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Testbericht: Mit der Nikon Coolpix P900 in Venedig und Istrien

Praxistest mit der neuen Nikon Coolpx 900 im Amphitheater von Pula.
Praxistest mit der neuen Nikon Coolpix 900 im Amphitheater von Pula. Fotos: Zwahlee.

Bist du auf der Suche nach einer idealen Reisekamera für Backpacker und hast die neue Nikon Coolpix P900 ins Auge gefasst? Ich habe das Wunderding mit dem Wahnsinnszoom auf meiner Reise nach Venedig und Istrien getestet und verrate dir heute ihre Vor- und Nachteile.

Bevor ich aber darüber schreibe, was mir an der neuen Nikon gefallen hat und was nicht, will ich zuerst ein paar Worte über mich, meinen Reisestil und darüber verlieren, was mir bei einer Kamera wichtig ist. Das soll vor allem den Lesern, die meinen Blog noch nicht kennen, helfen, diesen Testbericht einzuordnen.

Ich bin kein leidenschaftlicher Fotograf, sondern in erster Linie Reisender und Blogger. Obwohl ich grundsätzlich weiss, wie ich eine Kamera zu bedienen habe, fotografiere ich meistens mit der Automatik. Auf Reisen muss es häufig schnell gehen, da manche Motiv rasch wieder verschwinden. Nur relativ selten stelle ich alles manuell ein – dies hauptsächlich dann, wenn ich Lust habe, mit der Kamera zu experimentieren und besondere Bildaussagen zu machen.

Da ich als Reiseblogger die Kamera vor allem unterwegs verwende, ist mir primär wichtig, dass die Batterie lange hält, dass der Autofokus schnell und zuverlässig arbeitet, dass das Objektiv eine gute Lichtempfindlichkeit aufweist und dass ich einen starken Zoom habe. Nachdem ich in den letzten Jahren jeweils eine schwere Spiegelreflex-Kamera mitschleppte, lege ich zunehmend Wert auf ein geringes Gewicht.

Am Ende des Texts will ich noch ein paar weitere Punkte an der Kamera vorstellen, die mir aus Sicht eines Reisenden gefielen und teilweise auch missfielen.

Das Megazoom: Einfach nur Spitze!

Die (auch im wörtlichen Sinne) herausragendste Funktion der Coolpix P900 ist ihr wahnsinniges Objektiv mit einer Brennweite von 24 bis 2000 Millimeter. Das entspricht einem sagenhaften 83x-Zoom. Um die Zahl zu verdeutlichen: Als ich im Amphitheater von Pula sass, standen auf der anderen Seite der Arena in vielleicht 40 Metern Entfernung drei Frauen, die lebhaft diskutierten. Ich machte mir den Spass und hielt die Kamera auf die Gruppe. Erstaunt stellte ich fest, dass ich bei einer der Frauen auf der Etikette des Shirts lesen konnte, dass sie es bei Veramoda gekauft hatte.

Klein und handlich ist sie nicht, dafür ist ihr extremes Teleobjektiv ziemlich herausragend - wörtlich wie bildlich.
Klein und handlich ist sie nicht, dafür ist ihr extremes Teleobjektiv ziemlich herausragend – wörtlich wie bildlich.

Das ist natürlich eine Spielerei. Aber das superstarke Teleobjektiv ist in vielen Situationen tatsächlich hilfreich. Zum Beispiel auf einer Safari. Eine Blogger-Kollegin war in Zürich im Zoo und hat diese eindrücklichen Aufnahmen mitgebracht. Ebenfalls nützlich ist das starke Zoom, wenn du unbemerkt andere Menschen fotografieren willst. Das drehbare Display erleichtert das zusätzlich. Denk daran, andere Leute heimlich abzulichten, ist nicht gerade die feine Art; und Portraitfotos werden meistens ohnehin besser, wenn du die Person fragst. Dazu hat Caroline von „Shave the Whale“ hier ein paar tolle Tipps zusammengefasst.

Aus der Sicht eines Selbstreisenden liebe ich den starken Zoom auch aus einem ganz praktischen Grund, der mit Fotografie wenig zu tun hat: Wenn ich in einer unbekannten Stadt nicht so recht weiss, wo ich bin, hilft mir die Kamera, weit entfernte Strassenschilder oder den Namen einer Busstation zu entziffern, ohne dass ich erst ein paar hundert Meter laufen muss.

