Dienstag, 6. Dezember 2016
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Island im Camper: Tipps, Kosten & Route für 4 Tage

Island lässt sich im Camper besonders gut entdecken. Fotos: OZ.
Island lässt sich im Camper besonders gut entdecken. Fotos: OZ.

Wenn du weite karge Landschaften, Wasserfälle und ein schroffes Klima magst, dann solltest du dir Island genauer anschauen. Eine Möglichkeit, die nördliche Insel zu erkunden, ist eine Rundreise im Camper. In diesem Beitrag findest du meinen Erfahrungsbericht sowie Tipps, Tricks und einen Routenvorschlag.

Ende September war ich ein paar Tage in Reykjavik und habe anschliessend eine kurze Camper-Tour unternommen. Dabei habe ich den sogenannten „Golden Circle“ und den südlichen Teil der Ringstrasse abgefahren. Das ist keine besonders originelle Route, sondern das, was die meisten Erstbesucher tun.

Dies aus einem guten Grund: Der Golden Circle verbindet drei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes und auf dem südlichen Teil reiht sich eine sehenswerter Stopp an den nächsten. Es gab kaum einen Ort, wo ich mehr als 50 Kilometer am Stück fahren musste.

Der Camper hat sich zudem als eine gute Option herausgestellt, die Gegend zu erkunden. Zwar lassen sich in Island die meisten Orte auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen (und angeblich soll auch Autostopp ganz gut funktionieren), aber nur wenn man selber hinter dem Steuer sitzt, hat man die grösstmögliche Freiheit.

Obwohl das Verkehrsaufkommen selbst auf den Hauptverkehrsachsen relativ gering ist (ich habe mich gefragt, ob es in Isländisch überhaupt ein Wort für Stau gibt), sind die Strassen sehr gut ausgebaut. Positiv zu erwähnen ist, dass es bei allen Sehenswürdigkeiten hinreichend Gratisparkplätze gibt.

Und ja: Auch eine kurze Camper-Tour von vier Tagen kann sich lohnen, vor allem für Leute, die Island im Rahmen der kostenlosen Stopover-Programme von Iceland-Air und Wow-Air besuchen. Island liegt nämlich ganz genau auf der Strecke zwischen Europa und Nordamerika.

In diesem Artikel erzähle ich alles, was du wissen musst, wenn du selber eine Islandrundreise im Camper planst. Der Text ist ziemlich lang geworden. Über das Inhaltsverzeichnis gelangst du direkt zu den für dich relevanten Stellen.

Inhalt

Das östliche Ende des Roadtrips: Die berühmte Gletscherlagune.
Das östliche Ende des Roadtrips: Die berühmte Gletscherlagune.

Meine Route in Island mit dem Camper

Ich bin gemeinsam mit einer Freundin von der Hauptstadt via „Golden Circle“ und südliche Ringstrasse bis zur berühmten Gletscherlagune Jökulsárlón gefahren. Die Route ist in vier Tagen gut zu schaffen. Wenn du aber wirklich jeden hier erwähnten Abstecher unternehmen willst und gerne etwas länger wanderst, würde ich unbedingt einen fünften Tag einplanen.

Tag 1: Golden Circle

Ich habe das Fahrzeug gegen zehn Uhr morgens übernommen. Erster Stopp war das ehemalige Wohnhaus des isländischen Schriftstellers Halldor Laxness. Wer schon das eine oder andere Werk des Nobelpreisträgers gelesen hat, sollte sich für das Museum ein paar Minuten Zeit nehmen.

In einer halben Stunde ging es über Ödland zum Nationalpark Þingvellir (im GPS vermutlich Thingvellir). Das Besondere hier ist ein Riss in der Erdoberfläche, der durch das Auseinanderdriften der amerikanischen und die europäischen Kontinentalplatte entstanden ist.

Hier befindet sich auch die Silfra-Spalte, in der du tauchen oder schnorcheln kannst. In der Hauptsaison gibt es eine starke Nachfrage nach der Tour. Wenn du auf Sicher gehen willst, kannst du sie hier reservieren. Einen Erlebnisbericht findest du hier bei meinem Blogger-Kollegen Marc.

Nach 30 Minuten erreichten wir den Geysir, der allen Geysiren der Welt den Namen leiht. Seine äusserst seltenen Eruptionen katapultierten das kochend heisse Wasser in der Vergangenheit bis zu 122 Meter in die Höhe. Nur wenige Meter daneben liegt der kleine Bruder Strokkur, der auch heute noch alle zehn Minuten ausbricht.

