Freitag, 24. November 2017
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Ferien- und Kurzzeitwohnungen: 20 Alternativen zu Airbnb

Die beste Aussicht auf Bangkok: Vom Heli-Landeplatz einer Airbnb-Wohnung. Fotos: OZ

Airbnb hat die Art, wie wir reisen, so stark verändert, wie wenige Firmen. Aber der Marktführer ist bei weitem nicht der einzige Anbieter von Kurzzeit- und Ferienwohnungen. Unter Umständen passen diese 20 Alternativen zu Airbnb besser zu deinen Bedürfnissen.

Die Idee hinter dem Airbnb-Modell ist simpel und sympatjisch: Anstatt in gesichtslosen Hotels zu übernachten, kommst du bei Privatpersonen unter. Das ist für dich nicht nur günstiger, sondern gleichzeitig auch ein viel persönlicheres Erlebnis.

Auch für die vermietenden Privatpersonen bringt das Vorteile: Sie können unkompliziert leere Räume an Touristen vermieten und auf diese Weise mit wenig Aufwand etwas dazu verdienen.

Obwohl Airbnb in aller Munde ist, ist es bei weitem nicht der einzige Anbieter von Ferien- und Kurzzeitwohnungen. Seit seiner Gründung sind zahlreiche Konkurrenten entstanden. Manche bieten einfach nur eine Alternative, andere haben sich auf spezielle Zielgruppen oder Regionen konzentriert.

Reist du bald nach China oder suchst du eine rollstuhlgängige Kurzzeitwohnung? In der folgenden Liste findest du ein paar Anregungen. Weitere Hinweise nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen.

Wieso ich Kurzzeitwohnungen mag

In den letzten Jahren habe ich mir auf meinen Reisen mehrmals für ein paar Tage eine Wohnung gemietet. Im Vergleich zu Hotels und Hostels haben Kurzzeitwohnungen einige Vorteile:

  • Die Gastgeber: Während grosse Hotels oft anonyme Bauklötze sind, werden die bei Airbnb und Co. angebotenen Wohnungen meistens von weltoffenen Privatpersonen betrieben. Daraus entstehen spannende Begegnungen. In Pula hat unsere Gastgeberin beispielsweise regelmässig mit den Gästen gegrillt und von ihrem Leben in Istrien erzählt.
  • Die Lage: Während sich Hotels häufig auf bestimmte Stadtteile konzentrieren, sind private Unterkünfte besser verteilt. Wo Einheimische wohnen, hast du in der Regel günstige Einkaufsmöglichkeiten und ortstypische Restaurants und Cafés. Diesen Vorteil erkaufst du dir allerdings teilweise mit längeren Wegen zu den Sehenswürdigkeiten.
  • Der Preis: Vor allem wenn du mit Kindern oder mit mehreren Freunden unterwegs bist, bieten Wohnungen ein grosses Sparpotential. Wenn du noch eine Küche hast und gelegentlich selbst kochst, kannst du dir auch den einen anderen Restaurantbesuch ersparen.
  • Das Internet: Aus mir unerklärlichen Gründen bekommen es viele Hotels nicht hin, ihren Gästen ein schnelles und gut funktionierendes Internet anzubieten. Wie oft habe ich mich über idiotische Loginmasken geärgert. Bei Privatwohnungen hatte ich bisher kaum Probleme.
Moderne Villa im finnischen Schärenmeer.

Wieso es Alternativen zu Airbnb braucht

Wenn ich in einer Stadt nach einer Unterkunft suche, gehört Airbnb zur Recherche-Routine dazu. Nach eigenen Angaben sind auf der Website über 4 Millionen Inserate in über 190 Ländern gelistet. Kein Konkurrent hat ein so grosses Angebot.

