Donnerstag, 27. Juli 2017
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Lech im Sommer: Drei Ausflugsideen bei gutem Wetter

Bergpanorama: Aussicht auf Lech und den Rüfikopf. Fotos: OZ.
Bergpanorama: Aussicht auf Lech und den Rüfikopf. Fotos: OZ.

Planst du im Sommer die Region Lech-Zürs zu besuchen und weisst nicht so recht, was du dort ohne Ski anstellen sollst? Dann ist dieser Artikel für dich. Ich stelle drei Aktivitäten für gutes Sommerwetter vor.

Als mich Österreich Tourismus vor ein paar Wochen zu einem Kurztrip in die Region Vorarlberg einlud, sagte ich sofort zu. Aus familiären Gründen konnte ich in diesem Sommer ohnehin keine Fernreisen unternehmen und war froh, wenigstens eine kleine Abwechslung in der Nähe zu erleben.

Dass der Trip zum „schönsten Platz Österreichs“ führen sollte, erleichterte die Entscheidung zusätzlich. Der Formarin-See in den Bergen zwischen Lech-Zürs und dem Klostertal war im vergangenen Herbst in der ORF-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze“ mit dem vielversprechenden Titel ausgezeichnet worden.

Die Region gehört zu den bekanntesten Wintersportzentren Österreichs. Seit einigen Jahren macht der Klimawandel der Schneesicherheit jedoch einen Strich durch die Rechnung. Die Region versucht sich seither verstärkt als Wanderdestination zu positionieren. Bei den vielen Möglichkeiten gelingt ihr das bestimmt.

Ich habe bei meinem dreitägigen Besuch im Wesentlichen die Aktivitäten unternehmen, die ich in diesem Artikel vorstelle und auch empfehle. Am Ende gibt es noch einige praktische Tipps.

Aktivität 1: Der Geoweg am Rüfikopf

Etwas verwunderlich ist es schon: Hoch in den Bergen über Lech befindet sich eine Gesteinsformation, die einst den Meeresboden bildete. Wer genau hinschaut, kann hier in einer Höhenlage von über 2300 Metern versteinerte Muscheln und angeblich sogar versteinerte Tintenfische entdecken.

Doch auch ohne Millionen Jahre alte Fundstücke lohnt sich der Rundweg durch die bizarre Felsenlandschaft. Ein besonderes Erlebnis ist, sich irgendwo ruhig hinzusetzen. Nach ein paar Minuten tauchen die Murmeltiere gleich zu Dutzend zwischen den Felsenspalten und Erdhöhlen auf.

Der Rundweg führt zuerst durch den „Gesteinsgarten“ und anschliessend am kleinen Monzabon-See vorbei. Ich benötigte für den Rundweg etwa drei Stunden. Allerdings setzte ich mich immer wieder hin, um das grandiose Bergpanorama zu geniessen und die Tiere zu beobachten.

Die alpine Landschaft entlang des Geowegs lädt zum Verweilen ein.
Die alpine Landschaft entlang des Geowegs lädt zum Verweilen ein.
Der kleine Monzabonsee war das Endziel dieser kurzen Wanderung.
Der kleine Monzabon-See war das Ziel meiner kurzen Wanderung.
Wer eine Weile sitzen bleibt, sieht hier oben jede Menge Murmeltiere.
Wer eine Weile sitzen bleibt, kann jede Menge Murmeltiere beobachten.

Anreise: Geübte Wanderer können den Geoweg von Lech aus auf Schusters Rappen erreichen. Einfacher geht es jedoch mit der Rüfikopf-Seilbahn, die dich in etwa fünf Minuten direkt zum Startpunkt bringt. Beachte, dass die letzte Talfahrt relativ früh (17h) stattfindet.

Fazit: Der Rundweg gehört zu den spannenderen thematischen Wanderwegen, die ich bisher begangen habe. Durch seine leichte Erreichbarkeit eignet er sich auch gut für Familien oder Personen, denen die Puste schnell ausgeht. Da der Weg uneben ist, erfordert er trotzdem Trittsicherheit.