Wenn ich mich - wie hier in Venedig - verirre, kann ich dank dem Zoom die Schilder am anderen Ende der Strasse lesen.
Wenn ich mich – wie hier in Venedig – verirre, kann ich dank des starken Zooms die Schilder am anderen Ende der Strasse lesen.
...und so sieht das Bild in vollem Zoom aus.
…und so sieht das Bild in vollem Zoom aus. War leider kein Strassenschild… 🙂

Die beiden Bilder oben zeigen aber auch die Grenzen des starken Teleobjektiv auf: Die Schrift auf dem aus der Hand geschossenen Foto ist zwar noch deutlich lesbar, aber leider nicht ganz scharf. Bei guten Lichtverhältnissen und wenn ich mich irgendwo aufstützte, gelangen mir vereinzelt auch ohne Stativ gestochen scharfe Aufnahmen. Wer aber mit dem Gedanken spielt, regelmässig den Zoom voll auszureizen ist mit einem leichten Reisestativ besser beraten.

Abgesehen von Problemen mit der Bildschärfe fand ich es im äussersten Zoombereich schwierig, aus der Hand eine vernünftige Bildposition hinzubekommen, da sich jedes Zittern und Wackeln im Sucher vervielfacht. Auch hier hilft ein Stativ oder die Kamera irgendwo abzustellen. Schade finde ich auch, dass ich bei vollem Zoom einen Abstand von mindestens fünf Metern zum Objekt haben muss, um überhaupt fokussieren zu können. Die Haare an den Beinen einer Spinne kann ich deswegen nicht fotografieren.

Zwei weitere erwähnenswerte Punkte am Objektiv sind das Weitwinkel und die Makrofunktion: Als ich versuchte, irgendwo eine herabhängende Spinne zu fotografieren, konnte ich mit der Linse das Krabbeltier fast berühren. Selbst in einem Abstand von rund einem Zentimeter war das Bild noch scharf. Das finde ich eine starke Leistung, bei welcher die Coolpix P900 definitiv gut abschneidet.

Etwa weniger glücklich bin ich mit dem Weitwinkel, das erst bei 24 Millimetern beginnt. Beim Ablichten von grossen Gebäuden kommt man hier leicht an seine Grenzen. Aber vielleicht wird es in Zukunft einen Weitwinkelaufsatz geben, der dieses Problem behebt.

Fazit: Das Objektiv deckt eine unglaubliche Spannweite ab. Der extreme Zoombereich ist im Reisealltag ohne Stativ allerdings nur begrenzt einsetzbar, aber das wäre auch bei jeder anderen Kamera so. Dank der hohen Lichtempfindlichkeit werden die Bilder auch bei schlechtem Licht gut. Einzig der Weitwinkelbereich hätte etwas besser ausfallen können. Die wenig flexible Panoramafunktion (die nur 180° und 360° erlaubt) ist nur ein beschränkter Ersatz und letztlich bei meinem neuen Xiaomi-Handy besser gelöst.

Blick auf den Canal Grande in Venedig. Die Bilder wurden auch in der harten Mittagssonne schön.
Blick auf den Canale Grande in Venedig. Die Bilder wurden auch in der harten Mittagssonne schön.

Batterieleistung: Nach erstem Schreck gut

Einer der wichtigsten Punkte für Reisende wie mich ist die Leistung der Batterie. Als ich die Coolpix in Kroatien zum ersten Mal einsetzte, bekam ich gleich einen Schock. Nach etwa 50 Fotos war der Akku leer und meinen Trip auf die Insel Brijuni musste ich mit dem Handy dokumentieren. Auch am zweiten Tag machte der Akku nach wenigen Bildern schlapp.

Erst etwas später stellte ich fest, dass die Kamera sich nicht automatisch ausschaltet, wenn ich den Wifi-Modus aktiviert habe. Das scheint mir ein Bug in der Firmware zu sein. Aber seit ich das weiss, schalte ich die Kamera nach der Bildübertragung immer vor Hand aus und seither habe ich keine Probleme mehr mit einer eingeschränkten Akku-Laufzeit und bin sehr zufrieden. Laut Werksangaben sind mit einer Batterieladung bis zu 360 Aufnahmen möglich. Bei einem realen Einsatz dürften es deutlich weniger sein.