Nur wenige Minuten weiter befindet sich Gullfoss. Der „Goldene Wasserfall“ ist nicht nur ausgesprochen fotogen, sondern auch ein Sinnbild für die Bemühungen Islands um den Umweltschutz: Eine Anwohnerin hatte erbittert für seinen Erhalt gekämpft, als er vor fast hundert Jahren einem Elektrizitätswerk weichen sollte.

Ein guter Ort, um den Tag ausklingen zu lassen ist die Secret Lagoon in Flúðir. Das „älteste Schwimmbad Islands“ entstand im Jahre 1891 und eine verfallene Umkleidekabine zeugt noch immer von seiner Geschichte. Thermalquellen heizen das Becken auf angenehme 38 Grad auf.

Das Bad ist heute allerdings alles andere als geheim. Um den Massen der Bustouristen zu entgehen, solltest du die Abendstunden zwischen 16 und 18 Uhr meiden. Falls du etwas Zeit totschlagen musst: Im Ort gibt es ein leckeres äthiopisches Restaurant.

In dieser ¨Spalte im Thingvellir Nationalpark wird sichtbar, wie Europa und Amerika jedes Jahr ein bisschen auseinanderdriften.
In dieser Spalte im Thingvellir Nationalpark wird sichtbar, wie Europa und Amerika jedes Jahr auseinanderdriften.
Der Gullfoss Wasserfall: Ein eindrückliches Naturschauspiel.
Der Gullfoss Wasserfall: Ein eindrückliches Naturschauspiel.
Ein idealer Ort, um den ersten Tag ausklingen zu lassen: Die Secret Lagoon.
Ein idealer Ort, um den ersten Tag ausklingen zu lassen: Die Secret Lagoon.

Tag 2: Von Selfoss nach Vik

Wenn du Lebensmittel für die nächsten Tage brauchst, solltest du den kurzen Umweg nach Selfoss unternehmen. Die letzte grössere Stadt hat eine Reihe von gut ausgestatteten Supermärkten. Ausserdem befindet sich im Zentrum des Orts ein relativ guter Campingplatz mit einem geheizten Aufenthaltsraum.

Als erstes hielten wir in Oddi an, acht Kilometer südlich von Hella. Hier wurde in einem inzwischen verschwundenen Kloster eines der frühsten isländischen literarischen Werke gefunden. Heute besteht der Ort aus einer Handvoll Bauernhäuser und einer niedlichen Kirche. Wenn dich frühe isländische Sagen interessieren, ist vielleicht das „Saga Centre“ in Hvolsvöllur ein interessanterer Stopp.

Auf dem weiteren Weg nach Osten kommst du nach kurzer Zeit an der Zufahrt zu den Westmänner-Inseln vorbei. Die Insel ist für ihre Papagaientaucher-Kolonien bekannt, die in den Felsen brüten, und die Kleinstadt Heimaey, die vor 40 Jahren von der Lava eines ausbrechenden Vulkans stark zerstört wurde. Wir haben dieses isländische Pompeij jedoch aus Zeitgründen ausgelassen.

Kurz danach befinden sich die beiden Wasserfälle Seljalandfoss und Gljúfrabúi. Du solltest dir beide ansehen: Der erste fällt über einen Felsvorsprung, so dass du über einen rutschigen Pfad hinter das fallende Wasser gelangen kannst. Der zweite donnert in eine enge Schlucht.

Wenn du nun erstmals genug von Wasserfällen hast, kannst du nach wenigen Kilometern den verlassenen Seljavallaug-Pool besuchen. Das Schwimmbecken mit ziemlich trübem Thermalwasser war 1922 von Anwohnern in nur zwei Tagen gebaut worden und steht heute noch.

Das Bad wird nicht aktiv bewirtschaftet, was ein abenteuerliches Erlebnis garantiert, aber auch dazu führt, dass die Umkleidekabinen etwas grottig sind. Du erreichst den Pool nur über eine 20-minütige Wanderung. Einen ausführlichen Erlebnisbericht findest du beim Blogger-Kollegen Reisegeek.

Noch nicht genügend Wasserfälle gesehen? Dann ist der Skogarfoss dein nächster Stopp. Wenn du Zeit reicht, solltest du die steile Treppe hochlaufen und die schöne Landschaft oberhalb des Falls ansehen. Hier kannst du auch etwas länger wandern.

