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Nabelschau: Rückblick auf 2013 und meine Ziele für 2014

Im Januar 2013 hatte das Weltreisemagazin noch sein altes Layout.
Im Januar 2013 hatte das Weltreisemagazin noch sein altes Layout.

An dieser Stelle erscheint normalerweise mit der Blogschau mein monatlicher Blick in die Blogosphäre. Zum Jahresbeginn möchte ich euch aber etwas anderes präsentieren: Eine Art Nabelschau. Ich will hier schreiben, was ich als Blogger 2013 erreicht und nicht erreicht habe und was ihr 2014 auf weltreiseforum.com erwarten dürft.

Das neue Jahr begann mit Zweifeln: Das erste Mal, seit ich vor etwas mehr als einem Jahr mit diesem Blog angefangen habe, sind die Besuchszahlen gesunken. In Zahlen ausgedrückt hatte ich im Dezember etwa zehn Prozent weniger Seitenaufrufe als noch im November. Der Rückgang lässt sich auf mehrere Ursachen zurückführen. Ausgelöst wurde er aber durch ein Update des Algorithmus von Facebook. Er entscheidet, welcher Beiträge für welchen Leser wie relevant ist.

Die Macher des grössten sozialen Netzwerks entschlossen sich über Nacht, dass das Weltreisemagazin für seine Leser plötzlich nicht mehr so relevant ist. Von einem Augenblick auf den nächsten konnte ich mit jedem Statusupdate nur noch etwa zehn bis 20 Prozent der Facebook-Fans erreichen statt wie bisher etwa die Hälfte. Das hat mich natürlich ziemlich gefrustet, weil ich den Rückgang zunächst auf mein Produkt zurückführte. Ich begann am Weltreisemagazin zu zweifeln.

Wieso ich nicht mehr so stark auf Facebook setze

Später stellte sich heraus, dass hinter dem Update hauptsächlich wirtschaftliche Gründe steckten. Während private Posts aufgewertet wurden, erhielten sämtliche Fanpages eine geringere Relevanz. Facebook behauptet, es geht um die Qualität der Beiträge. Doch daran zweifle ich.

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Wahrscheinlicher ist, dass es hier um die Gewinnoptimierung geht. Betreiber von Fan-Pages sind nämlich meistens Firmen und die sind eher bereit, für ihre Reichweite zu zahlen, als Privatpersonen, die Urlaubsfotos hochladen.

Wie das so ist: Zum Frust über den Reichweitenverlust gesellte sich auf einmal eine allgemeine Schreibunlust. Im Dezember habe ich daher nur halb so viele Texte veröffentlicht wie in gewöhnlichen Monaten. Die meisten Texte stammen sogar nicht einmal aus meiner Feder, sondern von Gastautoren. Das ist natürlich nicht ideal.

Über die Festtage konnte ich wieder Motivation tanken. Dem Problem mit Facebook wirke ich nun entgegen, indem ich stärker auf mein Profil bei Google Plus setze, wo ihr mir übrigens gerne folgen könnt. Noch besser aber ist, wenn ihr meinen monatlichen Newsletter abonniert, in dem ich jeweils auf die wichtigsten Beiträge des vergangenen Monats hinweise. Um dies zu tun, scannst du am einfachsten den QR-Code rechts mit deinem Handy oder trägst deine Emailadresse hier ein.

Meine persönlichen Höhepunkte: Rückblick auf 2013

Trotz des getrübten Dezembers erlebte ich das vergangene Jahr jedoch als einen grossen Erfolg, auch bei den Besucherzahlen. Vor einem Jahr erhielt mein Projekt pro Monat gerade einmal 1000 Seitenimpressionen. Heute liegt die Zahl knapp unter 10.000 Pageviews bei etwa 5000 Besuchen. Eine Verzehnfachung ist alles andere als ein Grund zum Klagen.

Gleichzeitig hatte ich auch die Chance, letzten Sommer eines der wenigen Ländern Südostasiens zu besuchen, das ich noch nicht kannte: Indonesien. Dabei ist auch der Artikel entstanden, der mich im vergangenen Jahr am meisten berührte: Ich konnte in Sulawesi einen früheren Terroristen interviewen, der sich inzwischen mit einem Piraten-Radiosender für den Frieden rund um Poso einsetzt. Obwohl der Text leider nicht sehr viele Leser fand, gehört er für mich zu den ganz besonderen Highlights.

Mit einem kritischen Beitrag zu meinen eigenen Erfahrungen als digitaler Nomade positionierte ich mich zum ersten Mal ganz klar in einer aktuellen Diskussion in der Blogosphäre. Mein Artikel erhielt zwar einige wütende Rektionen, aber auch jede Menge Zustimmung. Ich möchte in diesem Jahr erneut solche Beiträge verfassen und mich in Debatten einmischen.