Aktivität 2: Geo-Caching am Tannberg

Unter Geo-Caching habe ich mir bisher immer ein analoges Pokemon Go vorgestellt und konnte mir deswegen kaum vorstellen, dass mir sowas Spass bereiten würde. Da es bei dieser Medienreise auf dem Programm stand, habe ich mich entschlossen, dem ganzen dennoch eine Chance zu geben.

Ich war überrascht, wie oft unsere kleine Gruppe lachte. Das Besondere: Wir machten uns mit unseren GPS-Geräten nicht auf die Suche nach versteckten Schätzen, sondern erfüllten an den Orten unterschiedliche Aufgaben, die uns unser Guide auftrug.

Einmal mussten wir zu zweit auf Ski-ähnlichen Holzbrettern stehend möglichst schnell einer imaginären Langlaufloipe folgen. Die Bewegungskoordination mit der zweiten Person ist eine grosse Herausforderung, denn bei einem Fehler stolpert man leicht und stürzt im schlimmsten Fall sogar in den Matsch.

Als nächstes müssen wir ein Bild nachzeichnen. Die Herausforderung dabei: Wir „steuerten“ den Filzstift alle gemeinsam über Schüre. Das Ergebnis sah wie eine Kinderzeichnung aus, aber eigentlich hatte ich ein noch schlimmeres Resultat erwartet. Den Abschluss der rund dreistündigen Tour bildete eine Partie Riesen-Jenga.

Mit dem GPS gings im Tannberger Wald auf die Suche nach Abenteuerpunkten.
Mit dem GPS gings im Tannberger Wald auf die Suche nach Abenteuerpunkten.
Wettkampf im Team-Langlauf mit den Angelones - sie waren wirklich nur ganz kurz in Führung... :)
Wettkampf im Team-Langlauf mit den Angelones – sie waren wirklich nur einmal ganz kurz in Führung… 🙂
Zeichnen geht auch als Team-Sport...
Auch Zeichnen kann ein Team-Sport sein…
...und so sah das Resultat am Ende aus...
…und so sah das Resultat am Ende aus.

Praktische Info: Die meisten Geo Caching Touren lassen sich kostenlos auf eigene Faust realiseren (siehe dazu hier). Die hier beschriebene Tour war auf unsere Gruppe massgeschneidert und lässt sich auf Anfrage speziell bei Vorarlberg Alpin buchen.

Fazit: Die Landschaft am Tannberg ist sehr schön und Geo-Caching ist eine von vielen Möglichkeiten, dem Naturerlebnis eine Struktur zu geben. Unsere Tour hat mir viel Spass bereitet und ich denke, dass sie besonders für Familien und Firmen interessant ist, die das Team stärken wollen.

Aktivität 3: Wanderung zum Formarin-See

Am zweiten Abend fuhren wir mit dem Bus zum Formarin-See hoch, spazierten in rund 40 Minuten zur im Nebel verhüllten Freiburger Hütte hoch und wanderten am folgenden Morgen bei strahlend blauem Himmel über den Stebok-Wäg nach Dalaas im Klostertal.

Ich hätte mich vor der Wanderung etwas besser zu den Lebensgewohnheiten von Steinböcken informieren sollen. Dann wäre mir vermutlich klar gewesen, dass wir auf unserem sommerlichen Hike keinen einzigen dieser Vierbeiner sehen werden. Wer sie sehen will, muss zur Roten Wand aufsteigen.

Trotzdem lernten wir auf der Route einiges über Steinböcke, da in regelmässigen Abständen Informationstafeln angebracht waren, die teilweise sogar interaktiv gestaltet waren.

Teile unserer Wanderung, die uns mehr als 1000 Höhenmeter ins Tal führte, waren sehr schön. Nur das letzte Drittel, das durch besiedelte Gebiete führte, fand ich wenig spannend.

Wäre ich nochmals am Formarin-See würde ich allerdings nicht mehr den Stebok-Wäg gehen, sondern die Wanderwege erkunden, die in höhere alpine Lagen führen.