Allerdings ist ein leerer Akku kein so grosses Problem, da die Kamera über einen Mini-USB-Stecker aufgeladen wird. Wenn du nicht gerade ein iPhone-Nutzer bist, kannst du die Kamera mit dem gleichen Kabel laden wie dein Handy. (Soll man zwar laut Hersteller nicht tun, ging bei mir aber problemlos.) Da ich sowieso immer eine kleine Powerbank dabei habe, kann ich auf diese Weise die Coolpix auch unterwegs einen neuen Energieschub verpassen. Einziger Wermutstropfen: So lange die Kamera geladen wird, kann ich sie nicht benutzen. Das hätte man meiner Meinung nach besser lösen können.

Fazit: Der Bildschirm saugt Power und die Lebensdauer der Batterie ist hier im Vergleich zu einer Spiegelreflex deutlich kürzer, aber noch immer ausreichend. Dank der Aufladung per USB-Kabel kannst du die Kamera mit einer Powerbank oder allenfalls einem Solarpanel auf der Reise leicht nachladen.

Autofokus und Bildqualität: Starke Leistung

An meiner mittlerweile in die Jahre gekommenen digitalen Spiegelreflexkamera störte mich vor allem der langsame Autofokus. Die Nikon Coolpix P900 ist in dieser Hinsicht ziemlich schnell unterwegs. Laut Hersteller sind es 0,12 Sekunden im Weitwinkelbereich. Ich habe das selber nicht nachmessen können, kann aber ohne Umschweife sagen, dass ich noch nie eine Kamera besass, die so schnell und zuverlässig scharf stellte. Hier also ein grosses Lob.

Blick vom Hafen auf die istrische Kleinstadt Porec.
Blick vom Hafen auf die istrische Kleinstadt Porec.

Die Automatik scheint mir recht gut auf die verschiedenen Lichtsituationen zu reagieren. Obwohl ich im Hafen der istrischen Kleinstadt Porec gegen die Sonne fotografierte, ist von den Häusern mehr als bloss die Silhouette zu erkennen. (Siehe Bild oben.)

Was mir persönlich gefällt: Anders als bei einer Spiegelreflexkamera sieht man das Bild im Sucher auf einem Bildschirm. Das ist im ersten Augenblick etwas irritierend, da sich nicht so leicht erkennen lässt, ob der Autofokus wirklich die Arbeit richtig macht (keine Sorge: das tut er!). Der Vorteil ist aber, dass ich viel besser sehe, ob die Belichtung richtig eingestellt ist. Gerade bei Aufnahmen vom Sonnenuntergang ist das hilfreich.

Fazit: Als ich nach der Rückkehr der Reise die Bilder sortierte, hatte ich relativ wenige Aufnahmen, die unscharf, verwackelt oder falsch belichtet waren. Das ist für mich ein grosser Aufsteller.

Gewicht und Handlichkeit: Gewisse Abstriche

Mit rund 900 Gramm (einschliesslich Batterie) ist die Kamera nicht gerade ein Fliegengewicht und nur wenig leichter als meine Spiegelreflex, die 1,1 Kilo mit einem Objektiv und etwa 1,6 Kilo mit beiden Objektiven auf die Waage bringt. Für mich ist das gerade noch im Bereich des Annehmbaren – klar ist aber auch, dass ich die Kamera bei diesem Gewicht nur dann dabei habe, wenn ich wirklich Fotos machen will. Als „Hosentaschen-Kamera“ muss daher mein Handy hinhalten.

Da die Kamera mit 139.5 x 103,2 x 137,4 Millimeter (ohne vorstehende Teile) relativ gross ist, liegt sie sehr gut in der Hand. Die Menü-Führung ist intuitiv – ich kam mit der Bedienung klar, auch ohne vorher das Handbuch gelesen zu haben.

Schoko-Croissant in Pula mit der Makro-Funktion aufgenommen.
Schoko-Croissant in Pula mit der Makro-Funktion aufgenommen.

Weitere Besonderheiten in Stichworten

  • Die Nikon Coolpix P900 verfügt über einen eingebauten WiFi-Sender. Dieser ermöglicht nicht nur, Bilder drahtlos aufs Handy zu übertragen (was das Teilen auf Instagram und Co. erleichtert), sondern ich kann über die Funktion die Kamera auch fernbedienen, was besonders für Selfies praktisch ist.
  • Auch Videoaufnahmen mit einer Länge von bis zu einer halben Stunde sind möglich. Besonders interessant sind dabei die Zeitrafferclips, die sich über eine Sonderfunktion verwirklichen lassen.
  • Es ist möglich, persönliche Einstellungen in einem separaten Setting zu speichern. Ich habe das bei mir so definiert, dass ich in der Automatik im Format 16:9 fotografiere und im „U-Modus“ quadratische Bilder für Instagram schiessen kann. Vielleicht fällt mir im Verlaufe der Zeit auch eine bessere Nutzungsweise ein.
  • Die Bilder werden mit GPS-Daten versehen. Was mir das bringt, habe ich noch nicht verstanden, aber wer diese Funktion zu nützen weiss, wird sie sicherlich schätzen.