Trotzdem ist mein Verhältnis zu Airbnb etwas getrübt. Zum einen, weil mir Vielfalt wichtig ist und ich grundsätzlich die Platzhirsche meide. Zum anderen, weil ich in der Vergangenheit durchzogene Erfahrungen mit dem Kundendienst gemacht habe. Was mir bei Airbnb weniger gefällt:

  • Anmeldungsprozess: Um als Gast eine Wohnung zu mieten, musst du eine komplizierte Registrierung durchlaufen, bei der du eine Kopie des Personalausweises hochlädst und deine Social Media Konten angibst. Seit mich Airbnb zur Nachregistrierung zwingen will, habe ich den Dienst nicht mehr genutzt.
  • Bewerbungsprozedere: Wenn du eine für dich passende Wohnung gefunden hast, musst du dich bewerben. Dabei geht viel Zeit verloren, da sich die Gastgeber für ihre Antwort bis zu 24 Stunden Zeit lassen können. Gastgeber können dich zudem ablehnen, weil ihnen deine Nase nicht gefällt (auch wenn eine zahnlose Antidiskriminierungsrichtlinie das Gegenteil behauptet).
  • Vorauszahlung: Sobald dich ein Gastgeber akzeptiert, musst du den ganzen Betrag begleichen. Bei einer kurzfristigen Buchung ist mir das egal, aber ich habe keine Lust, schon Monate im Voraus meine Unterkunft zu bezahlen.
  • Stornierungsbedingungen: Während du Hotels in der Regel auch kurzfristig kostenlos stornieren kannst, wählen manche Airbnb-Gastgeber strenge Storno-Bedingungen. Wenn du kurzfristig absagen musst, siehst du unter Umständen dein Geld nie wieder. Doch auch wenn dein Gastgeber Stornierungen zulassen, bleibst du auf alle Fälle auf den hohen Vermittlungsgebühren sitzen.

Grundsätzlich ist jedoch anzumerken, dass die Konkurrenten vor ähnlichen Herausforderungen stehen und mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Deswegen empfehle ich die Mitstreiter vor allem dann zu testen, wenn sie deinen Anforderungen besser entsprechen oder du bei Airbnb nichts findest.

Direkte Wettbewerber

Es gibt eine Reihe von Firmen, die dem Angebot von Airbnb so ähnlich sind, dass böse Zungen sie als Klone bezeichnen. Sie alle agieren weltweit und bieten unter Umständen Schnäppchen, die du bei der Konkurrenz nicht findest.

  • 9flats.com: Das vormals deutsche Unternehmen funktioniert sehr ähnlich wie Airbnb. Auch wenn die Auswahl mit derzeit 125.000 Ferienwohnungen in 104 Länder nicht ganz so gross ist, punktet erhielt das Unternehmen bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest 2015 die besten Noten.
  • Wimdu.de: Auch Wimdu ist ein direkter Konkurrent von Airbnb und mit rund 350.000 Ferienwohnungen deutlich grösser als 9flats.
  • Housetrip.de: Ein weitere Wettbewerber, den du dir anschauen kannst. Der wichtigste Vorteil von Housetrip ist, dass du bei der Buchung nur eine Anzahlung tätigen musst.
  • Homestay.com: Mit rund 50.000 Angeboten ist Homestay zwar ein eher kleiner Wettbewerber, bietet aber das, was bei Airbnb immer seltener wird: Eine authentische Umgebung bei einer Familie zu hause statt in einer separaten, gesichtslosen Wohnung.

Portale für Ferienwohnungen

Eine Reihe von Firmen hat sich darauf spezialisiert, ausschliesslich Ferienwohnungen anzubieten. Wenn dir unterwegs die Privatsphäre wichtiger ist, als das gemeinsame Beisammensein, solltest du diese Optionen anschauen.

  • Bestfewo.de: Wenn du eine komplette Ferienwohnung suchst, ist BestFewo eine gute Adresse. Der Anbieter hat rund 350.000 Feriendomizile im Sortiment, ist allerdings in Deutschland besonders stark.
  • Fewo-direkt.de: Der deutsche Ableger von Homeaway ist auch ausserhalb von Europa recht gut vertreten und bietet sich vor allem auch für die Suche auf anderen Kontinenten an.
  • Casamundo.de: Auch wenn der Name etwas anderes suggeriert, liegt der Schwerpunkt dieses Anbieters hauptsächlich in Europa.
  • E-domizil.de: Ein weiterer Anbieter für Ferienwohnungen in Europa, den du ausprobieren kannst, wenn du bei den anderen nichts Passendes findest.
Wohnen wie die Einheimischen: In Hongkong sieht das möglicherweise so aus.

