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Südkorea: Zehn Fragen, die du dir vor der Reise stellst

Traditionelle Häuser im Zentrum von Seoul: das Hukchon-Hanokdorf. Fotos: O. Zwahlen
Traditionelle Häuser im Zentrum von Seoul: das Bukchon-Hanokdorf. Fotos: O. Zwahlen

Spielst du mit dem Gedanken nach Südkorea zu reisen, weisst aber nicht so recht, was dich dort erwartet? Dann solltest du hier weiterlesen. In diesem Artikel versuche ich, alle Fragen zu beantworten, die du vor deiner ersten Korea-Reise haben könntest.

Vor zehn Jahren habe ich auf dem Weg nach Japan einen kurzen Zwischenstopp in Seoul eingelegt. Es waren vielleicht drei oder vier Tage, die ich in der südkoreanischen Hauptstadt verbrachte. Ich hatte eine gute Zeit, aber so richtig beeindrucken konnte mich die Stadt damals nicht. Für mich war Seoul so etwas wie Tokyo Light, eine Art Japan zum halben Preis.

Natürlich war mir schon damals klar, dass ich Südkorea mit dieser Einschätzung unrecht tue und dass ich den Eindruck vor allem deswegen hatte, weil ich zu wenig Zeit im Land verbrachte. Deswegen war Südkorea schon seit vielen Jahren auf meiner Liste von Orten, die ich noch einmal besuchen wollte. Im April dieses Jahres war es so weit: Ich nahm mir zwei Wochen Zeit, um das Land zu besuchen. Die Zeit verbrachte ich hauptsächlich in Seoul, Busan und der historischen Stadt Jeonju.

In den folgenden Zeilen beantworte ich alle Fragen, die ich vor meiner ersten Reise nach Südkorea gehabt habe. Nun sind meine Fragen nicht zwingend auch deine Fragen. Willst du also noch etwas wissen, dann fühle dich frei, einen Kommentar zu schreiben. Ich versuche, so schnell wie möglich zu antworten und deine Frage anschliessend in den Text einzuarbeiten.

1. Was kann ich in Südkorea sehen?

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wirst du deine Reise in Seoul beginnen. Die Stadt ist der Hammer! Ich habe fast eine Woche dort verbracht und hatte am Ende das Gefühl, nur gerade an der Oberfläche gekratzt zu haben. Tagsüber besuchst du am besten die zahlreichen Museen, historischen Tempel und Paläste oder spazierst durch die alten Hanok-Viertel.

Korea hat eine vielseitige Musikszene. Im Bild die Sängerin Vivan Lee.
Korea hat eine vielseitige Musikszene. Im Bild die Sängerin Vivan Lee.

Abends geniesst du eines der zahlreichen Live-Konzerte oder wirfst dich ins grandiose Nachtleben. Freunde des Bizarren kommen in den Themen-Restaurants auf ihre Kosten. Ich war beispielsweise in einem Café, wo frau sich als Prinzessin verkleiden konnte. Wenn du Tiere magst, ist vielleicht ein Streichel-Café genau das richtige für dich. Die Auswahl ist gross: sind die Hunde und Katzen zu gewöhnlich, dann streichle doch zu deiner Cola einfach ein paar Schafe.

Wie bei einem Land, das an drei Seiten vom Meer umgeben ist, nicht anders zu erwarten ist, verfügt Korea über eine Reihe von erstklassigen Stränden. Am bekanntesten hierfür ist die Ferieninsel Jeju, auf die ich es leider nicht geschafft habe. Im Südwesten von Korea gibts weitere Strände, die etwas leichter zugänglich sind. Selbst die Hafenstadt Busan verfügt über eine Reihe von ganz passablen und feinsandigen Stränden, die sich im Sommer jedoch ziemlich füllen.

Das Inland besticht mit abgelegenen Tälern und Naturschutzgebieten. In vielen dieser Gegenden werden Programme für einen Aufenthalt in einem Tempel angeboten. Das steht bei mir auf der To-Do-Liste für die nächste Korea-Reise. Ebenfalls gibt es verschiedene Hanok-Dörfer, also Ortschaften, in denen hauptsächlich noch traditionelle Häuser stehen.

Ein aussergewöhnliches Ziel ist auch die Demilitarisierte Zone, welche die Grenze zwischen Nord- und Südkorea bildet. Obwohl (oder vielleicht auch weil) hier zwei verbitterte Feinde aufeinanderprallen, hat sich ein Teil dieser Zone zu einer regelrechten Touristenattraktion entwickelt über die ich hier geschrieben habe.

2. Wie sicher ist Südkorea?

Südkorea gehört zu den sichersten Ländern der Welt. Vor Diebstahl oder gar Überfällen brauchst du dich nicht zu fürchten. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass in der Metro viele Einheimische ihren Geldbeutel in der Gesässtasche ihrer Hose tragen – dem vermutlich unsichersten Aufbewahrungsort überhaupt. Wenn du eine Weile in Südkorea unterwegs bist, wirst du feststellen, wie unglaublich freundlich und hilfsbereit die Menschen sind. Es fällt mir schwer zu glauben, dass überhaupt irgendwelche Probleme entstehen können.

In der Vergangenheit kam es in der Nähe von US-Kasernen hin und wieder zu anti-amerikanischen Demonstrationen, die vereinzelt auch in Gewalt ausarteten. Bei solchen Zusammenstössen ist es wohl nicht die beste Idee, seine lange Nase zu zeigen. Aber diese Ereignisse sind extrem selten und in die Nähe von US-Kasernen kommst du als gewöhnlicher Besucher sowieso nicht. Ich erwähne dies nur, weil ich vor kurzem darauf angesprochen wurde.

Aussichtsplattform in der DMZ: Die Grenze zu Nordkorea ist heute eine Touristenattraktion.
Aussichtsplattform in der DMZ: Die Grenze zu Nordkorea ist heute eine Touristenattraktion.

Die grösste Furcht scheint allerdings vor einem Angriff aus Nordkorea zu bestehen. Immerhin befinden sich die beiden Staaten seit über 50 Jahren offiziell im Krieg. Bei der medialen Berichterstattung über das nordkoreanische Säbelrasseln ist diese Angst nicht verwunderlich. Doch trotz aller Unsicherheiten lässt sich sagen, dass sich die Lage in den letzten Jahren entspannt, was sich auch an der rückgängigen Zahl von Zwischenfällen an der Grenze zeigt.