Schlusswort

Die Nikon Coolpix P900 ist keine Eier legende Wollmilchsau – aber sie kommt ziemlich nahe daran. Trotz des relativ hohen Gewichts halte ich die Kamera insbesondere für Reisende eine tolle Alternative, die sonst eine noch schwerere digitale Spiegelreflex rumschleppen würden. Das Objektiv und insbesondere das Zoom sind der Hammer, auch wenn ich einen Teil des Telebereichs gerne gegen mehr Weitwinkel tauschen würde. Sehr glücklich bin ich überdies mit der Makro-Fähigkeit.

Die Batterieleistung könnte zwar besser sein, ist aber durchaus ausreichend und dank des USB-Anschlusses lässt sich die Kamera unterwegs leicht laden. Mit dem Resultat, sprich den Bildern, bin ich insgesamt sehr zufrieden. Aber ich kann mir vorstellen, dass richtige Foto-Nerds noch die einen oder anderen Mängel finden. Die genauen technischen Daten findest du übrigens auf der Produkte-Seite von Nikon Schweiz.

Zum Zeitpunkt der Recherche kostet die Kamera bei Amazon ungefähr 540 Euro. Das scheint mir für dieses Power-Bündel ein durchaus guter Preis zu sein. Nachdem ich die Kamera testen konnte, käme für mich ein Kauf in Frage.

Hinweis: Die Kamera habe ich von Nikon Schweiz zu Testzwecken zur Verfügung gestellt bekommen.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

21 Kommentare

  1. Moin Oli,
    bin zwar nicht auf der Suche nach einer Kamera „für Backpacker“ (bin kein Backpacker), suche aber trotzdem. 😉 Klingt alles nicht schlecht, besonders der Zoom gefällt! Aber die Größe …..
    Ich fürchte, das Teil ist zu groß zu mich. Denn a) reise ich ausschließlich mit Handgepäck (daher gibt´s Kapazitätsgrenzen) und b) gehe ich auch gern mal in Gegenden, wo es nicht angeraten ist, offen mit einer Kamera herumzulaufen. Insofern kommt die Nikon („klein und handlich ist sie nicht“) eher nicht infrage. Aber das wird für mich generell das Problem bleiben. Denn: Eine richtig gute Kamera, die gleichzeitig in die Hosentasche passt, wäre wohl tatsächlich die Eier legende Wollmilchsau.
    Grüße, Wolfgang

    PS. Warum funktioniert das mit den Spinnenbeinen eigentlich nicht? Musst doch nur 5 m (oder mehr) zwischen Spinne und Dir lassen (für Leute mit Spinnenphobie, wäre das ja sogar hilfreich) … 😉

    • Wenn du aus fünf Metern Distanz mit vollem Zoom fotografierst, dann ist bestenfalls eine fette Vogelspinne gerade einmal bildfüllend. Aber um einfach ein Bein mit Haaren aufzunehmen, bist du dann eben zu weit weg. Ich hab das allerdings ohnehin nur erwähnt, um auf die Grenzen der Kamera hinzuweisen. (Wer will schon ein Foto von den unrassierten Beinen einer Spinne…) Sie kann vieles, aber halt eben nicht alles…

      Ich war in Kroatien auch mit Handgepäck unterwegs und hab die Kamera gut im Rucksack unterbringen können. Unmöglich ist das also nicht. Aber es ist schon klar: Bei beschränkten Gepäckvolumen musst du dich entscheiden, ob du lieber eine Hose mehr mitnimmst oder eine etwas grössere Kamera.

      Gruss,
      Oli

    • Wegen Handgepäck:
      Mir ist keine Airline bekannt, die Probleme macht, wenn Du die Kamera im „Personal Item“ oder gar am Körper trägst beim Check-In. Sollte also nicht „ins Gewicht fallen“.

