Montag, 18. Dezember 2017
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Carsharing: Das solltest du bei einem Trip durch Australien beachten

Roadtrip Australien
Road trip durch Australien: Eine gute Landkarte hilft dabei, sich auf dem roten Kontinent nicht zu verirren. Fotos: Franziska Wellenzohn

Das Auto ist wahrscheinlich das beste und kostengünstigste Verkehrsmittel, um den roten Kontinent zu bereisen. In diesem Beitrag gibt dir Gastautorin Franziska Wellenzohn fünf Tipps, die du unbedingt beachten solltest, wenn du im eigenen Wagen durch Australien tuckern willst.

Zunächst eine kurze Begriffserklärung: Was ist „Carsharing“ überhaupt? Das englische Wort bedeutet nichts anderes als ein Auto mit einer oder mehreren anderen Personen zu teilen. Damit wird auch die organisierte gemeinschaftliche Autonutzung in Städten bezeichnet; ich verwende den Begriff hier aber nur im Sinne eines gemeinschaftlichen Autokaufs oder -mietens für langstreckige Reisezwecke. Bekannt ist das Phänomen auch unter „Ridesharing“ oder „Liftsharing“. Man spart damit nicht nur Sprit- und Mietkosten, sondern teilt sich auch die teilweise langen öden Straßenabschnitte Australiens.

Für ein halbes Jahr bin ich durch das Land getuckert und habe ungefähr 7000 Kilometer auf zwei verschiedenen Roadtrips zurückgelegt. Auf meiner ersten Fahrt habe ich mit zwei Kommilitonen einen Van gemietet. Damit sind wir an der Küste Ostaustraliens entlanggefahren und haben uns die kleinen Surfer-Städtchen zwischen Cairns und Brisbane zu Gemüte geführt.

Mein zweiter Road Trip war intensiver und abenteuerlicher. Mit drei bis dato völlig unbekannten Backpackern habe ich mich im gemieteten „Stationwagon“ auf eine dreiwöchige Campingreise in das dünnbesiedelte Gebiet zwischen Perth und Darwin begeben. Zwar mussten wir dort auf so manche Annehmlichkeiten, wie die tägliche Dusche beispielsweise, verzichten. Aber die Naturschauplätze, welche sich uns dort boten, waren umwerfend.

Unterwegs in Australien: Ein Van erfüllt fast alle Wünsche von Carsharern.
Unterwegs in Australien: Ein Van erfüllt fast alle Wünsche von Carsharern.

Falls du also mit der Reisevariante „Carsharing“ liebäugelst, solltest du folgende Fakten im Hinterkopf behalten, dann kann deinem Australien-Abenteuer nichts mehr im Wege stehen.

1: So findest du Reisepartner

Eine gute Möglichkeit, Mitreisende zu finden, bietet das Internet. Entweder schon von zu Hause aus oder direkt vor Ort kannst du bequem nach Gleichgesinnten suchen.  Achtung, das Internet in Unterkünften ist meistens teuer! Falls möglich, schlage ich deshalb vor, mit dem Smartphone oder Laptop in ein Lokal mit gratis W-Lan zu gehen, um dort im Internet zu surfen.

Auf sozialen Netzwerken, wie Facebook, gibt es zahlreiche Gruppen durch die du stöbern kannst, um „travelmates“ zu finden. Am besten schreibst du gleich mehrere Personen zugleich an, dann merkst du bald wer von ihnen deine Interessen teilt und am besten geeignet für eine gemeinsame Reise ist. Leider kann es oft etwas dauern bis du eine Antwort bekommst. Eine andere wichtige Seite, die mir sowohl auf der Suche nach Reisebegleitern als auch für Dinge wie Jobs oder Secondhandwaren sehr nützlich war, ist Gumtree.

