Dienstag, 24. Oktober 2017
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Portugal: 4 Gründe und 6 Tipps für eine Mietwagenreise

Auto

Auf meinem Portugaltripp habe ich mir zum ersten Mal ein Auto gemietet. Für mich hat sich das als ideal erwiesen. In diesem Beitrag schildere ich, wieso mich diese Art zu reisen begeisterte. Ausserdem gebe ich dir Tipps, falls du selber mit dem Mietwagen durch Portugal kurven willst.

Grund 1: Viele Orte erreichst du mit dem Auto besser

Portugal ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen – zumindest solange du in der Küstenregion und den Städten bleibst, solltest du kaum Probleme habe, jeden Ort zu erreichen. Anders sieht es jedoch aus, wenn du dir das Hinterland anschauen willst.

In kleinere Dörfer wie dem berühmten Monsanto fahren täglich nur ein oder zwei Busse. Die Nationalparks erreichst du ebenfalls oft nur mit dem Auto und auch einige der Pousadas, wie beispielsweise die Pousada do Crato, sind ohne die eigenen vier Räder nur sehr schwer zu besuchen. Falls du Pousadas nicht kennst: Das sind staatliche Hotels, die hauptsächlich in Baudenkmälern untergebracht sind und eine ganz einzigartige Erfahrung bieten.

Grund 2: Portugals Städte haben mehr Hügel als Einwohner

Okay, mathematisch gesehen stimmt die Aussage nicht. Gefühlt aber schon. Die meisten Ortschaften, die ich besucht habe, waren relativ klein und lagen in einer hügeligen Landschaft. Du musst ständig hoch und runter laufen.

Enge Gassen, steile Strassen: So präsentieren sich viele portugisische Städte. Im Bild: Coimbra.
Enge Gassen, steile Strassen: So präsentieren sich viele portugisische Städte. Im Bild: Coimbra.

Grundsätzlich macht mir das nicht viel aus. Aber gerade mit schwerem Gepäck und unter der brennend heissen Sonne, kann es ziemlich schweisstreibend sein, vom Bahnhof zum Hotel oder Hostel zu gelangen. Mit dem Mietwagen kann ich einfach vor meiner Unterkunft parken. Das geht natürlich in kleineren Städten besser als in Lissabon oder Porto.

Grund 3: Das Fahren macht einfach Spass

Die meisten Ortschaften – und seien es noch so kleine Dörfer – verfügen über einen Jahrhunderte alten historischen Kern, der nur in seltenen Fällen mit einem Fahrverbot belegt ist.Das kann man schätzen oder verdammen. Tatsache ist:  Du kannst/musst durch diese steilen und oft auch sehr engen Gässchen steuern. Mir persönlich hat das viel Spass bereitet.

Grund 4: Der Preis ist kaum höher als im Bus

Ich habe in Portugal zum ersten Mal einen Mietwagen gebucht. Ausschlaggebend waren die günstigen Preise. Ich hatte einen Ford Fiesta und bezahlte dafür gerade einmal 15 Euro pro Tag plus 5 Euro für den vollen Versicherungsschutz einschliesslich Reifen- und Glasschäden.  Nochmals 20 Euro gingen pro Tag für das Benzin drauf.

Billiger gehts kaum: 15 Euro kostet mich die Miete dieses Fiestas pro Tag.
Billiger gehts kaum: 15 Euro kostet mich die Miete dieses Fiestas pro Tag.

Ich habe meine Reise am Ende nachgerechnet und kam zum Schluss, dass der Trip im Mietwagen bei zwei Pasagieren sogar ein Spürchen günstiger war, als wenn ich die gleiche Strecke mit Zug und Bus zurückgelegt hätte.

