Dienstag, 6. Dezember 2016
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Duoro-Tal mit dem Camper: Was du wissen solltest

Mit dem Camper auf der Strasse nach Penedo Durao. Fotos: O. Zwahlen und T. Eugster
Mit dem Camper auf der Strasse nach Penedo Durao. Fotos: O. Zwahlen und T. Eugster

Das Duoro-Tal gehört zu den bekanntesten Weinregionen der Welt und zu einer der am häufigsten besuchten Gegenden Portugals. Die meisten reisen mit dem Zug an oder unternehmen eine mehrtägige Flusskreuzfahrt. Dabei ist das Duoro-Tal mit dem Camper ideal.

Als ich vor zwei Jahren das erste Mal im Duoro-Tal war, bin ich mit der Eisenbahn von Porto nach Pinhao gefahren. Die Idee war, zwei oder drei Stunden in den nahe gelegenen Rebbergen zu wandern und von einem Hügel aus einen tollen Blick auf das Städtchen und den Fluss zu werfen.

Doch in der sommerlichen Hitze machte das ohne eigenes Fahrzeug einfach nicht richtig Spass. Schon nach einer halben Stunde habe ich mich total verschwitzt am erstbesten Ort mit Aussicht unter einen Baum gesetzt und im Schatten mein Picknick verzehrt.

Der Tag war zwar deswegen kein Reinfall, aber mit einer gewissen Enttäuschung stieg ich doch wieder in den Zug ein. Ich versprach mir, das nächste Mal mit dem eigenen Fahrzeug anzureisen. Vom Resultat dieses Versprechens möchte ich heute erzählen.

Vier Arten, das Duoro-Tal zu erkunden

Das Duoro-Tal lässt sich auf höchst unterschiedliche Art und Weise bereisen. Die wichtigsten Möglichkeiten möchte ich vorweg aufzählen und die Vor- und Nachteile erwähnen.

  • Mit dem Zug: Ab Porto erreichst du die Weinbaugebiete in rund 2,5 Stunden mit dem Zug. Die „Linha do Duoro“ gehört zu den landschaftlich schönsten Bahnstrecken in Portugal. Allerdings ist der Zug ziemlich ruckelig und laut. Du kannst zwar problemlos verschiedene Ziele verbinden, aber die wirklich schönen Ecken erreichst du nur zu Fuss oder gar nicht. Beliebt sind die einstündigen Bootstouren ab Pinhao. Hier findest du beim Blogger-Kollegen Wolfgang einen ausführlichen Reisebericht zu dieser Option. Ideal für Sparfüchse.
  • Mit einer Tour: Es gibt verschiedene Tagesausflüge, die dich wahlweise per Minibus oder mit einem Boot in die Weinbaugebiete bringen. In der Regel ist der Besuch einer Quinta inbegriffen. In diesen traditionellen Weingütern kannst du die edlen Tropfen auch gleich degustieren. Bessere Touren beinhalten häufig auch ein leckeres Essen. Einen guten Überblick über die unterschiedlichen Angebote bietet getyourguide.com, du kannst aber auch problemlos eine Tour in Porto buchen. Ideal für Weinliebhaber und Bequeme.
  • Mit dem Kreuzfahrtschiff: Wenn du dem Duoro entlang fährst, wirst du auf dem Fluss immer wieder kleine Kreuzfahrtschiffe entdecken. Die schwimmenden Hotels bieten die Möglichkeit, die Region mehrere Tage lang in aller Tiefe und Ruhe zu erkunden. Die Flusskreuzfahren führen teilweise auch weiter nach Spanien, wo der Fluss Duero heisst. Ideal für Langsamreisende.
  • Mit dem Camper/Mietwagen: So schön das Duoro-Tal auch ist: Die besten Sehenswürdigkeiten befinden sich häufig etwas ab vom Schuss in den Seitentälern. Um diese Orte zu erreichen, wirst du kaum um ein eigenes Fahrzeug kommen. Aber keine Sorge: Mietwagen und Camper sind in Portugal vergleichsweise günstig. Ideal für Unabhängige.
Eine der klassischen Arten, das Duoro-Tal zu besuchen beginnt hier im Bahnhof von Porto.
Eine der klassischen Arten, das Duoro-Tal zu besuchen beginnt hier im Bahnhof von Porto.
Rebberge in der Region Alto Duoro.
Rebberge in der Region Alto Duoro.