Wenn du gerne in Hostels wohnst, kannst du auch das schwarze Brett durchforsten, welches in fast jeder Lobby hängt. Meistens findest du dort schon kleine handgeschriebene Zettelchen von Leuten, die auch nach Carsharern suchen. Diese kannst du gleich kontaktieren und ein erstes Treffen arrangieren. Ansonsten hängst du am besten selbst eine Mitteilung auf, in der du die Strecke und den Zeitraum angibst, welche für dich in Frage kommen. Telefonnummer und Namen nicht vergessen!

Wenn du etwas Humor und Offenheit mitbringst, sind Hostels sowieso der perfekte Ort, um schnell Kontakte zu knüpfen. Vor allem in 3 – 16 –Bett Dorms (letztere sind nur etwas für hartgesottene Backpacker, die auch ohne Privatsphäre auskommen!) schließt du schnell Freundschaften mit Leuten aus aller Welt. Mit etwas Glück findest du sogar in der Gemeinschaftsküche bei einem Teller Pasta jemanden der sich mit dir auf die Reise begibt.

2: Vermeide Konflikte mit genauen Absprachen

Sobald du Reisepartner gefunden hast, ist es wichtig, mit ihnen vor dem Reiseantritt die jeweiligen Pläne zu besprechen. Kompromisse solltet ihr im Vorfeld finden, um möglichst alle Parteien zufrieden zu stellen und unangenehme Auseinandersetzungen während der Reise zu vermeiden.

Einmal müsst ihr die verschiedenen Stopps festlegen, die ihr während der Reise machen wollt. Natürlich könnt ihr überall dort, wo es euch gefällt, spontan anhalten, aber vor allem bei mehreren Leuten solltet ihr schon vorher einen Grundplan haben, damit jeder auf seine Kosten kommt. Das ist auch für die Zeiteinteilung wichtig, damit ihr am Ende keine interessanten Sehenswürdigkeiten auslassen müsst.

Zweitens ist es wichtig das Budget abzuklären, welches jedem Teilnehmer zur Verfügung steht bzw. welches jeder bereit ist auszugeben.

Free Camping: Das eigene Zelt am Wegrand aufzustellen, ist bestimmt die günstiges Übernachtungsmöglichkeit - aber nicht jedermanns Sache.
Free Camping: Das eigene Zelt am Wegrand aufzustellen, ist bestimmt die günstigste Übernachtungsmöglichkeit – aber nicht jedermanns Sache.

Drittens solltet ihr euch über die Unterkunft einigen. Wenn ihr euch beispielsweise für Free-Camping entscheidet, sollte jeder mit Plumpsklos klarkommen; wählt ansonsten lieber Hostels, Hotels oder Privatunterkünfte. Parkplätze sind in der Regel überall vorhanden.

3: Für jeden Trip gibt es das passende Auto

Sobald die grundlegenden Dinge geklärt sind, müsst ihr natürlich ein Fahrzeug auswählen. Die erste Frage lautet dabei: Mieten oder Kaufen?

Mieten empfehle ich bei kurzen Trips von bis zu vier Wochen. Es geht schnell, ist unkompliziert und Autovermietungen gibt es in jeder größeren Stadt. Beachten solltet ihr hier jedoch den Rückgabeort. Nicht immer ist es möglich das Auto an einem anderen Ort als in der Abholfiliale zurückzugeben.  Preislich kann man auch so einiges einsparen, indem man verschiedene Anbieter vergleicht. Checke hier die wichtigsten Tipps für die Suche nach einem günstigen Mietwagen.

Bei einer Reise von über einem Monat hingegen, zahlt sich ein Autokauf aus. Auch hier findet ihr gute Angebote an schwarzen Hostelbrettern sowie auf den oben genannten Portalen im Internet von Backpackern, die ihr Auto nicht mehr benötigen.

Wichtig ist, das Auto vor dem Kauf genau zu kontrollieren, um sicher zu gehen, dass der Wagen auch noch fahrtüchtig ist. In Sachen Kosten kommt es stark darauf an, wo das Auto gekauft wird: In einer größeren Stadt gibt es normalerweise bessere Schnäppchen als in kleinen Orten; auch die Auswahl wird dort größer sein. Der Autoverkauf am Ende der Reise ist umgekehrt in kleinen Städten lukrativer.

