Freitag, 15. Dezember 2017
Home » Allgemein » Lomboks Westen: Wie du in Sekotong dein Paradies findest

Lomboks Westen: Wie du in Sekotong dein Paradies findest

Desert Point: Surfspot der Superlative. Foto: Melissa Schuhmacher.
Desert Point: Surfspot der Superlative. Fotos: Melissa Schuhmacher.

Sekotong ist der wilde Westen Lomboks. Die Halbinsel ist vor allem wegen ihrer perfekten Wellen unter Surfern bekannt. Doch auch alle anderen Besucher kommen in der abgelegenen Region auf ihre Kosten. Wir geben dir sechs Tipps, wie du in Sekotong dein Paradies findest.

Dies ist ein Gastbeitrag von Melissa Schumacher, der Betreiberin vom Indonesien-Reiseblog Indojunkie.com

Moscheengesänge, Hahnengekrätze, das Geräusch von vorbeirauschenden Mopeds. Sasak Gemurmel, Meeresrauschen, der Geruch von indonesischem Kaffee und Bananenpfannkuchen: So lässt sich ein Tag in Sekotong beschreiben. Die Gegend im Südwesten der indonesischen Insel Lombok hat sich wegen eines der spektakulärsten Surfspots der Welt, dem „Desert Point“, zu einem Anlaufspunkt für professionelle Surfer entwickelt.

Aber es ist auch eine Region, welche von Tauchern aufgesucht wird, mit der Hoffnung, im Tauchspot „The Magnum“ ganze Gruppen von Hammerhaien zu sichten und sich danach beim entspannten Makrotauchen von den Waschmaschinenströmungen zu erholen. Es ist eine Gegend, die in den „goldenen“ Jahren von vielen Indonesiern der benachbarten Inseln bevölkert wurde, in der Hoffnung mit wertvollen Rohstoffen eine Menge Geld zu machen. Es ist eine Gegend mit einem einzigartigen kulturellen Hintergrund, dank der dominierenden ethnischen Gruppe „Sasak“ und der balinesischen Minderheit.

Tipp 1: Entdecke Jalan-Jalan, das lokale Lebensgefühl

Unterwegs mit dem Roller: Erlebe das indonesische "Jalan-Jalan"
Unterwegs mit dem Roller: Erlebe das indonesische „Jalan-Jalan“

„Jalan-Jalan“ bedeutet im Indonesischen einfach „durch die Gegend spazieren oder fahren“. Und genau das solltest du hier auch machen. Pack dir ein Moped und fahre los. Es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken: Bunte Märkte, in denen du das Feilschen lernen kannst; lachenden Kinder, die „Hey Mister“ rufen; laute Hochzeiten; Geräusche von der Goldwäsche; Moscheen, die zum Gebet rufen; Hinduzeremonien in den balinesischen Dörfern; wunderschöne und unberührte Strände; Menschen bei der Reisernte; Schweine, Hühner und Kühe; Fischer und kleine lokale Restaurant, die nur darauf warten, dass du dich dort hinsetzt, etwas isst, und dir sagst: „Verdammt ist Lombok schön!“

Tipp 2: Wohne in einer Unterkunft im Nirgendwo

Eine der wenigen Unterkünfte in Sekotong ist die „Desert Point Lodge“. Ein paar kleine Bungalows in der Nähe des Strandes, fernab von jeglicher Zivilisation. Der nächste lokale Supermarkt ist zwanzig Minuten zu Fuß entfernt, der nächste Warung (lokales Restaurant) kaum ohne motorisierten Untersatz erreichbar. Eine Mopedanschaffung ist demnach hier ein kluger Einfall. Die Internetverbindung ist wahnsinnig ernüchternd. Das Abendprogramm ist relativ eingeschränkt. Und westliche Touristen sieht man selten, außer ein paar Einzelnen, die zum Tauchen oder Surfen vorbei kommen. Aber genau das ist es, was diese Gegend so unwahrscheinlich attraktiv macht. Und gleich hinter der Lodge bringt dich eine kleine Kletterpartie zu einem wunderschönen Spot für den Sonnenaufgang. Ja, so kann man einen Tag im Paradies beginnen! Hierfür benötigst du nichts außer Hängematten, Musik, Essen, ein Moped und ein Surfbrett oder einen Tauchschein.

