Mittwoch, 25. Januar 2017
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Wieso ich auf Fernreisen am liebsten einen Gabelflug buche

Landeanflug auf meine Heimatstadt. Fotos: OZ
Landeanflug auf meine Heimatstadt. Fotos: OZ

Wenn immer ich eine längere Reise unternehme, versuche ich einen Gabelflug zu buchen. Nach A zu reisen und von B zurückzukehren, das hat eine ganze Reihe von Vorteilen. Die aus meiner Sicht wichtigsten verrate ich in diesem Artikel.

Für mich gehört es zu den normalsten Dingen der Welt, dass ich aus einer anderen Stadt oder gar aus einem anderen Land zurückfliege als ich eingereist bin. Was mir lange nicht bewusst war: Wer hauptsächlich Badeferien oder Städtereisen unternimmt, der kommt relativ selten mit Gabelflügen in Kontakt.

Seit ich vor über einem Jahr meinen Guide für die Recherche nach günstigen Flügen geschrieben habe, werde ich immer wieder auf die dort erwähnten Gabelflüge angesprochen. Was denn ihr Vorteil sei, ob das nicht Probleme bei der Einreise gibt und ob sie nicht viel teurer sind.

Natürlich ist ein Gabelflug in jedem Fall das Gelbe von Ei. Oft aber schon. Deswegen gibt es heute von mir ein kleines Plädoyer an alle, die noch nie mit einem Gabelflug verreist sind: Schaut euch das unbedingt mal an. Hier sind meine vier wichtigsten Gründe, es das nächste Mal zu versuchen:

Grund 1: Gabelflüge sparen Zeit

Bei meiner ersten grossen Asienreise bin ich nach Singapur geflogen, habe mir drei Monate lang Südostasien angeschaut und bin am Ende von Bangkok aus nach Hause geflogen. Ein Jahr später habe ich das gleiche für die Strecke zwischen Peking und Bangkok getan.

Natürlich hätte ich am Ende meines Trips ganz einfach an den Ausgangspunkt zurückreisen können. Doch selbst mit dem Flugzeug hätte mich das einen ganzen Reisetag gekostet – für nichts. Dank des Gabelflugs konnte ich einfach in Bangkok in meine Maschine steigen und nach Hause reisen.

Grund 2: Gabelflüge erlauben längere Strecken

Ich bin ein bekennender Langsamreisender. Es macht mir nichts aus, jeden Tag im Bus zu sitzen. Aber je älter ich werde und je mehr ich schon gereist bin, desto geringer wird meine Toleranz für endlose Fahrten in Bussen oder Zügen.

Zwei Stunden sind in Ordnung. Fünf Stunden gehen ausnahmeweise auch. Aber wenn ich mich 20 Stunden oder mehr durchschütteln lassen muss, dann verdamme ich jeden, der jemals behauptete, dass der Weg das Ziel sei.

Für mich heisst das im Endeffekt: Die Höchstzahl der Kilometer, die ich pro Monat zurücklegen will, ist begrenzt. Müsste ich am Ende der Reise wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, hiesse das, dass ich mich nur halb so weit in eine Richtung bewege. Auf meiner ersten Asienreise wäre ich vielleicht nicht bis nach Bangkok gekommen, sondern hätte bereits in Penang umkehren müssen.

Fluganzeige im Airport von Fukuoka in Japan.
Fluganzeige im Airport von Fukuoka in Japan.

Nun fragst du dich, wieso längere Strecken etwas Cooles sind? Vielleicht ist das einfach mein persönliches Ding, aber ich finde es unglaublich faszinierend zu sehen, wie sich Landschaften und Kulturen graduell ändern.

Wenn ich von Peking nach Delhi fliege, bin ich einfach in einer anderen Kultur. Bumm! Wenn ich aber über Tibet und Nepal nach Indien reise, sehe ich, wie sich alles nach und nach verändert und dass es nirgendwo eine echte Grenze gibt.

Grund 3: Gabelflüge können günstiger sein

Ich wurde häufig gefragt, ob Gabelflüge nicht viel teurer sind als normale Retourtickets. Offenbar glauben viele, dass ein Gabelflug aus zwei (teuren) Einzeltickets besteht. Wenn du aber beide Flüge bei der gleichen Fluglinie/Allianz buchst, ist der Endpreis normalerweise der Durchschnitt beider Flugabschnitte.