Ländliche Idylle in Oddi.
Ländliche Idylle in Oddi.
Ein Relikt aus einer anderen Zeit: Der Seljavallaug-Pool, mitten im Nirgendwo.
Ein Relikt aus einer anderen Zeit: Der Seljavallaug-Pool, mitten im Nirgendwo.
Auf einem felsigen Pfad kannst du den Wasserfall Seljalandfoss auch von hinten ansehen.
Auf einem felsigen Pfad kannst du den Wasserfall Seljalandfoss auch von hinten ansehen.

Tag 3: Von Vik nach Jökulsarlon

Den dritten Tag beginnst du am besten mit einem Abstecher zum bekannten Flugzeugwrack am Schwarzen Strand von Sólheimasandur. Die amerikanische DC3 war vor rund 40 Jahren abgestürzt und gehört zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten des Landes. Die Zufahrt ist inzwischen gesperrt, es gibt aber einen grossen Parkplatz. Deswegen musst du die fünf Kilometer zu Fuss unternehmen. Erlebnisbericht bei den Travelpins.

Quasi auf der anderen Strassenseite befindet sich mit dem Solheimajökull ein leicht zugänglicher Gletscher. Wer mag, kann hier abenteuerliche Wandertouren über das Eis unternehmen. Wie das aussieht, hat Inka von Blickgewinkelt ausführlich beschrieben. Wir sind nur bis an den Rand des Gletschers spaziert.

Nur einen Katzensprung entfernt liegt der Nationalpark Dyrhólaey. Von den Klippen hast du einen wunderbaren Ausblick auf den Schwarzen Strand und die Felsennadeln vor Vik. Fahr unbedingt auch zum Leuchtturm hoch, um einen Blick auf das Felsentor zu erhaschen.

Nun begann die erste wirklich lange Fahrt am Stück zum Nationalpark Skaftafell. Hier sind verschiedene mehrstündige Wanderungen möglich.  Da es relativ viel Zeit braucht, um im Park die verschiedenen Ziele zu erreichen, entschlossen wir uns weiterzufahren. Insbesondere die traditionellen Torfhäuser von Sel hätte ich gerne gesehen.

Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Gletscherlagune Jökulsárlón. Hier schwimmen in einem See zahlreiche blau schimmernde Eisberge, die von einem nahen Gletscher losgebrochen sind und majestätisch ins Meer treiben. Auch wenn du das Eis vom Land aus gut siehst, geht nichts über eine Tour auf einem Boot. Bei Moose Around The World gibt es einen ausführlichen Bericht mit vielen Bildern.

Blick auf das Felsentor beim Nationalpark Dyrhólaey.
Blick auf das Felsentor beim Nationalpark Dyrhólaey.
Leuchtend blaues Eis in der Gletscherlagune.
Leuchtend blaues Eis in der Gletscherlagune.
Besonders gut lässt sich die Gletscherlagune mit dem Boot erkunden.
Besonders gut lässt sich die Gletscherlagune mit dem Boot erkunden.

Tag 4: Die Rückfahrt nach Reykjavik

Von Jökulsárlón bis nach Reykjavik sind es auf direktem Weg ungefähr 372 Strassenkilometer, die du auf guten Überlandstrassen (aber kaum Autobahn) ohne Stopps in etwa fünf Stunden zurücklegen kannst. Wir benötigten mit einer Essenspause etwa sieben Stunden.

Falls du noch magst, solltest du am Abend in der Kleinstadt Hvergerði stoppen, die ganz unter dem Zeichen der Erdwärme steht. Mit ihr werden zahlreiche Treibhäuser betrieben, die den Ort zum Zentrum der isländischen Blumenplantagen macht. Doch nicht das ist der Grund, wieso du hier einen Stopp einlegen solltest.

An allen Ecken dampft es aus dem Boden und bei meinem Besuch lag ein leichter Schwefelduft über der Stadt. In einer einstündigen Wanderung kannst du etwas ausserhalb der Stadt in einem kleinen Fluss baden,  dessen Wasser angenehm warm ist. Für mich ein würdiger Abschluss für eine tolle Islandreise.

Der vierte Tag bestand hauptsächlich aus Fahren auf der Ringstrasse.
Der vierte Tag bestand hauptsächlich aus Fahren auf der Ringstrasse.
Es lohnt sich, zwischendurch anzuhalten und die reiche Flora zu bestaunen.
Es lohnt sich, zwischendurch anzuhalten und die reiche Flora zu bestaunen.