Portale für Special Interests

Ist dir wichtig, dass deine Reise die Umwelt möglichst wenig belastet oder hast du Probleme beim Treppensteigen? Mittlerweile gibt es für alle möglichen Sonderinteressen eigene Portale.

  • Flipkey.com Dieser Ableger von Tripadvisor eignet sich für anspruchsvollere Reisende mit einem etwas grösseren Budget. Die Wohnungen sind ausnahmslos super chic und wer es ganz exquisit will, findet hier sogar Luxusjachten.
  • Ecobnb.de Das „grüne Reiseportal“ listet weltweit rund 2500 umweltfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten. Du findest Jurten, Bio-Bauernhöfe oder wirst im Elekroauto abgeholt. Interessantes Detail: Die Server der Plattform arbeiten mit erneuerbarer Energie.
  • Misterbandb.com: Der Airbnb-Ableger ist nach eigenen Angaben der größte Gay-Hotelier der Welt. Homosexuelle finden in 135 Ländern Unterkünfte, in denen sie ausdrücklich willkommen sind.
  • Handiscover.com Das Portal sortiert die angebotenen Wohnungen danach, wie leicht sie für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich sind. So lassen sich zum Beispiel alle rollstuhlgängigen Wohnungen ausgeben. Leider sind erst wenige Länder abgedeckt.

Wichtige regionale Anbieter

Die grossen Vermittler von Privatwohnungen agieren praktisch ausnahmslos global. Es gibt aber auch eine kleine Anbieter, die regional besonders stark sind. Die wichtigsten will ich dir hier vorstellen.

  • Tujia.com Dieser chinesische Anbieter vermittelt Ferienwohnungen im Reich der Mitte. Allerdings musst du damit rechnen, dass einige Gastgeber keine Ausländer aufnehmen wollen/dürfen.
  • Purefrance.com Wenn du eine Reise durch Frankreich planst, könnte dieser Anbieter die passende Wohnung bieten. Im Sortiment sind auch luxuriöse Villen und Schlösser.
  • Stayz.com.au : Eine Villa am Strand oder eine Hütte im Outback – so lange du dich auf Australien beschränkst, wirst du hier bestimmt fündig.
  • Plumguide.com Konzentriert sich auf stylische und aussergewöhnliche Wohnungen in London. Eine gute Adresse für alle, die etwas Besonderes in der britischen Hauptstadt suchen.

Unterkünfte gegen Zeit

Nicht jede Unterkunft musst du mit Geld bezahlen. Manche akzeptieren auch deine Zeit als eine Währung, indem du ein paar Stunden bei der Arbeit mithilfst, deine Sprache unterrichtest oder einfach nur Gesellschaft leistest.

  • Couchsurfing: Reisende stellen sich gegenseitig kostenlos Unterkünfte zur Verfügung. In der Regel starker sozialer Kontakt, aber oft wenig bequeme Übernachtungsmöglichkeiten.
  • Talktalkbnb.com: Das französische Unternehmen vermittelt Unterkünfte nicht gegen Geld, sondern gegen Sprachunterricht. Eine etwas andere Art zu reisen.
  • Wwoof.net: Bei diesem Urgestein des Social Travellings kannst du gegen Mitarbeit in einem organischen Bauernhof kostenlos wohnen und essen. Jahresgebühr fällig.
  • Haustauschferien.com: Gegen eine Jahresgebühr erfährst du von anderen Reisenden, die ihre Wohnungen/Häuser mit jemandem an einem anderen Reiseziel tauschen wollen.
Immer mehr Städte schränken die Nutzung von Privatwohnungen ein, oder verbieten sie sogar ganz.

Wieso der politische Widerstand gegen Privatvermieter

Trotz der Vorteile haben in den letzten Jahren viele beliebte Reiseziele wie New York, Amsterdam oder Berlin Gesetze geschaffen, die Airbnb und Co teilweise oder auch ganz verbieten. Was ist das Problem?

Während sich die Angebote am Anfang tatsächlich oft auf eine Luftmatratze und ein Frühstück beschränkten, sind inzwischen die Angebote zu einem beträchtlichen Teil professionell geworden. Das zeigt sich zum Beispiel in der Datenanalyse  „Airbnb vs. Berlin“ von Anfang 2015.

