Montag, 18. Dezember 2017
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Teneriffa: So wird El Teide auch für dich zum Erlebnis

Roques de García: Bizaare Felsentürme unter El Teide. Foto: Dmitry A. Mottl / Wikimedia
Roques de García: Bizaare Felsentürme unter El Teide. Foto: Dmitry A. Mottl / Wikimedia

Nicht nur wegen der Strände solltest du nach Teneriffa fliegen, sondern auch wegen dem einzigartigen Nationalpark rund um den Vulkan El Teide. In diesen Beitrag geben wir dir fünf Tipps wie du in, auf und neben dem höchsten Berg Spaniens zu einem richtigen Vulkanier wirst.

Vor wenigen Monaten habe ich bereits einige Tipps gegeben, wie du deinen Badeurlaub auf Teneriffa mit spannenden Ausflügen aufwerten kannst. Weil ich daraufhin im Bekanntenkreis mehrere Fragen zum Nationalpark El Teide bekommen habe, möchte ich heute noch einmal das gleiche Thema aufgreifen, mich diesmal aber ausschliesslich auf Dinge konzentrieren, die einen vulkanischen Ursprung haben.

Meine eigenen Erfahrungen mit Teneriffa und El Teide sind leider etwas alt. Konkret stammen sie aus einer Zeit, als ich noch analog fotographierte. Deswegen gibts in diesem Beitrag leider keine eigenen Bildern, sondern solche von fremden Fotographen. Falls du passende Fotos hast, die du mir gerne für diesen Beitrag zur Verfügung stellen würdest: Ich und die Leser wären dir sicherlich für immer dankbar. Aber nun zu den Tipps:

Tipp 1: Fahre zum Gipfel

Das erste, was dir (vermutlich bereits beim Anflug) auf Teneriffa auffällt, ist der Pico del Teide. Der 3718 Meter hohe Vulkan überragt die ganze Insel und ist an einem sonnigen Tag wirklich von überall zu sehen. Da kommt schnell der Wunsch auf, diesen Vulkan auch einmal zu besteigen, zumal die gute Infrastruktur es weniger wanderfreudigen Menschen wirklich leicht macht

Natürlich kannst du den Gipfel in Form einer geführten Tour stürmen, allerdings findest du den Weg auch ganz leicht selber. Ab Puerto de la Cruz fährt ein direkter Linienbus zur Talstation einer Seilbahn auf den Teide, die immerhin auf 2356 Metern an der Landstraße TF-21 liegt und dich innerhalb von acht Minuten zur auf 3.555 Metern gelegenen Bergstation bringt. Dieser Spaß kostet dich pro Weg 12.50 Euro. Die Seilbahn fährt bei gutem Wetter täglich zwischen 09:00 bis 16:00 Uhr. Von hier ist es nur noch eine einstündige Wanderung auf den Gipfel.

Die Seilbahn auf den Teide führt über diese Abgründe: Foto: Ruben Nadador / Flickr
Die Seilbahn auf den Teide führt über diese Abgründe: Foto: Ruben Nadador / Flickr

Allerdings kannst du nun nicht einfach loswandern, da du für den Gipfel eine Genehmigung brauchst. Die kannst du im Vorfeld kostenlos hier beantragen. Versuche diese so früh wie möglich zu beantragen, da der Aufstieg zum Gipfel kontingentiert ist und der Nationalpark mit rund drei Millionen Gästen pro Jahr ein beliebtes Ausflugsziel ist. Du hast zwar auch von der Seilbahn und der Bergstation eine tolle Aussicht, aber die kann sich natürlich nicht mit den Rundumblick auf dem Gipfel messen. Ohne Genehmigung gibt es noch die Möglichkeit zu den Aussichtspunkten La Fortaleza und Pico Viejo aufzusteigen.

Tipp 2: Wandere ganz einfach hoch

Solltest das Kontingent bereits ausgeschöpft sein, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Denn wenn du den Gipfel vor 9 Uhr früh (also vor der Inbetriebnahme der Seilbahn) erreichst, wird keine Genehmigung verlangt. Dazu musst du allerdings auf dem Gipfel übernachten, wofür sich das Refugio de Altavista anbietet. In dieser historischen Berghütte kannst du für 23 Euro in einem eher simplen, aber weitestgehend sauberen Massenschlafsaal nächtigen.

Allerdings fordert auch hier die große Nachfrage ihre Opfer. Du darfst höchstens eine Nacht im Refugio bleiben und wirst am nächsten Morgen bereits um 7.30 Uhr aus dem Zimmer geworfen. Außerdem ist die Reservierung obligatorisch. Der frühe Aufstieg hat jedoch seine Vorteile: Am Morgen herrscht in der Regel besseres Wetter. Am Nachmittag bilden sich gerne Schäfchenwolken.

Im Prinzip müsste es möglich sein, mit der Seilbahn hochzufahren und anschließend zur Hütte runterzulaufen. Ich habe jedoch niemanden getroffen, der das gemacht hat. Ich würde es auch nicht empfehlen, denn ein solches Vorgehen widerspricht irgendwie dem Sinn der Anlage, die speziell für Wanderer gedacht ist.

