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Indien: 10 bewährte Praxistipps für deine erste Reise

Oft etwas anstrengend: Der Reisealltag in Indien. Foto: O. Zwahlen
Oft etwas anstrengend: Der Reisealltag in Indien. Foto: O. Zwahlen

Indien ist anstrengend und voller Herausforderungen. Damit alles gleich von Anfang an klappt, haben wir dir diesen Artikel mit zehn praktischen Reisetipps für Indien zusammengestellt. Nach der Lektüre bist du bestens auf deine erste Reise auf den indischen Subkontinent vorbereitet.

Gastbeitrag von Andre Schubert, Indiana Backpacker

Du hast Indien ganz oben auf deiner Reiseliste stehen? Aber das Land verursacht bei Dir ein mulmiges Gefühl in der Magengegend? Das ging mir auch so, bevor ich im Dezember 2014 zum ersten Mal in die Heimat von Gandhi, Taj Mahal und Slumdog Millionär kam.

Du wirst selten ein Land finden, bei dem die Meinungen so weit auseinandergehen wie bei Indien. Mir hat ein Backpacker erzählt, dass er hier sein erstes spirituelles Erlebnis hatte. Ein anderer Backpacker sagte mir, dass er so geschockt war, dass er das Land nach wenigen Tagen wieder verließ.

Was stimmt denn jetzt? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Indien beschenkt Dich mit seiner Einzigartigkeit. Der Taj Mahal, Varanasi, Auroville und der Bodhi-Baum, unter dem Buddha erleuchtet wurde? Das und viel mehr gibt es NUR hier. Aber das Land beschenkt Dich nicht einfach so. Dafür musst Du etwas tun.

Unseriöse Reisebürös, in denen man Dir überteuerte Touren aufzwingen will, aggressive Verkäufer, unendlich viel Dreck in den Straßen, unfassbarer Lärm und Eisenbahnzüge, die mehr als neun Stunden zu spät kommen: Es sind Dinge, die Dich in den Wahnsinn treiben können.

Es ist wie bei einer Kokosnuss: Das leckere Innere ist nicht ohne die rauhe Schale zu haben. Mir ist es wichtig, Dir meine Erfahrungen mitzugeben, die ich auf meiner Reise gemacht habe. Es sind bewährte Praxistipps, die Dir helfen Indien als das was zu genießen, was es ist: eines der faszinierendsten Länder der Welt. Ebenfalls zur Vorbereitung empfehle ich diesen Text, der dich hauptsächlich emotional auf Indien vorbereitet.

Tipp 1: Reise vom Norden in den Süden

Südindien ist angenehmer zu bereisen als Nordindien. Deshalb ist es eine gute Idee, Dir zuerst den harten Norden zu erkämpfen und dir dann den entspannten Süden vorzunehmen. Wo liegt der Unterschied?

Indien ist eine Ansammlung von verschiedenen Mentalitäten, Kulturen und Sprachen. DAS Indien gibt es nicht. Was die Mentalität betrifft, trennen den nördlichen vom südlichen Teil Welten. Grundsätzlich sind die Inder freundliche und offene Menschen. Es kann schnell passieren, dass man Dich zu sich nach Hause einlädt. Es ist ein Zeichen von großer Gastfreundschaft. Das gilt für Nord- und Südindien.

Freundliche Menschen gibt es überall. Aber Indiens Norden ist oft etwas anstrengender. Foto: O. Zwahlen
Freundliche Menschen gibt es überall. Aber Indiens Norden ist oft etwas anstrengender. Foto: O. Zwahlen

Allerdings hast Du als Backpacker viel mit Indern zu tun, die im Tourismus unterwegs sind: Hotelmanager, Rikschafahrer, Straßenverkäufer, Kellner im Restaurant, Bettler, selbsternannte Tourguides und Reiseveranstalter. Und alle wollen Geld von Dir. Das ist grundsätzlich kein Problem. Die Frage ist nur, wie sie es tun.

