Donnerstag, 23. März 2017
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Mexiko: Wieso die Riviera Maya (zu Recht) überlaufen ist

Souvenir in einem Laden in Tulum. Fotos: O. Zwahlen
Souvenir in einem Laden in Tulum. Fotos: O. Zwahlen

Die Rivera Maya ist eine der meistbesuchten Regionen Mexikos. Insbesondere rund um Cancun sind die Strände mit Pauschalurlaubern regelrecht zugepflastert. Nicht wenige Backpacker lassen deswegen die Region ganz aus. Das ist schade, denn die Riviera Maya lohnt sich.

Als ich vor 15 Jahren meine erste Reise nach Zentralamerika unternahm, verbrachte ich auch zwei Wochen auf der Yukatan-Halbinsel. Die Riviera Maya liess ich aus. „Zu Touristisch!“, dachte ich damals. Als ich diesen Frühling meine zweite Reise nach Mexiko unternahm, erhielt ich überraschend eine Einladung vom lokalen Tourismusamt. Also entschied ich mich,  der geschmähten Region doch noch eine Chance zu geben.

In fünf Tagen besuchte ich jede Menge Sehenswürdigkeiten, verspeiste grandioses Essen und erlebte viele einzigartige Dinge. Der Riviera Maya gelang es zwar nicht, meinen Lieblingsort in Mexiko vom Thron zu stossen. Das ist nach wie vor die Silberstadt Guanajuato. Aber insgesamt hat mich die Region doch sehr positiv überrascht.

In diesem Artikel nenne ich fünf Gründe, wieso sich die Riviera Maya lohnt. Anschliessend gebe ich dir ein paar praktische Tipps für die Reise. Achso: Die Stadt Cancun selber habe ich auch diesmal ausgelassen: Zu Touristisch!

Grund 1: Baden unter Maya-Ruinen

Der grosse Trumpf der Riviera Maya sind die Strände.  Mein persönlicher Favorit befindet sich in Tulum, direkt unter einer Maya-Ruine. Ich meine: wo sonst in der Welt kann ich die Besichtigung eines Weltkulturerbes kurz unterbrechen, um in angenehm warmen Wasser zu baden?

Baden
Hier badeten schon die Maya: Der Strand unterhalb der Ruine von Tulum.

Das Städtchen Tulum verfügt ebenfalls über einen ganz hübschen Strand, der jedoch zu einem grossen Teil mit Hotels verbaut ist. Glücklicherweise noch nicht so stark wie in Playa del Carmen, wo es doch etwas sardinenmässig zugeht. Die meisten Reisenden, die ich traf, schwärmten von der Isla Mujeres und etwas seltener von der Isla Holbox. Beides habe ich aber nicht besucht.

Mein Lieblingsstrand auf der Yukatan-Halbinsel liegt übrigens vor Celestun, weil ich dort auch Flamingos und Ruinen von Haciendas sehen konnte. Allerdings gehört das Fischerdorf nicht mehr zur Riviera Maya.

Grund 2: Schnorcheln mit Schildkröten

In der Mitte der Riviera Maya befindet sich die Bucht von Akumal. Obwohl der Strand malerisch liegt, ist nicht er der Hauptgrund, wieso die meisten Besucher kommen. Im türkisblauen Wasser tummeln sich nämlich jede Menge Wasserschildkröten, mit denen du schnorcheln kannst. Und ich meine: Wirklich jede Menge!

Schimmen mit riesigen Wasserschildkröten. Foto: M. Tschuy
Schimmen mit riesigen Wasserschildkröten. Foto: M. Tschuy

Für mich war es ein grossartiges Erlebnis, mit den archaischen Tieren zu schnorcheln. Dem Drang, die gepanzerten Tiere zu streicheln, solltest du besser nicht nachgeben, denn das ist bei hohen Geldstrafen verboten. Trotzdem bin ich den Schildkröten recht nahe gekommen. Sie tauchen alle paar Minuten auf, um Luft zu holen. Teilweise nur gerade zwei oder drei Meter von mir entfernt. Wo sonst kann ich das erleben?

Grund 3: Baden in Cenotes

Die ganze Yukatan-Halbinsel ist ein geologisches Wunderwerk. Der Boden besteht zum grossen Teil aus porösem Kalkstein mit einer unüberschaubaren Zahl von Höhlen. Viele von ihnen sind mit Grundwasser gefüllt und du kannst in ihnen baden. Da das Wasser unglaublich klar ist, hast du beim Schwimmen das Gefühl zu fliegen. Im Ernst: ich habe noch nie so sauberes Wasser gesehen.

Ein Seitenareal des Cenote Azuls in der Nähe von Playa del Carmen.
Ein Seitenareal des Cenote Azuls in der Nähe von Playa del Carmen.

