Backpacking Ukraine: Was du vor der Reise wissen musst

Spielst du mit dem Gedanken in die Ukraine zu reisen, weisst aber nicht so recht, was dich dort erwartet? Dann solltest du hier weiterlesen. In diesem Artikel versuche ich, alle Fragen zu beantworten, die du vor deiner ersten Ukraine-Reise haben könntest.

Viele Jahre stand die Ukraine bei mir auf der Wunschliste. Doch nach den politischen Unruhen rund um Euro-Maidan und den kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten des Landes und auf der Krim habe ich meine Reisepläne vorerst auf Eis gelegt.

Erst als guter Freund beruflich nach Kiew versetzt wurde, habe ich mir die Lage noch einmal etwas genauer angeschaut und mich entschlossen, dem westlichen Teil der Ukraine doch noch eine Chance zu geben. Dort war ich im Herbst 2018 während zwei Wochen unterwegs und verbrachte eine grossartige Zeit.

In den folgenden Zeilen beantworte ich alle Fragen, die ich vor meiner ersten Reise in die Ukraine hatte. Nun sind meine Fragen nicht zwingend deine Fragen. Willst du also noch etwas wissen, dann fühle dich frei, einen Kommentar zu hinterlassen. Ich versuche, so schnell wie möglich zu antworten und deine Frage allenfalls in den Text einzuarbeiten.

 

1. Was kann ich in der Westukraine sehen?

Die Westukraine ist ein lohnenswertes Ziel für alle, die sich gerne historische Städte anschauen. Als erstes und wichtigstes Reiseziel ist Lwiw zu nennen. Das frühere Lemberg verfügt über eine wunderschöne Altstadt und hat einen entspannten Groove. Über die Stadt habe ich hier einen eigenen Artikel verfasst.

Weitere Städte, die auf der Route nicht fehlen sollten sind natürlich Kiew (siehe dazu diesen Artikel von Smile4travel) und Odessa. Mein persönlicher „Geheimtipp“ ist die vergleichsweise unbekannte Stadt Czernowitz mit ihrer aussergewöhnlichen Universität, die unlängst von der Unesco als Kulturerbe anerkannt worden ist.

Wenn du gerne wanderst, solltest du die Karpaten besuchen. Jaremtsche bietet sich als Basis für Ausflüge in die nahen Berge an. Ursprünglich wollten wir von dort auf den höchsten Berg der Ukraine wandern. Wegen eines heftigen Gewitters fiel das aber ins Wasser und wir besuchten nur die Hügel in der direkten Umgebung der Stadt.

Zu den Highlights der Westukraine gehören auch die zahlreichen Schlösser. Ein Klassiker sind die drei Herrschaftshäuser rund um Lwiw, über die ich mehr im Lwiw-Artikel geschrieben habe. Sehr schön ist allerdings auch das Schloss von Kamianes-Podilski.

Wenn du dich für den Kalten Krieg interessierst, ist das in ein Museum umgewandelte Atom-Raketen-Silo in der Nähe von Uman ein lohnenswerter Ausflug. Am Ende der Tour darfst du auf den Knopf drücken, der zwei Jahrzehnten zuvor den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätte.

Ob man Tschernobyl besuchen soll und wie man sich zu Katastrophentourismus positionieren will,  das muss jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache ist, dass mehrere Reisebüros geführte Touren in die Sperrzone anbieten und dass diese nach heutigem Kenntnisstand bei korrektem Verhalten ohne gesundheitliche Risiken besucht werden können.

Das Schloss von Kamianes-Podilski. Fotos: O. Zwahlen

2. Wie sicher ist die Ukraine?

Hinsichtlich der Sicherheit in der Ukraine sind drei Gebiete zu unterscheiden, die jeweils ein sehr unterschiedliches Bild ergeben: Das Kriegsgebiet im Osten, die von Russland annektierte Krim und der Rest des Landes.