3. Was kostet eine Reise nach Südkorea?

Südkorea ist zwar deutlich teurer als die meisten anderen Länder in Fernost, dürfte aber im Vergleich zu den meisten europäischen Ländern spürbar günstiger sein. Als Budget-Backpacker solltest du mit mindestens 40 Euro pro Tag rechnen. Dies erlaubt dir, in einem Massenschlafsaal zu übernachten, zwei Mal pro Tag günstig zu essen und alle paar Tage den Ort zu wechseln. Willst du etwas mehr Komfort und ein eigenes Zimmer, solltest du mit dem Doppelten rechnen.

Was macht Korea so teuer? In erster Linie  sind die Übernachtungen der kostentreibende Faktor. Ein vernünftiges Hotel in guter Lage kostet locker um die 100 Euro pro Nacht und Zimmer. Etwas günstiger ist die Hotelkette Benika, wo die ohnehin schon preiswerten Zimmer regelmässig in Lastminute-Aktionen veräussert werden. Mit etwas Glück findest du hier bereits etwas ab 35 Dollar.

Alternativ kannst du in einem Homestay-Programm ab etwa 30 Euro bei koreanischen Familien übernachten. Da die Familien in der Regel etwas Englisch sprechen können, ermöglicht dir das einen leichteren Zugang zu Land und Leuten. Buchen kannst du die Homestays hier. Wenn du alleine unterwegs bist, ist das Bett im Massenschlafsaal eines Hostels die günstigste Option. Entsprechende Angebote findest du zum Beispiel über Booking.com bereits ab 20 Euro.

Günstiges Essen: An Strassenständen kannst du dich günstig verpflegen.
Günstiges Essen: An Strassenständen kannst du dich günstig verpflegen.

Ebenfalls aufs Budget schlagen die Kosten für den Transport. Eine Fahrt von Seoul nach Busan kostet im Hochgeschwindigkeitszug zum Beispiel um die 48 Euro. Wenn du in kurzer Zeit sehr viel sehen willst, lohnt sich unter Umständen der KR Pass, den du wahlweise für 1, 3, 5, 7 oder 10 Tage buchen kannst und der zwischen 52 und 154 Euro kostet. Weitere Infos zum KR Pass findest du hier. Beachte, dass sich die Pässe mit kurzer Geltungsdauer oft nicht lohnen. Gewöhnliche Züge und Fernbusse kosten etwa die Hälfte der Hochgeschwindigkeitsverbindungen und insbesondere die sehr komfortablen Busse haben mich überzeugt.

Einer der Gründe dafür, dass ich mich in Korea sehr wohlgefühlt habe, war das leckere und vielseitige Essen. Das Gute ist, dass du nicht dein Sparschwein plündern musst, um gut zu essen. Vielerorts gibt es leckere Gerichte wie zum Beispiel den Reis-Gemüse-Topf Bibimbap für 5 Euro. Auch den superfeinen Korean BBQ bekommst du für etwa 10 Euro.

Ebenfalls sehr günstig sind die Eintrittspreise. Viele Museen sind komplett kostenlos und wenn du einmal für einen Palast Eintritt bezahlen musst, kostet das häufig nicht mehr als 1000 Won, was ungefähr einem Euro entspricht.

4. Wie finde ich einen günstigen Flug nach Korea?

Am meisten kostet natürlich letztlich der Flug von Europa nach Korea. Hin und wieder gibt es regelrechte Schnäppchen ab etwa 450 Euro. Wenn du einen dieser günstigen Tarife ergattern willst, solltest du möglichst flexibel sein und frühzeitig die Entwicklung der Preise beobachten, da es in den weniger beliebten Reisezeiten häufig kurzfristige Sonderaktionen gibt. Normalerweise erreichen die Preise rund zwei Monate vor Abflug ihren Tiefpunkt und steigen danach wieder an.

Wenn du nicht weisst, wie du am besten ein Schnäppchen suchst, solltest du einen Blick auf meine 13 Tipps für die Suche nach günstigen Flügen werfen. Denk daran, dass es sich unter Umständen lohnen kann, in ein Nachbarland zu fliegen und von dort aus mit einem Low Cost Carrier weiterzureisen. Dafür bietet sich insbesondere China an, von wo du derzeit mit Jeju Air für etwa 50 Euro von Beijing nach Daegu fliegen kannst. Beachte: Seit kurzem brauchst du für einen Transit von weniger als 72 Stunden in Peking kein Visum mehr.

Landeanflug auf Busan: Korea lässt sich günstig mit den Nachbarländern verbinden.
Landeanflug auf Busan: Korea lässt sich günstig mit den Nachbarländern verbinden.

5. Wann ist die beste Reisezeit für Korea?

Im Prinzip kannst du Südkorea das ganze Jahr über besuchen. Das Land verfügt über einige hervorragende Wintersportgebiete. In einem davon (Pyeongchang) finden 2018 die kommenden Olympischen Winterspiele 2018 statt. Wenn Wintersport nicht so deine Sache ist, scheint mir die kalte Jahreszeit nicht ideal.

Beliebt sind der Frühling von April bis Mai (Kirschblüte) und der Herbst von September bis November, da in dieser Zeit die Temperaturen angenehm sind und nicht sehr viel regnet. Als nicht so ideal gelten die Sommermonate, in denen es feuchtheiss ist und es regelmässig zu heftigen Niederschlägen kommt.

6. Wie komme in Korea ins Internet?

Südkorea ist der Traum jedes Internetjunkies und digitalen Nomaden. Jedes Hotel und Hostel, das ich besucht habe, verfügte über ein sehr schnelles und stabiles Wifi. Das ist leider in anderen Ländern keine Selbstverständlichkeit. Sehr positiv fiel mir auf, dass es in den Städten jede Menge unverschlüsselte drahtlose Netzwerke gab, in die ich mich einfach einloggen konnte. Meistens reichte es, einige hundert Meter zu gehen, um einen offenen Hotspot zu finden.