Im Norden geht es deutlich rauher zu. Dort sind grimmige Gesichter und reduzierte Höflichkeit an der Tagesordnung. Ich hatte den Eindruck, dass es den Tourismus-Indern nur darum geht, Dir so viel Geld wie möglich aus der Tasche zu ziehen. Außerdem wirst Du oft auf der Straße angesprochen. In touristischen Gegenden endet es in der Regel damit, dass Du ein paar Rupien für irgendeine Fantasiedienstleistung zahlen sollst. Auf Dauer kann das richtig nerven. Zwei Dinge solltest Du Dir klarmachen: 1. Du hast die Wahl, nicht auf Ansprachen zu reagieren. 2. Die Tourismus-Inder sind nicht repräsentativ für die restliche Bevölkerung.

Auch was die Sauberkeit betrifft, ist der Norden heftig. Busse, Straßen und Häuser sind zum Teil dreckig und heruntergekommen. Es ist ein Anblick, an den ich mich nur sehr schwer gewöhnen kann. Im Süden dagegen ist es anders. Vom Hotelmanager bis zum Rikschafahrer: Die Menschen sind freundlicher und herzlicher. Außerdem wird viel seltener versucht, Dir etwas aufzuschwatzen. Auch die Infrastruktur ist deutlich besser. Die Bahnhöfe sind sauberer und in einem vernünftigen Zustand, um nur ein Beispiel zu nennen. Insgesamt ist der Süden besser organisiert und nicht so chaotisch wie der Norden. Mich hat Südindien oft an Südostasien erinnert. Das ist als Kompliment gemeint.

Tipp 2: So buchst du bequem Dein Zugticket

Indien ist bekannt für seine Eisenbahn. Jährlich werden fünf Milliarden Passagiere befördert. Für Dich als Backpacker ist der Zug oft die beste Möglichkeit, von einem Ort zum anderen zu kommen. Jetzt brauchst Du nur noch ein Ticket. Was sich harmlos anhört, entpuppt sich oft als echte Herausforderung.

Zugtickets kannst Du im Hotel, im Reisebüro, am Bahnhof oder online kaufen. Im Hotel und in den Reisebüros wird ein Aufschlag verlangt, der meistens von der Stimmung des Personals abhängt. Wenn Du Dein Ticket am Bahnhof orderst, entfällt dieser Serviceaufschlag. Allerdings können die indischen Bahnhöfe echt anstrengend sein.

Ich habe in Agra versucht ein Ticket zu kaufen und es entnervt aufgegeben. Ständig drängelt sich jemand vor und der Schalterbeamte versteht Dich nicht. Das ist aber nicht überall so. In Varanasi gibt es ein Reservierungsbüro für Ausländer. Das ist ideal. Auch in Südindien ist die Situation entspannter. Schau Dir einfach vor Ort den Bahnhof an und überzeuge Dich davon, wie gut der Service am Schalter ist.

Indische Eisenbahn: Nicht immer ist das Ticket so leicht zu kaufen wie hier auf der Schmalspurbahn nach Darjeeling. Foto: O. Zwahlen
Indische Eisenbahn: Nicht immer ist das Ticket so leicht zu kaufen wie hier auf der Schmalspurbahn nach Darjeeling. Foto: O. Zwahlen

Du willst Dein Ticket lieber online kaufen? Sehr gut, denn genau das kann ich Dir wärmstens empfehlen. Leider ist die offizielle Website der indischen Eisenbahngesellschaft ziemlich retro. Zum Glück gibt es den privaten Anbieter cleartrip.com. Die Website ist einfach zu bedienen und Du kannst mit einer ausländischen Kreditkarte zahlen. Bei jeder Buchung wird ein Serviceaufschlag verlangt, der aber fair und transparent ist. Einfach anmelden und fertig. Einziger Haken: Bei der Aktivierung brauchst Du eine indische Handynummer. Alternativ zum Handy wird Dir bei der Aktivierung angeboten, eine Kopie Deines Passes per E-Mail zu schicken. Damit kannst Du bereits von Europa aus Deinen Account aktivieren.

