Montag, 18. Dezember 2017
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Dänemark: Erkundungen am Limfjord

Mit seinen Seehundbanken wirkt der fjord eher wie ein kleines Meer. Foto: Leonie Reuter.
Mit seinen Seehundbanken wirkt der Limfjord eher wie ein kleines Meer. Foto: Leonie Reuter.

Die meisten Touristen verbinden mit Dänemark Badeurlaub, einsame Strände und weiße Sanddünen. Doch wer im hohen Norden am Limfjord Urlaub macht, den erwartet mehr als nur ein einfacher Strand- und Badeurlaub: Der Limfjord verläuft heute als lang gestreckter Sund mitten durch Jütland und verbindet die Nordsee im Westen mit dem Kattegat im Osten.

Gastartikel von Leonie Reuter, SiebenInseln.de

Bis in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Limfjord noch ein Meeresarm, der vom Kattegat in das Land führte. Doch in den ersten Jahrzehnten des vorletzten Jahrhunderts schaffte sich das Nordseewasser vom Westen her die Verbindung zu dem Meeresarm. Vom Kattegat bis zu seiner Mitte erscheint der Limfjord eher als breiter und recht flacher Fluss mit vielen Untiefen. Schon manchem Segler, der sich nicht strikt in der vorgegebenen Fahrrinne aufhielt, wurde das flache Wasser zum Verhängnis. Einmal auf einer Sandbank aufgelaufen, wird es schwer, sich von dieser ohne fremde Hilfe wieder zu befreien. In der Mitte des Landes ab dem Ort Loegstoer verbreitert sich der Limfjord. Große Seitenarme gehen vom Hauptfjord ab und der Fjord erinnert hier mit seinen Seehundbänken eher an ein kleines Meer.

Mitten im zentralen Fjord liegt die große Insel Mors. Der westliche Teil des Fjords wird durch große offene Wasserflächen, wie die so bezeichnete Nissum Bredning beherrscht. Viele Schiffe wählen den Limfjord, der den Norden Dänemarks zerschneidet als alternative Wasserstraße, um den weitaus längeren Törn um den Norden Dänemarks über Skagen zu vermeiden.

Aalborg bietet gute Liegeplätze für Segler

Die Hafenstadt Aalborg mit ihren über 120.000 Einwohnern ist für dänische Verhältnisse eine große Stadt. Die Universitätsstadt liegt am östlichen Teil des Limfjordes. So bietet es sich für Dänemarkurlaub geradezu an, einen Besuch der Stadt mit einem Besuch des Limfjordes zu verbinden. Wer selber mit dem Segelboot unterwegs ist, findet überall am Limfjord – und das gilt natürlich auch für Aalborg – für umgerechnet 15 bis 20 € am Tag gute Liegeplätze. Wasser und Stromversorgung gibt es inklusive und zumeist auch äußerst saubere Sanitäranlagen. Die vielen Brücken, die über den Limfjord führen, haben häufige und regelmäßige Öffnungszeiten, so dass die freie Passage durch den Fjord gewährleistet ist.

Bei Seglern beliebt: Aalborg bietet nicht nur eine sehenswerte Stadtarchitektur, sondern verfügt auch über hervorragende Hafenplätze. Foto: Leonie Reuter
Bei Seglern beliebt: Aalborg bietet nicht nur eine sehenswerte Stadtarchitektur, sondern verfügt auch über hervorragende Hafenplätze. Foto: Leonie Reuter

In Aalborg selber gibt es neben der großen Brücke, die mitten in der Stadt in Limfjord überspannt, einen Autobahntunnel und eine große Eisenbahnbrücke. Es lohnt sich einmal über die große Brücke hinüber zu gehen und einen Blick von oben auf das Wasser und die auf die hübsch angelegten Kaianlagen zu beiden Seiten zu werfen. An beiden Ufern befinden sich gut angelegte Spazierwege. Und während das Nordufer mit großen Parkanlagen zu Spiel, Sport und Picknicks einlädt, finden wir am Südufer das Zentrum der Hafenstadt mit vielen hübsch angelegten Straßen und kleinen Wegen, die am Ufer entlang führen. Häufig liegen große Frachtschiffe oder auch schon mal ein Kreuzfahrschiff im Stadthafen. Segelschiffe in allen Größen sind in Aalborg den ganzen Sommer über auf dem Strom zu sehen.

Der mächtige Eisbrecher Elbjoern lädt als Bar und Restaurantschiff auf dem Oberdeck und in seinem Räumlichkeiten zum Verweilen ein. Wer östlich der großen Brücke am Kai entlang schlendert, kann die neu angelegten Grün- und Sportanlagen bewundern. Bei warmen Wetter treffen sich hier die Jugendlichen zum Musik hören, skaten oder einfach abhängen. Weiter geht es vorbei am Meerschwimmbad und einigen lauschigen Cafés und Restaurants, die hier an der Kaikante in den letzten Jahren neu entstanden sind.