Wenn dir das nicht reicht, hast du im Prinip zwei Möglichkeiten, die ich allerdings nicht selber getestet habe. Du kannst dir eine lokale SIM-Karte kaufen. Am Flughafen gibt es spezielle Angebote für Touristen, die aber mit etwa 40 Euro für einen Monat für meinen Geschmack etwas teuer waren. Eine günstige Option sind die EG SIM Cards, die du dir schon vor Reisebeginn schicken lassen kannst. Alternativ kannst du dir in jedem Convenient Store einen Olleh-Code kaufen und damit wahlweise 1 oder 24 Stunden über das Wifinetz von Olleh für 1 bzw. 3 Euro surfen. Hier findest du weitere Informationen dazu.

Gratis Internet: In diesem Shopping Mall in Seoul fand ich drei offene Wifi.
Gratis Internet: In diesem Shopping Mall in Seoul fand ich drei offene Wifi.

7. Kann ich in Korea ein Auto mieten?

Ja, das ist theoretisch möglich. Du brauchst für das Anmieten lediglich deinen Pass, eine Kreditkarte und einen internationalen Führerschein. Allerdings habe ich noch nie jemanden getroffen, der tatsächlich mit dem Mietwagen durch Korea gefahren ist. Dafür gibt es vermutlich drei Gründe:

Erstens ist der öffentliche Verkehr in Korea so gut ausgebaut, dass du auch ohne die eigenen vier Räder problemlos so gut wie überall hinkommst. Zweitens sind die grösseren koreanischen Städte mit ihrem latenten Parkplatzmangel für Autofahrer nicht besonders attraktiv und drittens schrecken wohl die teuren Mietpreise viele ab. Selber für einen Kleinwagen musst du mit 50 Euro pro Tag rechnen, dazu kommen noch Versicherung, Benzin und Mautkosten. Wenn dich das nicht abschreckt, findest du hier ein paar Tipps für die Recherche nach günstigen Mietwagen.

8. Brauche ich für Südkorea einen Reiseführer?

Nein, einen Reiseführer brauchst du nicht unbedingt. Weder einen menschlichen noch einen in Buchform. Da Korea aber ausserhalb von Seoul und Busan vergleichsweise selten besucht wird, findest du im Internet nur spärliche Informationen zum Land. Wenn du dich also entscheidest, auf einen Führer zu verzichten, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass du einiges verpasst. Siehe dazu auch mein Beitrag über die gängigen Vorurteile gegenüber Reiseführer.

Weniger bekannte Orte wie Jeonju findest du ohne Vorwissen und Reiseführer vermutlich nicht.
Weniger bekannte Orte wie Jeonju findest du ohne Vorwissen und Reiseführer vermutlich nicht.

Ich selber war mit dem Lonely Planet Korea unterwegs, da ich mich in den Jahren an die Optik des Verlags gewöhnt habe und er zu meiner Art des Reisens passt. Allerdings ist die jüngste Ausgabe von 2013 stellenweise nicht mehr auf dem neusten Stand. Am aktuellsten war zum Zeitpunkt der Recherche der DuMont Südkorea, der sich eher an die Mittelklasse wendet und den ich persönlich weniger übersichtlich finde (ist aber Gewohnheitssache).

Wenn du dich noch immer unwohl fühlst, solltest du vielleicht einen Blick auf das Korea-Angebot von gotoasia.com werfen. Das ist eine Schweizer Reiseagentur, die sich auf Nordostasien konzentriert und die von einem langjährigen Freund geleitet wird. Eventuell interessant für Flashpacker: Gegen ein Entgelt hilft er Interessierten bei der Reiseplanung (siehe hier).

9. Kann ich mich in Korea mit Englisch verständigen?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Korea gehört sicherlich nicht zu den Ländern mit den besten Englischsprachkenntnissen der Welt. In meiner Unterkunft in Jeonju sprach die Frau an der Rezeption beispielsweise kein einziges Wort. Trotzdem klappte die Kommunikation mit Händen und Füssen ganz gut. Lese hier meine Tipps, wie du dich ohne Sprachkenntnisse verständigen kannst.

Die Frau an der Rezeption war jedoch eine Ausnahme. Praktisch alle, die ich nach dem Weg fragte, konnten zumindest mit einfachen Sätzen antworten. Viele Koreaner hatten zudem auf ihrem Smartphone eine Übersetzungsapp installiert. Ich wurde dann gebeten, meine Frage einzutippen oder die Antwort vom Display abzulesen. Das ist nicht die schnellste Art der Kommunikation, aber es funktionierte.

10. Wie kann ich in Korea Geld wechseln/abheben?

In Korea bezahlst du alles in Won. Derzeit bekommst du für einen Euro etwa 1250 Won. Die grösste Banknote hat einen Nominalwert von 50.000 Won, was erstaunlich klein ist. Die Bankomaten spucken in der Regel wahlweise Scheine mit einem Wert von 50.000 oder 10.000 Won aus.

Keine Sprachprobleme: Selbst auf dem Markt in Seoul konnte ich mich mit den Verkäufern gut verständigen.
Keine Sprachprobleme: Selbst auf dem Markt in Seoul konnte ich mich mit den Verkäufern gut verständigen.

Ich hatte in Korea wiederholt Probleme, an Geld zu kommen. Viele koreanische Bankomaten akzeptieren keine ausländischen Karten. Ich habe die Logik nicht verstanden, welche Automaten funktionieren und welche nicht, zumal die Automaten bei der gleichen Bank je nach Filiale manchmal meine Karte annahmen und manchmal nicht.

Mein Tipp bei der Suche: Die Automaten in den Metrostationen funktionierten bei mir immer, verlangten allerdings teilweise zusätzliche Gebühren. Vermeiden kannst du das mit der kostenlosen Visa-Karte der Santander-Bank. Weitere günstige Optionen findest du in meinem Kreditkartenvergleich.

Diese kannst du mit einer Kreditkarte der DKB vermeiden. Hier findest du weitere Infos zur DKB-Kreditkarte.

Schlussbemerkung

Auch wenn Korea von vielen Touristen übersehen wird und oft lediglich als guter Arbeitsort für Sprachlehrer genannt wird, bin ich trotzdem der Meinung, dass sich eine Reise nach Südkorea lohnt und bei einer längeren Asienreise unbedingt auf die Liste gehört. Dem Land fehlen zwar die grossen touristischen Aushängeschilder mit dem ultimativen Wow-Faktor, aber Südkorea hat trotzdem viel zu bieten.