5 Gründe, das Duoro-Tal zu bereisen

Die meisten Besucher beschränken sich auf die Rebberge in der Umgebung von Pinhao und Peso da Régua. Das ist schade. So schön die Weinregion auch ist: In direkter Umgebung des Duoro-Tals gibt es noch viel mehr zu entdecken. Hier fünf Gründe, das Duoro-Tal etwas ausführlicher zu bereisen.

Grund 1: Die einzigartige Weinlandschaft

Du musst kein grossartiger Weintrinker sein, um das Duouro-Tal zu lieben – die Landschaft mit ihren steilen Rebbergen sieht einfach unglaublich schön aus. Aber wenn du dich für Wein erwärmen kannst, dann könnte die Region dein persönliches Paradies werden.

Auf alle Fälle solltest du dir eine oder mehrere Quintas ansehen. Die meisten erlauben kostenlos einen Spaziergang durch das Anwesen. In der Regel kannst du dich auch Führungen anschliessen, in denen dir der Produktionsprozess näher gebracht wird. Die anschliessende Degustation ist eine Selbstverständlichkeit.

Auf unserer Fahrt haben wir in mehreren Weingütern Halt gemacht und sie uns angeschaut. Am schönsten fand ich das Weinschloss im etwas abseits gelegenen Mateus, wo ein besonders süsses Tafelgetränk produziert wird. Es lohnt sich auch, lediglich den prunkvollen Garten der Anlage zu besuchen.

Grund 2: Die atemberaubenden Bergstrassen

Ich fahre gerne auf etwas anspruchsvolleren Bergstrassen – und davon gibt es im Duoro-Tal jede Menge. Die in der Regel äusserst schmalen Wege schmiegen sich an den Berg und schlängeln so mitten durch die Rebberge.

Reiseführer bezeichnen die N222 gerne als besonders malerisch. Ich empfehle aber, diese breite Strasse zu verlassen und stattdessen die wirklich abgelegenen Wege zu befahren. Besonders gut gefielen mir zum Beispiel die EN212 und die Ausfallstrasse, die nach Penedo Durao hochführte, wo du von 300 Meter hohen Klippen in das Tal blicken kannst.

Grund 3: Die grandiosen Burgen

Die ganze Grenzregion zu Spanien war einst militärisch unglaublich wichtig. Und so zieht sich heute eine Perlenkette von alten Burgen und Befestigungsanlagen durch den Osten des Landes. Viele Burgen sind frei zugänglich und die Befestigungen werden heute noch immer bewohnt.

Mein persönliches Highlight war die mittelalterliche Burg von Marialva. Bevor wir sie besuchen konnten, mussten wir im 250 Seelendorf den Mitarbeiter suchen, der den Schlüssel hat. Wenig überraschend waren wir die einzigen Touristen auf der ganzen Anlage. So kam richtiges Entdecker-Feeling auf.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt die kleine sternförmige Festung Almeida. Innerhalb ihrer dicken Mauern befindet sich ein verschlafenes portugeiesisches Dorf mit kleinen hübschen Häusern und ein paar lokalen Sehenswürdigkeiten wie dem Stadtmuseum.

Doch Burgen gibt es in dieser Gegend an jeder Ecke. Einige davon sind in den letzten Jahren übrigens in Hotels umgebaut worden. Auf meiner ersten Portugalreise habe ich in einem anderen Teil des Landes in so einer Pousada übernachtet.

Grund 4: Die verlassenen Dörfer und Städte

Ich habe eine grosse Leidenschaft für Geisterstädte. Die verlassenen Ortschaften hinterlassen in mir immer ein Wechselbad der Gefühle. Das ländliche Portugal leidet unter einer starken Landflucht und in den kleinen Dörfern und Städtchen ist das auf besonders tragische Weise zu sehen.

Immer wieder fuhren wir durch Ortschaften mit wunderschöner Bausubstanz, die halb oder auch bereits ganz am Verfallen war. Ich male mir dann aus, wie man die hübschen Orte mit der Förderung von Tourismus sanieren könnte. Doch dann fahre ich durch das nächste Dorf, das genauso schön und verfallen ist, und realisiere: Schönheit ist hier nichts Besonderes.

Diese zwei Städtchen solltest du auf alle Fälle besuchen. Sie sind zwar nicht ganz zerfallen und verlassen, aber die Folgen der Landflucht sind auch dort deutlich zu erkennen und werden dir hier und da einen Schauer über den Rücken jagen.