Du solltest unbedingt mehrere Cenotes besuchen, da diese höchst unterschiedlich sind. Das hübsche Cenote Azul in der Nähe von Playa del Carmen wirkt zum Beispiel eher wie eine Reihe von kleinen Teichen im Dschungel, der Cenote bei der Ruine Coban hingegen befindet sich in einer Höhle, die du nur über eine lange Wendeltreppe erreichst. Manche Cenotes sind bis zu 50 Meter tief und sieht problemlos auf den Boden. Wo sonst findest du so klares Wasser?

Mein persönlicher Favorit war übrigens der Cenote in Valladolid. Ursprünglich war auch er eine Höhle – bis die Decke einstürzte und nun zur Hälfte offen ist. Gefallen hat mir vor allem seine Lage mehr oder weniger im Zentrum der wunderschönen Kolonialstadt. Valladolid ist allerdings ausserhalb der Riviera Maya.

Grund 4: Die Pyramiden

Als ich das erste Mal in Mexiko war, habe ich fast alle Maya-Pyramiden besucht, die es im Land gab. Vor oder besser noch auf diesen alten Bauwerken zu stehen, ist ein besonderes Gefühl. Sehr schön ist die bereits erwähnte archäologische Anlage in Tulum, die direkt am blaugrün leuchtenden Meer liegt. Etwas abenteuerlicher wirkt die Ruine von Coban, wo es sogar erlaubt ist, die grösste Pyramide zu besteigen.

Die Pyramide von Coban: Eine der wenigen, die du noch besteigen kannst.
Die Pyramide von Coban: Eine der wenigen, die du noch besteigen kannst.

Wenn du Pyramiden magst, lohnt es sich, die Region Riviera Maya zu verlassen und mindestens Chichen Itza noch zu besuchen. Die Pyramide, die mich am meisten beeindruckt hat, ist das wilde und ungebändigte Tikal in Guatemala.

Grund 5: Das leckere Essen

Mexikanisches Essen ist super – und damit ist eigentlich schon alles gesagt, was es zu sagen gibt. Zugegeben: Mexikanisches Essen ist auch im hinterletzten Drecksloch noch super lecker. Aber in der Riviera Maya hast du eine vergleichsweise grosse Auswahl. Wohl nur Mexiko-Stadt verfügt über eine noch grössere Vielfalt an Restaurants.

Ein Hühnchen-Mole im Restaurant Nativo in Playa del Carmen.
Ein Hühnchen-Mole im Restaurant Nativo in Playa del Carmen.

Etwas teuer, aber sehr lecker fand ich das Restaurant Nativos im Zentrum von Tulum. Hier bestellte ich mir einen Teller Hühnchen-Mole. Also Geflügel an einer Schokoladen-Sauce. Klingt seltsam, ist aber wirklich fein. Die Portion war so gross, dass ich sie mit ins Hotel nehmen konnte und gleich auch noch mein Abendessen hatte. Etwas gediegener habe ich im El Tabano in Tulum gegessen, das ich ebenfalls empfehlen kann. Aber du findest auch ohne meine Tipps etwas Tolles.

Praktische Tipps

Wahl der Homebase: Die Riviera Maya ist nicht besonders gross. Es bietet sich daher an, einen fixen Ort zu wählen und von dort aus alles anzusehen. Ich verbrachte zwei Nächte in Playa del Carmen (im Hotel Casa Tucan) und drei Nächte im Hostel Tubo Tulum, bei dem die einzelnen Zimmer Kanalisationsröhren waren. (Ich war bereits zuvor in Tepoztlan in einem ähnlichen Röhrenhotel, worüber ich hier geschrieben habe.) Ich fand Tulum entspannter und angenehmer. Wenn dir Hotelbunker gefallen, ist Cancun der Ort der Wahl.

Individuell oder Tour: Ich habe die Riviera Maya als Teil einer Backpacker-Tour besucht. Da ich anschliessend noch andere Regionen in Mexiko besuchen wollte, kam für mich nichts anderes in Frage. Wenn du aber nur kurz bleiben willst und ein Badeurlaub dein Ziel ist, fährst du mit einem Pauschalarrangement vermutlich besser. Wenn du dich nicht wohlfühlst, die Region auf eigene Faust zu entdecken, solltest du eine geführte Rundreise erwägen, zum Beispiel von Meier’s Weltreisen.

Mobilität: Der öffentliche Verkehr ist in der Riviera Maya recht gut ausgebaut mit zahlreichen Collectivos, die der Küste entlang fahren. Sämtliche hier erwähnte Orte, kannst du im Bus erreichen. Für Coban habe ich allerdings mit den anderen Leuten vom Hostel ein Auto gemietet. Hier hast du noch ein paar Tipps zur Recherche nach günstigen Mietwagen.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

Ein Kommentar

  1. Ohhh, da bekomm ich direkt auch Lust auf Mexiko – und das, wo es mich doch eigentlich immer in Richtung Osten zieht 😉

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