Seoul und Busan sind tolle, wahnsinnig vielseitige Städte. Dass das Land nicht medial überpräsent ist und in Touristenmassen ertrinkt, hat den Vorteil, dass du noch Orte „entdecken“ kannst. Da die Infrastruktur im Land hervorragend ausgebaut ist und du im Land keinerlei Probleme zu erwarten hast, scheint mir Korea auch ein gutes Reiseziel für alle zu sein, die am Anfang einer Asienreise mit dem Kontinent warm werden wollen. Das für mich Wichtigste waren jedoch die liebenswerten Menschen, die mir auf der Reise immer wieder begegnet sind. Für mich und Südkorea wird es bestimmt noch ein drittes Mal geben.

Hier gehts weiter mit dem grossen Ländervergleich zwischen Japan, Korea und Taiwan!

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// Hinweis: Das koreanische Fremdenverkehrsamt sponserte einen Teil der Übernachtungen und zwei Ausflüge. Der Artikel enthält ausserdem Affiliate-Links. Meine Meinung bleibt davon unberührt. //

 

Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

40 Kommentare

  1. Hallo Oliver,

    danke für den sehr interessanten Artikel, über den ich gleich gestolpert bin. Ich war letztes Jahr im April 3 Wochen lang in Südkorea unterwegs und habe dort tolle Sachen erlebt und gesehen.

    Folgende empfehlenswerte Dinge fallen mir für Korea noch ein:

    1. In Seoul Fahrrad ausleihen und am Fluss entlang radeln. Toll!
    2. In dem traditionellen Dorf in Seoul werden viele handwerkliche Workshops für Besucher angeboten. Unbedingt einen davon besuchen! Ich war zweimal bei einer älteren Dame und habe Bilder mit traditionellen koreanischen Symbolen gemalt. Ein tolles Souvenir!
    3. Für alle ambitionierten Radler: es gibt eine Fahrradstrecke von Seoul nach Busan! Entsprechender Gruppe auf Facebook beitreten
    4. Die Kleinstadt Samchoek an der Ostküste kannten nicht mal die koreanischen Hostelbesitzer, aber ich fand diesen Abstecher und den Ort an sich klasse. Die Dame in dem Info-Büro sprach sehr gutes Englisch und hat für mich eine sehr günstige Unterkunft gefunden. Von Samchoek aus kann man eine riesige Höhle begutachten (Hwanseongul) und einen sog. Penis-Park (Haesindang Park) besuchen, also ein Areal am Meer, was über und über mit Phallussymbolen bestückt ist. Ich war der einzige Tourist weit und breit, herrlich!!
    5.Rund um Busan kann man toll wandern und Tempel in den Bergen entdecken. Einen bestimmten Nationalpark kann man sogar mit der U-Bahn erreichen! An das Gedudel koreanischer Volksmusik aus mitransportierten Radios der koreanischen Mitwanderer muss man sich erst gewöhnen…
    6. Auch in Korea gibt es wie in Japan herrliche Onsen
    7. Jeju Air bietet günstige Verbindungen vom Festland auf die Insel. Auf der Insel selbst gibt es unzaehlige Museen, was daran liegt, dass jeder Museumsbesitzer eine Steuererleichterung bekommt (wenn ich meinen Hostelbesitzer damals richtig verstanden habe). Ob jedes davon sehenswert, kann ich nicht beurteilen, es sind einfach zu viele! Man KANN mit dem Bus auf der Insel rumkommen – die Abfahrpläne sind allerdings zu einem Grossteil auf koreanisch und damit keine Hilfe. Am besten im Hostel bei der Planung helfen lassen. Mietauto für 2 Tage wäre deutlich entspannter. Jeju Island war nicht das Highlight in Korea für mich, da ich es zu überlaufen fand und die Natur wie so oft in Asien zu einem Kommerzprodukt verkommen ist. Ein einmaliges Erlebnis ist aber die Besteigung des höchsten Berg Koreas, dem Mt. Hallasan. Auf-und Abstieg inkl. Pausen dauert ings. ca. 8-9 Stunden. Unten angekommen kann man sich für 2.000 Won eine Urkunde (auf englisch) abholen. Beweisfoto auf dem Gipfel nicht vergessen 😉 Alleine diese Bergbesteigung war Jeju Island wert.

    Korea werde ich sicherlich nochmal besuchen!

    • Oliver Zwahlen

      Hallo Anne,

      vielen Dank für die vielen tollen Tipps, von denen ich mir jetzt schon ganz vieles für meine nächste Reise vorgemerkt habe.

      Zu 4: Vom Penis-Park habe ich auch schon gelesen. Ich fand das ganz interessant. Und wenn du – wie soll ich das unverfänglich schreiben? – also, wenn du dich für Penisse interessiert, gibts in der Nähe von Seoul auch ein spezielles Penis-Restaurant. Das habe ich aber nicht besucht.

      Zu 6: In Korea habe ich leider keinen Onsen besucht. Hast du einen speziellen Tipp, wo es besonders schön ist?

      Zu 7: Ich bin mit Jeju nach Taiwan und Peking geflogen und ich fand die Airline sehr symphatisch. Jeju selber reizt mich auch total, aber auf dieser Reise war die Zeit etwas knapp und ich möchte mir für die einzelnen Orte genügend Zeit nehmen, damit ich am Ende auch wirklich was Spannendes zu schreiben habe.

      Liebe Grüsse,
      Oli

      • Sofije Kosumi

        hallo Oliver, ich habe da mal eine Frage , ich und meine beste Freundin planen schon seit langem nach Südkorea zu reisen bzw dahin zu ziehen und das nach Seoul und kannst du mir villeicht beantworten wie es da mit einer Jobsuche ist, ob man da etwas findet?

        • Oliver Zwahlen

          Hallo Sofije,

          mit der Jobsuche in Südkorea habe ich leider keine Erfahrung. Ich denke aber, dass eure Erfolgsaussichten auch sehr stark davon abhängen, welche Qualifikationen ihr mitbringt. Je einzigartiger euer Profil ist, desto eher werdet ihr euch nicht gegen viele Mitbewerber durchsetzen müssen.

          Bei meinem ersten Besuch in Südkorea vor etwa 15 Jahren traf in einem Reisebüro zufällig einen Typen, der Deutschlehrer suchte. Da ich damals kurz vor dem Abschluss des Studiums stand, kam das für mich nicht in Frage. Später fand ich seine Karte leider nicht mehr.