Zunächst zum Kriegsgebiet, das sich im Wesentlichen auf den Donbass beschränkt. Diese Ebene umfasst in der Ukraine die beiden östlichsten Oblasten Donezk und Luhansk. Hier kommt es noch immer zu Kampfhandlungen mit teilweise schweren Waffen. Für Touristen ist die Gefahr allerdings verschwindend gering, dass sie versehntlich am falschen Ort landen: Die sogenannte Antiterrorismuszone darf nämlich nur mit einer Sondererlaubnis bereist werden.

Die Krim gilt als friedlich und kann theoretisch besucht werden. Die Ein- und Ausreise ist aus praktischen Gründen jedoch nur aus Russland möglich, was aus ukrainischer Sicht einen illegalen und somit strafbaren Grenzübertritt darstellt. Das grössere Problem: Da die europäischen Länder die russische Annexion nicht anerkennen, bist du bei konsularischen Problemen auf dich allein gestellt. Pass also auf, dass dir dein Pass auf keinen Fall abhandenkommt.

Der Rest der Ukraine gilt trotz gelegentlicher Berichte über Taschendiebe als sicher. Mein subjektives Empfinden schwankte von Ort zu Ort stark. Das lag zum einen daran, dass wir teilweise sehr groben/unfreundlichen Leuten begegneten (in Iwano-Frankiwsk schrie uns die Kassiererin an, weil wir kein Ukrainisch verstanden) zum andern aber auch, weil wir auf der Strasse immer wieder Leute mit einer starken Neonazi-Ästhetik sahen. Dass die Schweizer Botschaft vor rassistischen Übergriffen warnt, hat nicht gerade zum Sicherheitsgefühl beigetragen.

Entspannend und preiswert: Wandern in den Karpaten.

3. Was kostet eine Reise in die Ukraine?

Das erste, was dir vermutlich auffallen wird, sind die günstigen Preise. In allen Statistiken zu den Lebenshaltungskosten ist die Ukraine das günstigste Land Europas. International rankt es meist irgendwo bei Indien oder den klassischen Backpacker-Destinationen in Südostasien. Berücksichtigst du noch die preiswerte Anreise, lässt sich mit Sicherheit sagen: Es gibt kein preiswerteres Reiseziel.

Je nach deinem persönlichen Bedürfnis nach Luxus wirst du vermutlich am meisten für die Unterkunft ausgeben. In ländlichen Regionen findest du Doppelzimmer in einfachen Absteigen schon ab etwa 10 Euro. Rechne aber im Schnitt lieber mit etwa dem Doppelten. Positiv für Alleinreisende mit kleinem Budget: In den meisten Städten gibt es Hostels mit Mehrbettenzimmer ab etwa 5 Euro.

Eine einfache Mahlzeit bekommst du bereits ab etwa 3 bis 5 Euro. Die setzt sich oft aus einer Borschtsch-Suppe und einem Hauptgang zusammen. In kleineren Ortschaften ist die Auswahl eher eingeschränkt. Bei den Touristenattraktionen findest du oft billige Hotdogs und Ähnliches. Internationale Küche ist deutlich teurer.

Der innerstädtische Verkehr ist unglaublich billig: Rechne für eine Fahrt im Bus oder in der Strassenbahn etwa 10 Cents. Solange du dich mit den Abteilen der dritten Klasse begnügst, sind Zugfahren ebenfalls sehr preiswert: Die rund 500 Kilometer von Kiew nach Lwiw schlagen beispielsweise mit etwa 5 Euro zu Buche. Fernbusse liegen in einem ähnlichen Bereich.

Überraschend preiswert fand ich die Eintrittspreise zu den Sehenswürdigkeiten. Fast nirgends mussten wir mehr als einen Euro Eintritt bezahlen. Selbst der Besuch der oben erwähnte ehemaligen sowjetischen Atomraketen-Anlage, was wegen der notwendigen Privatführung die teuerste Aktivität war, kostete nur knapp mehr als 10 Euro.

Aufpassen solltest du jedoch hingegen etwas bei geführten Touren. Die mögen zwar das Reisen sehr viel bequemer machen, haben aber oft ziemlich heftige Preise.

Unter diesem Deckel versteckte sich einst eine atomare Langstreckenrakete mit dem programmierten Ziel USA.