Das historische Holzschiff MS Kysten schippert Touristen durch die magischen Landschaften des Limfjords. Foto: Leonie Reuters
Das historische Holzschiff MS Kysten schippert Touristen durch die magischen Landschaften des Limfjords. Foto: Leonie Reuter

Wer selber hinaus auf das Wasser möchte, findet mit der MS Kysten, dem historischen weißen Holzschiff, das vor der großen Aalborger Brücke liegt, das geeignete Schiff. Während der Saison legt die MS Kysten einige Male am Tag zu Hafenrundfahrten ab. Besucher können dann von der Seeseite einen Blick auf die Silhouette der schönen Stadt am Fjord werden. Wer noch weiter auf dem Limfjord fahren möchte, kann mit der MS Kysten auch einmal wöchentlich die Tour zum Kattegat nach Hals am großen Grönlandhafen vorbei mitmachen. Auf Wunsch geht es auch in den kleinen Hafen Gjoel, der westlich von Aalborg liegt. Vorbei am Skudehafen und dem großen Fußballstadion fährt die MS Kysten auch schon mal zu später Stunde, damit die Touristen den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Limfjord erleben können.

Aalborg: Wo Geschichte die Moderne trifft

Unmittelbar am südlichen Ufer des Limfjordes befindet sich das nicht zu übersehende große neue Utzon Center von Aalborg. Entworfen wurde das Gebäude von dem Architekten der bekannten Sydney Oper, Joern Utzon und im Jahr 2008 fertig gestellt. Nach dem Willen seines Architekten ist das Utzon Center ein Zentrum für Architekturstudenten, um ihre Ideen und Gedanken zu diskutieren, ein Wissenszentrum für Architektur und das menschliche Leben in der Zukunft. Es ist an die Universität Aalborg angeschlossen und es finden dort Ausstellungen, Konferenzen und Workshops statt.

Alte Fachwerkhäuser im Zentrum von Aalborg. Foto: Leonie Reuter.
Alte Fachwerkhäuser im Zentrum von Aalborg. Foto: Leonie Reuter.

Wer genug vom Wasser und der Kaikante hat, der kann sich den vielen Sehenswürdigkeiten Aalborgs zuwenden. In nächster Nähe des Stadthafens befinden sich viele große historische Gebäude, wie zum Beispiel die königliche Zollkammer. Auf dem großen Platz mit den vielen Springbrunnen, der den Stadthafen mit der Stadt verbindet, finden häufig Märkte oder auch Festveranstaltungen statt. In nächster Nähe befindet sich das 1539 von Christian III erbaute Aalborger Schloss und das Heiliggeistkloster aus dem Jahr 1437. Überhaupt bietet fast jede Straße und Gasse im Aalborger Zentrum neben vielen interessanten Einkaufsmöglichkeiten und Geschäften jeder Art, immer wieder Ausblicke auf alte und zumeist gut renovierte Fachwerkhäuser. So sollte der Besucher auf jeden Fall einen Blick auf das Jens Bangs Stenhus im Renaissancestil und das historische Museum für Kulturgeschichte in Aalborg werfen. Im Zentrum der Stadt befindet sich die 1554 errichtete weiße Budolfi Domkirke.

Marinemusem erinnert ans Leben auf dem Wasser

Auch ein Marinemuseum wartet mit vielen Schiffsexponaten und Miniaturhäusern am westlichen Rand der Stadt gleich neben dem Skudehafen auf Besucher. Um einen Überblick über die Stadt zu bekommen lohnt sich auch ein Gang durch die großen Parkanlagen am südlichen Ufer der Stadt, in denen häufig größere Musikveranstaltungen stattfinden. Im Moellepark befindet sich in der Mitte auf einem Hügel der 55 Meter hohe Aussichtsturm der Stadt. In dem 1933 bebauten Turm ist ein Restaurant beheimatet. Von dort hat der Gast beim Essen nicht nur eine wunderschöne Aussicht über Aalborg, sondern auch weit über den am Horizont verlaufenden Limfjord.

Abendlicher Blick auf den Stadthafen. Foto: Leonie Reuter.
Abendlicher Blick auf den Stadthafen. Foto: Leonie Reuter.

Wer mag kann auch die moderne Musikbühne der Stadt, das Musikkens Hus oder den Aalborger Zoo besuchen. Und wer genug gelaufen hat, der sollte nicht versäumen, am Ende des Tages der bekanntesten Aalborger Straße einen Besuch abzustatten. Das ist die Jomfru Ane Gade, die vom Hafen aus Richtung Stadt verläuft. In der schmalen Altstadtgasse liegt ein bekanntes Wirtshaus neben dem nächsten. Hier trifft sich neben den vielen Aalborger Studenten die Jugend der Welt. Überall aus den Wirtshäusern tönt Musik, große Bierhumpen stehen auf den überfüllten Tischen und es sind die unterschiedlichsten Sprachen zu hören. Wem es hier zu laut und trubelig ist, der kann sich auch in eines der vielen anderen Restaurants der Altstadt zurückzuziehen. Zu empfehlen sind in Aalborg wegen der Meeresnähe natürlich alle Fischgerichte und die am Limfjord gezüchteten Miesmuscheln, die hier überall als Limfjord-Muscheln zu haben sind. Nach dieser Stärkung lädt der Hafen mit seinen vielen Bars zu einem Abendbummel ein. Und wer bislang noch keinen Sonnenuntergang am Limfjord genießen konnte, der sollte das nun spätestens im Hafen tun.

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