Die zweite Frage stellt sich zum Autotyp. Ein Van ist für bis zu drei Personen ideal, die gerne im Auto campieren. Ein Stationwagon hingegen ist für diejenigen optimal, die im Hotel bzw. Hostel schlafen wollen oder das Zelt benutzen möchten. Campingzubehör kann man bei den meisten Autoverleihs dazu mieten oder günstig kaufen. Ein 4-Wheel-Drive ist für alle unabdingbar die „off-road“, also abseits der normalen Straße, fahren wollen. Für manche Nationalparks oder nicht-asphaltierte Straßen ist Allrad sogar Pflicht.

In jedem Fall ist eine Versicherung wichtig. Unfälle passieren schnell und trotz der langen geraden Strecken kann es zu Kollisionen mit wilden Tieren oder anderen Fahrzeugen kommen. Bei einem Mietauto solltet ihr euch überlegen, wer fährt. Jeder Fahrer muss nämlich angemeldet werden und pro Fahrer wird ein Aufpreis verrechnet. Vor allem auf langen Strecken empfehle ich mindestens zwei Fahrer anzumelden, um sich beim Fahren abwecheln zu können.

4: Distanzen stehen in keinem Maßstab zu den Europäischen

Manche europäische Länder kann man in einer Stunde Autofahrt durchqueren. In Australien kommt man damit nicht einmal bis zur nächsten Tankstelle. Die Strecken zwischen den Städten sind riesig und dazwischen liegen oft nur wenige verlassene „Roadhouses“ oder Fischerdörfer. An der Westküste – wo die Sehenswürdigkeiten dünn gesät sind – legt man am Tag locker mal sieben Stunden mit dem Auto zurück.

Rest Areas: In regelmässigen Abständen fahrst du an Rest Areas vorbei. Hier gibt es oft Toiletten und Parkplätze.
Rest Areas: In regelmässigen Abständen fahrst du an Rest Areas vorbei. Hier gibt es oft Toiletten und Parkplätze.

Die Fläche Australiens grenzt fast an jene Europas, die Bevölkerungszahl beträgt aber nicht einmal ein Drittel Deutschlands. Das heißt: es gibt wenige Städte; die meisten befinden sich an den Küsten und sind rund um den Kontinent verteilt. Am dichtesten bewohnt ist die Ostküste, an der du mehrere Stopps einplanen solltest. Im Süden, Westen, Norden und im Zentrum Australiens, musst du hingegen mit weiten menschenleeren Abschnitten rechnen. Gerade deswegen wirst du dich über eine nette Begleitung auf den langen Autofahrten freuen.

5: Zuallererst herrschen die Gesetze der Natur

Bei der Reiseplanung solltest du dich über die Jahreszeit und das Wetter in deinem Reiseziel informieren. Australien bietet nämlich nicht nur sonnenverwöhnte Strände, sondern ist klimatisch sehr vielfältig. In der Regenzeit kann es im Norden zu Hochwasser und Überschwemmungen kommen. Im Süden wird es im Winter ziemlich kalt und windig und ein Campingtrip bietet alles andere als Sonne, Strand und Meer.

Auch auf einer Fahrt ins Landesinnere solltest du vorbereitet sein und immer genügend Wasser, Proviant und Sprit dabei haben. Die nächste Tankstelle kommt vielleicht erst in 100 Meilen. Außerdem gibt es wenige Telefonanbieter, bei denen du auch außerhalb von Städten Empfang hast. Informiere dich also vorher, welcher Anbieter das Gebiet, das du bereisen willst, bedient. In einigen abgelegenen Gebieten funktionieren nur Funkgeräte oder Satelitentelefone. Dort musst du dich auch meistens zuerst mit den örtlichen Forstbehörden absprechen um eine Zugangsgenehmigung zu erhalten.

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