Montag, 18. Dezember 2017
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Weltreisebudget: Wie du dir den Traum verwirklichst

So sieht der Weltreisetraum vieler aus: Eine der drei Gili-Inseln bei Bali. Fotos: O. Zwahlen
So sieht der Weltreisetraum vieler aus: Eine der drei Gili-Inseln bei Bali. Fotos: O. Zwahlen

Praktisch jeder kann sich eine Weltreise leisten. In den meisten Ländern der Welt kommst du als Backpacker mit einem monatlichen Budget von 1000 Euro durch. Letztlich steht und fällt die Verwirklichung des Traums mit den Fixkosten zu hause. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du sie senkst.

Ich kenne eine ganze Reihe von Menschen, die seit Jahren von einer Weltreise reden, sie aber nie unternehmen – und dies vermutlich auch nie tun werden. Der Grund dafür sind ihre Bedenken: Die Angst vor der Lücke im Lebenslauf und die Vorstellung, sich eine längere Reise nicht leisten zu können.

Wie schlimm eine Lücke in deinem Lebenslauf tatsächlich ist, kann ich nicht beurteilen. Vermutlich ist das auch je nach Branche unterschiedlich. Ich will daher nichts schönreden: Eine Lücke kann ein Problem werden, muss aber nicht. Ich denke jedoch, dass sich zumindest eine einmalige längere Reise bei den wenigstens negativ auf den Verlauf der Karriere auswirkt.

Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann: Eine Weltreise kann sich so gut wie jeder leisten. Ich bin bisher noch fast überall mit meinem monatlichen Budget von 1000 Euro durchgekommen. In teuren Ländern wie kürzlich in Korea heisst dies zwar, dass ich hin und wieder in Massenschlafsälen unterkommen muss. In Indien hingegen kann ich in vergleichsweise guten Hotels wohnen.

Entscheidend ist bei der Frage, ob du eine längere Reise stemmen kannst, vor allem die Situation im Heimatland. Sprich: Wie kannst du für die Dauer der Reise deine Fixkosten senken. Dafür möchte ich dir in diesem Artikel ein paar Tipps mit auf den Weg geben.

Tipp 1: Kostenfaktor Wohnung

Der vermutlich grösste Posten in deinem Budget ist deine Wohnung. Wenn du länger unterwegs bist, solltest du schauen, dass diese Kosten wegfallen. Dabei hast du im Wesentlichen zwei Möglichkeiten. Du kannst dir einen Untermieter suchen oder die Wohnung ganz auflösen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Wohnen ist im Ausland oft erheblich günstiger. Hier ein Maklerbüro in China.
Wohnen ist im Ausland oft erheblich günstiger. Hier ein Maklerbüro in China.

Wenn du in der Zeit, die du weg bist, einen Untermieter annimmst, musst du dich festlegen, wie lange du weg sein willst. Denn Dein Untermieter braucht seinerseits Planungssicherheit. Darüber hinaus musst du höchstwahrscheinlich mit deinem Vermieter klären, ob du die Wohnung überhaupt untervermieten darfst. Der Vorteil ist jedoch, dass du bei deiner Rückkehr gleich einen Ort hast, wo du hingehen kannst.

Bei einer längeren Reise mit unbestimmtem Ende lohnt es sich, die Wohnung ganz aufzulösen. Das hat den Vorteil, dass du dich um nichts kümmern musst. Allerdings solltest du eine Notlösung bei den Eltern oder Freunden für die Wochen nach deiner Rückkehr bereit haben. Wenn du viele Dinge besitzt, wirst du die irgendwo einstellen müssen. Zum Beispiel in einem Container.

Generell lohnt sich eine Untermiete bei kurzen Reisen. Bei langen Reisen mit unbestimmtem Ende fährst du besser, wenn du die Wohnung aufgibst. Bei kürzere Reisen kannst du versuchen, die Wohnung über Airbnb an den Mann zu bekommen. Besser fährst du mit Anzeigen in ortsspezifischen Websites – zum Beispiel auf der Webseite der Universität.

Tipp 2: Kostenfaktor Auto

Wenn du ein Auto hast und nicht mit diesem um die Welt reist, dann werden die Fixkosten (Steuern, Versicherung und Wertverlust) dein Reisebudget unnötig in die Höhe treiben. Auch hier hast du im Wesentlichen zwei praktikable Möglichkeiten: Entweder verkaufst du dein Auto oder du löst es aus.

Mein altes Auto wartet mehrere Jahre ohne Nummernschilder auf mich.
Mein altes Auto wartet mehrere Jahre ohne Nummernschilder auf mich.

Ich habe das letztere getan und einfach die Nummernschilder für die Zeit meines Auslandaufenthalts abgegeben. Dadurch fielen keine Kosten mehr für die Verkehrssteuern und die Versicherung mehr an. Da ich das Auto bei den Eltern einstellen konnte und mein altes Fahrzeug kaum noch Wert hatte, fielen für mich auf diese Weise kaum Kosten an.