Das Auto mietete ich bei Drive on Holiday, einem einheimischen Autovermieter. Die Anmiete verlief ausgesprochen einfach und der Ablauf war schnell, obwohl ich auf Grund der kurzfristigen Miete den Voucher nicht mehr rechtzeitig gemailt bekommen hatte. Gefunden habe ich das günstige Angebot bei Cardelmar, einer Suchmaschine für Mietwagen.

Lese hier meine Tipps, wie du den günstigsten Mietwagen findest.

Tipp 1: Vermeide kostenpflichtige Autobahnen

Portugal verfügt über ein hervorragendes Netzwerk von Autobahnen. Die Strassen sind sehr gut ausgebaut und mit Ausnahme der Stadtautobahn durch Lissabon weitgehend leer. Das hat seinen Grund: Die Maut für die Autobahn ist relativ hoch. Für die rund 100 Kilometer von Lissabon nach Evora bezahlte ich beispielsweise rund 9 Euro.

Meistens muss man die Maut jedoch nicht entrichten, denn in der Regel gibt es mehr oder weniger parallel zu den Autobahnen auch kostenlose Schnellstrassen, die ebenfalls hervorragend ausgebaut sind. Auf ihnen bist du nicht sehr viel länger als auf der Autobahn unterwegs.

Ein Tipps der bei meiner Planung wichtig war: Die Nutzung der Brücke Ponte Vasco de Gama, die den Norden von Lissabon auf der Höhe des Flughafens mit dem Süden und Osten des Landes verbindet, ist kostenlos. Du musst also den Rio Tejo nicht im Norden umfahren. Die südlicher gelegene Brücke kostet eine Kleinigkeit.

Mautfrei: Die Ponte Vasco de Gama.
Mautfrei: Die Ponte Vasco de Gama.

Tipp 2: Prüfe, ob du ein Gerät zum Zahlen der Maut brauchst

Mautpflichtige Autobahnen solltest du jedoch nur aus Kostengründen meiden, sondern auch deswegen, weil es einige Streckenabschnitte wie zum Beispiel der Autobahn durch die Algarve gibt, bei der sich das Bezahlen als sehr umständlich gestaltet.

In der Theorie funktioniert das so:  Kameras lesen deine Autonummer automatisch aus, sobald du auf die Autobahn auffährst und sie wieder verlässt.  Zahlstationen gibt es nicht. Die gesamten Mautgebühren bezahlst du am Ende der Reise einfach auf der Post ein. Was zunächst ganz praktisch klingt, hat aber einen Haken:  Das Bezahlen ist nämlich frühestens zwei Tage nach der Erfassung möglich. Bist du dann schon ausser Landes kannst du die Rechnung nicht mehr begleichen. Du riskierst damit eine heftige Geldbusse.

Wenn du das Auto entgegennimmst, solltest daher du mit dem Vermieter deine geplante Route auf solche „Mautfallen“ testen. Wenn du auf Strecken mit dem „modernen“ Bezahlsystem unterwegs bist, solltest du dir überlegen, ein System zu mieten, bei dem die Maut direkt deinem Konto abgebucht war. Das kostet pro Tag etwas weniger als zwei Euro und erspart dir den Gang zum Postamt oder eine unliebsame Rechnung.

Welche Alternativen du sonst hast, erfährst du hier auf der Website der portugisischen Botschaft in Deutschland.

Tipp 3: Achte auf die passende Versicherung

Bisweilen hört man Geschichten, dass dem Mieter Schäden angehängt wurden, die sie nicht verursacht haben. Das muss nicht unbedingt eine Bösartigkeit des Unternehmens sein, sondern es ist auch möglich, dass ein weniger exponierter Schaden nicht sofort aufgefallen ist.

Um Probleme zu vermeiden, ist es auf alle Fälle sinnvoll, den Wagen bei der Übernahme genau anzusehen. Zusätzliche Sicherheit verschafft eine Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbehalt. Dann kann dir schlicht egal sein, was dir angehängt wird.

