Dienstag, 6. Dezember 2016
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Erlebnisbericht: Inselhüpfen von Koh Chang nach Koh Kood

Boot an einem einsamen Strand von Koh Kood. Fotos: OZ
Boot an einem einsamen Strand von Koh Kood. Fotos: OZ

Planst du eine Reise nach Thailand und bist auf der Suche nach nicht ganz so überlaufenden Traumstränden? Dann sind vielleicht die Inseln vor der Grenze zu Kambodscha dein Ding. Lies hier, was ich auf Koh Chang, Koh Wai und Koh Kood erlebt habe.

Bevor ich mich in diesem Frühling zu meinem einwöchigen Massagekurs in Chiang Mai aufmachte (der sich übrigens als eine meiner besten Thailand-Erfahrungen herausstellte), verbrachte ich ein paar Tage auf den Golf-Inseln Koh Chang, Koh Wai und Koh Kood.

Wieso habe ich mich für diese Inseln entschieden? Zum einen liegen sie relativ nahe an Bangkok und sind deswegen auch ohne Flugzeug mit einem vernünftigen Zeitaufwand zu erreichen. Zum anderen geht ihnen der Ruf voraus, vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben zu sein.

Zwar ist Koh Chang heute nicht mehr der „Geheimtipp“, der die Insel vor einigen Jahren noch war. Trotzdem empfand ich sie keineswegs als überlaufen. Koh Wai und Koh Kood hingegen werden noch immer selten besucht.

In diesem Beitrag will ich erzählen, was ich auf den drei Inseln unternommen und erlebt habe. Ausserdem schildere, wo ich übernachtet habe. Mein wichtigster Tipp kommt aber zuerst: Ich verbrachte fünf Tage auf den drei Trauminseln. Das ist viel zu wenig. Plane unbedingt mehr Zeit ein!

Koh Chang: Elefanten und Mangroven

Mein erstes Ziel ist der bekannte White Sand Beach. Er gilt als der Hauptstrand von Koh Chang. Hier befinden sich die meisten Unterkünfte und jede Menge Bars und Restaurants. Nach einer Woche im stickigen Bangkok kann ich nicht anders als gleich ins erfrischende Nass zu springen.

Das rächt sich: Der White Sand Beach ist nämlich ein toller Badestrand. Am Ufer gibt es gemütliche Schaukeln und Liegen, wo man leicht mit anderen Reisenden ins Gespräch kommt. Kurz: Als ich mich aufmachen will, um den Klong Plu Wasserfall zu besichtigen, merke ich, dass es schon zu spät dafür ist.

Ich mache mich stattdessen auf den Weg zum Kai Bae Beach. Dieser Strandabschnitt ist besonders ruhig und somit ideal für Leute, die es gerne etwas entspannter angehen. Etwas oberhalb befindet sich eine Aussichtsplattform, von wo aus du tolle Bilder vom Sonnenuntergang schiessen kannst.

Das Besondere an diesem Strandabschnitt sind die vielen kleinen Inseln. Achte auf Koh Man Nai. Während Ebbe ist es möglich, sie trockenen Fusses über eine Sandbank und einige abgestorbene Korallenfelder zu erreichen. Bei meinem Besuch steht das Wasser allerdings zu hoch.

Nach einem erfrischenden Früchtesaft in einer Strandbar fahre mit dem nächsten Sammel-Tuktuk zurück zum White Beach und beobachte vor meinem Hotel den Sonnenuntergang.

Weitere Tipps zu den Badestränden auf Koh Chang findest du bei meinen Blogger-Kollegen von my-road.de.

Abendstimmung am White Sand Beach.
Abendstimmung am White Sand Beach.
Blick von der Strasse auf den White Sand Beach.
Blick von der Strasse auf den White Sand Beach.

Mangroventour

Koh Chang ist für seine Mangroven bekannt, die sich vor allem im Südosten der Insel befinden. Am nächsten Morgen fahren wir in einem Privatwagen in das kleine Fischerdorf Salak Khok. Wer will, kann sich hier für rund 100 Baht ein Kajak mieten und auf eigene Faust durch die Mangroven gesäumten Flüsschen paddeln.

Wir nehmen allerdings ein Holzboot. In der Mitte befindet sich ein kleiner Tisch, an dem zwei Personen bequem Platz finden. Hinten sitzt ein Thailänder, der uns fast eine Stunde durch diese traumhafte Gegend rudert.