Sehr erstaunt war ich auch, dass meine Special-Interest Artikel zu China sehr gut liefen. In einem Beitrag widmete ich mich der Handy-App Wechat, die in China der grosse Renner ist, die aber in der Schweiz (und wohl auch Deutschland und Österreich) leider kaum jemand nutzt. In einem weiteren Artikel fasste ich mein Wissen über chinesische SIM-Karten zusammen. Da ich aber auf Weltreiseforum.com kein allzu starkes Ungleichgewicht in Richtung China-Themen wollte, habe ich vor einem Monat einen eigenen Chinablog gegründet: www.sinograph.ch

Besonders inspirierend empfinde ich jeweils meine Interviews des Monats. Obwohl ich mich bemühe, möglichst wenig andere Blogger zu interviewen (ich mag diese ständigen Selbstreferenzierungen nicht so sehr), bereitete es mir eine besonders grosse Freude, Timo (aka Bruder Lichtfuss) zu interviewen, der per Anhalter den Atlantik überquerte. Wer den Text noch nicht kennt, sollte ihn unbedingt noch anschauen. Eine längere Segeltour könnte ich mir gut vorstellen – und Hitchhiking wäre eine Option, die ich mir wohl auch leisten könnte.

Bereichernd fand ich auch, dass ich nach meiner Rückkehr in die Schweiz eine Reihe von Schweizer Blogger-Kollegen kennenlernen durfte. Mit Jeremy von Reisewerk und mit Martin von Globesession habe ich mehrmals eine heisse Schoggi und einmal ein Glas Wein getrunken. Vielen Dank euch beiden für die inspirierenden Gespräche. Ebenfalls persönlich getroffen habe ich Sarah von Rapunzel will raus. Alle drei sind inzwischen auf Weltreise. Gerne hätte ich noch Nadine von Hudson Family in der Nähe von Luzern wieder gesehen. Ich habe sie vor ein paar Jahren in China für meinen früheren Arbeitgeber interviewt. Leider mussten wir unser Treffen auf dieses Jahr verschieben.

Wie es 2014 weitergehen soll (und Reisepläne)

Ich bin keiner, der sich grossartige Strategien und Ziele aussteckt. Ich gebe einfach mein Bestes und schaue, was dabei herauskommt. Eines ist aber klar: Das Weltreisemagazin muss weiter wachsen. Bis Ende 2014 will ich jeden Monat mindestens 20.000 Seitenimpressionen aufweisen können. Wenn das klappt, sollte ich in einen Bereich kommen, in dem die Seite genügend abwirft, um bescheiden von ihr Leben zu können.

Mehr Leser erreiche ich nur durch mehr gute und nützliche Inhalte. Das heisst, ich will 2014 wieder mehr reisen. Dabei dürfte es mehr kurze Reisen innerhalb Europas geben und weniger Fernreisen. Immerhin gibt es auch in Europa viele recht exotische Ziele. Ziemlich fest auf der Bucketlist stehen Portugal, Georgien und Island. Falls es doch wieder Fernreisen gibt, würde mich Afrika sehr reizen. Und wahrscheinlich werde ich im Sommer auch noch einen Abstecher nach China machen „müssen“. Es wäre zu absurd, genau in dem Augenblick mit einem Chinablog zu beginnen, in dem ich das Land nach 6 Jahren verlassen habe

Ein Spaziergang durch die Altstadt von Tbilisi (Georgien) klingt nach einem machbaren Vorsatz für 2014. Foto: Nelji /Flick (siehe Hinweise unten)
Ein Spaziergang durch die Altstadt von Tbilisi (Georgien) klingt nach einem machbaren Vorsatz für 2014. Foto: Neiljs /Flick (siehe Hinweise unten)

Ebenfalls plane ich einen Relaunch vom Weltreisemagazin. Allerdings bin ich noch nicht ganz sicher, wie er genau aussehen soll. Feststeht: Der ursprüngliche Gedanke, die Seite mit mehreren Autoren gemeinsam zu betreiben, funktioniert nicht gut. Die Honorare, die ich auszahlen kann, sind zu tief, um Autoren, die vor Schreiben leben wollen, langfristig binden zu können. Reisende, denen es einfach ums Schreiben geht, sind zu unzuverlässig. Das Weltreiseforum wird mit dem Relaunch vermutlich sehr viel persönlicher. Über Vorschläge würde ich mich sehr freuen.

Ich hoffe, dass ich 2014 auf eine Bloggerreise eingeladen werde. Als Zeitungsjournalist war ich schon mehrmals auf Pressereisen. Nun möchte ich das gerne vergleichen können. Um die nötigen Kontakte zu knüpfen, habe ich die ITB, die Berliner Tourismusmesse, fett im Kalender angestrichen. Dabei werde ich hoffentlich auch den einen oder anderen Blogger-Kollegen persönlich treffen. Darauf freue ich mich schon ganz besonders. Apropos Blogger-Kollegen: Ich bin zwar vermutlich der letzte, der einen Rückblick verfasst hat, aber nicht der einzige. Wollt ihr wissen, wie andere Blogger auf 2013 zurückschauen, findet ihr hier weitere Texte: Jo Igele, Killerwal, ReiseworldTV, My Travelworld, Puriy und Miss Porridge um nur einige zu nennen.

// Hinweise zum Bild von Georgien. Es stammt vom Flicknutzer Neiljs und wurde freundlicherweise unter dieser CC-Lizens veröffentlich, so dass ich das Foto hier veröffentlichen darf. Vielen Dank dafür!

Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

Ein Kommentar

  1. Sehr, sehr cool und da kann ich nur sagen: Hoffentlich gehen deine Reisepläne in Erfüllung (China! Island!!) und man trifft man sich auf der ITB! 😀
    Liebe Grüße
    Christina

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