Freitag, 15. Dezember 2017
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Nie mehr mit schlechtem Gewissen reisen: zehn politisch korrekte Destinationen

Kinder freuen sich über die Schulbildung, die sie erhalten. Sozial bewusste Reisende können mit Hilfe der NGO Ethictraveller entscheiden, in welchen Ländern sie ihr Geld am liebsten ausgeben. Foto: Joseph Jude, Wikimedia
Kinder freuen sich über die Schulbildung, die sie erhalten. Sozial bewusste Reisende können mit Hilfe der NGO Ethictraveller entscheiden, in welchen Ländern sie ihr Geld am liebsten ausgeben. Foto: Joseph Jude, Wikimedia

Kindersoldaten in Afrika, Zwangsprostition in Indien: Täglich lesen wir, wo wir als verantwortungsbewusste Menschen keinen Urlaub machen sollten. Ethic Traveller tut das Gegenteil: Auf ihrer Liste steht, welche Entwicklungsländer wir mit guten Gewissen unterstützen können. So sind Reisen nicht nur schön, sondern auch sinnvoll.

Was auf den ersten Blick simpel klingt, ist gar nicht so  naheliegend: Wenn man in ein Land reist, unterstützt man es. Nicht nur die einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner, sondern  auch die Regierung. Denn das Geld, das man ausgibt, kommt nicht nur dem sympathischen Taxifahrer oder der freundlichen Gemüsehändlerin zugute, sondern stärkt auch die Wirtschaft als Ganzes und somit die aktuellen Machthaber und deren Politik.

Dies mag bei vielen Ländern vollkommen unbedenklich sein. Im schlechteren Fall heisst es aber zum Beispiel, dass ein Tourist auf Jamaika auch Gefängnisstrafen für Schwule und Lesben unterstützt, ohne sich dessen bewusst zu sein. So klein die Beträge für die Pension oder das Essen auch sind, gerade in ärmeren Ländern, mit wenig Industrie, kann Tourismus ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig sein.

Daraus ergibt sich für den informierten Reisenden allerdings kein Problem, sondern vielmehr eine Chance. Denn wer jene Länder bereist, in denen  etwas getan wird für Umwelt und Bevölkerung, unterstützt die fortschrittlichen Vorhaben der jeweiligen Regierung und trägt somit dazu bei, dass sich global gesehen etwas zum Guten ändert.

10 Reiseziele für verantwortungsbewusste Reisende

Ein vertretbares Reiseziel zu finden ist einfach: ethicaltraveler.org bestimmt jedes Jahr jene zehn Länder, die in den Bereichen UmweltSoziales und Menschenrechte die grössten Fortschritte erzielt haben. Dieses Jahr sind unter anderem Barbados, Costa Rica, Mauritius, Ghana und Kap Verde mit dabei. Alle zehn Staaten haben touristisch viel zu bieten, manche Destinationen, wie zum Beispiel die Pazifikinsel Palau, sind noch relativ unbekannt und wenig besucht. Dieses Jahr sind auch zwei Vorschläge mit dabei, die ohne Flugzeug gut erreichbar sind: Lettland und Litauen.

Lettland hat sich vor allem im Bereich Umweltschutz hervorgetan, so wird zum Beispiel auf saubere Gewässer, saubere Luft und Grünflächen geachtet, auch alternative Energien werden gefördert. Empfohlen wird vor allem die Zarasai Region, die landschaftlich viel zu bieten hat. Litauen hingegen hat im Bereich der Menschenrechte grossen Fortschritt gemacht und die Pressefreiheit wird überdurchschnittlich stark respektiert. In Litauen gibt es viel unberührte Natur zu erkunden, dafür eignen sich die zahlreichen ÖkotourismusAngebote.

Wie für Lettland und Litauen beschreibt ethicaltraveler.org auch für die anderen acht Destinationen, wieso es das Land in die Top-Ten geschafft hat, welche Probleme noch zu lösen sind und welche Aktivitäten oder Orte besonders interessant sind. Übrigens ist die Liste der zehn empfehlenswerten Länder alphabetisch geordnet, es handelt sich also nicht um eine Rangliste.

Sorgfältige Recherche

Ethicaltraveler.org, das Projekt einer amerikanischen Non-Profit-Organisation, wertet zahlreiche Datenbanken, Rankings und Studien aus um festzustellen, welche Regierung in den letzten zwölf Monaten die grössten Fortschritte erzielen konnte. Dabei liegt der Fokus auf der positiven Veränderung, nicht auf dem Ist-Zustand. Das heisst, es werden nicht einfach jene Länder ausgewählt, die in den Rankings und Studien am besten abschneiden, wie das bei skandinavischen Ländern der Fall sein könnte, sondern Länder, die eine besonders positive Entwicklung aufweisen, wenn auch noch nicht alle Ziele erreicht sind. Das macht insofern Sinn, dass es genau diese Länder sind, die auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen sind, um den guten Kurs beizubehalten.

Für uns bringt die Liste nur Vorteile. Ohne grössere Anstrengungen unternehmen zu müssen, können wir mit gutem Gewissen verreisen. Die Auswahl von jährlich zehn verschiedenen Destinationen bedeutet dabei kaum eine Einschränkung, wer nach Abenteuer, Schönheit oder Erholung sucht, wird auf Samoa, Mauritius oder in einem der anderen Länder bestimmt fündig.

Über Manuela Zeller

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