Freitag, 15. Dezember 2017
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Hostels online buchen: Welche Site ist am besten?

YMCA, Jugendherbergen und Guesthouses sind die Unterkünfte, in denen Backpacker gerne günstig unterkommen. Foto: Michaela Schöllhorn  / pixelio.de
YMCA, Jugendherbergen und Guesthouses sind die Unterkünfte, in denen Backpacker gerne günstig unterkommen. Foto: Michaela Schöllhorn / pixelio.de

Webseiten, über die sich Unterkünfte buchen lassen, gibt es wie Sand am Meer. Doch was taugen die Buchungsportale? Lässt sich mit ihnen Geld sparen und vor allem: Welches Portal ist das Beste? Wir haben fünf Portale getestet.

Die Grenzen des Nutzens

Oft sind die Buchungsportale so gut für Suchmaschinen optimiert, dass es schier unmöglich ist, die Telefonnummer eines bestimmten Hotels ausfindig zu machen.  Dass es mir geschickt erschwert wird, mit den Hotels direkt Kontakt aufzunehmen, ist für mich bis heute ein Grund, einen Bogen um die Portale zu machen. Da ich zudem der Meinung war, dass die Portale stets teurer sein müssen, weil ein zusätzlicher Zwischenhändler Profit machen will, habe ich sie bisher nie genau unter die Lupe genommen.

Es ist kein Geheimnis, dass die Buchungsseiten eine Provision von rund 20 Prozent abzwacken. Doch als ich in China mehrere Wochenendausflüge unternahm und keine Zeit mit der Hotelsuche verbringen wollte, gab ich den Buchungsseiten eine Chance. Erstaunt konnte ich mehrmals feststellen, dass Preise online genau gleich hoch sind wie die, welche ich an der Rezeption hätte zahlen müssen. In einigen Fällen gab es in den Jugendherbergen sogar einen leichten Rabatt.

Wie ist das möglich? Ich begann im Internet zu recherchieren. Offenbar spielen verschiedene Faktoren zusammen. Zunächst einmal bevorzugen Hoteliers natürlich Gäste, die lange im Voraus buchen. Das kennen wir von den Fluggesellschaften. Hinzu kommt, dass jemand, der bereits an der Theke steht, bei Preisverhandlungen in einer relativ schlechten Position ist. Während der Internetnutzer mit wenigen Klicks ans  andere Ende der Stadt gelangt, ist es für den Reisenden an der Theke sehr viel schwieriger, auf Alternativen zurückzugreifen. Das heißt: Hotels, Hostels und Guesthouses sind im Internet einem sehr viel stärkeren Konkurrenzkampf ausgesetzt, der sich eben auch auf den Preis ausschlägt.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, denn einen Faktor berücksichtigt dieser Vergleich nicht: Im ganz billigen Segment gibt es viele Unterkünfte, die überhaupt keine elektronischen Reservierungen annehmen. Zum Beispiel das Pink House in Kandy, wo ich auf meiner Sri Lanka Reise untergekommen bin. Das bei Backpackern beliebte Pink House ist die günstigste Backpackerbliebe (und meiner Meinung nach auch die tollste) in der Stadt, kann aber in keinem der Portale gebucht werden.

Wie ich getestet habe

Bei einem Vergleich stellt sich immer die Frage, was genau gemessen werden soll. Ich beschränkte mich bei meinem Test auf Billigunterkünfte und berücksichtige ausschließlich den Preis. Wie praktisch die Suchmasken sind oder wie groß die Zahl der Unterkünfte ist, die in der Datenbank gefunden werden kann,  vernachlässige ich. Wer also auf andere Aspekte wert legt, kann unter Umständen auf abweichende Ergebnisse kommen.

Wie habe ich die Unterkünfte ausgesucht? Die Wahl fiel ausschließlich auf Orte, die ich selber schon besucht habe oder die mir von Freunden als sehr gut empfohlen worden sind. Auf diese Weise kann ich ausschließen, dass ich bei einer Internetrecherche durch diejenigen Hotels beeinflusst werde, die sich in den Portalen leichter finden lassen.

Aufenthaltsraum des Sleepy Inns in Beijing. Foto: Oliver Zwahlen
Aufenthaltsraum des Sleepy Inns in Beijing. Foto: Oliver Zwahlen

Ich habe folgende fünf Unterkünfte berücksichtigt:

–          Peking, China: Sleepy Inn. Ein kleines Hostel in der Hutong-Gegend (Altstadt). Hier habe ich das billigste Bett gewählt in einem Massenschlafsaal.

–          Kandy, Sri Lanka: Pink House. Eine traditionelle Institution bei Backpackern. Schon Tony Wheeler hat hier übernachtet, als er für den ersten Lonely Planet recherchierte.

–          Basel, Schweiz: Jugendherberge. Die Jugi in meiner Heimat muss einfach mit rein. Auch hier wählte ich die günstigste Kategorie.

–          Seoul, Südkorea: JK House. Hier übernachtet immer ein Freund von mir. Hier muss man mindestens zwei Nächte reservieren. Ich wählte das Einzelzimmer mit Toilette.

–          Tokyo: Japan: Eine der drei offiziellen Jugendherbergen von Tokyo.  Diese Unterkunft ließ sich nur über Hihostel buchen, bei allen anderen war sie bis drei Monate im Voraus ausgebucht.

