Donnerstag, 23. März 2017
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Günstige Unterkünfte finden: Die wichtigsten Fragen der Leser

Freies Hotel: Hotels vorab zu buchen ist oft nicht nötig und auch teuerer. Fotos: O. Zwahlen
Zimmer frei: Hotels vorab zu buchen ist meistens nicht nötig und oft sogar teurer. Fotos: O. Zwahlen

Bist du auf der Suche nach dem besten Portal, um eine Unterkunft zu buchen? In diesem Beitrag beantworte ich diese und weitere wichtige Leserfragen zum Thema Hotel buchen. Zudem verrate dir, wieso es für Backpacker oft günstiger ist, sich sein Bett erst vor Ort zu suchen.

Alle paar Tage erhalte ich Zuschriften von Lesern. Manchmal gibt es ein kleines Lob für meine Arbeit. Häufig aber bekomme ich ganz konkrete Fragen gestellt von Leuten, die vor ihrer ersten grösseren Reise stehen und sich dabei unwohl fühlen. Meistens dreht es sich um das Thema Sicherheit, worüber ich vor einiger Zeit hier geschrieben habe.

Am zweithäufigsten erhalte ich Fragen zum Umgang mit Unterkünften: Konkrete Empfehlungen für eine Region, oft auch Fragen zur Recherche. Die wichtigsten davon habe ich heute in diesem FAQ-Artikel zusammengefasst.

Hilf mir, das FAQ weiter wachsen zu lassen. Hast du eine Frage rund um die Recherche von Unterkünften, dann hinterlasse hier eine Nachricht, schreib mir eine Mail oder kontaktier mich über Facebook. Ich helfe dir gern.

1. Sind Unterkünfte über Buchungsportale günstiger?

So generell lässt sich das nicht sagen. Klar ist: Mit einem Buchungsportal hast du ein zusätzliches Glied in der Wertschöpfungskette, das ebenfalls etwas verdienen will. Auf der anderen Seite haben Buchungsportale eine grosse Marktmacht und können günstigere Preise durchdrücken. Häufig zwingen sie den Hotels und Hostels eine Garantie auf, die Zimmer nirgendwo sonst günstiger zu veräussern. Eine Praxis, die in verschiedenen Ländern die Wettbewerbsbehörden beschäftigt.

Unabhängig davon macht es aber für die Gastgeber Sinn, auf Buchungsportalen möglichst niedrige Preise anzubieten. Der Grund: Im Internet lassen sich die Preise sehr viel besser vergleichen. Stehst du erst einmal an der Rezeption, ist es für dich mit beträchtlichem Aufwand verbunden, ins nächste Hotel zu gehen. Auf einer Website hingegen ist die Konkurrenz lediglich ein Klick entfernt.

Meine Erfahrung ist, dass sich die Internetpreise bei Hostels und Jugendherbergen kaum vom Walk-in unterscheiden. Je teurer (oder überteuerter) ein Hotel ist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass du über Vorabbuchungen massiv sparen kannst.

Denke auch daran: Wenn du mit einem ganz kleinen Budget unterwegs bist, solltest du um Internetbuchungen einen Bogen machen. Denn die wirklich billigen Unterkünfte sind in vielen Ländern überhaupt nicht im Internet vertreten.

Strandhütte eines Musikliebhabers in Cherating, Malaysia: In keinem Buchungsportal zu finden.
Strandhütte eines Musikliebhabers in Cherating, Malaysia: In keinem Buchungsportal zu finden.

2. Muss ich Unterkünfte im Voraus buchen?

Zwingend nötig ist das auf keinen Fall. Vielmehr ist es eine Frage der persönlichen Präferenzen. Wenn es dir wichtig ist, schon morgens zu wissen, wo du am Abend schläfst, dann wirst du dich mit einem reservierten Zimmer wohler fühlen. Persönlich bevorzuge ich jedoch die grössere Freiheit und Spontanität.

In all den Jahren, die ich unterwegs war, hatte ich nur ein einziges Mal Schwierigkeiten, eine Unterkunft zu finden. Das war im indischen Chandigarh während der Cricket-Weltmeisterschaft. Nachdem ich von etwa 20 Hotels abgewiesen wurde, entschloss ich mich, in die nächste Stadt zu fahren. Glücklicherweise fand ich im letzten Augenblick im Busbahnhof noch ein Bett im Schlafsaal für die Chauffeure. Allerdings ist das nicht für jeden was.

Unterkünfte buche ich eigentlich nur in Städten, die für ihren Mangel an preiswerten Hostels bekannt sind. Beispiel: Tokyo oder New York. Hinzukommt, dass es mich in solchen Städten schnell finanziell ruinieren würde, wenn ich statt in einem Massenschlafsaal in einem Fünfsterne-Hotel übernachten müsste.

3. Was sind die besten Buchungsplattformen?

Über welche Buchungsplattform du jeweils buchst, ist einerseits eine Geschmacksfrage und hängt andrerseits von deinem Budget ab. Für Hostels und Jugendherbergen bieten sich vor allem Hostelworld an. Persönlich ist mir das italienische Hostelsclub sympathisch, da die schon mehrmals meine Übernachtungen gesponsert haben.