Wenn Dein Account angemeldet und aktiviert ist, geht es ans Buchen. Je nach Zug solltest Du ein paar Tage im Voraus planen. Ob Plätze frei sind, wird Dir im System angezeigt. In Nordindien habe ich im Zeitraum Dezember und Januar die Erfahrung gemacht, dass die Züge drei bis vier Tage vorab ausgebucht waren. Außerdem kam es in den genannten Monaten in Nordindien zu extremen Verspätungen von bis zu neun Stunden. Auf die langen Wartezeiten solltest Du mental vorbereitet sein. Es gehört zu den vielen Dingen, über die viele Reisende ungern sprechen. Hier findest du übrigens die anderen Dinge, die man dir gerne übers Reisen verschweigt.

Welche Klasse darf es sein? Bis zu sieben stehen zur Auswahl. Nur zwei Klassen sind für Dich als Backpacker interessant: AC 3 Tier (3A) und Sleeper (SL). Die AC-Klasse ist klimatisiert, sauberer, sicherer und etwas teurer. Hier triffst Du die indische Mittelschicht, was angenehm ist. Pro Abteil sind acht Liegeflächen vorhanden. Nimm am besten eine der zwei seitlichen Liegen. Die Sleeper-Klasse ist fast identisch, nur ohne Klimatisierung. Allerdings geht es hier etwas lauter zu, da viele Händler und auch Bettler ihrem Tagesgeschäft nachgehen. Für die Sicherheit in der Sleeper-Klasse nach Einbruch der Dunkelheit würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

Beim Buchen solltest Du darauf achten, dass Du “Available“, “RAC“ oder “Tatkal“ wählst. Wenn Du auf Nervenkitzel stehst, buche “Waitinglist“. Das bedeutet, dass Du vielleicht ein Ticket bekommst, vielleicht aber auch nicht.

Die Nummer des Waggons und des Sitzplatzes werden wenige Stunden vor Abfahrt online veröffentlicht. Check den Status mit Deiner PNR-Nummer Deines Tickets auf der Seite der indischen Eisenbahngesellschaft. Dein E-Ticket druckst Du Dir aus oder zeigst es dem Schaffner auf Deinem Smartphone. Über Cleartrip.com kannst Du auch Flüge und Busse buchen. Ich habe es ausschließlich für Zugtickets benutzt.

Tipp 3: So kaufst du dir eine indische SIM-Karte

Die Inder sind richtige Smartphone-Junkies, so wie wir alle. Der Grund ist simpel: Es macht das Leben einfacher. Das gilt auch für Dich als Backpacker. In Indien verbringst Du viel Zeit mit Warten. Dann ist das mobile Surfen im Internet ideal.

Daneben bieten viele Hotels, Gästehäuser und Restaurants kostenloses Internet an. Die Geschwindigkeit ist aber stellenweise sehr langsam. Und sind wir ehrlich: Aus einem indischen Zug ein Foto auf Facebook, Twitter, Instagram & Co zu posten macht richtig Spaß.

Wie kommst Du an Deine SIM-Karte? Vom Holzverschlag bis zur Hochglanz-Filiale in einem schicken Einkaufscenter: In Indien gibt es an jeder Ecke einen Handyshop. Es stehen mehrere Provider zur Verfügung. Vodafone India, Idea Cellular und Aircel sind drei davon. Die Adressen der Filialen stehen meistens auf der offiziellen Website.

Ich habe meine SIM-Karte in einem kleinen Laden in Rishikesh gekauft. Als Provider habe ich Idea gewählt. Der Grund: Die Netzabdeckung ist groß und im ganzen Land gibt es Filialen.