 Preise in Euro Peking Tokyo Basel Kandy Seoul
Hostelbookers 12.69 Nicht gefunden 33.49 Nicht gefunden 62.50
Hihostel Nicht gefunden 27.24 35.54 Nicht gefunden Nicht gefunden
Hostelworld 14.7 Nicht verfügbar 36.38 Nicht gefunden 67.52
Hostels 14.68 ausgebucht 36.76 Nicht gefunden Nicht verfügbar
Booking 12.70 ausgebucht 33.52 Nicht gefunden Nicht gefunden

 

Vor- und Nachteile der einzelnen Portale

Hostelbookers.com konnte sich als klarer Gewinner positionieren. In jedem Fall gab die Website die günstigste verfügbare Option aus, wenngleich der Abstand zum zweitplatzierten nur sehr klein ausfiel. Positiv ist, dass keine Buchungsgebühren anfallen.

Booking.com war mit hostelbookers in den getesteten Fälle preislich nahezu identisch. Allerdings fand ich das Bedienen der Seite etwas unpraktisch.  Das Hotel in Seoul war zwar in der Datenbank vorhanden, aber es wurde nicht ausgeben.

Hostelworld.com verrechnet für jede Buchung eine Pauschale von 1.5 Euro. Dadurch war hostelworld in jedem Fall deutlich teurer. Wer eine Jahrespauschale von 7.50 Euro bezahlt, kann sich die Buchungspauschale sparen. Die Storno-Versicherung kostet ebenfalls noch einmal 1 Euro. Damit wird eine Gebühr für etwas verlangt, dass bei den anderen Anbietern bereits inbegriffen ist. Für hostelworld spricht jedoch die umfassendere Datenbank.

Hostel.com gehört auf Grund einer Buchungsgebühr ebenfalls zu den teureren Kandidaten. Die Jugendherberge in Seoul ließ sich über hostel.com buchen. Aber die von mir angestrebte Zimmerkategorie ließ sich in der Übersicht nicht ausfinden.

Hihostel.com ist die offizielle Website der Jugendherbergen. Preislich liegt sie im Mittelfeld. Allerdings konnte ich nicht alle Unterkünfte mit dieser Seite finden, da nur offizielle Jugendherbergen verzeichnet sind. Im Falle von Japan ließ sich die Unterkunft ausschließlich über diese Seite buchen. Interessant ist, dass HiHostel automatisch eine kleine Co2-Abgabe verrechnet. Ob man das mag oder nicht, ist Geschmackssache.

Wie brauchbar sind die Datenbanken

Bei der ersten Analyse hat sich bereits herauskristallisiert, dass im Prinzip nur Hostelbookers und Hostelworld brauchbare Ergebnisse liefern. Während Hostelworld jeweils ein Spürchen teurer ist, wirbt es damit, dass es mehr Unterkünfte in seiner Datenbank hat. Nach eigenen Angaben sind es bei Hostelworld etwa 35.000 werden Hostelbookers nur etwa 20.000 Datenbankeinträge verfügt.

Was heißt das konkret? Im direkten Vergleich möchte ich die beiden Favoriten gegeneinander antreten lassen und sehen, welches Portal für drei Städte, in denen es bekanntermaßen schwer ist, preiswerte Unterkünfte zu finden, wie viele Unterkünfte es im Preissegment gibt und welches wirklich das günstige Angebot kennt. Ausgesucht habe ich New York, Tokyo und Moskau.

Zunächst einmal habe ich in New York geschaut. Hier ist die Auswahl beim teureren Hostelworld mit 80 Unterkünften tatsächlich besser. Hostelbookers hat nur 53 Unterkünfte zur Auswahl. Ebenfalls in der günstigsten Preisklasse von 20 bis 40 Euro pro Nacht hat Hostelworld mit Unterkünften eine deutlich bessere Auswahl als Hostelbookers mit 23.  In Tokyo sieht die Situation noch deutlicher aus: Hostelworld gibt 53 Unterkünfte (45 unter 40 Euro) aus, während Hostelbookers nur 28 (25) Übernachtungsmöglichkeiten kennt. Einzig in Moskau gab Hostelworld mit 94 Unterkünften unter 40 Euro mehr Resultate aus als der Konkurrent mit 60 Treffern.

Geld sparen durch das online Reservieren von Hotels über Buhungsseiten. Foto: Petra Bork  / pixelio.de
Geld sparen durch das online Reservieren von Hotels über Buhungsseiten. Foto: Petra Bork / pixelio.de

Fazit

Hostelbookers wirbt auf seiner Website damit, im Schnitt etwa 7,9 Prozent günstiger zu sein als der Konkurrent Hostelworld. In einzelnen Städten soll der Unterschied bis zu 20 Prozent betragen. Ich konnte das zwar aus zeitlichen Gründen nicht in aller Tiefe testen, aber die Zahlen entsprechen in etwa meinem eigenen Eindruck. Dafür bietet Hostelworld in der Regel eine bessere Auswahl.

Was sind meine persönlichen Konsequenzen? Ich werde weiterhin die Unterkünfte vor Ort suchen, denn die grössere Freiheit sind mir die paar Prozente wert, die ich allenfalls mehr bezahlen muss. Nur wenn ich spät abends irgendwo ankomme, wo es vielleicht wie in Mandalay in Myanmar bekannterweise eine Knappheit an Unterkünften gibt, werde ich Zimmer reservieren.

Dann werde ich künftig nur noch Hostelbookers zu Buchungen verwenden und auf Hostelworld ausschliesslich dann ausweichen, wenn ich bei Hostelbookers aus irgend einem Grund nichts Passendes finde.

Ergängzung

Ich habe bei den Kommentaren auf unserer Facebook-Seite (like das Weltreisemagazin am besten gleich, falls du das nicht eh schon getan hast!) noch den Hinweis bekommen, dass man Hostels auch über die Website von Lonely Planet buchen kann.  Ich habe mir das noch kurz angeschaut. Es zeigte sich schnell, dass ich das Angebot nicht wirklich ausführlich testen muss. Wieso? Lonely Planet hat eine Kooperation mit Hostelworld und bietet genau die gleichen Preise an.

Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

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