4. Wie komme ich günstig in die Ukraine?

Je nach deinem Wohnort liegt die Westukraine in einer Entfernung, die du noch gut mit Bus oder Zug zurücklegen kannst. Wenn du im Osten von Deutschland oder Österreich lebst, solltest du daher einen Blick auf diese Möglichkeiten werfen.

Ansonsten sind Flüge in die Ukraine in der Regel günstig zu haben. Mein Tipp: Die staatliche Fluglinie Ukraine International Airlines fliegt mehrere Städte im deutschsprachigen Raum an und hat zudem gute Verbindungen nach Zentral- und Ostasien. Wenn du genügend Zeit hast, kannst du in der Ukraine ein Stopover durchführen.

Ebenfalls einen Blick werfen solltest du auf die Angebote der ungarischen Billigairline Wizz-Air. Sie fliegt ab mehreren deutschsprachigen Flughäfen zu sehr günstigen Preisen nach Lwiw, Kiew und Charkiw im Nordosten des Landes. Beachte dabei aber, dass Wizz-Air vor kurzem sehr unfreundliche Gepäckregeln eingeführt hat, so dass du selbst als Leichtreisender kaum um kostenpflichtes Checkin-Gepäck kommst.

Wenn du nicht weisst, wie du am besten ein Schnäppchen suchst, solltest du einen Blick auf meine 13 Tipps für die Suche nach günstigen Flügen werfen.

Die Universität von Czernowitz ist Weltkulturerbe.

5. Wann ist die beste Reisezeit für die Ukraine?

Die Ukraine kannst du theoretisch das ganze Jahr über besuchen. Ich würde dir aber empfehlen, einen Bogen um die heisstesten Tage im Sommer zu machen. Das Problem: Die wenigsten Busse und Züge haben Klimaanlagen – und da sich die Fenster oft nicht öffnen lassen, wird das Reisen im Hochsommer schnell zu einer stickigen Angelegenheit

Ebenfalls meiden würde ich den Winter, da du dann auf Grund des stark kontinentalen Klimas mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt rechnen musst. In den Karpaten ist die kalte Jahreszeit wegen den Wintersportmöglichkeiten trotzdem eine beliebte Reisezeit.

Ich war in der zweiten Augusthälfte unterwegs. Das hat sich als eine sehr gute Wahl erwiesen. Das nächste Mal würde ich allerdings eher im September gehen.

Parkanlage von Graf Felix in der zentralukrainischen Stadt Uman.

6. Wie komme ich in der Ukraine ins Internet?

Kostenloses WLAN ist mittlerweile auch in den günstigen Hotels Standard. Wir hatten durchwegs gute Verbindungsgeschwindigkeiten, was die Ukraine zu einem guten Ziel für digitale Nomaden macht. Im öffentlichen Raum gab es hingegen kaum offene Wifi-Spots, so dass ich eine andere Lösung empfehle, wenn du auf ein funktionierendes Internet angewiesen bist.

Beachte, dass die Ukraine nicht Teil der EU ist und deswegen (teilweise hohe) Roaming-Gebühren anfallen. Am besten kaufst du dir entweder vor Ort eine lokale SIM-Karte oder verwendest spezielle Roaming-Karten, die du schon im Vorfeld kaufen kannst. Über die unterschiedlichen Möglichkeiten habe ich hier geschrieben.

Durchaus einen längeren Stopp wert: Die ukrainische Hauptstadt Kiew.

7. Brauche ich für die Ukraine einen Reiseführer?

Zwingend nötig ist er nicht. Weder einen menschlichen noch einen in Buchform. Mit der Ausnahme von den Städten Lwiw, Kiew und Odessa findest du im Internet allerdings wenig aktuelle und brauchbare Informationen. Wenn du dich also entscheidest, auf einen gedruckten Führer zu verzichten, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass du einiges verpasst. Siehe dazu auch mein Beitrag über die gängigen Vorurteile gegenüber Reiseführer.