          Was ich damit sagen will: Wenn ihr ernsthaft mit dem Gedanken spielt, in Südkorea einen Job zu finden, solltet ihr einfach mal hinreisen und vor Ort suchen. Vor Europa aus klappt es vermutlich eher weniger gut. Oder noch besser, ist versucht innerhalb eurer Firma eine Lösung zu finden. Aber das geht in den meisten Fällen nicht.

          Viel Erfolg und lasst michs wissen, wenn es geklappt hat… 🙂

          Gruss,
          Oliver

          • Sofije Kosumi

            Danke Oliver für deine schnelle Antwort 🙂
            Und wir werden dich aufjeden Fall wissen lassen wenn es geklappt hat, leider ist das noch 2 jahre entfernt da ich und meine Freundin zuerst unsere Ausbildung zu ende machen. Aber da hab ich auch noch paar Frage zu, meinst du wenn wir eine Ausbildung haben , können wir sofort da anfangen zu arbeiten? Und du hast erwähnt : je einzigartiger euer Profil,…´´ usw . Also meintest du damit das weil wir anders aussehen bzw keine Asiaten? weil meine Freundin wollte unbedingt Nebenjob als Model arbeiten..hat man da chancen? ( und wenn man die Sprache einigermaßen kann )- Und könntest du uns sagen wo man hier Koreanisch lernen könnte? weil bin mir nicht sicher ob nur eine App jemanden in 2 jahren gutes Sprechen beibringt.
            Gruss
            Sofije

          • Oliver Zwahlen

            Hallo Sofije,

            nein, mit Profil meinte ich nicht dein Gesicht, sondern dein Erfahrungsprofil. 🙂

            Ob deine Freundin Chancen als Modell hat, kann ich nicht beurteilen. Erstens kenne ich sie ja nicht (und weiss nicht, wie sie überhaupt ausschaut) und zweitens habe ich in dem Bereich sowieso absolut keine Ahnung. Ich vermute, dass das grundsätzlich zwar möglich ist, aber letztlich halt ziemlich Glücksache ist.

            Allerdings würde ich euch empfehlen, zuerst ein paar Jahre in Deutschland zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Dann wirst du wohl auch eher einen Job finden als wenn du ohne Erfahrungen auftauchst. Aber das ist ja eigentlich überall so.

            Ich kann selber kein Koreanisch und hab deswegen keine Erfahrungen mit dem Lernen der Sprache. Aber wenn du nicht an einer Uni oder in einer Sprachschule lernen willst, kannst du es ja mit Tandem-Unterricht versuchen. Hier gibts eine gute App, die ich mal für Chinesisch getestet habe.

            Gruss,
            Oli

          • Sofije Kosumi

            ach so meintest du das 😀
            okey danke für die App Olli die wird ich mir mal runter laden, die scheint gut zu sein. Ich habe immer wieder neue Fragen … zb jz denk ich drüber nach, wenn wir dort hinziehen, muss man da sich noch irgendwo hier in Deutschland abmelden oder so etwas ähnliches?

          • Oliver Zwahlen

            Ja, das muss man. Aber ich würde mich da erst mal auf die wichtigen Fragen konzentrieren. Die bürokratischen Sachen findest du dann schon raus… 🙂

          • Sofije Kosumi

            okey danke das du mir bzw uns mit deinen Antworten weiter bringst

            Und hab gehört das in Südkorea die Steuern vielo niedriger sind als irgendwo sonst stimmt das?
            Und ist es in Seoul teuer zu leben, da es ja die Hauptstadt ist? .. 🙂

          • Oliver Zwahlen

            Hallo Sofije,
            gern geschehen. Ich habe nie in Korea gelebt und kenne daher das Land nur aus einer touristischen Perspektive. Bei derart spezifischen Fragen rund um das Leben in Korea kann ich dir leider nicht helfen. Es gibt aber auf Englisch ein paar Blogs, die von Expats für Expats geschrieben wurden. Vielleicht wirst du dort fündig.
            Liebe Grüsse,
            Oliver

          • Sofije Kosumi

            okey danke trotzdem bis hierhin Oliver
            Ich wird mich dann mal erkundigen …

            Liebe Grüße
            Sofije

    • Holger Janikowski

      Hallo Olli,
      Mit Spannung und Wissbegierde habe ich deinen Beitrag gelesen.

      Zu mir:
      Ich bin der Holger aus Bremen und gerade 50 Jahre alt geworden.

      Seit einem Jahr verkaufe ich ziemlich erfolgreich Markentextilien über Ebay.

      Ich habe eine Kundin aus Seoul, die recht viel bei mir kauft.

      Meine Intention ist nun, nach Seoul auszuwandern, um dort einen Shop zu eröffnen.
      „Kim“ meinte, das gerade Südkorea auf diese Marken stehen und auch das Potential vorhanden wäre.

      Bevor ich nun aber ins kalte Wasser springe, werde ich Seoul im Januar 2018 etwa 3 Wochen besuchen,
      um Land und Leute kennen zu lernen und Informationen einzuholen, welche Dokumente und Voraussetzungen
      ich erfüllen muss.

      Ich war schon immer ein Asienfan, leider bisher noch nie die Möglichkeiten gehabt, dort Urlaub zu machen.

      Wenn du noch ein / zwei Links hättest, wo man sich eine „todo-Liste“ anschauen kann, wäre ich dir dankbar

      ( Ich hoffe, diese Seite wird noch betrieben, denn die letzten Beiträge sind von 2016 )

      Ich danke dir, das du dich bis hierhin durchgeschlagen hast und verbleibe mit freundlichen Grüßen

      Holger aus Bremen

      • Oliver Zwahlen

        Hallo Holger,

        der jüngste Beitrag ist etwa 10 Tage alt. Da hast du vermutlich an der falschen Ecke geschaut. Ich weiss nun nicht so genau, was du suchst, aber unter diesem Link findest du alle Südkorea-Beiträge von diesem Blog: http://weltreiseforum.com/blog/tag/korea/

        Liebe Grüsse,
        Oli

        • Holger Janikowski

          Hallo Olli,
          Ja, habe ich dann auch gemerkt als ich weiter runter scrollte.
          Danke für die schnelle Antwort und den Link.

          Was ich genau suche ist schnell erklärt:
          WIe bereite ich mich auf eine Reise nach Asien vor
          Welche Impfungen brauche ich
          Wo und wie bekomme ich ein Visum und wie lange gilt dies etc.