  2. Hallo Oliver, vielen Dank für die Erwähnung und keep shooting 🙂

  3. Also die Nikon macht echt sehr schöne Bilder. Ich denke für dich als Blogger ist die Kamera evtl. auch genau das richtige, da du nicht unbedingt einen Fotoblog betreibst, sondern „nur“ gute Fotos benötigst um von deine Berichte mit Bildern zu füttern und in diesem Zusammenhang die Qualität der Nikon absolut genügt. Ich werde auch wenn ich nur Hobbyfotograf bin bei einer DSLR (aktuell Canon 6D) bleiben, da ich einfach die vielen manuellen Möglichkeiten sehr schätze.

    • Hallo Sebastian,

      vielen Dank für den Kommentar. Ich sehe das genauso. Die objektiv beste Kamera gibt es nicht, da sich die verschiedenen Faktoren in den Weg kommen. Preis, Gewicht, Bildqualität, Zoomfaktor und so weiter. Das Wichtige ist, die Kamera zu finden, die zum eigenen Nutzungsverhalten am besten passt. Für meine Bedürfnissse ist die Nikon P900 eine gute Wahl.

      Gruss,
      Oli

  4. Ich war erst skeptisch, aber nach 3 Wochen mit Dir und der Kamera auf reisen, kann ich mir etwas Respekt net verkneifen.

    Ist halt zu schwer und groß für eine Immer-Dabei-Kamera, deswegen kein Ersatz für meine Canon G7X.

  5. Sorry Leute…,

    …aber eine Kamera mit einem Brennweitenbereich von mehr als dem zehnfachen, maximal fünfzehnfachen ist einfach Quatsch und rausgeschmissenes Geld. So gut wie kein Backpacker, der auf das Gewicht seines Gepäcks achten muss, wird sich mit einem Stativ belasten wollen/können. Und das braucht es, wenn man eine längere Brennweite als 300 mm, allerhöchstens 400 mm benutzen möchte. Zweitens: die Qualität einer solchen Linse lässt – obwohl ich die Kamera/Linse lediglich „aus der Ferne“ kennen – mit Sicherheit zu wünschen übrig. Gute und „scharfe“ Linsen in viel kürzeren Zoombereichen kosten sowohl bei Nikon als auch Canon ab CHF 1 500.00 bis zwei-, drei- und viertausend.
    Wenn ich mir die im Beitrag von Oli erwähnten Bilder aus dem Zürcher Zoo anschaue (die auf meinem 23″-Monitor gerade mal 12×20 cm gross sind), dann finde ich so gut wie kein scharfes Bild.
    Meiner Meinung nach gehören Bilder und Kamera in die Tonne…
    Da bleibt ihr lieber bei eurem Smartphon!
    Gruss WILLI

    • Bei allem Respekt vor deinen Fotografierkünsten, aber das halte ich nun doch für ein etwas gewagtes Urteil von jemandem, der die Kamera noch nie in den Händen gehalten hat.

      Dass die P900 nicht die gleich scharfen Bilder schiesst wie eine 5000 Euro Kamera, ist wohl selbstverständlich. Im Funktionsumfang und in der Bildqualität ist sie aber trotzdem noch meilenweit von Handyfotos entfernt.

      Deswegen auch mein Schluss: Die Eier legende Wollmilchsau ist die Kamera nicht. Aber für Leute, die um die Weltreisen und einen gewissen, aber nicht professionellen Anspruch an die Bilder hegen, ist sie durchaus eine gute Investion.

    • habe endlich die Kamera erhalten und bi wegen den Bilder Qualität enttäuscht. Ich bleibe bei mein Canon 6D und werde diese sofort verkaufen….nur Zoom is Wahnsinn aber was man will mit dem wenn keine Qualität.

      • Wieso wundert mich das nicht…?
        Schau dir die Bilder mal in einer 100%-Vergrösserung an.
        Dann trifft dich der Schlag.
        W.

      • Was soll die Kamera auch können mit so einem Minisensor? Das Ding ist genau richtig für den Vertrieb bei MediaMarkt, Saturn, Expert und co, da sticht der 83-fach Zoom ins Auge und der unbedarfte oder zu bequeme Kaufinteressent, der keinen Bock hat, sich schlau zu machen und darauf vertraut, dort eine FACHBERATUNG -hihi -zu bekommen, wird vollgelabert und der Kunde glaubt es noch!