Der Weg führt zuerst am Dorf mit seinen Pfahlbauten vorbei. Danach folgen wir dem Wasserweg mitten durch ein grünes Paradies. Immer wieder fahren wir an Fischern vorbei, die hier arbeiten.

Kleiner Tipp: Wer es romantisch mag, sollte diese Fahrt unbedingt beim Sonnenuntergang unternehmen und sich zuvor in einem der Restaurant in Salak Khok ein gutes Essen und ein paar Kerzen besorgen.

Falls du noch nicht genug von den Mangroven hast, kannst du in der Nähe auch auf einem Steg durch die Mangrovenwälder laufen. Manuel von intothe-world.com hat zu dieser kostenlosen Tour einen lesenswerten Artikel mit vielen Bildern geschrieben.

Wir fahren nach der Bootstour noch ein Stück weiter zum Fischerdörfchen Baan Bang Bao. Auch dieses ist komplett auf Pfählen gebaut und ziemlich malerisch. Eine Besonderheit ist das Pier, das weit in die Bucht hinein ragt und mit seinen Schiffen ein tolles Fotomotive bietet.

Auf dem Holzboot durch die Mangroven von Koh Chang.
Auf dem Holzboot durch die Mangroven von Koh Chang.
...und so sieht eine Mangrove aus der Nähe aus.
…und so sieht eine Mangrove aus der Nähe aus.

Koh Chang Paradise Resort

Als Ort für die Übernachtung haben wir das Koh Chang Paradise Resort ausgewählt. Das Hotel hat einen direkten Zugang zum Strand und die geräumigen Bungalows sind hervorragend ausgestattet. Einige Zimmer bieten Sicht aufs Meer, andere blicken auf die gepflegte Gartenanlage.

Die Unterkunft kommt mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet. Wenn du ein etwas grösseres Budget hast, solltest du dir vielleicht die Villen ansehen, die über einen Privatpool verfügen und sogar noch ein Spürchen schöner eingerichtet sind.

Wem ein gutes Resort wichtig ist, aber trotzdem keine Unmenge ausgeben will, für den ist das Paradise Resort eine gute Wahl. Buchen kannst du es günstig über Agoda und booking.com.

Die Villen des Koh Chang Paradise Resort.
Die Villen des Koh Chang Paradise Resort.

Koh Wai: Die Kleine mit den Korallen

Am nächsten Morgen heisst es früh aufstehen, da ein Trip nach Koh Wai auf dem Programm steht. Mit dem Speedboat ist die kleine Insel in weniger als einer halben Stunde zu erreichen, womit sie sich auch für eine Tagestour anbietet.

Koh Wai gehört zu den ganz kleinen Inseln in der Gegend. In etwas mehr als einer halben Stunde läufst du vom einen Ende zum anderen. Das Schöne an Koh Wai: Da alles zu Fuss erreichbar ist, gibt es weder Strassen noch Autos. Nur Boote verkehren hin und wieder, sonst ist es sehr ruhig.

Die Ruhe beschränkt sich allerdings nicht nur auf den Verkehr. Auch Nightlife fehlt vollkommen. Einige der Unterkünfte haben bescheidene Restaurants, wo du etwas essen und trinken kannst. Da es auf der Insel kein Dorf gibt, sind auch die Einkaufsmöglichkeiten sehr beschränkt. Mir gefiel das.

Weitgehend menschenleerer Strand auf Koh Wai.
Weitgehend menschenleerer Strand auf Koh Wai.
Die Strände sind nur über solche Wanderwege zu erreichen.
Die Strände sind nur über solche Wanderwege zu erreichen.

Das Korallenriff

Der Grund, wieso die meisten Leute Koh Wai besuchen: In unmittelbarer Nähe des Strandes gibt es Korallenriffe. Ich leihe mir an der Rezeption eine Taucherbrille aus und springe ins Wasser. In der Nähe des Bootsstegs werde ich fündig. Hier kann ich in aller Ruhe die Unterwasserwelt beobachten.

Koh Wai ist Teil eines Naturschutzgebiets. Für mich als Gelegenheitsschnorchler ist das alles recht eindrücklich. Richtige Taucher könnten allerdings von dem, was sie sehen, enttäuscht werden.

Gleich hinter der beschädigten Anlegestelle befindet sich ein Korallenriff.
Gleich hinter der beschädigten Anlegestelle befindet sich ein Korallenriff.

