

      Auch denke ich nicht, dass die Kriminalität heute noch ein ernsthaftes Problem ist. Zumindest im Stadtzentrum waren abends sehr viele Leute auf den Strassen. Das kann natürlich in einigen Vororten anders aussehen, das weiss ich nicht. Aber das Stadtzentrum ist meiner Meinung nach unbedenklich.

      Viel Spass und lass mich wissen, wie es dir gefallen hat.

      Gruss,
      Oliver

      • Hallo Mari, ich bin gerade heute Morgen aus Tbilisi zurück gekommen, wo ich mit meinem kleinen Sohn Freunde besucht habe. Ich bin total begeistert von dieser Stadt und plane schon die nächste Reise dorthin. Meine Freundin ist mit einem Georgier verheiratet und daher bekamen wir Infos aus erster Hand. zum Beispiel auch die, dass Georgien mit zu den sichersten Ländern weltweit zählt (Top 10), allerdings erst seit einigen Jahren. Aber du wirst es selbst merken, es herrscht eine hohe Polizeipräsenz in der Stadt und im Land. Wir wurden genau einmal angebettelt und das auf eine ganz rührende Art, wie hätte man da eine Frage nach Essen ablehnen können. Ich arbeite in der Tourismusbranche und hatte Georgien bis jetzt nicht als Reisziel auf der Agenda, habe aber vor, daran bald etwas zu ändern. Das Land ist definitiv mehr als eine Reise wert, aber das wirst du schon bald selbst so erleben dürfen. Liebe Grüße

  7. Hallo Oliver!
    Ich bin immer sehr froh ,wenn ich solchen interessanten Beitrag lese und besonders wenn es um meine Heimat geht,ganz schön geschrieben und deshalb bedanke ich mich sehr dafür.Alle sind ganz herzlich in Georgien eingeladen. Wie es oft bei uns sagt ,,der Gast ist das Geschenk von Gottes“ .
    Viele liebe Grüße aus Georgien

  8. Gestern hörte ich von einer Verkäuferin, dass ihr Wunschland Georgien ist und sie mit Rucksack unbedingt dort hin will. Ich erzählte ihr von meinem Vorhaben in die Mongolei zu reisen, nächstes oder übernächstes Jahr, denn in diesem Jahr war ich zweimal im Iran ( Isfahan im Februar und Yazd im Juni). Im Oktober fliege ich für 15 Tage wieder in den Iran um mir weitere Städte und Landschaften anzusehen. Visum beantrage ich in Teheran auf dem Flughafen , allerdings als Gast und nicht als Tourist, da ich Einladungen bekomme.
    Dieses Land fasziniert mich. Die Menschen sind aufgeschlossen, interessiert und hilfsbereit.
    Georgien ist nun zu meinen Wunschländern dazu gekommen, vielen Dank für deine Berichte. Karlis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.