Montag, 18. Dezember 2017
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Uruguay: Strandhopping im anderen Südamerika

Das Haus des Nationalkünstlers Uruguays: Schon Carlos Páez Vilaró erfreute sich hier an den atemberaubenden Sonnenuntergängen. Foto: Neubauer.

Uruguay ist auf der touristischen Landkarte ein weitgehend weißer Fleck. Zu Unrecht, wie Reisebloggerin Doris Neubauer findet. Insbesondere die einsamen Strände sind der ideale Ort, um sich von den Strapazen einer Lateinamerikareise zu erholen. Ein Routenvorschlag durch das europäischste Land Südamerikas.

Gastbeitrag von Doris Neubauer

„Willkommen im richtigen Südamerika!“, lautete die Begrüßung meines Freundes Gaston, als ich nach monatelangem Reisen durch Kolumbien, Ecuador, Bolivien und Argentinien in seinem Heimatland Uruguay ankam. Ob „richtig“ oder nicht – anders ist das kleinste spanischsprechende Land in Südamerika in jedem Fall.

Wer würde auf dem Kontinent eine Hauptstadt vermuten, die nach Tokio zur zweitsichersten Metropole der Welt zählt? Genauso wenige wahrscheinlich wie ein Land, in dem der Katholizismus kaum Einfluss hat und es keine Staatsreligion gibt. Oder wer rechnet nach Bolivien, Peru oder Ecuador damit, dass die Bevölkerung eines Nachbarlandes nicht aus indigenen Ureinwohnern besteht, sondern sich vor allem aus Nachfahren europäischer Immigranten und Nachkommen afrikanischer Sklaven zusammensetzt? Auch die Tatsache verblüfft, dass es in den öffentlichen Bussen zumindest ab und an Wifi gibt und dass man es mit europäischen Preisen zu tun hat.

Uruguay befindet sich selten auf der Route von Backpackern. Im besten Fall liegt ein Abstecher mit dem Schiff von Buenos Aires in die älteste Stadt Uruguays, nach Colonia de Sacramento, oder ein Ausflug in die Hauptstadt Montevideo drin. Vielleicht liegt das daran, dass dem Land zwischen den Riesen Argentinien und Brasilien in den Reiseführern meist nur wenige Seiten gewidmet sind. Zu unrecht. Insbesondere Uruguays Strände sind durchaus eine (Weiter)Reise wert.

Unberührte Strände

Die typische Route führt nach einem Besuch der Städte der Küste entlang, sozusagen von einem Strand zum Nächsten. Punta del Este, die erste Station „ist nicht das echte Uruguay“, stellen Einheimische in ihrer ruhigen, fast schon gemächlichen Art klar. Bei den weißen Villen, den Leuchttürmen und den sauber geputzten Restaurants, die Pizza, Pasta und Fischtapas anbieten, kommt man leicht ins Schwärmen. Die Erinnerungen an Italien, Spanien oder Griechenland folgen den Reisenden auf Schritt und Tritt, gibt es doch immer wieder Pflastersteine und Kolonialbauten, die jeden Europäer aus der guten „alten Heimat“ bekannt vorkommen. Während Punta del Este selbst wenig zu bieten hat, sollte ein Besuch in der Casapueblo auf jedem Reiseprogramm stehen: Berühmt ist das weiße Haus des urugayanischen „Nationalkünstlers“  Carlos Páez Vilaró besonders für den traumhaften Sonnenuntergang über dem Meer.

“Die uruguayanischen Küstenorte unterscheiden sich bloß im Grad ihrer Ländlichkeit”, bringt Gaston auf den Punkt, warum man das beinahe hektische Punta del Este weiter Richtung La Paloma und La Pedrera verlassen sollte: Um genau diese Ländlichkeit, diese Ruhe und Stille zu genießen. La Paloma ist übrigens die letzte Stadt vor Brasilien und somit der letzte Ort mit einer Bank – ab dann warten nur noch kleinere Fischerdörfer und einsamere Strände. Ihren Höhepunkt findet die Abgeschiedenheit in Cabo Polonio, jener Siedlung mitten im Nirgendwo, die nur mittels 4×4 Jeep und zu Fuß erreicht werden kann. Ein Ort, an den vor allem Uruguayer selbst am Wochenende flüchten und an den sich weniger ausländische Touristen verirren als vermutet. Ein Ort, an dem man nichts tun kann, außer am Strand zu liegen, durch die endlosen Dünen zu wandern oder – wenn man zur richtigen Zeit dort ist – die Robben zu beobachten.

Damit sollte das Strandhopping in Uruguay aber noch nicht zu Ende sein: Ein Abstecher ins Fischerdorf  Punta del Diablo samt Santa Teresa Nationalpark, in dem uruguayanische Familien gern Urlaub machen, zahlt sich allemal aus. Dort gibt es nämlich nicht nur einen bunten Markt zum Stöbern und Geschenkekaufen, sondern vor allem ein letztes Mal weiße Endlos-Sandstrände, einsame Buchten, Felsen, die zum Klettern einladen und lang gezogene Küstenwege, an denen man auf Spaziergängen keiner Menschenseele begegnet.

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