          Auch, welche Vorraussetzungen ich erfüllen muss, um in seoul ein Geschäft zu eröffnen

          Na ja , gefühlte 1000 Fragen dazu ^^
          Danke nochmals für deine Hilfe
          Ich hoffe, wir können in Kontakt bleiben
          Beste Grüße aus Bremen
          Holger

          • Oliver Zwahlen

            Hallo Holger,

            wie du sicherlich bemerkt hast, ist weltreiseforum.com ein Blog mit Fokus auf touristischen Reisen. Ich kann dir daher nicht genau sagen, was du brauchst, um nach Korea auszuwandern und dort ein Geschäft zu betreiben. Da befragst du am besten die zuständigen Behörden in Seoul oder jemanden, der sich auf solche Fragen spezialisiert hat. (Sorry, ich kenne niemand, der Beratungen anbietet.)

            Ich würde dir aber empfehlen, einfach einmal für eine längere Zeit nach Seoul zu reisen (mit dem Touristenvisum kannst du 90 Tage bleiben). In der Zeit wirst du feststellen, ob dir Land und Leute liegen und du kannst dich vor Ort informieren, was du genau für deinen Plan brauchst.

            Ich kann mir aber vorstellen, dass Firmengründungen von Ausländern ohne Wohnsitz in Korea nur möglich sind, wenn du Jobs schafft und viel Kapital ins Land bringst.

            Gruss,
            Oli

          • Holger Janikowski

            Hallol Olli,
            vielen herzlichen Dank für deine Tips. Das hat mir schon geholfen.
            LIebe Grüße
            Holger

  2. Hallo Oliver

    Ich war im Rahmen meiner Weltreise letztes Jahr rund 2 Wochen in Südkorea und 1 Woche in Nordkorea unterwegs. Meine Eindrücke und Erlebnisse habe ich in meinem persönlichen Reiseblog (nicht kommerziell) geschildert. Einen Eintrag habe ich eigens meinen kulinarischen Erlebnissen gewidmet. Vielleicht magst Du mal reinschauen? Ich habe Südkorea ebenfalls aus dem Grund besucht, weil das Land – anders als seine Nachbarn Japan und China – nicht oft als Reisedestination genannt wird. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und auch ich werde sicherlich wieder einmal dorthin reisen, denn trotz seiner geringen Grösse gibt es unglaublich viel zu entdecken.
    Meine Route: Busan (Anreise von Japan per Schiff) – Gyeongju – Andong (Ausflug nach Hahoe, Hanok-Dorf) – Danyang – Cheongju – Seoul – Incheon (Ausreise nach China per Schiff).

    Nordkorea habe ich von China aus besucht, auf einer geführten Tour. Dies ist die einzige Möglichkeit, denn Backpacken kann man dort natürlich nicht. Es war trotzdem sehr interessant und spannend, die andere Seite (im wörtlichen und übertragenen Sinn) auch kennenzulernen und so ein Gesamtbild dieses geteilten Landes zu erhalten.

    Freundliche Grüsse,
    Bastiaan

    • Oliver Zwahlen

      Hallo Bastiaan,

      oh ja, das koreanische Essen!!! Das vermisse ich total. Ich hab mir auch schon überlegt, dazu einen eigenen Beitrag zu schreiben. Verdient hätte es das ja und ich hab unterwegs auch jede Menge Fotos von all den Leckereien gemacht. Schau am besten in ein paar Tagen/Wochen nochmals rein.

      Nach Andong wollte ich ursprünglich auch, aber an dem Tag, als das eingeplant war, war der Zug vollkommen ausgebucht, so dass ich dann halt nach Busan weitergefahren bin. Schade, aber es ist immer gut, ein Highlight auszulassen. Dann hat man einen Grund, um zurückzukommen… Alte Traveller-Weisheit. 🙂

      Nordkorea klingt spannend. Ich hatte bisher noch nicht die Chance, die andere Seite kennenzulernen, fände das aber auf alle Fälle interessant. Mal von den offensichtlichen politischen Unterschieden abgesehen: Fandest du, dass sich Nord- und Südkorea ähneln? Und falls ja, wie?

      Gruss,
      Oli

      • Gute Frage Oli!

        Das Problem in Nordkorea ist, dass man während seines Besuchs nur sehr marginal etwas vom „gewöhnlichen“ Leben mitbekommt und Kontakt zu den Einheimischen ist praktisch ausgeschlossen (mal abgesehen von Servicepersonal, dem Fahrer und den verschiedenen Beamten, die einem durch die Museen führen).
        Eine Reise nach Nordkorea ist zudem eine Zeitreise – man hat das Gefühl, die Zeit ist kurz nach dem Koreakrieg stehengeblieben. So wie in Pjöngjang hat es wohl in den 60ern in der ganzen UDSSR ausgesehen. Überall Monumentalarchitektur in Beton, die für uns schon wieder so etwas wie Retro-Chic versprüht. Kein Vergleich zu Südkorea. Gleichzeitig hält die Moderne langsam Einzug in Pjöngjang. Man sieht Menschen mit Handys, Tablet-PCs und die Mittelschicht (so nehme ich an) trägt statt den typischen blauen Kommunistenklamotten „westliche“ Kleidung: Hose mit Hemd, Anzug und Krawatte, Frauen im Deux-Pièces usw.

        Gemeinsam haben die beiden Landesteile natürlich ihre Geschichte bis vor der japanischen Besatzung. In beiden Landeshälften nimmt man auf dieselben Herrscherdynastien Bezug, ähnliche Grabhügel wie in Gyeonju begegneten uns auch wieder in der Nähe von Kaesong in der Nähe der DMZ. Dort war es auch, wo wir in einem traditionellem Hanok-Hostel übernachteten.

        Die grösste Übereinstimmung scheint es beim Essen zu geben. Wir wurden eine Woche lang mit landestypischen Köstlichkeiten verwöhnt: Kimchi (auf beiden Seiten herrscht eine Vorliebe für scharfe Speisen), Fischspezialitäten, Sashimi, koreanisches BBQ, Ginseng-Hühnchen usw. Und dazu gab’s natürlich immer Soju in rauhen Mengen! Überhaupt wurde alles daran gesetzt, unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und alle unsere Wünsche (im möglichen Rahmen) zu berücksichtigen. Böse Zungen behaupten, das gehört zur „Show“, die für Touristen aufgezogen werde; ich denke, dies wiederspiegelt einfach die traditionelle koreanische Gastfreundschaft.

