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Kampf den Adaptern: Welche Weltstecker sind am besten

Ein guter Reisestecker ist auch eine hervorragende Anschaffung für die Gäste zu Hause.
Ein guter Reisestecker ist auch eine hervorragende Anschaffung für die Gäste zu Hause.

Die gefühlte Hälfte meines Rucksacks ist mit Kabeln und Adaptern gefüllt. In diesem Beitrag erkläre ich dir, was ich früher beim Packen falsch gemacht habe und wie du dafür sorgst, dass dir unterwegs nie die Energie ausgeht.

Ich bin seit gut 15 Jahren am Reisen. Natürlich nicht ununterbrochen, aber doch regelmässig und immer wieder. Auf jeder Reise wurde der Kabelsalat im Rucksack grösser. Auf meiner ersten Backpackertour hatte ich nicht einmal einen Walkman dabei und die Batterie der analogen Kamera überstand die rund zehn Filmrollen locker, die ich in fünf Wochen in Peru und Bolivien verknipste. Doch irgendwann kamen Digitalkamera, MP3-Spieler, Smartphone und Netbook hinzu. Und sie alle wollen jede Nacht mit Strom versorgt werden.

Da meine Sammlung an Adaptern im Verlaufe der Zeit organisch gewachsen ist, funktioniert sie zwar ganz gut für all meine Bedürfnisse. Aber wer sich ideal auf seine Weltreise vorbereiten will, kann sich geschickter ausrüsten. Hier schreibe ich, was du besser machen kannst und was die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Lösungen sind.

Sternförmiger Weltstecker

Dies ist der erste Adapter, den ich mir je gekauft habe. Da er seit bald 15 Jahren in meinem Rucksack ist, kann ich bestätigen, dass er gute Dienste geleistet hat. Die fünf  Steckervarianten passten bis jetzt noch in jedem Land und das Teil ist insgesamt sehr robust und einigermassen kompakt. Beides wichtige Eigenschaften bei einem Ausrüstungsgegenstand, der auf eine längere Reise mit soll.

adapter-stern

Allerdings hat das Teil auch zwei gravierende Schwachstellen, wie ich bald einmal feststellen musste: Mein alter Laptop hatte einen dreipoligen Stecker, der natürlich nicht passte. Auf Anraten eines befreundeten Elektrotechnikers habe ich die Erdung abgesägt. Das lief fünf Jahre gut. Als ich das gleiche beim nächsten Computer tat, stieg das Trafo nach 30 Minuten mit einem leichten Knall und einem unangenehmen Geruch aus. Ob das an meinen Sägekünsten lag oder ob das ganz neue Trafo fehlerhaft war, kann ich nicht beurteilen. Wer ein solches Risiko nicht eingehen will, kann hier auch ein etwas komplizierteres Modell mit Erdung finden.

Als ich mir eine Digitalkamera kaufte, musste ich feststellen, dass das kleine handliche Ladegerät über kein Kabel verfügte, sondern direkt in die Steckdose gehörte. Da mein Weltadapter auf Grund des Rings, mit dem man die Stromquelle wählt, recht tief ist, konnte ich das Ladegerät nicht mehr einstecken.

In China verlor ich das Ladegerät und musste mir kurzerhand ein neues mit einem chinesischen Anschluss kaufen. Dass dies mein sternförmiger Weltadapter nicht mitmachte, muss ich wohl kaum erwähnen. Er frisst ausschließlich Stecker aus Mitteleuropa, wie wir sie in der Schweiz oder auch in Deutschland kennen.

Weltstecker im Bausatz

Bei anderen Reisenden sah ich oft Weltadapter, die aus mehreren Teilen bestehen, wie in diesem Beispiel. Er ist gewissermaßen ein Bausatz und ermöglicht, die Stecker so zusammenzubauen, dass man praktisch jedes Gerät in jede Steckdose anschließen kann. Ich habe das selber nie ausprobiert. Aber die Traveller, die ich getroffen habe, waren mit dieser Lösung jeweils ganz zufrieden.

Die Weltstecker im Bausatz haben einen entscheidenden Vorteil: Wenn du nicht eine einzige lange Weltreise unternimmst, sondern stattdessen jedes Jahr ein oder zwei Mal in ein anderes Land in Urlaub fährst, kannst du im Internet ganz einfach nachschauen, welche Steckdosen es in deiner Destination gibt und dann nur das eine Teil mitnehmen, das du auch wirklich brauchst. Dadurch kannst du dir ein paar Gramm im Rucksack oder Koffer sparen. Allerdings hast du auch hier das Problem, dass die Steckdose vertieft ist.

Der Grund, wieso ich mich damals gegen diese Variante entschieden habe, ist: Bei so vielen Teilen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man das Stück verliert, das man gerade braucht. Und ein unvollständiger Weltadapter bringt letztlich nicht viel.

USB-Adapter braucht es

Immer mehr Geräte lassen sich heute über den Computer aufladen. Bei mir ist diese Option möglich für den MP3-Spieler und das Handy. Das ist eine sinnvolle Sache. Denn auf diese Weise kann ich mit dem gleichen Kabel die Daten synchronisieren und das Gerät laden.

adapter_USB

Wenn ich im Bus oder Zug das Handy leer chatte, kann ich den Laptop als externe Batterie verwenden. Das ist nicht so ganz ideal, weil das nur funktioniert, wenn der Laptop ebenfalls eingeschaltet ist. Besser wäre eine dieser speziellen Batterien, mit denen man das Handy unterwegs aufladen kann. Aber die höhere Nutzbarkeit ist mir das zusätzliche Gewicht nicht wert.

