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Istrien: Vier Orte, die als Basis für deine Reise taugen

Kroatien
Die Kirche des Heiligen Antonius in Pula durch die Torbögen des römischen Theaters. Fotos: O. Zwahlen

Willst du ein paar Tage in Istrien verbringen und bist auf der Suche nach einer passenden Basis? Dann solltest du hier weiterlesen. In diesem Artikel nenne ich dir vier mögliche Orte und zähle ihre Vor- und Nachteile auf.

Vor einigen Wochen habe ich geschrieben, dass Istrien für Backpacker und Liebhaber von Rundreisen eher weniger geeignet ist. Als ich im August ein paar Tage in Kroatien unterwegs war, empfand ich vor allem die spontane Suche nach einem Hotel als schwer: fast alles war voll und viele Unterkünfte waren für eine einzige Nacht gar nicht buchbar. Die ausführliche Begründung findest du hier.

Das soll aber nicht heissen, dass ich von einer Kroatienreise abrate. Im Gegenteil: Das Meer leuchtet tatsächlich fast so blau wie in den Ferienprospekten, die Dörfer und Städtchen sind wunderschön und auch an der einnehmenden Art der Menschen lässt sich nichts kritisieren. Auf Grund meiner Schwierigkeiten empfehle ich, eine schöne Basis zu wählen und die Halbinsel in Tagesausflügen mit dem Bus oder besser noch einem Mietwagen zu erkunden. (Hier noch meine Tipps zur Suche nach günstigen Mietautos.)

Das Ziel dieses Artikels ist, dir bei der Wahl einer solchen Basis zu helfen. Deswegen stelle ich dir vier Orte vor, die ich auf meiner Istrien-Reise besucht habe. Übernachtet habe ich selber nur in Pula und Porec, die anderen Orte habe ich im Rahmen von Tagesausflügen besucht. Weitere Tipps zu Istrien von mir gibt’s übrigens auch hier bei einer Umfrage des Reiseveranstalters Thomas Cook unter drei Reisebloggern.

Pula: Für den Liebhaber von Grossstädten

Wieso: Wenn du auf internationale Metropolen stehst, wirst du in Istrien zwar nicht glücklich. Aber Pula kommt diesem Ideal am nächsten. Es gibt sogar eine Kreuzung mit zwei Hochhäusern und gelegentlich Stau im Zentrum. Der Rest der Stadt ist allerdings eher entspannt. Im historischen Stadtkern kannst du dich genüsslich verlaufen und rund um die Stadt findest du wunderbare Badebuchten. Pula hat die grösste Auswahl an Unterkünften.

Nachteil: Pula liegt am südlichsten Ende der istrischen Halbinsel. Wo auch immer du hinfahren willst, wirst du mehr Zeit in Bussen oder im Auto verlieren.

Was sehen: Das Wahrzeichen der Stadt ist ein römisches Amphitheater, das du dir zumindest von aussen anschauen solltest. Nur wenige Kilometer von Pula entfernt befinden sich die Briuni-Inseln, die sich der jugoslawische Herrscher Tito einst als Domizil ausgesucht hat und die voller interessanter Sehenswürdigkeiten aus verschiedenen Epochen ist, einschliesslich römischer Ruinen und Titos Privatzoo.

Das Wahrzeichen von Pula: Römisches Theater.
Das Wahrzeichen von Pula: Römisches Theater.
Glasklares Meer: Am Stadtrand von Pula gibt es zahlreiche Badebuchten.
Glasklares Meer: Am Stadtrand von Pula gibt es zahlreiche Badebuchten.
Privater Zoo des ehemaligen jugoslawischen Herrschers Tito auf der Insel Brijuni.
Privater Zoo des ehemaligen jugoslawischen Herrschers Tito auf der Insel Brijuni.

Rovinj: Für Freunde des Eleganten

Wieso: Rovinj befindet sich auf einer ehemaligen Insel, die ins leuchtend blaue Meer ragt. Das Städtchen hat auf mich einen etwas edleren Eindruck gemacht als andere Ortschaften mit seinen hübschen Restaurants, von denen mindestens eines von einem bekannten kroatischen Fernsehhoch betrieben wird.

Nachteil: So schön das kleine Städtchen auch ist, nach einer bis zwei Stunden hast du jede einzelne Gasse mehrmals besucht. Unterkünfte im historischen Kern sind relativ teuer.

Was sehen: Rovinj verfügt ausser dem etwas überbewertetem Balbi-Tor über keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten, aber die wunderschöne Altstadt ist für sich alleine ist ein Besuch wert. Spaziere unbedingt durch die historische Einkaufsstraße Ulica Via Grisa mit ihren kleinen Läden. In der Nähe von Rovinj gibt es einige Badebuchten, aber die schönsten Gewässer findest du, wenn du einen Bootsausflug zu den vorgelagerten Inseln unternimmst.