        Wie die Südkoreaner auch mögen Nordkoreaner es gerne gesellig. In Pjöngjang gibt es anscheinend ein paar Kneipen, wo auch Westler (Touristen, NGO-Mitarbeiter usw.) zugelassen sind und dort gehe manchmal richtig die Post ab. Auch wir hatten ein paar fröhliche Abende mit unseren Guides und Fahrer. Da es keine Karaoke-Apparatur gab, musste halt ohne Begleitmusik gesungen werden. Statt K-Pop gabs traditionelle Folklore.

        Aber im Grossen und Ganzen bleibt es schwierig, mehr über die Nordkoreaner zu erfahren. Denn bei fast allem, was einem erzählt wird, dreht es sich um die Kim-Dynastie. Auf Land und Leute wird nur spärlich Bezug genommen.

    • Donika Kosumi

      Hallo Oliver
      hab mir deine Seite mal durchgelesen und hab auch allgemein mal Fragen die du mir hoffentlich beantworten kannst 🙂

      1. Kann ich wenn ich möchte nach Südkorea ziehen? (mit 18 Jahre)
      2. Ist Seoul teuer? 🙁
      3. Habe ich dort gute Chancen als Verkäuferin zu arbeiten?
      4. Findet man da schöne billige Wohnungen?
      5. Kann ich wenn ich ein Jahr zuvor wenn ich dort Urlaub mache schon eine Wohnung reservieren bzw mieten?

      • Oliver Zwahlen

        Hallo Donika,

        wieso willst du denn nach Südkorea ziehen? In deinem Alter würde ich eher versuchen, ein Praktikum zu finden oder irgendwie was mit einer Schule oder Uni zu machen. Solche Dinge klappen in der Regel relativ leicht. Für Deutsche gibt es ausserdem ein spezielles Working-Holiday-Visa, das du vielleicht beantragen kannst. Dann wäre es auch leichter, eine Arbeit zu finden.

        Seoul ist schon relativ teuer, aber auch in Seoul hat es Studenten, die nicht viel Geld haben und irgendwie überleben können. Vielleicht kannst du dir ja ein WG-Zimmer mieten? Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand schon ein Jahr vorher deine Reservation annimmt, aber versuchen kannst du das natürlich trotzdem.

        Ich hoffe, ich konnte dir damit ein bisschen helfen.

        Gruss,
        Oliver

        • Donika Kosumi

          danke Oliver, damit konntest du mir schon helfen
          Und zu deiner Frage, ich möchte schon seit langem nach Südkorea und habe es mir auch sehr gut überlegt…am Anfang war es eigentlich Japan aber dort ist es zu teuer und dachte mir nur wenn ich Urlaub hab dort hin zu reisen. Ich finde diese Kultur sehr interessant und ist mal was anderes…

          Gruß,
          Donika

    • hey Oliver ich hab da auch mal ne Frage,
      Ich wollt ja mit meiner Freundin nach Südkorea hinziehen und habe irgendwie sowas gelesen das man nur in der EU einfach so wegziehen kann aber das Asien was anderes ist die da entscheiden können ob wir dort einziehen können oder nicht..also heißt das jz die können sagen das die uns nicht in ihren Land haben wollen?

      • Oliver Zwahlen

        Hallo Ardita,

        grundsätzlich brauchst du für jedes Land, dessen Bürgerin du nicht bist, eine Aufenthaltsbewilligung. Die Art der benötigten Bewilligung unterscheidet sich je nach Land und Länge/Absicht des Aufenthalts. Wenn du kurz bleibst (in Korea unter drei Monaten) bekommst du bei der Einreise automatisch eine solche Bewilligung für bis zu drei Monate. In anderen Länder ist diese Dauer kürzer oder du brauchst von Anfang an ein Tourismusvisum.

        Wenn du länger bleiben willst, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder reist du aus und kommst dann wieder oder du beantragst ein Visum. Die erste Möglichkeit sehen Grenzbeamte logischerweise nicht sehr gern und es ist gut möglich, dass dir dann trotzdem die Einreise verweigert wird oder du nur noch verkürzt bleiben darfst. Wie Korea in diesem konkreten Fall reagiert, weiss ich nicht.

        Wenn du länger in Korea bleiben willst, würde ich dir empfehlen, eine Sprachschule zu besuchen. Die organisieren den ganzen Papierkram für dich und du kannst sicher sein, dass am Ende alles klappt. Und du hast dann genügend Zeit, um Arbeit zu finden, falls du das denn möchtest.

        Also, um es kurz zu machen: Du hast das richtig gelesen… 🙂

        Gruss,
        Oliver

        • danke dir Oliver für deine Antwort 🙂

          Also muss ich jz ein Visum beantragen wenn ich dahinziehen möchte,stimms? …
          Und joa wollte ja noch hier die Sprache lernen und wenn ich sie halbwegs kann, stellen die mich denn auch in der Arbeit ein? …oder wird’s schwierig? 😮

          • Oliver Zwahlen

            Das kann ich dir leider nicht sagen. Aber ich wünsch dir viel Glück… 🙂

  3. Also nach den ganzen Artikeln ist Südkorea jetzt auch auf meiner Liste. Besonders da mir Japan so gut gefallen hat. So wie ich weiss sprechen die Südkoreaner (trotz der Besatzungszeit durch Japan) kein Japanisch. Oder ist Japanisch vielleicht noch ein bisschen vorhanden so wie Französisch in Nordafrika?

    Ende April Anfang Mai würde sich wegen den Feiertagen natürlich anbieten. Da ich Hongkong dieses Jahr auslassen muss wäre es natürlich interessant beides zu verbinden.

    • Ich denke, dass schon einige Leute in Korea Japanisch sprechen können. Immerhin ist es ein Nachbar und wohl auch ein wichtiger Wirtschaftspartner. Aber mit japanisch wirst du wohl nicht durchkommen.

  4. Hi Oliver danke für den Bericht über Südkorea,ich habe vor im September 1 Woche Seoul und dann 1 Woche Tokyo zu bereisen. Unterkünfte habe ich bereits günstige gefunden und reserviert. Auch Flug ist von Zürich aus kein Thema.. doch weiss ich nicht ob €1900 oder 2000 budget reichen für die 2 Wochen. Gerade Tokyo soll doch recht teuer sein. Viellicht hast du tips.. Den Koreapass werde ich denke ich kaufen dann kann ich an vielen Orten sparen

    • Hallo Kikky,

      es ist sicherlich möglich, mit 2000 Euro die Reise zu unternehmen. Ob es bei dir reichen wird, ist für mich nicht so leicht zu beantworten, da ich natürlich nicht weiss, wie deine Ansprüche sind.