Für Notfälle: Wenns mit dem Handy nicht klappt, bleibt oft nur der Münzfernsprecher. Foto: Carol Mitchell / Flickr
Für Notfälle: Wenns mit dem Handy nicht klappt, bleibt oft nur der Münzfernsprecher. Foto: Carol Mitchell / Flickr

Was kostet eine SIM-Karte für mobiles Internet? Das ist eine sehr gute Frage. Die Preise variieren je nach Laune des Verkäufers. In Delhi wurde mir eine SIM-Karte für 500 Rupien angeboten. Das ist deutliche Abzocke. In Rishikesh habe ich die Prepaid SIM-Karte für 50 Rupien bekommen. Das ist immer noch etwas zu hoch, aber akzeptabel. Für 200 MB Datenvolumen habe ich zusätzlich 150 Rupien bezahlt. Die offizielle Preisliste ist auf der Website von Idea nachzulesen. Daran kannst Du Dich orientieren.

Welche Unterlagen brauchst Du für die Beantragung? Kurz und knapp:  Kopie Deines Reisepasses, Kopie Deines Visums, Passfoto, Deine Heimadresse, Adresse in Indien (nimm die Adresse Deines Hotels), der Name Deines Vaters.

Bei der Beantragung musst Du ein Formular mit den Adressdaten ausfüllen. Dann wird die SIM-Karte aktiviert. Das kann ein paar Stunden oder deutlich länger dauern. Bei mir waren es zwei Tage. Wenn das erledigt ist, musst Du noch eine Servicehotline anrufen, um Deine Daten zu bestätigen. Dann ist es geschafft.

Bei mir hat die SIM-Karte drei Wochen gut funktioniert. Dann hatte ich plötzlich kein Netz mehr. Dabei blieb es auch. Andere Reisende berichten von ähnlichen Schwierigkeiten. Ob das ein grundsätzliches Problem ist, kann ich nicht sagen. Du solltest es auf jeden Fall selbst ausprobieren. Bei den geringen Kosten hast Du kein großes Risiko.

Viele gute Tipps zum Thema SIM-Karte in Indien hat Gerhard von andersreisen.net in seinem Blogpost zusammengefasst. Er nennt die Adresse einer guten Vodafone-Filiale in Delhi. Außerdem benutzt er einen mobilen W-Lan Router. Das ist eine sehr gute Idee.

Tipp 4: So vermeidest du Probleme mit dem Wasser

Das Thema Trinkwasser in Indien wird in Foren und Blogs mit fast religiösem Eifer diskutiert. Ich kann aus meiner Erfahrung sagen: Wenn Du ein paar simple Regeln beachtest, musst Du Dir bei diesem Thema keine Sorgen machen.

Vermeide nach Möglichkeit Leitungswasser zu trinken. Auch für das Zähneputzen ist Mineralwasser die bessere Wahl. In Restaurants solltest Du im Zweifel darum bitten, dass das Essen mit Mineral- statt Leitungswasser zubereitet wird. Das gilt auch für Fruchtshakes, Milchshakes und andere Getränke. Eiswürfel sind oft aus Leitungswasser gemacht und sollten gemieden werden.

Das Problem Wasser: Am besten trinkst du Wasser ausschliesslich aus versiegelten Flaschen. Foto: O. Zwahlen
Das Problem Wasser: Am besten trinkst du Wasser ausschliesslich aus versiegelten Flaschen. Foto: O. Zwahlen

Wie sieht es mit Tee aus? Wenn das Wasser abgekocht ist, besteht kein Problem. Ich habe in Indien sehr viele Chai getrunken und habe keine Magenprobleme bekommen.

Du kaufst gerne frisches Obst? Dann wasch es zur Sicherheit mit Mineralwasser. Du kannst es bedenkenlos in kleinen Läden kaufen. Achte beim Kauf darauf, dass der Deckel verschlossen ist, insbesondere fliegende Händler, die Busse bedienen, verkaufen teilweise mit Leitungswasser abgefüllte Flaschen. In größeren Supermärkten ist es in jedem Fall sicher.