Die meisten Vermieter und Vergleichsportale bieten Versicherungen mit und ohne Selbstbehalt an. Wenn du häufiger Autos mieten willst, kannst du eine Versicherung in Erwägung ziehen, welche den Selbstbehalt für dich übernimmt. Hier habe ich einen Anbieter gefunden, der diesen Schutz für rund 100 Euro weltweit anbietet – selber aber nicht getestet.

Tipp 4:  Besuche Städte am Wochenende

Wie bei uns in Zentraleuropa wird auch in Portugal der Parkraum bewirtschaftet. Teilweise hast du blaue Zonen, teilweise Parkuhren und manchmal auch Parkplätze, wo du dein Fahrzeug unbeschränkt abstellen kannst.

Für Reisende ist es natürlich ziemlich unpraktisch, wenn man lediglich 90 Minuten parken darf. Deshalb solltest du den Besuch von Städten generell eher auf ein Wochenende legen. Denn dann kannst du dein Auto fast überall unbeschränkt abstellen.

Tipp 5: Tanke in Spanien

Benzin ist in Portugal teuer. In Spanien kostet der Sprit pro Liter etwa 20 Cents weniger. Wenn du also ohnehin gerade irgendwo in der Nähe der Grenze bist, kannst du sie problemlos zum Tanken überqueren. Die meisten Vermieter erlauben dies.

Malerische Gegend: Das Weinanbaugebiet am Duoro-Fluss.
Malerische Gegend: Das Weinanbaugebiet am Duoro-Fluss.

Tipp 6: Wähle eine schöne Route

Eigentlich ein selbstverständlicher Tipp: Schustere dir die Route so zusammen, dass du unterwegs durch schöne Regionen fährst. Besonders beliebt ist Algarve, so du abenteuerliche Strassen entlang der steilen Atlantikküste befahren kannst. Ebenfalls sehr schön ist ein Ausflug entlang des Duoro-Flusses in der Nähe von Porto. Hier fährst du durch eine wunderbares Weinanbaugebiet.

Selber bin ich von Lissabon nach Ebora gefahren, von dort weiter nach Elvas. Anschliessend gab es einen Abstecher in die Pousada von Craton, um von dort wieder nach Lissabon zurückzukehren.  Die besuchten Ortschaften waren durchaus sehr sehenswert. Aber die fast menschenleeren Strecken zwischen den Städten boten nur wenig Abwechslung und kaum sehenswerte Aussichtspunkte.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

10 Kommentare

  1. Ich kann Dir nur zustimmen. Portugal ist gerade noch klein genug, um mit dem Mietwagen richtig viel entdecken zu können und trotzdem noch total entspannt zu reisen.
    Vor allem die zauberhaften Orte an der Atlantikküste würde man sonst kaum zu sehen bekommen…

  2. Ui, Nummer 2 ist ja der Hammer! Da tappt man schnell in die Falle. Glücklicherweise habe ich bei meinem letzten Portugal-Urlaub einen Mietwagen geliehen. Sonst hätte das ganz schön teuer werden können…

  3. Da ich mit meiner Familie im August auch nach Portugal reise, bin ich bei meiner Mietwagensuche auf deiner Seite gelandet. Da ich mein Surfgepäck mitnehmen werde, brauchen wir entweder ein großes Auto und ein kleines Auto mit Dachgepäckträger. Preislich ist ein großes Auto ganz schön teuer. Weißt du, ob man ohne weiteres auch ein Auto mit Dachgepäckträger mieten kann?

