Dienstag, 26. September 2017
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Schweiz: „Wenig Schweizer kennen ihre Welterbestätten“

Üsé Meyer fährt auf einem Mountain-Cart in Elm den Berg hinab. im Hintergrund die Tschingelhörner mit dem Martinsloch, die zur Tektonikarena Sardona gehören..Foto: Samuel Trümpy.
Üsé Meyer auf einem Mountain-Cart vor den Tschingelhörner mit dem Martinsloch, die zur Tektonikarena Sardona gehören..Foto: Samuel Trümpy.

Gleich elf Unesco-Welterbestätten liegen in der Schweiz. Wie sich diese am besten besuchen lassen, hat der Journalist Üsé Meyer mit Co-Autor Reto Westermann im frisch erschienen Band „Schönste Schweiz“ zusammengefasst. Im jüngsten Interview des Monats verrät er uns seine Lieblingsorte.

WRF: In der Schweiz gibt es elf Unesco-Welterbestätten. Mir als viel reisenden Schweizer war nur gerade die Hälfte geläufig. Sind die Orte zu wenig bekannt?

Üsé Meyer: Da bist Du längst nicht der einzige. Tatsächlich sind einige Welterbestätten bei der Schweizer Bevölkerung kaum bekannt. Eine Umfrage im Jahr 2013 hat beispielsweise ergeben, dass nur gerade ein Prozent der Befragten La Chaux-de-Fonds/Le Locle oder den Monte San Giorgio spontan als Welterbestätten nennen. Bezüglich Marketing gibt es also schon noch Nachholbedarf.

Könnte es nicht auch daran liegen, dass einige dieser Orte nur schwer zu erreichen sind. Auf dem Sardona-Weltkulturweg ist man beispielsweise fast eine Woche unterwegs.

Ich glaube nicht, dass die Abgelegenheit einiger Welterbestätten der Grund für deren Unbekanntheit ist. Beim Monte San Giorgio oder auch den Pfahlbauten ist der grösste Teil des Welterbes gewissermassen unter der Erde oder im Wasser versteckt – das macht es schwieriger, sie erlebbar zu machen. Sicherlich kann auch gerade die Abgelegenheit den Reiz ausmachen: Zu wandern in einer einsamen Gegend, wo man sich noch nicht auf den Füssen rumsteht, oder der Besuch des urtümlichen Val Müstairs im östlichsten Zipfel der Schweiz sind grandiose Erlebnisse.

Welche Stätte sollte deiner Meinung nach jeder Schweizer und Schweiz-Reisende einmal besucht haben?

Für mich als Natur- und Bergfan selbstverständlich die Welterbestätte Schweizer Alpen Jungfrau Aletsch, mit seinen herrlichen Gipfeln und (noch) imposanten Gletschern.

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Im Buch werden nur Weltkulturstätten vorgestellt. Was macht Unesco-Welterbestätten so attraktiv?

Tatsächlich ist es ja so, dass es in der Schweiz noch zig andere schöne Ecken oder interessante Kulturgüter gibt. Aber das Prädikat „Unesco Welterbestätte“ kriegt man ja nicht einfach so – das erhalten nur Stätten, die aufgrund verschiedenster Kriterien einzigartig sind.

Welchen Ort hättest du gerne ins Buch aufgenommen, obwohl er von der Unesco (noch) nicht ausgezeichnet worden ist?

Das Alpsteinmassiv mit Säntis, Altmann und Wildhauser Schafberg: wild, steil, abweisend und doch einnehmend.

Du hast zusammen mit Reto Westermann den Führer „schönste Schweiz“ geschrieben. Wieso der Superlativ?

Der Titel kommt nicht von uns, sondern vom Verlag. Zuerst haben wir uns ehrlich gesagt auch gefragt: Darf man das so sagen? Aber bald ist uns klar geworden, dass das wieder typisches schweizerisches Understatement-Denken ist – nur ja nicht sich selber loben… Schönste Schweiz! Natürlich darf man das so sagen, denn es stimmt ja.

An wen richtet sich das Buch und was macht es besonders?

Das Besondere des Reiseführers ist schon mal, dass es das einzige Buch zu den Welterbestätten ist, das für eine breite Öffentlichkeit geschrieben wurde. Dann macht der hohe Anteil an Bildern das Buch auch optisch attraktiv. Und inhaltlich bietet es neben allem Wissenswerten zu den Welterbestätten auch eine sehr hohe Servicequalität – mit Adressen, Karten, Veranstaltungen und vor allem mit den 88 Ausflugstipps.

workntravelLesetipp: Schönste Schweiz von Üsé Meyer und Reto Westermann

Hast du Lust die Unesco-Welterbestätten der Schweiz besser kennenzulernen? Dann führt kein Weg am kürzlich erschienen Band „Schönste Schweiz“ vorbei. Auf 192 Seiten und zahlreichen Fotos präsentieren die beiden Autoren nicht nur jede Menge Hintergrundwissen, sondern geben auch zahlreiche Tipps für das praktische Erleben der einzigartigen Stätten.

Das Buch kostet 32 Franken und ist über den Webshop des Verlags hier erhältlich.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

3 Kommentare

  1. Hey oli
    da haettest du noch ne info bix ueber die 11 orte machen sollen am schluss. Oder zumindestam schluss diese auflisten. Schönes interview

  2. Ich fand La Chaux-de-Fonds cool. Welcher Schweizer weiss schon, dass wir auch in der Schweiz eine Planstadt mit quadratischen Strassen-Grundmustern haben? 🙂
    Wir denken doch immer, sowas gibt’s nur in Ahhh-Meee-Riii-Kaaaa. 🙂

    • Oliver Zwahlen

      Ich war auch erstaunt, als ich das erste Mal gelesen habe, das La Chaux-de-Fonds Kulturerbe ist. Mein Vater meinte immer, dass dies sie hässlichste Stadt der Schweiz sei. 🙂

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