Meine Erfahrungen mit Go Camper

Bevor ich meine Erfahrungen schildere, möchte ich offenlegen, dass Go Campers mir das Fahrzeug zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Die Beschreibung in diesem Text ist davon aber nicht beeinflusst. Ich hatte einen Go Smart. Dieses kleinste Modell ist für maximal zwei Personen geeignet und derzeit für 89 Euro zu haben. Eine Übersicht über die unterschiedlichen Fahrzeugkategorien findest du hier.

Beachte, dass dieser Preis nur eine Grundversicherung einschliesst. Ungeteerte Strassen und wildes Wetter fordern ihren Tribut. Eine Zusatzversicherung ist daher keine schlechte Idee. Wirf auch einen Blick auf das Angebot von leihwagenversicherung.de an, wo du preiswert den Selbstbehalt reduzieren kannst.

Go Camper bietet einen kostenpflichtigen Abhol-Service ab Hotel oder Flughafen an. Das ist aber meiner Meinung nach nicht nötig. Mit der Buslinie 1 ist die Abholstation, die in einem Vorort von Reykjavik liegt, auch mit Gepäck relativ problemlos erreichbar.

Die Entgegennahme des Fahrzeugs war sehr effizient. Innerhalb von 10 Minuten stand das Fahrzeug bereit. Der Angestellte ging mit mir noch kurz die Route durch und gab den einen oder anderen Tipp zu Sehenswürdigkeiten an der Strecke.

Ebenfalls ist es möglich, zusätzliches Equipment zu mieten. Ich nahm einen Campingtisch (nie benutzt) und einen dicken Schlafsack, der mir bei den kalten Temperaturen einen guten Dienst erwies. Auf einem Regal stehen Lebensmittel, die andere Reisende hinterlassen haben. Hier darf man sich ungeniert bedienen.

Die Rückgabe verlief genauso schnell und problemlos. Der Angestellte warf nur einen sehr flüchtigen Blick auf allfällige Schäden und unterzeichnete die Schadensfreiheit. Er schien sich aber ausschliesslich dafür zu interessieren, dass der Tank voll war.

Und das Fahrzeug selber? Technisch war es in einem einwandfreien Zustand. Allerdings erwies sich die Ausstattung als sehr bescheiden. Zum Kochen gab es lediglich einen simplen Campingkocher. Das Bett bestand auf einer dünnen Matratze auf dem Fahrzeugboden. Für das Gepäck gab es keinen Platz. Es musste jede Nacht auf den Vordersitz getragen werden.

Etwas nervend war, dass es im Schlafbereich kein zusätzliches Licht gab und wir keine Taschenlampe dabei hatten, um im Dunkeln das Bett herzurichten. Als sehr nützlich erwies sich der USB-Anschluss am Radio, mit dem wir Handy und Fotokamera laden konnten.

Mein Heim in Island während vier Tagen.
Mein Heim in Island während vier Tagen.

Was kostete der Roadtrip?

Island ist ein teures Pflaster und vermutlich das erste Land, in dem ich mir Schweizer Preise herbeigesehnt habe. Die viertägige Tour unternahmen wir zu zweit, wodurch die Kosten gegenüber einer Alleinreise deutlich günstiger ausfielen. Hier die Aufzählung der wichtigsten Ausgaben:

  • Fahrzeugmiete: Unser Go Smart kostete pro Tag 89 Euro (Nebensaison). Hinzu kamen 25 Euro für eine umfassende Versicherung. Das ergab bei 4 Tagen insgesamt 446 Euro.
  • Treibstoff: Insgesamt 1100 Kilometer haben wir in den vier Tagen zurückgelegt. Dabei mussten wir drei Mal tanken und gaben rund 12500 Isländische Kronen aus (ca. 98 Euro).
  • Unterkünfte: Zwei Mal nahmen wir einen Zeltplatz und zwei Mal schliefen wir (illegal) auf einem öffentlichen Parkplatz. Dafür wurden insgesamt weitere 60 Euro fällig.
  • Essen: Zum Mittag kochten wir uns jeweils asiatische Instantnudeln, die ich mitgebracht habe und am Abend gingen wir in die unterschiedlichsten Restaurants relativ gut essen, wofür wir insgesamt weitere 240 Euro berappen mussten.
  • Eintritte: Auf dem Roadtrip besuchten wir praktisch ausschliesslich Natursehenswürdigkeiten, für die kein Eintritt verlangt wurde. Wer noch das eine oder andere Museum „mitnehmen“ will, sollte pro Besuch mit rund 15 Euro rechnen.
  • Total: Sollte ich in dieser Aufzählung nichts vergessen haben, gaben wir pro Person etwa 450 Euro aus. Das entspricht etwa 125 Euro pro Tag.