Wenn du lieber in Hotels übernachtest, dann ist der Marktführer booking.com eine gute erste Anlaufstelle. Für Reisen in Asien schaue ich gerne auf Agoda. Meistens aber vergleiche ich die Preise jeweils über eine Metasuchmaschine wie die Hotelsuche von Skyscanner.

Ferienwohnungen und private Zimmer findest du bei airbnb.com (24 Franken-Gutschein für Neukunden). Ganz neu dabei ist das französische Likibu. Das Besondere: Hierbei handelt sich um eine Metasuchmaschine speziell für Ferienwohnungen, welche die Angebote der unterschiedlichen Vermittler miteinander vergleicht. Das ist auf alle Fälle sehr praktisch und häufig noch günstiger als der Vergleich von Hotels.

Etwas luxeriöser: Eine Pousada in Portugal, buchbar über Buchungsportale.
Etwas luxeriöser: Eine Pousada in Portugal, buchbar über Buchungsportale.

4. Sind lange vorab gebuchte Unterkünfte günstiger?

Was du zahlen musst, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: a.) Der Auswahl/Menge der angebotenen Zimmer und b.) dem eigentlichen Preis der jeweiligen Unterkunft. Faktor A ist einleuchtend: Je früher du buchst, desto grösser ist die Auswahl. Damit ist natürlich auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Zimmer in der gewünschten Preisklasse noch verfügbar ist. Das Beste verkauft sich am schnellsten.

Bei der Preisgestaltung der einzelnen Unterkünfte ist die Marktlogik jedoch nicht mehr ganz so klar. Wie bei Flügen hast du hier zwei gegenläufige Tendenzen: Nämlich Frühbucher-Rabatte versus Last-Minute-Schnäppchen. Grundsätzlich haben Hotelbetreiber ein Interesse daran, dass du so früh wie möglichst buchst. Denn sobald du bezahlt hast, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass du noch zur Konkurenz gehst.

Leerstehende Zimmer als Last-Minute-Angebote zu verbraten, sieht auf den ersten Blick nach einer sinnvollen Option aus. Sie hat jedoch einen Nachteil: Bei den Kunden, die bereit wären, den vollen Preis zu bezahlen, geht bei vergünstigen Lastminute-Angeboten der Gewinn verloren. Deswegen werden solche Restposten häufig auf speziellen Blindbooking-Portalen wie „Surprice Hotels“ angeboten. Hier erfährst du den Namen deines Hotels erst NACH der Buchung. Wie das genau funktioniert, habe ich hier beschrieben.

Schlussbemerkungen

Preislich spielt es oft keine grosse Rolle ob, du zuvor buchst oder nicht. Insbesondere im tiefsten Preissegment findest du vor Ort meistens bessere Deals. Die Gefahr, dass du irgendwo keine Unterkunft mehr findest, ist verschwindend klein. Die wichtigste Frage ist daher: Ist dir beim Reisen die Freiheit oder die Gewissheit wichtiger. Meine Antwort kennst du ja jetzt.

Zum ersten Mal hier? Dann lese hier, worum es in diesem Blog geht. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann solltest du dich unbedingt beim monatlichen Newsletter einschreiben, damit du künftig nichts mehr verpasst.

Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

3 Kommentare

  1. Danke für den informativen Artikel. Ich buche meistens einige Zeit im Voraus um eine gewisse Sicherheit zu haben. Unterwegs ändere ich dann meine Route immer nach Lust und Laune.

    Nur in Japan hatte ich extreme Schwierigkeiten kurzfristig ein freies Zimmer zu bekommen. Ich wollte meine Route etwas ändern und selbst knapp 1 Woche im Voraus waren in Osaka und Tokyo nur 3 oder 4 Zimmer verfügbar. Zu irrsinnigen Preisen versteht sich. Grundsätzlich finde ich aber das gerade Tokyo und Osaka doch recht viele günstige Unterkünfte anbieten. In Städten abseits der Touristenmassen (Shari oder Wakkanei oder auch auf Kyushu) sind die Preise doch deutlich höher.

    Für manche Länder kann man hingegen gar nicht über die großen Portale buchen. Kuba ist z.B. mit Booking.com gar nicht buchbar. Oder auch der Iran aufgrund der noch vorhandenen Sanktionen.

    In anderen Ländern hatte ich weit weniger Probleme.

    • Oliver Zwahlen

      Zu Japan: Ich war in Japan meistens mit Auto und Zelt unterwegs, so dass wir dort nicht so oft was buchen mussten. Aber ich kann gut vorstellen, dass deine Beobachtung stimmt. Wobei vermutlich touristisch interessantere Ziele auf dem Land dann wiederum günstiger sind.

      Du hast natürlich recht: Die Portale sind nicht in jedem Land gleich gut bzw. bieten in manchen Ländern gar nichts an. Das muss nicht zwingend mit politischen Restriktionen zusammenhängen. Für manche Staaten wie etwa die Zentralafrikanische Republik gibts ganz einfach keinen Markt.

  2. Rieselfritzchen4

    Danke für die vielen Tipps
    Wollte mir die Tage mal in Davos eine unterkunft günstig besorgen. Ich werde es mal mit dem versuchen, was du vorschlägst. 🙂

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