Ich habe diese Regeln beachtet und hatte bis jetzt keine Probleme. Wollen wir hoffen, dass es so bleibt. Es gibt Backpacker, die Wasserfilter und Chlortabletten mitnehmen, was sich insbesondere bei längeren Outdoor-Aktivitäten lohnt. Aber ich bin ehrlich: Für mich war das immer zu umständlich. Trotzdem will ich Dir diese Möglichkeit nicht vorenthalten. Falls es für Dich interessant ist, kannst Du hier und hier einen Blick auf entsprechende Angebote werfen.

Tipp 5: So schonst du deine Reisekasse

Indien ist eines der günstigsten Länder der Welt. Aber nur, wenn Du Dich nicht über den Tisch ziehen lässt. Mir wollte ein Verkäufer in einem Reisebüro in Delhi eine dreiwöchige Tour durch Nordindien für 2300 Euro verkaufen. Du siehst, hier geht es um ordentliche Summen. Und die Verkäufer sind mit allen Wassern gewaschen. Ein gesundes Misstrauen gegenüber Leuten, die Dir etwas verkaufen wollen, ist mehr als angebracht.

Geh davon aus, dass jeder genannte Preis deutlich zu hoch ist. Indien ist ein Land, wo gehandelt wird. Und genau das solltest Du auch tun. Wenn Du jeden verlangten Preis ohne zu Murren bezahlst, wirst Du Dein Geld schneller los als Dir lieb ist.

Indische Verkaufsstände: Hier ist stets Handeln angesagt. Foto: O. Zwahlen
Indische Verkaufsstände: Hier ist stets Handeln angesagt. Foto: O. Zwahlen

Die große Frage ist: Was kostet was? Am besten informierst Du Dich in Deinem Reiseführer. Mir hat der aktuelle Stefan Loose sehr geholfen. Ein weiterer Tipp: Frage vor Ort Leute nach den üblichen Preisen, solange diese Leute nicht in diesem Business unterwegs sind, also beispielsweise im Restaurant nach den Preisen für eine Rikscha, in einem Hotel ohne Reisebüro nach den öffentlichen Bussen. Eines sollte Dir aber klar sein: Du bezahlst fast immer mehr. Es sollte nur eben nicht zuviel sein.

Noch ein Tipp zum Geld abheben: Für mich ist eine VISA-Karte der DKB die erste Wahl. In Indien findest Du überall ATM´s. Damit gehst Du sicher, dass Du immer den aktuellen Kurs bekommst und keine großen Gebühren anfallen. Hier findest du mehr Informationen zur Karte.

Tipp 6: So schützt du dich vor Krankheiten

Ich selbst habe mich nicht impfen lassen, weil ich es nicht als wichtig empfunden habe. Seitdem ich in Indien bin, hat sich meine Meinung geändert. Das Land hat ein echtes Hygieneproblem. Hätte ich wieder die Entscheidung zu treffen, ich würde mich impfen lassen. Frag am besten den Arzt Deines Vertrauens nach den erforderlichen Impfungen und Deine Krankenkasse nach Kostenübernahme.

Hygiene-Problem Essen; Indische Restaurants sind häufig sehr einfach. Nicht immer können sie die Hygiene-Standards einhalten. Foto: O. Zwahlen
Hygieneproblem Essen; Indische Restaurants sind häufig sehr einfach. Nicht immer können sie die Hygienestandards einhalten. Foto: O. Zwahlen

Ein Problem in Indien sind Moskitos. Sie können Krankheiten übertragen und ziemlich lästig in der Nacht werden. Ich habe mir in einem Supermarkt einen elektrischen Mückenschutz gekauft.Das Teil wird in die Steckdose gesteckt und funktioniert wie ein Duftspender. Was soll ich sagen? Es ist sehr effektiv! Ein Mückennetz für die Nacht tut es auch.

Hier ist noch ein Tipp von Oliver: Wenn Du abends gerne etwas draussen bleiben und geschützt sein willst, ist Mückenspray (Repellent) eine gute Idee. Eine bekannte Marke in Indien ist Odomos. Informiere Dich vorher über Risiken und Nebenwirkungen.