Praktische Tipps zum Roadtrip

  • Führerschein: Für Island genügt dein gewöhnlicher nationaler Führerschein. Ich habe einen uralten aus Papier, der ohne Zögern akzeptiert wurde. Denk daran, dass du für die Kaution eine Kreditkarte hinterlegen musst. Hier meine Tipps zur Wahl der Kreditkarte.
  • Verkehr: Ich fand es angenehm, in Island hinter dem Steuer zu sitzen. Die anderen Verkehrsteilnehmer verhielten sich generell sehr rücksichtsvoll und selbst in Reykjavik waren die Strassen angenehm leer. Irritierend können die teilweise sehr starken Seitenwinde entlang der Küste sein.
  • Allrad-Antrieb: Ich hatte einen gewöhnlichen Camper mit Zweirad-Antrieb. Die Ringstrasse und der Golden Ring (beide durchgehend asphaltiert) lassen sich damit problemlos befahren, ebenso die meisten unbefestigten Wege. Beachte, dass du für F-Strassen von Gesetzes wegen ein 4×4-Fahrzeug brauchst und du bei Zuwiderhandeln mit Bussen und vor allem der Verlust der Versicherungsleistung zu rechnen hast.
  • Wildes Camping: Seit diesem Sommer ist es leider nicht mehr erlaubt, auf den Raststätten zu nächtigen. Falls du in der Nebensaison unterwegs bist und das Geld für Campingplätze sparen willst: Im Winter geschlossene Camp Sites erlauben, das Auto dort über Nacht abzustellen. Toiletten und Duschen sind dann zwar nicht zugänglich, aber die hättest du ja auch nicht am Strassenrand. Du kannst natürlich auch den Landbesitzer um Erlaubnis bitten.
  • Offroad-Fahren: In Island ist es bei hohen Geldstrafen verboten, Offroad zu fahren. Da sich die sensible Natur nur sehr langsam von den Spuren einer Offroad-Fahrt erholt, ist das Verbot auf alle Fälle sinnvoll.
  • Navigation: Wenn du ein Smartphone hast, brauchst du kein zusätzliches GPS zu mieten. Ich empfehle grundsätzlich die Nutzung von Offline-Karten wie bei maps.me.
  • Reiseführer: Auf meinem Roadtrip hatte ich den Island-Band vom Michael Müller Verlag (Mai 2015) dabei. Mit seinen rund 750 Seiten ist er sehr viel umfangreicher als andere Island-Reiseführer. Darunter leidet teilweise die Übersichtlichkeit, dafür bietet das Buch mehr Hintergrundinfos und die eine oder andere Empfehlung, die bin den anderen Reihen keinen Platz fanden.
  • Camping im Zelt: Wenn du statt einem Camper-Van ein gewöhnliches Auto mietest und im Zelt übernachtest, kommst du etwas günstiger weg. Einen Erfahrungsbericht findest du hier.
  • Anreise: Wenn du nicht die raue Fahrt übers Meer bevorzugst, wirst du vermutlich mit dem Flugzeug in Island ankommen. Dank Wowair und anderen Lowcost-Carriern ist die Anreise ziemlich erschwinglich geworden. Siehe auch meine Tipps bei der Recherche nach günstigen Flügen.

Fazit

Island bietet wunderschöne Landschaften, die ohne Mietwagen nur recht umständlich zu erreichen sind. Auch wenn Island-Profis immer wieder betonen, dass man ohne einen geländegängigen Untersatz das Beste verpasst, war ich vollständig zufrieden mit dem, was ich mit meinem gewöhnlichen Camper erreichen konnte.

Auch die Jahreszeit im späten September/Anfang Oktober hat sich als ideal erwiesen: Die Temperaturen waren noch nicht unerträglich kalt, trotzdem war es nachts lang genug dunkel, um in mehreren Nächten die Nordlichter zu sehen.