Das heisst, du kannst relativ günstige Flughäfen mit etwas teureren verbinden und hast dann immer noch einen annehmbaren Preis. Vor allem aber bist du mit Gabelflügen sehr viel flexibler: Sind beim Rückflug aus China die günstigen Klassen wegen des Frühlingsfests schon ausgebucht, findest du vielleicht noch Platz in einem Flug ab Seoul.

Was ich erst kürzlich erfuhr: Mit Gabelflügen lässt sich dank unterschiedlicher Kerosin- und Flughafensteuersätze zusätzlich Geld sparen. Abhängig davon, in welche Richtung du unterwegs bist, sind offenbar satte Einsparungen möglich. Details dazu findest du in dieser Übersicht über Gabelflüge.

Kurz vor meinem Abflug nach Baku.
Kurz vor meinem Abflug nach Baku.

Grund 4: Gabelflüge können Visaprobleme lösen

Die Einreisebestimmungen gehören zu den mühsamsten Angelegenheiten, mit denen sich Reisende herumzuschlagen haben. Mit unseren europäischen Pässen sind wir zwar im weltweiten Vergleich stark begünstigt. Trotzdem nehmen die Abschottungstendenzen weltweit immer mehr zu.

Wenn du mehrere Länder kombinierst, musst bei einem Gabelflug nicht in das vielleicht visapflichtige Ursprungsland zurück. Sprich: Du brauchst weder Double-Entry noch musst du dich unterwegs um einen neuen Sichtvermerk kümmern. Das ist besonders in Regionen mit strengen Visaregeln praktisch.

Allerdings können durch Gabelflüge auch erst Probleme bei der Einreise entstehen, da immer mehr Länder bei der Einreise verlangen, dass du einen Rück- oder Weiterflug nachweist. Meine Erfahrung: Eine Rückreise im Nachbarland wurde bei mir immer akzeptiert. Ansonsten gibts hier eine Reihe von Tricks für dieses Problem.

Und so findest du deinen Gabelflug

Gabelflüge sind etwas schwerer zu finden als gewöhnliche Flüge. Das liegt daran, dass bei manchen Online-Portalen die entsprechende Option in der Eingabemaske fehlt oder etwas versteckt ist.

Eine der besten Möglichkeiten für die Suche nach Gabelflügel stellt Momondo dar. Wieso empfehle ich ausgerechnet diesen Anbieter? Ganz einfach: Weil Momondo kein Reisebüro ist, sondern lediglich die Tarife von zahlreichen Reisebüros für dich heraussucht und vergleicht. Du wirst also mit grosser Wahrscheinlichkeit die günstigsten Angebote finden. Wähle dazu einfach in der Buchungsmaske „Gabelflug“.

Ganz ähnlich funktioniert auch das Geschäftsmodell vom etwas bekannteren Skyscanner. Auch dort kannst du Gabelflüge buchen, wenn du auf den Reiter „Zwischenstopps“ klickst. Persönlich finde ich Momondo etwas übersichtlicher. Es kann aber nicht schaden, beides zu testen.

Fazit

Ich liebe Gabelflüge. Sie sind für mich fast immer die praktischste Option bei etwas längeren Fernreisen. Doch dank den Billiganbietern verwende ich „Gabelflüge“ auch zunehmend in Europa. Die Anführungszeichen deswegen, weil Low-Cost-Carrier technisch gesehen, zwei Einzeltickets ausstellen.

Sollte ich nächstes Jahr tatsächlich die kanarischen Inseln etwas genauer unter die Lupe nehmen, werde ich wahrscheinlich nach Teneriffa fliegen und von Gran Canaria zurückreisen – und dazwischen mit der Fähre von einer Insel zu nächsten hüpfen.

Und wie siehst du das? Bist du auch ein so grosser Fan von Gabelflügen? Oder hast du schlechte Erfahrungen gemacht? Erzähle uns davon in den Kommentaren.

Zum ersten Mal hier? Dann lese hier, worum es in diesem Blog geht. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann solltest du dich unbedingt beim monatlichen Newsletter einschreiben, damit du künftig nichts mehr verpasst.

Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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