Tipp 7: So klappt es mit der Wäsche

Aus Südostasien weiß ich, dass Wäsche waschen kein Problem ist. Du gibst Deinen Wäschebeutel ab und hast nach ein paar Stunden alles sauber und trocken zurück. Und das zum fairen Kilopreis.

In Indien ist es anders. Hier wird oft nach Stück abgerechnet. Das wäre zu verschmerzen. Aber der eigentliche Haken kommt noch: Ob Du Deine Wäsche sauber, trocken und vollzählig zurückbekommst, steht in den Sternen.

Laundry-Service: Die mit Ganges-Wasser gewaschenen Kleider werden an den Ghats vom Varanasi zum Trocknen ausgebreitet. Foto: O, Zwahlen
Laundry-Service: Die mit Ganges-Wasser gewaschenen Kleider werden an den Ghats vom Varanasi zum Trocknen ausgebreitet. Foto: O, Zwahlen

Ich habe meine Sachen in einem Gästehaus in Khajuraho zur Wäsche gegeben. Es sei eine Sache von 24 Stunden, meine Sachen zu waschen, wurde mir versichert. Ich habe meine Wäsche drei Tage später und vier Stunden vor Abfahrt meines Zuges bekommen. Im nassen Zustand und nicht viel sauberer.

Seitdem wasche ich selbst. Das Waschmittel und die Wäscheschnur gibt es zu kaufen. Ein großer Plastikeimer steht in fast jedem Zimmer. Wenn Du großes Glück hast, kommt heißes Wasser aus dem Wasserhahn. Wenn nicht, fragst Du den Hotelmanager nach einem Eimer mit heißem Wasser. Glaub mir: So sehr hast Du Dich noch nie über heißes Wasser gefreut.

Tipp 8: So gehst du mit dem Lärm um

Es klingt so banal: In Indien ist es laut. Aber wenn Du zum ersten Mal die indische Geräuschkulisse erlebst, verstehst Du den tieferen Sinn dieser Aussage.

Die Inder scheinen ohne ihre geliebten Hupen nicht leben zu können. Selbst auf Straßen, wo kein Verkehr herrscht, betätigen die Motorrad-, Auto-, Bus- und Rikschafahrer permanent ihre Krawalltröten. Auch wenn Du längere Zeit in Indien bist, wirst Du Dich daran nur schwer gewöhnen.

Strassenszene in Kalkutta: Auf indischen Strassen kann es teilweise recht lärmig zugehen. Foto: O. Zwahlen
Strassenszene in Kalkutta: Auf indischen Strassen kann es teilweise recht lärmig zugehen. Foto: O. Zwahlen

Was hilft dagegen? Ohrenstöpsel! Steck Dir die weichen Lärmtöter in die Gehörgänge und Indien wird auf einen Schlag erträglicher. Natürlich musst Du jetzt den Verkehr besser beobachten, denn akustisch bist Du abgeschottet. Trotzdem: Es lohnt sich.

Auch in der Nacht helfen Dir Ohrenstöpsel weiter, um Dich vor der ständigen Geräuschkulisse zu schützen. Achte darauf, dass die Stöpsel auch beim längeren Tragen angenehm im Ohr sind. Da die Stöpsel in Indien schwer zu finden sind, solltest du sie dir schon vor der Abreise zulegen, zum Beispiel hier.

Tipp 9: So klappt es mit der Stromversorgung

Die Frage wird früher oder später zu einem Thema: Was passiert, wenn ich den Netzstecker meines Laptops und des Ladegerätes für mein Handy in eine indische Steckdose stecke? Die Antwort: Es fängt an zu laden. Punkt. Für alle Nerds: In Indien beträgt die Netzspannung 230 Volt und die Stromfrequenz 50 Hertz.