Seit Island boomt, sollen vereinzelte Sehenswürdigkeiten im Sommer ziemlich überlaufen sein. Auch auf meiner Reise hatte ich keinen einzigen Ort für mich alleine, aber die Menschenmassen hielten sich in einem angenehmen Rahmen.

Der Grund, dass ich vermutlich trotzdem nicht so schnell noch einmal nach Island reise, liegt in den ungeheuerlich hohen Preisen. So schön das Land auch ist: Es gibt kaum etwas, das ich nicht auch anderswo sehr viel günstiger sehen könnte.

Hinweis: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Camper-Vermieter Go Camper und enthält vereinzelt Affiliate-Links.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

6 Kommentare

  1. Wow ein sehr langer und ausführlicher Artikel und ich hab ihn bis zum. Ende gelesen. Island ist für mich das Ersatz-Wunschziel für Neuseeland, weil das einfach zu weit weg ist. Die Bilder sind toll! Mein Mann würde auch gern mit nem Camper rumfahren, gibt es denn auch 4×4 Camper in etwas luxuriöser?

    Lg Annika

    • Hi Annika,

      freut mich, dass du den ganzen Text durchgelesen hast. Er ist ja doch recht lang geworden und ich habe lange überlegt, ob ich ihn in zwei Artikel aufteilen soll. Vielleicht mache ich das später noch, da ich bei den praktischen Tipps noch nicht alles drin habe, was ich sagen wollte.

      Zu Deiner Frage: Es gibt zwar eine ganze Reihe von Anbietern. Aber soweit ich das beurteilen kann, haben sie alle eine ziemlich bescheidene Ausrüstung und gepfefferte Preise. Bei meiner Recherche war ich erstaunt, wie nahezu identisch die Angebote der einzelnen Vermieter sind. Einen luxuriöseren 4×4 habe ich nirgends gesehen.

      Das ist jetzt meine persönliche Ansicht: Aber ich halte einen Allradantrieb für unnötig. Vieles erreichst du mit einem normalen Fahrzeug und die Orte, wo es eben nicht geht, buchst du für den Tag einen Ausflug bei einem Anbieter.

      Das ist auch finanziell sinnvoller. Ein Allrad-Fahrzeug kostet pro Tag locker 100 Euro mehr. Bei einer Woche sind das 700 Euro, für die du locker den einen anderen anderen Ausflug bezahlst.

      Weitere Vorteile sind, dass das Risiko sinkt, auf den schlechten Strassen dein Auto kaputt zu machen (einen Selbstbehalt hast du auch bei der Premium-Versicherung), dass du weniger Sprit brauchst und dass du einen Führer hast, der dir alles erklärt.

      Gruss,
      Oli

  2. Hallo Oliver,
    vielen Dank für die Verlinkung auf unseren Blog! Ein wirklich sehr ausführlicher und guter Bericht über einen Island Roadtrip. September und Oktober halte ich für eine sehr gute Reisezeit, genau wie den frühen Mai / Juni. Man ist einfach noch vor der Saison und damit vor den Massen unterwegs. Der Seljavallaug-Pool sieht klasse aus – guter Tipp für unseren nächsten Roadtrip.

    Ja, Island wird leider immer teurer, ist für uns aber auf seine Weise einzigartig. Der Yellowstone hat uns dieses Jahr sehr an Island erinnert – dorthin zu reisen ist aber auch nicht unbedingt erschwinglich 😉

    Wenn man weiß, dass man sehr viel offroad und im Hochland unterwegs sein möchte lohnt sich vielleicht ein 4×4, ansonsten hast du recht: Lieber Tagesausflüge buchen. Wir sind z. B. für einen Tag nach Landmannalaugar (ca. 200€ pro Person wegen fast privater Tour). Größere Gruppentouren gibt es ab ca. 90€ pro Person. Hat sich absolut gelohnt, für uns ist das Hochland eine der schönsten Orte der Insel.

    Viele Grüße
    Anke

    • Hallo Anke,
      Verlinkung ist gern geschehen. 🙂
      Landmannalaugar hätte mich auch gereizt. Aber wenn man so wenig Zeit hat…
      Gruss,
      Oli

  3. Toller Artikel! Habe das Gefühl der wird mir sehr helfen, wenn ich meine Reise nach Island plane. Bin nämlich schon länger am überlegen, wie ich reisen soll, sprich Zelt, Camper oder ganz normal in Hotels. Mir hat also sowohl die Route als auch deine erfahrung mit dem Camper geholfen.
    Vielen Dank und liebe Grüße, Julia

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