Die kaputten Stege

Kurz vor meinem Besuch im März 2016 war ein Sturm über die Insel gefegt und hatte alle Bootstege zerstört. Da sie sich in einem Naturschutzpark befinden, dürfen sie nicht ohne Bewilligung der Parkverwaltung repariert werden – und diese könnte laut Rezeption noch ein Jahr auf sich warten lassen.

Die defekten Stege sind nicht bloss ein optisches Problem. Als wir die Insel am kommenden Tag verlassen, werden wir auf gewöhnlichen Surfbrettern zum Schnellboot gerudert. Dort muss ich mich mit meinem gesamten Gepäck an der Aussenwand des Boots hochziehen. Nur durch ein Wunder fiel nur ein Schuh und nicht meine ganze elektronische Ausrüstung ins Wasser.

Daher: Obwohl mir Koh Wai sehr gut gefallen hatte, würde ich derzeit wegen der (für die Elektronik) gefährlichen Bootsmanöver von einem Besuch eher abraten.

Ein STurm zerstörte im Frühling sämtliche Anlegestellen auf Koh Wai.
Ein Sturm zerstörte im Frühling sämtliche Anlegestellen auf Koh Wai.

Koh Wai Pakarang Resort

Auf der kleinen Insel gibt es gerade einmal eine Handvoll Unterkünfte. Mit Ausnahme des Ko Wai Beach Resort, das sich im Süden befindet und vom Rest der Insel nur schwer erreichbar ist, liegen alle anderen Optionen an der Nordküste in Laufweite voneinander.

Zum grössten Teil handelt es sich um bescheidene und verhältnismässig günstige Backpacker-Bungalows. Die einzige Ausnahme bildet das Koh Wai Pakarang Resort, das über einen Generator 24-Stunden Strom (für die Klimaanlage) anbietet und zudem ein mehr schlecht als recht funktionierendes Wifi bereitstellt.

Das Pakarang ist zwar vermutlich das beste Hotel der Insel. Trotzdem muss man einige Einbussen in Kauf nehmen. Weder Kühlschrank noch Fernseher gibt es hier. Der Zustand der Bungalows unterscheidet sich stark – manche sind eher lieblos eingerichtet, andere haben durchaus Charme.

Obwohl das Resort bei unserem Besuch praktisch leer war, empfehle ich, vorgängig ein Zimmer zu reservieren, Auf der Insel gibt es nur sehr wenige Betten und die können schnell belegt sein.  Buchen kannst du das Resort günstig über Agoda und booking.com.

Koh Kood: Ausflug ins Luxusleben

Am nächsten Morgen geht es in einer rund einstündigen Fahrt weiter zur Insel Koh Kood. Die Insel konnte viel von ihrem ursprünglichen Charme erhalten und bietet einige der schönsten Sandstrände, die ich in Thailand je gesehen habe.

Mit nur einem Schuh komme ich auf Koh Kood an. Der zweite war beim Einsteigen ins Speedboat ins Wasser gefallen und aus unerklärlichen Gründen versunken. Zum Glück wartet am Bootssteg bereits jemand in einem Luxus-Tuktuk auf uns. So muss ich glücklicherweise die 50 Meter bis zum Eingang des Resorts nicht barfuss zurücklegen.

Ich erkläre an der Rezeption das Missgeschick und frage, wo ich mir auf Koh Kood neue Schuhe kaufen kann. Das stellt sich jedoch als gar nicht so leicht raus. Im kleinen Verkaufsladen des Hotels gibt es zwar Sonnencreme und allerhand Hüte. Schutz für die Füsse suche ich aber vergebens.

Koh Kood wäre nicht Thailand, wenn mir nicht sofort jemand hilft. Der Fahrer vom Luxus-Tuktuk des Hotels bietet an, mich in das nächste Dorf zu fahren. Und so brettern wir kurz darauf fast eine halbe Stunde über die abgelegenen Strassen der Insel, halten bei jedem kleinen Laden an und finden schliesslich in einem Restaurant ein paar Flipflops.

Gemütlicher Tag am Strand
Gemütlicher Tag am Strand
Abhängen an der Beach Bar.
Abhängen an der Beach Bar.

Der Tag im Resort

Normalerweise gehöre ich zu den Leuten, die sich auf Reisen kaum im Hotel aufhalten. Auf Koh Kood geschieht jedoch etwas, über das ich heute noch den Kopf schüttle: Ich verlasse das Resort den ganzen Tag nicht mehr.