Blick vom Hafen auf den historischen Kern von Rovinj.
Blick vom Hafen auf den historischen Kern von Rovinj.
Häusereingang in der Altstadt von Rovinj.
Häusereingang in der Altstadt von Rovinj.

Porec: Für Jüngere und Partyvolk

Wieso: Vom Grundriss unterscheidet sich Porec nicht sehr stark von Rovinj: Beides sind heute kleine Halbinseln mit historischen Gebäude und bedecken eine ähnlich grosse Fläche. Anders als Rovinj wird Porec jedoch eher von jüngeren Reisenden als Basis gewählt. Bei mir im Dorm hatte ich mehrere Studenten auf einer Interrail-Tour. Die Bars in Porec sind ein Spürchen lauter und etwas länger offen. Gerade ausserhalb der Altstadt gibt es einen bescheidenen Amüsement-Park.

Nachteil: Porec befindet sich (ähnlich wie Pula) am Ende der Halbinsel Istrien, was längere Fahrten bei den Ausflügen mit sich bringt. Verstärkt wird dies dadurch, dass der Ort über relativ wenige Busverbindungen verfügt.

Was sehen: Porec besticht mit seiner UNESCO-geschützten Euphrasius-Basilika aus dem 6. Jahrhundert und den tollen Mosaiken an Boden und Wänden. Am Hafen werden Bootstouren in nahe gelegende Badebuchten angeboten. An einem regnerischen Tag (oder nach einem Sonnenbrand) lohnt sich auch, die Baredine-Tropfsteinhöhlen zu besuchen.

Blick auf die Porec-Halbinsel.
Blick auf die Porec-Halbinsel.
Flugsimulator im Hafen von Porec.
Flugsimulator im Hafen von Porec.
Sonnenuntergang im Hafen von Porec.
Sonnenuntergang im Hafen von Porec.

Labin: Für Einsiedler und Meerhasser

Wieso: Istrien wird hauptsächlich wegen der Strände besucht. Deshalb findest du im Sommer auf der Halbinsel kaum ein ruhiges Plätzchen, so lange du dich nicht von der Küste entfernst. Ein besonders schöner Ort, um den Menschenmassen zu entgehen, ist die hübsche Kleinstadt Labin, die malerisch auf dem Gipfel eines Hügels liegt, von dem du in etwa einem Kilometer Distanz auch das Meer siehst.

Nachteil: Im alten Zentrum von Labin gibt es gerade einmal eine handvoll Unterkünfte in verschiedenen Preisklassen. Solltest du tatsächlich hier übernachten wollen, wirst du kaum um eine Reservation herumkommen (hier ein paar Tipps zur Recherche von Hotels). Zudem gibt es nur wenige Restaurants, die sich vor allem an Tagestouristen orientieren.

Was sehen: Der historische Teil von Labin (auf Karten auch als „Stari Grad“ / Altstadt bezeichet) besteht aus zwei bis drei Strassen, die du in einer halben Stunde abgeschritten hast. Sehr sehenswert ist das Stadtmuseum, das sich auf einer alten Mine befindet. Hier kannst du in die alten Schächte und dir eine Vorstellung verschaffen, wie beschwerlich das Leben der Arbeiter vor gar nicht so langer Zeit gewesen sein muss. Die Stadt bietet auch zahlreiche Kunstgalerien. Die hügelige Landschaft lädt zu kürzeren und längeren Wanderungen ein. Falls dir doch nach Baden ist: Der Badeort Rabac liegt nur etwa einen Kilometer entfernt.

Eine der zwei oder drei Strassen von Labin.
Eine der zwei oder drei Strassen von Labin.
Beeindruckende Häuserfassaden am Rand von Labin.
Beeindruckende Häuserfassaden am Rand von Labin.
Labin eignet sich zum Wandern. Hier der Weg nach Rabac (Strandort).
Labin eignet sich zum Wandern. Hier der Weg nach Rabac (Strandort).

Fazit

Die vier hier beschriebenen Orte sind alle sehr schön und sie haben jeweils einen erstaunlich unterschiedlichen Charakter. Trotzdem fällt es mir schwer, einen davon herauszupicken und besonders zu empfehlen. Womöglich würde ich bei der nächsten Reisen auch einen verkehrsgünstigen Ort im Inland wählen, wo die Unterkünfte deutlich günstiger sind. Welcher Ort hat dich am meisten angesprochen?

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

Ein Kommentar

  1. Wir haben es ähnlich gemacht: eine Woche in Porec eingenistet und dann Tagesausflüge (mit dem Auto). Ich fand Opatija noch ganz schick. Wir waren auch in Pazin in der Landesmitte, und das Museum für istrische Kultur dort ist schon sehenswert. Aber als Basis würde ich es nicht empfehlen, da doch sehr provinziell und nicht schön im engeren Sinne.

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