Der Aufstieg ist ausgesprochen schön und ich kann empfehlen, die Wanderung wenigstens in eine Richtung zu unternehmen. Selber bin ich hochgelaufen und am nächsten Morgen mit der Seilbahn wieder runter. Dies ist auch die Art und Weise, wie das die meisten anderen Wanderer tun.

Tipp 3: Klettere die Kathedrale hoch

Bitte nicht falsch verstehen: Ich empfehle dir nicht, dich als Fassadenkletterer an einem Gotteshaus zu versuchen. Gemeint ist mit dem Titel ein La Catedral genannter, rund 200 Meter hoher Felsturm im Gebiet Roques de García. Wie die vielen anderen bizarr geformten Felsnadeln etwa fünf Kilometer südlich des Gipfels hat auch La Catedral einen vulkanischen Ursprung und ist durch sich unterschiedlich schnell abkühlendes Lava entstanden.

Ein Traum für Kletterer: La Catedral im Santiago Atienza / Wikimedia
Ein Traum für Kletterer: La Catedral im Gebiet Roques de García. Foto: Santiago Atienza / Wikimedia

Das rund zwei Kilometer lange und zwei Kilometer breite Gebiet, das zahlreiche Felsformationen bietet, befindet sich im Innern der Caldera und ist relativ leicht mit dem Auto oder dem Bus zu erreichen. Für mich war das eine der bizarrsten Landschaften, die ich gesehen habe und deswegen sehr eindrücklich.

Tipp 4: Lass dich in der Höhle des Windes anwehen

Die Cueva del Viento gehört zwar thematisch zum Vulkan El Teide, lässt sich aber auf Grund ihres Zugangs vom Norden nur sehr schlecht mit der Gipfelbesteigung kombinieren. Möglich ist es aber: Die Busfahrt von der Seilbahn bis zum Besuchszentrum dauert fast drei Stunden und du musst in La Orotava und in Icod de los Vinos jeweils den Bus wechseln. Mit einem Mietwagen geht die Tour auf alle Fälle sehr viel schneller, aber ist natürlich auch entsprechend teurer.

Trotzdem solltest du die Höhle unbedingt besuchen, denn sie ist in ihrer Art ganz besonders. Entstanden ist sie nach einer Vulkaneruption des Pico Viejo (das ist heute der zweithöchste Gipfel nur wenige Kilometer neben dem Teide und wie oben erwähnt selbst ein mögliches Ausflugsziel). Die Lava floss den Abhang herunter, wobei die äußeren Schichten abkühlten und erstarten. Die Lava im Innern floss jedoch so lange weiter ab, bis es keinen Nachschub mehr gab. Auf diese Weise entstand ein richtiger Tunnel, durch den heute je nach Wetterverhältnisse der Wind mächtig pfeifen kann.

Die Höhle ist laut offiziellen Angaben 17 Kilometer lang, allerdings lassen sich nur die ersten 200 Meter im Rahmen einer Tour besichtigen. Mir hat das persönlich auch gereicht. Wer sich für einen Gang durch diese Lavahöhlen entschließt, sollte auf alle Fälle gute Schuhe mitbringen. Flipflops sind nämlich verboten – und auf dem gerölhaltigen Untergrund auch nicht wirklich angemessen.

Tipp 5: Bade in den Lavapools

Selber nicht gemacht, aber häufig empfohlen bekommen: Ein Bad in einem Lava Pool. An der Nordküste, wo der Pico Viejo nicht sehr weit vom Meer entfernt liegt, haben sich zahlreiche Lavabecken gebildet, in denen man gemütlich baden kann.  Der Ausbaustandard dieser Meeresschwimmbecken ist unterschiedlich: Manche verfügen über Umkleidekabinen – insbesondere die bekannten vor dem Ort Garachico – bei anderen musst du dich irgendwo hinter einem Felsen umziehen.

Lavapools wie der von Garachico im Norden von Teneriffa laden zum Baden ein. Foto: CTHOE / Wikimedia
Lavapools wie der von Garachico im Norden von Teneriffa laden zum Baden ein. Foto: CTHOE / Wikimedia

Übrigens: Wenn bei geologischen Formationen von „neu“ die Rede ist, dann sprechen wir in den meisten Fällen von ein paar zehntausend Jahren. Die Lava-Pools sind hingegen wirklich jung: Sie sollen bei einer Eruption des Pico Viejo im Jahre 1706 entstanden sein.

// Foto: Vielen Dank an Ruben Nadador für die Zuverfügungstellung des Fotos unter dieser Lizenz. //

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

Ein Kommentar

  1. Teneriffa ist immer eine Reise wert, sowohl im Sommer als auch im Winter. Der Süden angenehm warm, der Norden etwas kühler und feuchter. Und der Teide ist immer wieder ein Erlebnis.

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