Das High Seasons Resort stellt sich nämlich als eine der schönsten Unterkünfte heraus, die ich je betreten habe. Die ganze Anlage liegt in einem geräumigen Park mit hübschen Dekorationselementen wie Leiterwagen oder Ziehbrunnen. Dazwischen gibt es immer wieder das eine oder andere Kunstwerk zu bestaunen.

Besonders schön sind jedoch die riesigen Villen, die jeweils über einen privaten Pool verfügen. In den Bungalows wird auf jedes noch so kleine Detail geachtet. Die Zimmer verfügen beispielsweise über einen MP3-Spieler mit unterschiedlicher Musik, der an eine vernünftig klingende Soundanlage angeschlossen ist. Das macht mir als Musikfreak natürlich Freude.

Das Resort scheint sich vor allem auf Flitterwochengäste eingestellt zu haben. Etwa zehn Meter über dem Strand steht ein Hochbett, das angeblich Frischvermälte gerne mieten, um dort bei bester Aussicht exklusive zu speisen oder einfach ein paar leckere Dessert zu verdrücken.

Die hohe Qualität des Resorts hat allerdings auch ihren Preis. Es kostet für eine Nacht mehr als ich gewöhnlich in einer ganzen Woche ausgebe. Falls dich das nicht abschreckt, kannst du die Unterkunft über Agoda oder booking.com reservieren.

Das Hochbett bietet eine tolle Aussicht auf den Strand.
Das Hochbett bietet eine tolle Aussicht auf den Strand.
Dessert am Strand.
Dessert am Strand.

Praktische Tipps

Anreise: Keine der drei Inseln verfügt über einen eigenen Flughafen. Am günstigsten erreichst du die Inseln ab Bangkok mit dem Bus via Trat. Alternativ kannst du  auch für etwa 100 Euro fliegen, allerdings ist die Zeitersparnis auf der 300 Kilometer Strecke nicht wahnsinnig gross. Hier meine Tipps für die Recherche nach günstigen Flügen.

Mobilität: Koh Wai lässt sich nur zu Fuss erkunden. Das beste Fortbewegungsmittel für Koh Chang und Koh Kood ist der Motorroller. Zweiräder kannst du normalerweise günstig in deinem Hotel anmieten. Auf Koh Chang gibt es auch Sammeltaxis, die der Ringstrasse folgen, allerdings sind diese verhältnismässig teuer.

Wetter: Als beste Reisezeit für die Insel gilt das Winterhalbjahr zwischen November bis April, wobei es April bereits sehr heiss werden kann. In der übrigen Zeit musst du mit einigen Regentagen rechnen.

Offenlegung: Die Übernachtungen wurden von Thailand Tourismus Schweiz unterstützt. Der Artikel enthält Affiliate-Werbelinks. Beides hat keinen Einfluss auf meine Meinung.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

10 Kommentare

  1. Toller Artikel und danke für die verlinkung.

    Grüße aus Klong Prao!

    Manuel

  2. Hi Oli,
    super Bericht über die schönen Inseln im Osten von Thailand.
    Hast du eigentlich keinen Abstecher nach Koh Mak unternommen ?
    Wir sitzen hier gerade und waren uns sicher, auf deiner Seite noch ein paar weitere Tipps für Unternehmungen finden zu können. Du hast uns die Nachbarinseln aber auch ziemlich schmackhaft gemacht – Bei unserem 4-wöchigen Aufenthalt werden wir sicher einige deiner Tipps behrzigen. Danke dafür!

    Grüßle
    Pia & Cris

    • Hallo ihr beiden,
      dazu reichte leider die Zeit nicht mehr, da ich ja nach Chiang Mai in den Massagekurs musste. Aber von Koh Mak habe ich viel Gutes gehört und ich schau mal, ob ich die Insel beim nächsten Thailandbesuch einbauen kann.
      Gruss,
      Oli

  3. Traumhaft – Koh Kood klingt super! Ich plane gerade meine nächste Reise nach Thailand, da sollte doch ein Abstecher drin sein! Weißt Du, wie es mit der Reisezeit aussieht? Ich fliege im Januar… Lg, Brigitte

  4. Traumhaft schöne Bilder – kaum zu glauben aber genau an dem Punkt, wo das Foto aufgenommen wurde stand ic auch schon einmal vor 2 Jahrne als ich dort hin verreist war.

  5. Toller Bericht, gefällt mir sehr gut!

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