Was ich jedoch dabei habe: Einen USB-Adapter. Mit ihm kann ich alle meine Geräte mit USB-Anschluss am normalen Stromnetz aufladen. Einen Nachteil hat diese Lösung jedoch: sowohl über den Computer wie auch den USB-Adapter erhält das angeschlossene Gerät nur 5V. Dadurch dauert das Laden unter Umständen länger als mit dem mitgelieferten Adapter.

Adapter mit ausfahrbaren Steckern

Vor kurzem habe ich eine neue Form von Adaptern kennengelernt, die ich zwar selber noch nie ausprobiert habe. Aber ich bin ziemlich zuversichtlich, dass ich mir einen solchen demnächst kaufen werde. Es handelt sich um Adapter mit ausfahrbaren Steckern.

Auf den ersten Blick sieht das Teil etwas klobig aus. Aber es ist auch nicht grösser als der Adapter, den ich selber mitgebracht habe. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich meine Schweizer wie auch meine chinesischen Geräte anschließen kann. Ein kleines, aber sehr nützliches Plus ist, dass einige Adapter dieser Bauart bereits einen USB-Anschluss eingebaut haben. Dadurch sparst du einen Teil ein.

Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Adapter auf Grund der beweglichen Teile etwas anfällig ist. Hier habe ich selber keine Erfahrungen sammeln können. Falls also jemand von Euch so einen Adapter länger getestet hat, wäre ich über einen Kommentar dankbar. Ich würde das dann später in den Text einbauen.

Mehrfachstecker

Erst seit kurzem ist mir klar geworden, wie nützlich es ist, außerdem einen Mehrfachstecker mitzunehmen. Gerade hier in Indonesien haben viele Hotelzimmer nur eine einzige Steckdose. Wenn du deinen Raum mit jemandem teilst, sind Unstimmigkeiten schon vorprogrammiert.

adapter_mehrfach

Was im Doppelzimmer gilt, trifft in noch höherem Ausmaß auch für Massenschlafsäle zu. Wer also zusätzlich den einen oder anderen Steckplatz schafft, macht sich leicht Freunde.

Einstecken ist nicht alles: Achte auf die Netzspannung

Bevor ich hier zum Schluss komme, möchte ich noch auf etwas anderes hinweisen. Ich bin vorwiegend in Asien unterwegs und dort ist die Netzspannung in allen Ländern, die ich je besucht habe, gleich hoch wie in Europa. Das heisst, ich muss nur den physikalischen Unterschied bei den verschiedenen Steckertypen überwinden.

Liegen die zu überbrückenden Unterschiede jedoch auch in unterschiedlichen Netzspannungen begründet (z. B. Deutschland 230 V gegenüber USA 110 V), sollte der Reisestecker auch einen Transformator enthalten. Ebenfalls möglich ist, einen externen Spannungswandler als externes Bauteil vorzuschalten.

Zumindest in der Theorie ist das so. Bevor du dir jedoch einen teurer und vor allem auch schweren Spannungsumwandler zulegst, solltest du dir die Geräte anschauen, welche du mitnehmen willst. Immer mehr elektrische Geräte verfügen nämlich über Universalnetzteile mit Weitbereichseingang.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit kannst du deinen Laptop, dein Handy, deine Kamera und auch alle andere Geräte, die man gewöhnlich auf Reisen mitnimmt, bei unterschiedlichen Spannungen betreiben. Schau im Zweifel auf deinen Trafo, dort steht diese Info unter „Input“. Beim Fön musst du allenfalls aufpassen und ebenso bei Geräten, die nicht zum Reisen gedacht sind wie Toaster oder Kühlschrank.

Fazit

Bei der Wahl des Adapters solltest du auf folgende Punkt achten: Der Anschluss sollte nicht vertieft sein. Da du unterwegs möglicherweise Geräte in anderen Ländern kaufst oder mit Bekanntschaften aus anderen Ländern reist, macht es Sinn, wenn der Adapter unterschiedliche Stecker aufnehmen kann. USB-Anschlüsse werden immer wichtiger. Du solltest also bereits beim Kauf deines Adapters darauf achten, dass mindestens eine USB-Dose dabei ist.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

2 Kommentare

  1. Hallo Oliver,
    leider muß ich Dich darauf hinweisen, daß der Stecker mit den ausfahrbaren Steckern, den Du hier aufführst ein reiner USB-Input ist. Du kannst da keine normalen Stromstecker anstecken, dafür gibt es andere Modelle mit optionalem USB-Aufsatz.
    Cheers
    Grit

    (Wenn Du etwas findest, was beides gleichzeitig kombiniert (man also USB und Stecker zur selben Zeit anstecken kann, ohne umzustecken), immer her damit 😉

    • Hallo Grit,
      vielen Dank für deinen Hinweis. Da habe ich mich tatsächlich durch die geschickte Fotografie irreführen lassen. Nun sollte aber ein Artikel verlinkt sein, bei dem du sowohl USB-Geräte wie auch Geräte mit herkömlichern Steckern anschliessen kannst. Check it out!
      Gruss,
      Oliver

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