Leider haben wegen der Ukraine-Krise 2014 und dem darauf folgenden Einbruch der Besucherzahlen die meisten Verlage darauf verzichtet, ihre Ukraine-Bände zu aktualisieren. Das führt dazu, dass derzeit der mit Sommer 2018 erschienene englischsprachige Lonely Planet Ukraine* der einzige aktuelle Reiseführer ist. Es ist jedoch anzunehmen, dass auch andere Verlage ihre Reiseführer bald neu auflegen.

Schräge Sehenswürdigkeiten wie das Ostereier-Museum in Kolomija sind ohne Reiseführer schwer zu finden.

8. Kann ich mich in der Ukraine auf Englisch verständigen?

Die internationale Sprachschule EF publiziert jedes Jahr eine Studie, in der die Englisch-Kenntnisse in unterscheidlichen Ländern verglichen werden. Bei der Untersuchung vom vergangenen Jahr bildete die Ukraine das Schlusslicht aller Länder, die vollständig in Europa liegen.

Tatsächlich war ich überrascht, wie wenig Leute in der Ukraine Englisch sprechen. Selbst in Touristenzentren wie Lwiw war die Kommunikation teilweise eine ziemliche Herausforderung. Wenn du auf eigene Faust reist, empfehle ich dir deswegen, einen Sprachführer oder ein OhnWörterbuch mitzubringen. Hier meine Empfehlungen.

Ukrainisch wird mit der kyrillische Schrift geschrieben. Auch wenn Strassennamen und Wegweiser oft auch mit lateinischen Zeichen angeschrieben sind, hilft es bei sehr bei der Orientierung, wenn du dir die Buchstaben einprägst. Ukraine hat viele Fremdwörter aus den Englischen und Deutschen, die du auf Anhieb verstehst, wenn du sie lesen kannst.

Kirche im Zentrum von Jaremtsche.

9. Wie kann ich in der Ukraine Geld wechseln/abheben?

Die offizielle Währung in der Ukraine ist die Griwna (je nach Transliteration auch: Hrywnja). Dabei entsprechen 100 Griwna zum Zeitpunkt der Recherche ungefähr drei Euro. Schlag vor deiner Abreise jedoch noch einmal den genauen Wechselkurs nach, da die Währung seit 2014 zwei Drittel ihres Werts verloren hat.

Auch wenn ich normalerweise für Reisen Plastikgeld empfehle, rate ich im Fall der Ukraine Budget-Reisenden dringend dazu, genügend Reserven in Bar mitzubringen, um allenfalls während der ganzen Reise über die Runden zu kommen. Wieso?

Bankomaten findest du zwar an jeder zweiten Strassenecke. Allerdings funktionieren die wenigsten. Nicht einmal auf dem internationalen Flughafen von Kiew konnten wir Geld beziehen – und wir hatten gemeinsam immerhin vier verschiedene Karten dabei. Die Karte der Schweizer Postbank funktionierte übrigens im ganzen Land nicht.

Ein weiteres Problem: Die Bezugslimits sind teilweise extrem tief angesetzt. Bei manchen  Banken kannst du gerade den Gegenwert von rund 50 Euro abheben, was besonders schmerzhaft ist, wenn dir deine Bank pro Bezug einen hohen Fixbetrag abzieht. Schau dir deswegen unbedingt an, welche Kreditkarten nichts für den Einsatz im Ausland berechnen. Die Ukrsibbank hatte jeweils die höchste Bezugslimite.In hochpreisigeren Hotels und Restaurant kannst du mit der Kreditkarte bezahlen.

Einer meiner persönlichen Favoriten war das Pidhirzi-Schloss.

10. Brauche ich für die Ukraine ein Visum?

Wenn du nicht länger als 90 Tage in der Ukraine bleiben willst und schweizerischer, deutscher oder österreichischer Staatsbürger bist, dann brauchst du für eine touristische Reise kein Visum.

Beachte aber unbedingt, dass deine Identitätskarte nicht ausreicht und du zwingend einen Reisepass brauchst, der bei der Ausreise noch mindestens einen Monat gültig ist. Ansonsten musst du damit rechnen, an der Grenze abgewiesen zu werden.

 

Fazit

Die Ukraine ist für europäische Verhältnisse ein kleines Abenteuer: Du hast mit Kommunikationsproblemen zu kämpfen und wirst mit grosser Wahrscheinlichkeit nur wenige andere (ausländische) Touristen antreffen.