  • Lamego: Wegen seiner beeindruckenden Barocktreppe, die über fast 600 Stufen zu einer kleinen Kirche (Igreja de Nossa Senhora Ramèdio) führt.
  • Amarante: Wegen der mittelalterlichen Brücke, dem Kloster und dem verlassenen Bahnhof

Grund 5: Prähistorische Zeichnungen im Vale do Côa

Kennst du die Felsenmalereien von Lascaux? Das sind diese bekannten Höhlen in Zentralfrankreich, in denen um die 20.000 Jahre alte Malereien entdeckt worden waren. Etwas ganz ähnliches gibt es auch in der Nähe von Vila Nova de Foz Côa an einem Zufluss des Duoro.

Beim Bau eines Staudamms fanden Wissenschaftler auf einer Strecke von 17 Kilometer zahlreiche Petroglyphen, deren Alter auf bis zu 25.000 Jahre geschätzt wird. Anders als in Lascaux sind hier allerdings keine Malereien, sondern Ritzzeichnungen.

Die Zeichnungen sind heute teilweise nur noch schwer zu erkennen und ihre Kunstfertigkeit ist nicht besonders eindrücklich. Aber die Vorstellung, vor einem derart alten Zeugnis zu stehen, ist trotzdem aussergewöhnlich.

Auf Grund der grossen Bedeutung der Funde, ist es nur möglich, die Felsenzeichnungen im Rahmen einer geführten Tour anzusehen, die du im dortigen Museum günstig buchen kannst. Beachte, dass pro Tag maximal 40 Personen die unterschiedlichen Fundstätten besuchen dürfen. Bei unserem Besuch (Ende Oktober) mussten wir einen Tag auf die nächste freie Tour warten. In der Hauptsaison solltest du ein paar Wochen im Voraus reservieren.

Schafe auf einer Nebenstrasse.
Schafe auf einer Nebenstrasse.
Immer wieder führt der Weg durch kleine halb verlassene Dörfer.
Immer wieder führt der Weg durch kleine halb verlassene Dörfer.

Tipps für eine Camper-Reise im Duoro-Tal

Wir verbrachten mit unserem von Indie-Camper zur Verfügung gestellten Fahrzeug fünf Tage am Duoro und in dessen Nähe. Das war eine relativ gute Zeitspanne, um einen vertieften Einblick in die Region zu gewinnen. Trotzdem reichte die Zeit nicht aus, um alles anzusehen, was uns interessiert hätte. Hier meine praktischen Tipps für eine Campingreise durchs Duoro-Tal.

Tipp 1: Unterschätze nicht die Distanzen

Der grösste Fehler bei unserer Planung war, dass wir nach einem Blick auf die Karte die Distanzen vollkommen falsch eingeschätzt haben: Von Porto bis zur spanischen Grenze sind es auf dem Papier gerade einmal etwas mehr als 100 Kilometer.

In der hügeligen Region bedeuten hundert Kilometer Luftlinie aber locker drei Mal so viele Strassenkilometer. Und da die Autobahn weitab von den Sehenswürdigkeiten vorbeiführt, sind oft gewaltige Umwege nötig. Die direkten Strassen wiederum sind häufig in einem Zustand, der kaum Geschwindigkeiten über 50 Stundenkilometer zulässt.

Hinzu kam, dass wir mit unserem breiten Bus in den engen Gassen der Altstädte hin und wieder steckenblieben und im Rückwärtsgang einen alternativen Weg suchen mussten.

Tipp 2: Achte auf die Mautstrassen

Auf den portugiesischen Autobahnen wird eine Maut fällig. In der Theorie funktioniert das so:  Kameras lesen deine Autonummer automatisch aus, sobald du auf die Autobahn auffährst und sie wieder verlässt. Die gesamten Mautgebühren bezahlst du am Ende der Reise auf der Post ein.

Was zunächst ganz praktisch klingt, hat aber einen Haken:  Die meisten Postfilialen haben für Reisende eher ungünstige Öffnungszeiten, zudem ist das Bezahlen  frühestens zwei Tage nach der Erfassung möglich. Wenn du die die Rechnung nicht begleichst, riskierst du eine heftige Geldbusse.

Die Alternative ist, ein teures Bezahlgerät von Via Verde zu mieten oder Autobahnen gänzlich zu meiden. Indie Camper hat hier einen guten Kompromiss gefunden: Überall, wo du keine andere Wahl hast, übernimmt der Vermieter die Mautgebühren für dich. An allen Stellen, wo du bar oder mit Kreditkarte bezahlen kannst, musst du die Gebühren vor Ort selber berappen.