    • Oliver Zwahlen

      Hallo Marco,
      da ich selber nicht surfe (und beim Skifahren das eigene Auto nehme oder die Skis miete) habe ich mich noch nie mit dieser Frage auseinandersetzen müssen. Aber ich gehe mal davon aus, dass der Gepäckträger (wie GPS und Kindersitze) zu den Sachen gehört, die sehr häufig nachgefragt werden und die du deswegen ohne Probleme erhalten solltest. Frag aber am besten kurz beim Vermieter deiner Wahl nach.
      Gruss,
      Oli

  4. Danke für den tollen Bericht. Portugal steht bei mir ganz weit oben auf der to see Liste. Beim letzten Trip hatte ich mir einen Mietwagen in Spanien gemietet, und Andalusien von vorne bis hinten, von rechts nach links erkundet. So was von genial

  5. Das ist wirklich ein toller Artikel. Mit dem Auto zu reisen hat sowieso sehr viele Vorteile. Portugal bietet so mannigfaltige Facetten, die man auf einer Pauschalreise gar nicht zu Gesicht bekommen würde.

  6. Keller Evelyne

    Wir haben ein auto bei sixt gemietet Beim zurückbringen hat die Prüferin unter der vorderen Stoßstange Kratzer gespürt Sie hat natürlich den Schaden uns angehängt Wir sind niergends aufgefahren das hätten wir bemerkt wir haben nätürlich nicht unter das Auto geschaut bei MieteBeginn .von vorne sieht man ausser ein winzig keines Teilchen wo der Lack weg ist gar nichts. Frage wie genau muss man ein Auto anschauen vor der Miete auf den Boden liegen. oder was

    • Oliver Zwahlen

      Solche Fälle gibts leider immer mal wieder. Das ist natürlich total nervend und nicht einmal unbedingt eine böse Absicht der Vermieters. Wenn der Schaden vorher nicht ausgezeichnet wurde, wissen die ja auch nicht, ob ihr das kaputt gemacht habt oder der Vormieter.

      Deswegen empfehle ich bei einer Automiete immer, eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt abzuschliessen. Dann kann es dir eigentlich egal sein, ob das wirklich ihr kaputt gemacht habt oder der Vormieter. So eine Versicherung kostet nicht viel, spart aber unter Umständen einigen Ärger und Kosten.

  7. Hallo Oliver, Danke für deinen tollen Bericht, wirklich sehr hilfreich.
    Wir planen momentan auch portugal mit dem Mietwagen zu erkunden, nun haben wir aber bedenken bei der elektronischen Maut. Uns ist nicht ganz klar wie diese abgerechnet wird, du sagtest dass man für ca 2 Euro pro Tag ein mautgerät beim mietwagen Veranstalter mieten kann. Heißt dass das wir 2 € Pro Tag zahlen und keine weiteren Mautgebühren auf uns zu kommen oder sind die 2 € wirklich nur dafür dass der Vermieter uns das Gerät zur Verfügung stellt?
    Ich hoffe du kannst uns weiterhelfen 🙂
    Lg von Bianca und Marcel

    • Oliver Zwahlen

      Hi Bianca,

      wie das genau gehandhabt wird, hängt von deinem Vermieter ab. Beim ersten Mal hätte ich das Auslesegerät für 2 Euro pro Tagen mieten und die tatsächlich anfallende Maut auch noch bezahlen müssen. Das mir das zu teuer war, habe ich keine Autobahnen genommen. Beim zweiten Mal war das Gerät in der Miete eingeschlossen und ich erhielt nach der Rückkehr eine detaillierte Rechnung. Es lohnt sich also, einen Blick auf das Kleingedruckte zu werfen.

      Die Alternative ist natürlich, dass du auf Autobahnen mit dem neuen System verzichtest. Das ist leichter als du vielleicht glaubst: Meistens gibt es eine parallel verlaufende Schnellstrasse. Etwas mühsam ist nur das Gebiet rund um die Metropolen Lissabon und Porto. Falls du doch auf eine Autobahn gerätst, auf der du nicht bar oder mit Karte bezahlen kannst, besteht auch die Möglichkeit, ein paar Tage später die Gebühren bei der portugiesischen Postpank für deine Autonummer bezahlen. Das habe ich allerdings nie selber probiert.

      Ich hoffe, dass hat euch etwas geholfen…

      Gruss,
      Oli

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