Da das Land unglaublich preiswert ist und es trotzdem eine erstaunlich gute touristische Infrastruktur gibt, ist die Ukraine ein ideales Ziel für Backpacker und Weltentdecker. Hinzukommt, dass du in der Ukraine Orte besuchen kannst, die es nirgendwo auf der Welt sonst gibt.

Ich habe mir schon festvorgenommen, die Ukraine im nächsten Jahr noch einmal zu besuchen und dann den Süden des Landes zu erkunden, der bei dieser Reise etwas zu kurz kam.

Zum ersten Mal hier? Dann lies hier, worum es in diesem Blog geht. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat und du künftig nichts mehr verpassen willst, solltest du dich entweder beim vierteljährlichen Newsletter einschreiben oder einem meiner Feeds folgen.

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Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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8 Kommentare

  1. Hallo, das ist ein echt schöner Artikel über die Ukraine. Ich schließe mich an! Ich War vor 4 Wochen in Odessa und möchte gern den Rest der Ukraine kennenlernen. Ich war nur zwei Tage dort, Abstecher von Moldawien. Bin mit dem Zug gefahren. Ich fand Odessa sehr sehenswert, sicher und super günstig. Zum Praktischen möchte ich ergänzen, dass ich in Odessa mit meiner deutschen VISA fast überall zahlen konnte. Ansonsten hatte ich EURO dabei, es gibt überall kleine Wechselstuben. Ich spreche Russisch, was mir sehr geholfen hat, aber die einzige Situation wo ich ohne Russisch alt ausgesehen hätte, War Fahrkarten im Bahnhof von Odessa kaufen. Ansonsten wird in der Innenstadt (Cafés, Hotels, Apotheke, Theaterkasse etc) ein bisschen Englisch gesprochen. Ich hatte einen alten „Eastern Europe“ LP von ca. 2013 dabei, der ging noch. Gerade für Kuturbegeisterte kann ich Odessa ohne Vorbehalte empfehlen.

    1. Das stimmt, Russisch hilft sehr, zum einen, weil Leute Russisch sprechen, zum anderen, weil sich die ostslawischen Sprachen ja recht ähnlich sind. Mir haben meine sehr rudimentären Russischkenntnisse definitiv geholfen, um auch ein bisschen was auf Ukrainisch zu verstehen. Das werde ich im Text noch entsprechend ergänzen. Danke für den Hinweis.

      Zum Geld: Du hast natürlich recht, dass man viele Waren mit der Kreditkarte bezahlen kann. Darauf ist es auch bei mir hinausgelaufen, da ich zu wenig Bargeld dabei hatte. Aber man muss sich bewusst sein, dass günstige Restaurants und Hotels/Homestays in der Regel keine Kreditkarten akzeptieren. Wer als Backpacker mit kleinem Budget reisen möchte und keine Kreditkarte hat, die kostenlose Bargeldbezüge im Ausländ zulässt, sollte deswegen unbedingt viel Bargeld mitbringen.

      1. Ja, genau, das hatte ich nicht beachtet. In Moldawien gibt es ueberall Banken und vertrauenswuerdig aussehende Geldautomaten. In der Ukraine hatte ich ein Mittelklassehotel, das ich reserviert und dann, soweit ich mich erinnern kann, vor Ort mit VISA bezahlt habe. Ansonsten wurde mir ueberall (Restaurant, sogar Friseur) Kreditkartenzahlung angeboten. Ich hatte Cash dabei und habe mich dann nicht so nach Geldautomaten umgeschaut. Ich habe ca. 50EURO in 2 Tagen ausgegeben und da wirklich gut gelebt, nette Restaurants, Oper etc.
        Auch muss man beachten, dass bei manchen Karten (wie bei meiner) der MINDESTBETRAG zum Geldabheben im Ausland 50EURO betraegt. Das wusste ich nicht und stand in Moldawien ziemlich bedroeppelt vor dem Geldautomaten… besser EURO Cash in kleineren Stueckelungen mitnehmen. offizielle Umtauschbuden gab es in Odessa ueberall. Czernowitz und das Ostereier-Museum sehen toll aus und kommen gleich auf die Moechtergern-Liste. Das koennte man auch noich mit dem Zug von Berlin aus locker fahren.