Tipp 3: Besuch den berühmten Surfspot Desert Point

Der weltberühmte Surfspot „Desert Point“ ist eigentlich nicht weit von der Lodge entfernt. Leider ist die Straßenverbindung dorthin verdammt schlecht. Sie führt über Schotterpisten, schlängelt sich an Bergen entlang und führt über noch mehr Schotter. Schneller als 20 Kilometer pro Stunden ist auf dieser Strecke nicht empfehlenswert. Diese Situation trägt jedoch zur Magie dieses Ortes bei, denn somit bleibt der Spot weiterhin ein Geheimtipp. Es gibt auch kleine Bamboohütten direkt am Spot, welche sehr empfehlenswert für Surfer sind, die hier für ein paar Tage Wellen reiten oder den weltbesten Surfern dabei zuschauen wollen. Es gibt einige kleine Warungs (lokale Restaurants) und jemanden, der Surfbretter herstellt und diese verleiht. Der Spot ist nur für geübte Surfer, da das Wasser sehr flach ist und dazu noch einige Felsen „im Weg sind“. In der Nebensaison strahlt dieser Ort eine wahnsinnige Magie aus und ist ein „Must-see“ – auch für Nicht-Surfer.

Tipp 4: Fahr auf die paradiesische Insel Gili Asahan

Gili Asahan: Die Autorin (rechts) erfreut sich am Ausblick über die kleine Insel.
Gili Asahan: Die Autorin (rechts) erfreut sich am Ausblick über die kleine Insel.

In 15 Minuten erreicht man mit dem Boot die kleine paradiesische Insel „Gili Asahan“. Dort gibt es nichts außer einem Fischerdorf, einer Bungalowanlage (Pearl Beach Resort) und einer Tauchschule (DiveZone Lombok). Die Insel ist in einer Stunde locker umrundet. Direkt am Strand kann man wahnsinnig toll schnorcheln. Für uns Taucher gibt es hier eine riesige Auswahl an Tauchspots, ob tagsüber oder nachts. Die Abende verbringt man mit Lagerfeuer, Gitarre, Nelkenzigaretten, Karten spielen und Palmenwein („berum“) am Strand. Die Insel strahlt eine wahnsinnige Ruhe aus und alleine die Bootsfahrt dorthin ist ein traumhaftes Erlebnis. An guten Tagen kann man bis nach Bali sehen und dem Vulkan „Agung“ zuwinken.

Tipp 5: Erlebe Abenteuer unter Wasser

Riesenschildkröte: Die Unterwasserwelt vor Sekotong.
Riesenschildkröte: Die Unterwasserwelt vor Sekotong.

„The Cathedrale“ und „Magnum“ sind zwei Tauchspots nur einige Kilometer von Sekotong entfernt. Hier kommen einige Taucher höchstwahrscheinlich an ihr Limit. Der eigene Adrenalinpegel schlägt in die Höhe, aufgrund der waschmaschinenartigen Strömungen, der wahnsinnigen Tiefen, sowie der vorbeischwimmenden Hammerhaie. Für abenteuerlustige und erfahrene Taucher ein „Must-see“.

Tipp 6: Lass dich auf eine Sasak Hochzeit einladen

Geheiratet wird in Lombok häufig. Kurz nach Ramadan werden jedoch die meisten Ehen geschlossen. Es kommt dann nicht selten vor, dass man auf den Straßen von einer Hochzeits-Parade auf die nächste trifft. Die Paraden sind bunt. Sie sind laut. Und sie sind wunderbar anzuschauen. Die Hochzeitsgäste gehen hierbei vom Haus des Mannes zu Fuß zum Haus der Frau mit lauter musikalischer Begleitung von „Gendang Beleq“, einer Mischung aus Flöten, Trommeln und Becken schlagen.

Und falls du nach all dem in Sekotong doch mal Langeweile bekommen solltest, ist der Vulkan „Rinjani“ oder das Surferparadies „Kuta-Lombok“ nur einige Kilometer weit entfernt. Pack dir deinen Roller und mach dich auf den Weg!

Wenn du noch mehr über Indonesien wissen willst, solltest du dir unbedingt den Reiseblog von Melissa genauer anschauen. Hier findest du ihre Facebook-Fanpage, auf der du aktuelle Updates erhältst. Auch hier im Weltreisemagazin haben wir unter dem Stichwort Indonesien verschiedentlich über das südostasiatische Inselreich berichtet. Für Fragen rund um Indonesienreisen empfiehlt sich ein Besuch unseres Forenbereichs.

Über Gastbeitrag

Gastbeiträge sind Artikel, die Autoren von anderen Blogs auf dem Weltreisemagazin veröffentlichen. Hast auch du einen eigenen Reiseblog und möchtest für uns einen Text schreiben? Melde dich bei uns.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.