Tipp 3: Recherchiere die Campingplätze

Wildes Campieren ist in Portugal offiziell verboten. Liest man in den einschlägigen Foren, scheint das Verbot aber kaum durchgesetzt zu werden. Auch wir haben mehrere Nächte auf Raststätten verbracht. Und ganz ehrlich: Die Nebenstrassen haben nachts praktisch null Verkehr. Die Chance, erwischt zu werden, ist extrem klein.

Wieso also überhaupt auf einem Campingplatz? Erstens kosten sie kaum etwas. Für den Stellplatz in Vila Flor bezahlten wir für zwei Personen und das Auto insgesamt 8 Euro. Zweitens möchte ich auch hin und wieder duschen, Wasser nachfüllen und die elektronischen Geräte laden.

Im Duoro-Tal gibt es gerade einmal eine Handvoll Campingplätze. Um nicht unnötige Kilometer zurückzulegen, solltest du im Vorfeld planen, wo du übernachten willst.

Tipp 4: Achte auf die passende Versicherung

Nicht immer ist es möglich, ein Auto vollkommen ohne Selbstbehalt zu versichern. Auch bei Indie Campers nicht. Deswegen solltest du eine externe Versicherung in Erwägung ziehen, welche den Selbstbehalt für dich übernimmt. Hier habe ich einen Anbieter gefunden, der diesen Schutz für rund 100 Euro weltweit anbietet – selber aber nicht getestet.

Das schützt dich im Falle eines Schadens. In den engen Gassen hast du nämlich schnell einen fetten Kratzer in der Karrosserie. Mehr als einmal mussten wir die Rückspiegel einklappen, um irgendwo durchfahren zu können. Eine richtige Vollkasko nimmt die aber auch die Furcht, dass dir ein Schaden des Vormieters angehängt werden kann.

Die letzten Stufen der Barocktreppe in Lamego.
Die letzten Stufen der Barocktreppe in Lamego.
Eine der zahlreichen verlassenen Burgen. Im Bild Nomao.
Eine der zahlreichen verlassenen Burgen. Im Bild Nomao.

Was kostete der Roadtrip?

Portugal ist für europäische Verhältnisse ein eher günstiges Reiseland. Die fünftägige Tour unternahmen wir zu zweit, wodurch die Kosten gegenüber einer Alleinreise deutlich günstiger ausfielen. Hier die Aufzählung der wichtigsten Ausgaben:

  • Fahrzeug: Unser „Sporty“von Indie Campers kostete pro Tag 79 Euro. Die Preise sind allerdings von der Jahreszeit abhängig. Hinzu kamen 15 Euro für eine umfassende Versicherung. Das ergab bei 5 Tagen insgesamt 470 Euro.
  • Treibstoff: Insgesamt 850 Kilometer haben wir zurückgelegt. Dabei kamen wir mit einer einzigen Tankfüllung aus, für die wir etwa 80 Euro bezahlten. Hinzu kamen etwa 20 Euro für die Maut.
  • Unterkünfte: Zwei Mal nahmen wir einen Zeltplatz und drei Mal schliefen wir auf einem öffentlichen Parkplatz. Dafür wurden insgesamt weitere 25 Euro fällig.
  • Essen: Zum Frühstück gab es jeweils Cornflakes und am Mittag assen wir wahlweise selbstgemachte Sandwiches oder kochten eine Kleinigkeit. Am Abend besuchten wir meistens ein Restaurant – auch um meinen Laptop wieder zu laden. Die Ausgaben für das Essen schätze ich auf 170 Euro. Hier besteht aber ein grosses Sparpotential.
  • Eintritte: Auf dem Roadtrip besuchten wir vor allem Dörfer und Natursehenswürdigkeiten. Allerdings waren auch Eintritte in Quintas fällig sowie eine Tour zu den Petroglyphen. Alles zusammen hat etwa 50 Euro gekostet.
  • Total: Sollte ich in dieser Aufzählung nichts vergessen haben, gaben wir pro Person 410 Euro aus. Das entspricht etwa 80 Euro pro Tag.

Mit dem Camper vor einer Dorfkirche am Oberlauf des Duoro.

    Mit dem Camper vor einer Dorfkirche am Oberlauf des Duoro.
Schwer zu erkennen: In diesem Felsen befinden sich 20.000 Jahre alte Ritzzeichungen.
Schwer zu erkennen: In diesem Felsen befinden sich 20.000 Jahre alte Ritzzeichungen.