  2. Toller Artikel. Hätte ich als temporär Kyiver nicht besser machen können. Erwähnswert wäre sicher noch Khotyn mein Favorit neben chernivtsi (chernowitz) und kamaniets podilski.
    Das Essen darf kam etwas zu kurz. Als Frühstücksliebhaber empfehle ich Milkbar in Kyiv und vorallem Zuzu in Kharkiv. Beides für ukrainische verhältnisse teuer. Georgisch ist wohl die beste küche hier und so gutes fillet mignon zu einem so kleinen Preis gibt es wohl auch nirgends.

    1. Vielen Dank für das Lob Simon,

      mit dem Essen hast du recht: Ich hatte das ursprünglich als zusätzlicher Punkt drin, aber dann gemerkt, dass ich am Ende vor allem über ausländisches Essen geschrieben habe: Georgisch, Russisch und die obligaten Hotdogs an den Touristenattraktionen.

      Khotyn haben wir leider verpasst, dabei hätte es eigentlich ganz gut auf der Route gelegen. Ich werde das aber als Empfehlung noch in den Text einbauen. Danke für den Hinweis.

      Gruss,
      Oli

  3. Hi Oli,

    das klingt sehr interessant. Nächstes Jahr werde ich die Ukraine besuchen. Ich bin nur noch nicht sicher ob 2 oder 3 Wochen. Ein paar Fragen hätte ich noch an dich:
    Zur Sprache, wie wird es aufgenommen wenn man dort Russisch spricht? Sehen die Leute es als positiv weil man sich bemüht oder negativ weil es die Sprache „des Feindes“ ist? Wird man evtl für einen Russen gehalten und könnte Probleme bekommen? Ich spreche ja nur absolutes Basis Russisch aber wenn es hilft dann würde ich vor der Reise lernen.
    Du schreibst dein Empfinden schwankte stark von Ort zu Ort. Kannst du grundsätzlich sagen dass die Menschen in einer Region freundlicher bzw aufgeschlossener sind als anderswo?
    Der Lonely Planet sagt dass Teile der Ostukraine sicher sind. Wie weit östlich warst du und würdest du in den Osten des Landes reisen?

    1. Hi Pasquale,

      Russisch ist zwar die „Sprache des Feindes“, gleichzeitig aber auch die Muttersprache von vielen Ukrainern. Ich denke, wenn du sowieso nur wenig Russisch sprichst, wird dich wohl kaum jemand für einen Russen halten.

      Die sprachliche Verteilung ist übrigens ganz interessant: Je weiter du vom Westen in den Osten gelangst, desto mehr verschiebt sich der prozentuale Anteil der Ukrainisch-Muttersprachler in Richtung Russisch. Im Osten wird dann hauptsächlich Russisch gesprochen.

      Ich finde es schwer, bei so kurzen Besuchen auf Grund meines persönlichen Empfindens Empfehlungen zu geben. Ich habe mich zum Beispiel in Franko-Iwansk sehr unwohl gefühlt. Aber vielleicht war das auch einfach nur Zufall oder vielleicht hatte auch ich einfach einen schlechten Tag.

      (Wir sind dort schon im Bahnhof dumm angeschnauzt worden, als wir das Gepäck abgaben und wagten, nach der Öffnungszeiten des Schalters zu fragen. Dann auf der anderen Seite der Strasse wurden wir von einer Verkäuferin richtig angeschrien, weil wir die ukrainischen Zahlen nicht verstanden.)

      Meine Reise ging ausschliesslich in den Westen des Landes. Kiew war das östlichste. Das lang jedoch nicht an Sicherheitsüberlegungen, sondern einfach daran, dass wir in zwei Wochen schon mühe hatten, uns im Westen alles anzusehen, was wir wollten. Bei drei Wochen wörde ich noch das Donau-Delta und Odessa in die Route reinnehmen.

      Gruss,
      Oli

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