Bei hochwertigeren Fahrzeugen fährst du unter Umständen besser, wenn du es verkaufst. Denn jedes Jahr, das du unterwegs bist, verliert es an Wert. Egal, ob du je damit fährst oder nicht. Zudem darfst du die Gefahr von Standschäden und die Miete eines Parkplatzes nicht unterschätzen. Am besten lässt du dir online den Wert deines Autos einschätzen und dir eventuell auch gleich ein Angebot unterbreiten.

Tipp 3: Kostenfaktor Abo

Die meisten von uns haben eine Reihe von Dienstleistungen abonniert. Das kann die Fernsehzeitschrift sein, aber auch Dienstleister wie Netflix oder der Netzanbieter für dein Handy. Klar ist: Wenn du unterwegs bist, wirst du die meisten Abonnements nicht mehr brauchen. Am besten kündest du sie deswegen vor Reiseantritt.

Abonnements haben in der Regel eine bestimmte Laufzeit und du kannst sie nur einmal pro Jahr künden. Daher solltest du dich frühzeitig darum kümmern. In der Schweiz ist es möglich, im Falle eines Wegzugs ins Ausland ein Abo auch schon vor Ablauf der Laufdauer zu beenden. Erkundige Dich am besten nach den Möglichkeiten.

Tipp 4: Kostenfaktor Einkauf

Wenn du eine längere Weltreise planst, wird dich die Route bestimmt durch einige günstigere Länder der Welt führen wie zum Beispiel Südostasien oder Zentralamerika. Der Trick beim Sparen ist, alle nötigen Anschaffungen erst in so einem Land zu tätigen. Hosen in annehmbarer Qualität bekommst du beispielsweise in China bereits ab 10 Euro.

Kleider und Stoffe sind in Asien deutlich günstiger.
Kleider und Stoffe sind in Asien deutlich günstiger.

Mehr noch kannst du sparen, wenn du Dienstleistungen erst im Ausland in Anspruch nimmst. Zum Beispiel der Gang zum Frisseur oder Zahnarzt. Auch wenn dir die Konkurrenz in der Heimat gerne etwas anderes weissmachen will: Die Qualitätsunterschiede sind nach meinen Erfahrungen nicht so gross.

Tipp 5: Kostenfaktor Ausmisten

Im Laufe der Jahre hat sich bei dir bestimmt jede Menge Zeugs angesammelt. Das rumliegen zu lassen ist zwar im engeren Sinne kein Kostenfaktor – es sei denn, dir entstehen bei der Lagerung Kosten. Aber vieles kannst du auch einfach verkaufen, weil du es sowieso nie mehr benützen wirst.

Ich habe einmal versucht, meine alten Sachen auf dem Flohmarkt zu verkaufen. Dabei kam zwar tatsächlich eine Kleinigkeit zusammen, doch musste ich am Abend trotzdem wieder vieles mitnehmen. Bücher und DVDs liefen nicht sonderlich gut. Die verkaufst du am besten über momox. Die Preise sind dort zwar nicht besonders gut, aber du bekommst dein Zeug mit relativ wenig Aufwand ab.

Fazit

Mit diesem Tipps wirst du in der Lage sein, eine längere Backpackerreise zu finanzieren. Denk beim Reduzieren deiner Ausgaben daran, dass nicht nur diese grossen Posten viel Geld verschlingen, sondern auch die Summe der Kleinbeiträge. Um einen Monat auf Achse zu finanzieren, musst du im Jahr zuvor lediglich jeden Tag drei Euro zu Seite legen können. Das sollte doch möglich sein, oder?

Zum ersten Mal hier? Dann lese hier, worum es in diesem Blog geht. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann solltest du dich unbedingt beim monatlichen Newsletter einschreiben, damit du künftig nichts mehr verpasst.

Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

3 Kommentare

  1. Hi Oli,
    super Zusammenfassung. Kann die Punkte nur bestätigen.
    Habe auch schon mal von nem Headhunter gehört, dass sich ne Weltreise im CV gut macht. Man könne daraus Organisationstalent schliessen. Gibt also wohl einige Personaler, die das positiv sehen könnten.
    Wir haben ja unsere Wohnung verkauft und sind noch für ein paar Monate zu meinen Eltern. Hat dem Konto auch ziemlich gut getan.
    Patrick

    • Hi Patrick,
      ich kann mir vorstellen, dass das etwas von der Branche abhängt, in der jemand tätig sein will. Dass eine einmalige Weltreise heute noch schadet, kann ich mir kaum vorstellen. Schwerer wirds wohl bei Leuten, die mehrere Weltreisen machen wollen und deswegen alle paar Jahre wieder künden.
      Gruss,
      Oli

  2. Hi Ollie
    Deine Punkte unterschreiben wir sofort. Wir haben uns vor 6 Monaten an unseren Sparmarathon für den Reisestart gewagt und viele dieser Punkte umgesetzt.
    Wir sparen dadurch eine Menge!

    Einfach toll.
    Beste Grüße Pia&Cris

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