Sie kam zum Ergebnis, dass etwa ein Drittel der damals rund 12.000 Wohnungsinserate von Anbietern stammte, die mehrere Wohnungen anboten – also tendenziell kommerzielle Anbieter sind.

Da es vor allem an ganz jährig beliebten Reisezielen lukrativer ist, eine Wohnung teuer an Touristen zu vermieten als an Einheimische, werden so dem Markt Wohnungen entzogen. Die Folge sind höhere Mietpreise für Einheimische.

Allerdings würde dem Markt auch Wohnraum entzogen, wenn wegen einer zunehmenden Zahl von Besuchern neue Hotels gebaut werden. Ich habe deswegen das Gefühl, dass bei der an sich berechtigten Kritik auch eine heftige Prise Populismus und Lobbyarbeit der traditionellen Hotellerie mitschwingt.

Fazit

Für mich sind Privatwohnungen eine tolle Sache. Vor allem, wenn ich länger an einem Ort bleibe oder mit mehreren Freunden zusammen reise, finde ich es sehr angenehm, mich in einer Wohnung einzumieten.

Zu Beginn habe ich ausschliesslich den Platzhirschen benutzt. In der Zwischenzeit berücksichtige ich immer mehr Alternativen zu Airbnb. Allerdings habe ich noch nicht alle Firmen selber getestet, die ich hier aufgeführt habe.  Über Erfahrungsberichte würde ich mich deswegen sehr freuen.

Disclaimer: Einige der Empfehlungen sind Affiliate-Links. Das heisst, ich bekomme eine Provision für deine Buchung. Du bezahlst aber nicht mehr. Das hat keinen Einfluss auf die gefällte Auswahl.

Zum ersten Mal hier? Dann lese hier, worum es in diesem Blog geht. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann solltest du dich unbedingt beim monatlichen Newsletter einschreiben, damit du künftig nichts mehr verpasst.

Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

2 Kommentare

  1. Danke für die Auflistung der Alternativen. Ich nutze Air Bnb nur wenn es sich wirklich lohnt. In Großstädten sind die Preise für AirBnb Zimmer wirklich günstiger als in den Hotels. Oft lohnt es sich aber gar nicht. Selbst wenn der Unterschied nur wenige Prozent beträgt, bevorzuge ich ein Hotel/Hostel. Bei mehreren Personen kann sich das natürlich eher lohnen.
    Ich finde aber auch dass es mittlerweile mehr professionelle Vermieter als Privatpersonen bei AirBnb gibt.
    Das Problem Wohnraum ist allerdings schon sehr ernst. Gerade in Deutschland wird bezahlbarer Wohnraum immer seltener. AirBnb und co. wird leider nicht nur als Hotelersatz genutzt. Ich kenne einige Leute die ihre Wohnungen bzw. ganze Häuser nur über solche Plattformen vermieten weil sie dadurch mehr Geld verdienen können.

    • Ich habe auch etwas durchzogene Erfahrungen mit dem Preis gemacht. Teilweise massiv günstiger, teilweise auch teurer als Hotels. Was nervt: Airbnb zeigt nicht den Endpreis. Du hast das Gefühl, einen guten Deal gefunden zu haben, bis dann die Gebühren dazukommen. Meiner Erfahrnung nach ist das grösste Sparpotential bei grösseren Gruppen. Zum Beispiel bei zwei Paaren.

      Wohnraum ist ein komplexes Thema. Was wir aber nicht vergessen dürfen: Es ist ja nur ein ganz kleiner Prozentsatz der Wohnungen, die über Airbnb und Co dem Markt entzogen werden. Ich glaube nicht, dass das Problem gelöst würde, wenn von einem Tag auf die anderen alle Touristen in Hotels müssten. Im Endeffekt führt nichts drum, neue Wohnungen zu bauen.

      Mich erinnert diese ganze Thematik etwas an die Flüchtlingsdiskussion, denen vorworfen wird, sie würden die Züge verstopfen – und das obwohl die Bahn im Schnitt eine Auslastung von etwa 25 Prozent hat.

      Aus meiner Sicht ist das grösste Problem, dass Vermieter am liebsten wohlhabende Singles wollen und Rosinen picken. Dadurch haben es Familien, Selbständige, Ausländer und Sozialhilfeempfänger schwer, überhaupt was zu finden.

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