Der Formarin-See am Tag unserer Ankunft.
Der Formarin-See am Tag unserer Ankunft.
Fenster der Freiburger Hütte am Formarin-See.
Fenster der Freiburger Hütte am Formarin-See.
Blick von der Freiburger Hütte auf der Formarin-See.
Blick von der Freiburger Hütte auf der Formarin-See.
Willkommene Sitzgelegenheit auf dem Stebok-Wäg.
Willkommene Sitzgelegenheit auf dem Stebok-Wäg.
Stebok
Steinböcke sahen wir zwar keine, dafür aber jede Menge Infotafeln am Stebok-Wäg.

Anreise: Der Ortsbus von Lech fährt über eine schmale Strasse bis fast zum Formarin-See hoch. Diesen muss man in etwa 30 Minuten umrunden, um die Freiburger Hütte zu erreichen. In Randstunden ist die Zufahrt bis zur Busstation auch mit dem eigenen Fahrzeug möglich.

Praktische Info: Wir verbrachten eine Nacht in der Freiburger Hütte. Wer lediglich den Stebok-Wäg begehen will, kann sich die Übernachtung sparen und am Morgen mit dem Bus hochfahren und anschliessend runterwandern.

Fazit: Auch wenn die Region rund um den Formarin-See nicht mit optischen Reizen geizt, so fand die Auszeichnung zum schönsten Ort Österreichs doch etwas übertrieben. Persönlich erlebte ich den Geoweg als spannender. Trotzdem: Wer in der Region unterwegs ist, sollte diesen Ausflug nicht verpassen.

Praktische Tipps für Lech

Unterkunft: Während im benachbarten Zürs im Sommer ziemlich tote Hose ist, bietet Lech eine grosse Auswahl an Unterkünften in allen Preisklassen an. Wir waren im Hotel Aurora untergebracht. Das Viersternhotel überraschte mit ungewöhnlich geräumigen Zimmern, einem eleganten Badezimmer und einem hübschen Garten. Erwähnenswert ist auch des leckere Essen.

Events: Bei meinem Besuch fand zufällig gerade das Lechner Jazz Festival statt. Der Anlass ist zwar klein, aber das Programm verrät, dass die Veranstalter die Interpreten mit grosser Liebe zu aussergewöhnlicher Musik auswählen. Freude von Oldtimern werden ihren Besuch wohl mit der Arlberg Classic Car Rally verbinden wollen, die jeweils im Juli stattfindet.

Essen: In der kurzen Zeit fehlte mir die Zeit, um viele unterschiedliche Orte auszuprobieren. Empfehlenswert ist aber auf alle Fälle das leckere und üppige Angebot im Hotel Post. Dort habe ich übrigens den grössten Apfelstrudel meines Lebens (fast) verspeist.

Transport: Wer in Lech übernachtet, erhält von den Hotels automatisch eine Karte, die zur weitgehend kostenlosen Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel berechtigt. Das finde ich eine gute Idee. Mehr Infos zur Lech Card. Positiv auch, dass die meisten Hotels hinreichend Parkplätze anbieten.

Rustikal und erstaunlich geräumig: Das Hotel Aurora in Lech.
Rustikal und erstaunlich geräumig: Das Hotel Aurora in Lech.
Im Hotel Post in Lech hatte ich den grössten Apfelstrudel meines Lebens.
Im Hotel Post in Lech bekam ich den grössten Apfelstrudel meines Lebens serviert.

Hinweis: Diese Reise fand im Rahmen einer Einladung von Österreich Tourismus, Lech Zürs Tourismus und Klostertal Tourismus statt. Der Artikel enthält vereinzelt Affiliate-Links. Beides hat keinen Einfluss auf meine Meinung.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

3 Kommentare

  1. Lieber Oliver, gut ist er geworden – der Beitrag über unseren gemeinsamen Besuch der Region Lech-Zürs! Und danke, dass du erwähnt hast, dass wir beim Geo Caching doch einen Augenblick lang in Führung lagen 🙂
    Deine Angelones!

    • Danke… 🙂 Die Bilder, wo unser Team in Führung lag, sind leider alle etwas unscharf geworden. Sonst hätte ich es der Welt natürlich verheimlicht, dass ihr ganz kurz vorne lagt… 🙂

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