      Mit Korea-Pass meinst du sehr wahrscheinlich den Eisenbahn-Pass, oder? Ich habe mir das vor der Reise auch angeschaut, kam dann aber zum Schluss, dass er sich nicht lohnt. Erstens ist das Bahnnetz relativ dünn, zweitens verlässt du Seoul ja vermutlich nicht, so dass Einzelfahrten mit grosser Wahrscheinlichkeit günstiger sind.

      Gruss,
      Oli

      • Nico Schwertfeger

        Vielen Dank für den tollen und informativen Bericht. Aber warum soll man Seoul nicht verlassen wenn man 1 Woche da ist. Mit dem Schnellzug ist es doch möglich, sogar für einen Tag nach Busan und zurück zu reisen. Das ist doch Reiz, in Hauptstädten zu buchen und dann Tagesausflüge zu unternehmen. Geht auch in China etwa vorn Peking oder Shanghai aus problemlos. Wenn man alle Ziele in einheimischen Schriftzeichen vorliegen hat (Reiseführer!) geht das problemlos. In Japan gibt es auch einen Pass, wo man als Tourist für ca. 320€ 1 Woche Shikansen nutzen kann.

        • Oliver Zwahlen

          Hallo Nico,
          das ist eine Einstellungssache. Meine Ansicht ist folgende: In Seoul gibt es so viel zu sehen und zu entdecken, dass ich ohne Probleme ein einwöchiges Programm mit Dingen füllt, die mich wirklich interessieren. Da muss ich dann nicht unbedingt stundenlang in den Zügen sitzen und Geld für einen Railpass ausgeben, um Dinge zu sehen, die mich ungefähr gleich stark reizen wie das, was ich so in Seoul verpasse. Aber das handhabt natürlich jeder etwas anders.
          Gruss,
          Oliver

  5. Sehr schöner und informativer Beitrag, danke dafür! 🙂

    Ich möchte in zwei Monaten selbst nach Südkorea reisen und habe zwei Fragen an dich:

    Hab mich wegen den Netzsteckern in Südkorea informiert, bei uns in deutschen (bzw. in meinem Fall österreichischen Gefilden) ist der Standard ja 230 V Netzspannung und 50 Hz Frequenz, in Südkorea sind es 220 V Netzspannung und 60 Hz Frequenz. Kann ich da „unsere“ Netzstecker problemlos ohne Adapter verwenden? Die selben Netzstecker scheinen wir ja zu haben.

    Und ich habe in deinem Bericht, wie auch in einigen anderen Berichten, das Problem mit dem Bargeld beheben gelesen.
    Wäre es nicht am einfachsten, bzw. unproblematischsten sich vor dem Urlaub einen Betrag von dem man ungefähr denkt ihn zu brauchen von Euro in Won umzuwechseln?

    Vielen Dank für deine Antwort!

    Mit freundlichen Grüßen, Julian

    • Oliver Zwahlen

      Hallo Julian,

      die meisten Geräte (Handy, Kamera, Laptop etc) haben ja einen Transformer, der den Strom aus der Steckdose in das umwandelt, was es braucht. Die meisten Geräte ohne Transformer wie Lampen, Reiskocher oder Geschirrspülmaschine nimmst du ohnehin nicht auf Reisen mit. Die einzige Ausnahme ist wohl der Fön. Insofern würde ich sagen: Kein Problem. Aber das steht ja in der Regel auf dem Stecker drauf.

      Euro in Won wechseln geht, hat aber ein paar Nachteile: 1. Das Geld kann dir gestohlen werden (auch wenn Südkorea generell kein gefährliches Pflaster ist) oder du kannst es verlieren. 2. Bei den meisten Kreditkarten bekommst du einen besseren Kurs, was natürlich nichts bringt, wenn du dafür zusätzliche Gebühren zahlst. 3. Du weisst ja im Vorfeld nicht so genau, wie viel Geld zu brauchst. Es besteht also die Gefahr, dass du zu viel oder zu wenig dabei hast. Wenn schon, dann würde ich eher Euro mitnehmen und die in Korea wechseln.

      Gruss,
      Oli

  6. Hallo,
    zu den vielen Tipps möchte ich noch eines bezüglich Geldautomaten anmerken. Bei den Automaten mit der Aufschrift „Global ATM“ sollte es eigentlich überall funktionieren. Allerdings muss die Karte bei der Bank oder über Onlinebanking freigeschaltet werden.
    Global ATM könnt ihr z.B. bei Citibank oder IBK (Industrial Bank of Korea) finden.

    Gruß,
    Gerhard

  7. Hallo Oliver,

    den Link zur koreanischen Simkarte solltest Du vielleicht auf
    http://www.egsimcard.com
    ändern. Aktuell hast Du die koreanische Webseite verlinkt und die versenden die Simkarten nicht (mehr). Olleh prepaid wifi finde ich zu teuer. Bei den EGSIM Internetpaketen ab 500 MB hat man für einen Monat unlimitiert wifi inklusive für ca. 10 euro. 3 Euro pro Tag für olleh lohnt sich da nicht.

    Bis dann
    Tim

  8. Danke für den hilfreichen Text!
    Ich habe eine Frage: Ich will im Mai nach Südkorea und die Umgebung von Seoul anschauen: die Paläste, Bukchon Hanok, Incheon, Hwaesong, Namhansanseong, Jongmyo, Joseon. Kann man diese Sachen spontan besuchen, als Tagestrip mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus etc.), oder ist das zu weit? Muss man sich vorher anmelden oder buchen?
    Vielen Dank!

    • Oliver Zwahlen

      Hallo FK,
      ich kenne nicht alle Orte, die du besuchen möchtest. Aber generell ist der Öffentliche Verkehr in Korea sehr gut ausgebaut, vor allem im Ballungsgebiet rund um Seoul. Du solltest da also keine Probleme haben. Mit Ausnahme der DMZ-Tour, die oft auf Wochen ausgebucht ist, brauchst du eigentlich nirgends Reservationen.
      Gruss,
      Oli

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