  6. Hallo Oliver, danke für deinen tollen Bericht. Ich habe die Kamera seit einem halben Tag und ich bin sehr angetan zumal ich auch denke, dass sie für meine Zwecke super ist.
    Ein Punkt irritiert mich allerdings sehr. Wenn ich gerade jetzt im dunkeln durch den Sucher schaue, dann sehe ich quasi den Holraum zwischen Glas und dem Bild. Ist das normal. Sieht aus wie ein Mäusekino. Bei meiner alten D90 ist alles völlig dunkel bis auf das Sucherbild natürlich.

    Ich würde mich freuen von dir zu lesen da ich nicht weiß ob es einfach so ist.

    Gruß Marc

    • Hallo Marc,
      ich verstehe nicht so ganz, was du mit „Holraum zwischen Glas und Bild“ meinst. Aber ich vermute, dass das daran liegt, dass du das Bild bei der P900 durch einen Bildschirm siehst, der auch leicht leutet, wenn das Bild eigentlich schwarz ist. Bei deiner D90 siehst du via zwei Umlenkspiegel tatsächlich durch die Optik, mit der Folge, dass ein dunkler Raum auch vollkommen schwarz abgebildet wird. Ist es das, was du meinst? Oder liege ich mit meiner Antwort ganz daneben? Wenn es das ist: Daran gewöhnst du dich relativ schnell, denke ich.
      Gruss,
      Oli

      • Hallo Oliver,

        das ist ja genial, dass Du so schnellst antwortest und Dir die Zeit nimmst. Vielen Dank dafür!
        Ich habe gestern auch überlegt wie ich es beschreiben soll, aber ich denke Du hast es verstanden.
        Ich versuche es noch mal ganz kurz mit anderen Worten, damit ich sicher gehen kann, dass es bei der P900 normal ist und ich sie nicht einsenden muss.

        Wenn ich im dunkeln hindurchschaue, dann kann ich quasi das Kamerainnere sehen, also das Innere des Sucher-Gehäuses in dessen Gegenüber dann das Sucherbild ist. Im dunkeln fällt es extrem auf, da sogar etwas licht von unten, im Gehäuse kommt. Das wird vermutlich der von Dir genannte Bildschirm sein. Mein Vergleich zur D90 machte mich halt sehr unsicher, da es bei der P900 recht hell ist.

        Danke Dir noch mal!

        Gruß,
        Marc

        • Hi Marc,
          aus der Distanz ist das schwer zu beurteilen. Aber ich denke, dass das vom Bildschirm kommt und normal ist. Wie sehr stört es dich denn? Wirkt es sich irgendwie auf die Bilder aus?
          Gruss,
          Oli

          • Hallo Oli,

            nein die Bilder sind völlig normal. Hast Du es denn auch in der Form?
            Es stört nur wenn Du nachts durch den Sucher schaust. Dann man quasi ein erhellten Bereich vor einem dunklen Sucherbild.
            Wird wohl normal sein.
            Tausend Dank dass Du Dir noch mal. Eigtl hat es ja nichts mit Deiner schönen Seite zu tun.

            Schönes WE Dir!

            Gruß,
            Marc

          • Hi Marc,

            wenn Leser etwas fragen, dann beantworte ich das. Auch wenn es nicht zum Hauptthema meines Blogs gehört. Ist also kein Problem.

            Ich glaube, ich verstehe nun, was du meinst. Rund um den Bildschirm ist es nicht total schwarz, sondern du sieht das Licht des Bildschirms, das sich an der Wand leicht reflektiert. Das ist bei meinem Modell auch so und wird durch die Bauart bedingt. Daran wirst du dich wohl gewöhnen müssen. Ich hatte früher schon mal so eine ähnliche Kamera (Lumix), deswegen ist mir das bei der P900 gar nicht gross aufgefallen.

            Dir auch ein schönes Wochenende,
            Oli

  7. Hallo Oli, danke für Deine Einschätzung der Kamera P900.
    Meine Frage, Stand heute 01/05/17: Ist diese Kamera noch aktuell das Beste oder hat sich was vergleichbares
    oder besseres dazu gesellt?
    Beste Grüsse Frank

    • Oliver Zwahlen

      Hallo Frank,
      die P900 ist noch immer das aktuelle Modell bei Nikon und so weit ich das überblicke, noch immer die Kamera mit dem stärksten Zoom. Es gibt noch die B700. Die hat „nur“ einen 60-Fach-Zoom, was aber aus meiner Sicht noch immer vollkommen reicht. Dafür ist sie etwa halb so schwer, die Batterien halten länger und der Sensor löst höher auf. Für Reisende würde ich daher heute eher bis B700 empfehlen.
      Gruss,
      Oli

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