Prädestiniert für Wackelkontakte: Typische indische Steckdose. Foto: A. Schubert
Prädestiniert für Wackelkontakte: Typische indische Steckdose. Foto: A. Schubert

Einziger Minuspunkt: Der Stecker sitzt nicht so fest, wie wir es gewohnt sind. Ein Adapter kann hier Abhilfe schaffen. Auch wichtig zu wissen: In Indien sind Stromausfälle keine Seltenheit. Wenn Du dringend auf Laptop und Handy angewiesen bist, könnte eine Powerbank für Dich die ideale Lösung sein.

Tipp 10: So findest du günstige Unterkünfte

Ein günstiges und akzeptables Hotel bzw. Gästehaus zu finden entscheidet darüber, wie schnell Dein Reisebudget aufgebraucht ist. Es ist einer der größten Kostenfaktoren auf Deiner Reise.

Die gute Nachricht vorab: In Indien gibt es ein Überangebot an Unterkünften. Viele davon sind ideal für das Budget eines Backpackers. Selbst in touristischen Gegenden wie in Kerala findest Du immer auch bezahlbare Unterkünfte.

Günstig, aber nicht für jeden Geschmack: Hotel in Varanasi. Foto: O. Zwahlen
Günstig, aber nicht für jeden Geschmack: Hotel in Varanasi. Foto: O. Zwahlen

Was heißt bezahlbar? Von 300 Rupien bis zu 1300 Rupien war bei mir alles vertreten. Im Schnitt gebe ich knapp 500 Rupien für ein Zimmer aus. Bei einem Umtauschkurs von 77:1 sind es knapp 6,50 Euro. Allerdings sind einige Zimmer in einem grenzwertigen Zustand. Du musst selbst entscheiden, was für Dich akzeptabel ist.

Wo findest Du die Zimmer? Im Norden habe ich mit dem aktuellen Indien-Reiseführer von Stefan Loose gute Erfahrungen gemacht. Im Süden dagegen hat eine andere Strategie ideal funktioniert: Dort habe ich den Rikschafahrern einfach mein Budget genannt.

Bis auf Auroville habe ich kein Zimmer vorab gebucht. Das gibt Dir die Möglichkeit, die Unterkunft mit eigenen Augen zu sehen. Dann kannst Du entscheiden, ob es passt. Natürlich kannst Du auch in Indien über Buchungsplattformen wie Booking.com oder Agoda Dein Zimmer finden. Die Entscheidung liegt wie immer bei Dir.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

6 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Tipps! Ich war selbst noch nie in Indien, aber das Land steht ganz oben auf meiner Liste. LG Franzi

  2. Wie toll, da kommt ja geradezu Vorfreude auf. Auch wenn ich auf meiner Weltreise schon viele Länder und Kulturen erleben durfte, ist der Subkontinent bestimmt etwas ganz besonderes. Im November ist es danna uch endlich soweit, für mich geht es das erste Mal nach Indien. Da kommen deine Tipps aus diesem Artikel gerade richtig, danke dafür!

  3. Vielen Dank für die tollen Tipps,

    ich bin im März in Indien unterwegs und möchte mit meinem Faltrad von Mumbai nach Goa fahren.
    Das Abenteuer ruft…🤓

  4. Sehr coole Übersicht 😀
    Wir sind gerade selbst in Indien und komen eigentlich ganz gut zu recht. Das einzige was wir vergessen haben zu beachten, war die Reisezeit und ich denke so geht es Vielen. Nun sitzen wir bei teilweise 50 Grad im Schatten in Indien und warten auf ein wenig Abkühlung. Hier habe ich nieder geschrieben, wann die beste Reisezeit für Indien ist —>http://www.blogaway.at/die-beste-reisezeit-fuer-indien/

    Ansonsten kennen wir die ganzen Probleme welche du aufzählst ganz gut 😀

    Alles Liebe

  5. Wirklich sehr hilfreiche Tipps, bin demnächst mit meiner Frau in Indien in Ihrer Heimat, wir freuen uns schon sehr auf den Urlaub. Bisher habe ich von Ihr schon viel über Indien gehört doch möchte mich nun selbst davon überzeugen. Klasse Tipps!

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