Meine Erfahrungen mit Indie Campers

Bevor ich meine Erfahrungen schildere, möchte ich offenlegen, dass Indie Campers das Fahrzeug zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Die Beschreibung in diesem Text ist davon aber nicht beeinflusst.

Die Abholstation von Indie Campers befindet sich weit ausserhalb von Porto im Vorort Maia. Da sie ohne Fahrzeug nur sehr schwer zu erreichen ist, kannst du dich kostenlos vom nahen Flughafen oder einer Metrostation abholen lassen. Das hat bei uns hervorragend geklappt.

Die Entgegennahme des Fahrzeugs zog sich ziemlich in die Länge. Allerdings nicht, weil viele Leute dort gewesen wären, sondern weil sich das Team vor Ort sehr viel Zeit nahm, um die Funktionsweise des Fahrzeugs ausführlich zu erklären. Das ist also nicht unbedingt schlecht.

Beim Equipment ist eine elektrische Kühlbox und ein kleiner Gaskocher dabei. Positiv überrascht hat mich, dass die Fahrzeuge mit Bettzeug ausgestattet sind. Es ist also nicht nötig, einen Schlafsack mitzubringen. Zusätzliches Equipment wie einen Campingtisch oder Surfbretter lassen sich dazumieten.

Die Rückgabe verlief schnell und problemlos. Der Angestellte warf nur einen sehr flüchtigen Blick auf allfällige Schäden und unterzeichnete die Schadensfreiheit.

Und das Fahrzeug selber? Indie Camper ist eine relativ junge Firma, die derzeit schnell expandiert. Das hat eine recht junge Flotte zur Folge. Mein Fiat war gerade einmal 6 Monate alt und hatte nur 20.000 Kilometer auf dem Zähler. Technische Probleme sind da kaum zu erwarten.

Die Ausstattung war sehr gut. Auffallend waren die vielen Halogenspots in der Fahrzeugkabine, die insgesamt vier USB-Anschlüsse und die vielen Stauräume. Das untere (ausziehbare) Bett war gross und angenehm, allerdings war das obere Bett für eine erwachsene Person etwas arg niedrig und wohl eher für Kinder geeignet.

Teilweise wirkte die Ausstattung selbst gebastelt. Mir gefiel das, weil es nicht so industriell aussah, sondern eher nach einer Firma mit Leidenschaft für Camper. Aber das ist natürlich Geschmacksfrage.

Etwas nervend fand ich, dass die 220V Steckdose nur funktioniert, wenn man das Auto auf dem Campingplatz anschliesst. Ein Spannungswandler hätte hier auch stärkeren Strom liefern können. Falls du so was brauchst, solltest du dir das entsprechende Gerät selber mitbringen.

Fazit

Dies war mein zweiter Roadtrip durch Portugal, allerdings der erste mit einem Camper. Da Portugal den Verkehr nicht überreglementiert, macht das Fahren vor allem auf dem Land noch richtig Spass. Die anderen Verkehrsteilnehmer erlebte ich generell als rücksichtsvoll und zuvorkommend.

Vor allem aber ist ein Roadtrip ideal, um die Dörfer zu besuchen, die mit dem öffentlichen Verkehr kaum erschlossen sind. Als weniger ideal hat sich hingegen die Reisezeit Ende Oktober erwiesen: Die Temperaturen waren zwar durchwegs angenehm, allerdings hat es sehr häufig geregnet. Insgesamt kann ich einen Roadtrip durch Portugal nur empfehlen.

Hinweis: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Camper-Vermieter Indie Camper und enthält vereinzelt Affiliate-Links.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

Ein Kommentar

  1. Ach ja, das Douro-Tal. Es hat schon eine tolle Landschaft dort. Aber, und das habe ich ja auch gelernt, man sollte sich schon etwas Zeit nehmen, um das Gebiet sinnvoll zu erkunden. Wie der Zufall so will, werde ich mich morgen Richtung Porto aufmachen, habe dort aber nur noch 5 Tage zur Verfügung. Mal schau´n, ob ich davon etwas für das Douro Valley abzweige. Möglicherweise diesmal nicht, aber wenn, dann vor allem auch mit Blick auf den Wetterbericht …

    Grüße,
    Wolfgang

    PS. Schönen Dank für die Verlinkung … 😉

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