Montag, 18. Dezember 2017
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Blind Booking: Wenn du nicht weisst, wo du absteigst

Blind Booking: Die Kreise zeigen an, in welchem Stadtteil sich das Hotel befindet.
Blind Booking: Die Kreise zeigen an, in welchem Stadtteil sich das Hotel befindet.

Spannung, Spass und Sparen: Das verspricht das Konzept „Blind Booking“, bei dem du ein Hotelzimmer buchst, ohne dessen Namen vorher zu kennen. In diesem Beitrag erkläere ich dir, wie das funktioniert und worauf du achten solltest.

Vor einigen Tagen wies mich ein Leser auf Surprice Hotels hin und meinte, dass deren Dienstleitung für meine Leser interessant sein könnte. Da mir das Konzept gleich zusagte, habe ich mich gerne bereit erklärt, dies zu tun. Eigentlich wollte ich das Angebot selber testen, als ich vergangene Woche auf der ITB in Berlin war. Dazu kam es am Ende aber nicht. Wieso nicht, das verrate ich dir weiter unten.

Zuerst will ich aber aufhören, in Rätseln zu sprechen und kurz erklären, was Surprice Hotels überhaupt ist. Es handelt sich dabei um eine Website, über welche du zu sehr attrativen Preisen Unterkünfte buchen kannst. Der Clou an der Sache: Du weisst im Voraus nicht, welches Hotel du gerade buchst. Damit das ganze trotzdem nicht in pures Roulette ausartest, erhältst du im Verlaufe des Buchungsprozesses zahlreiche Informationen zum Hotel, nur eben nicht den Namen und die genaue Adresse.

Willst du beispielsweise ein Hotel in Berlin buchen, findest du sämtliche zur Verfügung stehenden Unterkünfte auf einer Karte (siehe Bild oben). Dabei wird allerdings nicht der genaue Standpunkt des Hotels angegeben, sondern nur ein Kreis mit einem Radius von etwa 500 Metern, in dem sich deine Unterkunft irgendwo befindet. Das ist natürlich nicht ideal, wenn dir die Lage sehr wichtig ist – zum Beispiel, weil du jeden Tag zur Messe laufen willst. Wenn du aber einfach die Stadt kennenlernen möchtest und hinsichtlich der Lage flexibel bist, sollte dieser kleine „Schwachpunkt“ nicht wirklich stören.

Beschreibungen und Bewertungen

Darüber hinaus bietet das Buchungsportal in einer kurzen Beschreibung alle grundlegenden Informationen zum Hotel und Bilder der Zimmer. Bei manchen Hotels werden sogar noch Gästebewertungen von Hotelvergleichsportalen eingeblendet. Insgesamt hat man damit eine recht gute Grundlage, um sich für das eine oder das andere Haus zu entscheiden.

Was indes hauptsächlich für Surprice Hotels spricht, ist der Preis: Ob es sich dabei wirklich um die besten Preise handelt, den man kriegen kann, das kann ich nicht beurteilen. Ich weiss ja nicht, welches Hotel ich mir konkret anschaue. Hier ist Vertrauen gefragt. Aber bei jedem Hotel gibts eine Anzeige, auf der angeben ist, wie viel du gegenüber dem normalen Preis an der Rezeption sparst. Bei meinem Test lag das Sparpotential jeweils irgendwo zwischen 19 rund 50 Prozent – es ist also beträchtlich.

Wieso die Hotels ihre Zimmer günstig abgeben

Nun stellst du dir vielleicht die Frage, wo der Haken ist. Wie schon erwähnt, erfährst du erst nach abgeschlossener Buchung, in welches Hotel du kommst. Ansonsten aber ist das Konzept einfach eine clevere Möglichkeit für die Hotels, ihre leeren Zimmer zu füllen, ohne dabei den eigenen Preis zu versauen.

Dazu musst du dir folgendes Szenario vorstellen: Der Gasthof Adler in einer beliebigen deutschen Kleinstadt stellt fest, dass er für das übernächste Wochenende noch kein einziges Zimmer vermieten konnte. Nun könnte der Adler zwar den offiziellen Preis halbieren und hoffen, auf diese Weise mehr preissensitive Kunden zu bekommen. Doch dann würde er das Geld von all den Kunden verlieren, welche bereit gewesen wären, das Hotel zum vollen Preis zu buchen.

Hier kommt Surprice Hotels ins Spiel. Denn über diese Seite können die Hotels einen Teil ihrer leeren Zimmer günstig „verramschen“, ohne den offiziell Preis  senken zu müssen. Gelackmeiert ist natürlich der, wer den ganzen Preis zahlt.

Worauf du beim Buchen achten solltest

Du ahnst schon, worauf das hinausläuft: Gute Angebote bekommst du vor allem dann, wenn viele Unterkünfte leer stehen – also ausserhalb der Hauptreisezeit. Als ich ein paar Tage vor der Berliner Messe nach einem günstigen Hotelzimmer Ausschau hielt, gab es zumindest in der Nähe des Messegeländes keine guten Angebote. Ich hätte höchstens weit im Osten der Stadt ein Zimmer für etwas mehr als 30 Euro bekommen. Aus diesem Grund entschied ich mich am Ende, ein Hostel zu buchen. Wenn du also Blind Booking testen willst, solltest du das am besten zu einer Zeit tun, wo du keinen besonders grossen Ansturm auf die Unterkünfte zu erwarten hast.

Weiter gewann ich den Eindruck, dass man die besten Angebote eher kurzfristig findet. Das günstigste Hotel kostete am Tag nach der Recherche für diesen Artikel gerade einmal 28 Euro. In einem Monat ist das günstigste Suchresulatat bei 33 Euro. Das sind zwar keine gewaltigen Unterschiede, aber ich denke, sie stehen durchaus für eine Tendenz, zumal eine Suchanfragen in anderen Städten ähnliche Resultate brachte.

Fazit

Insgesamt machen mir die Angebote von Surprice Hotels einen recht guten Eindruck und ich bin zuversichtlich, dass die auf einer meiner nächsten Reise die Seite tatsächlich ausprobieren werde. Insbesondere für Spätbucher, die hinsichtlich des genauen Standorts flexibel sind, scheint mir Blind Booking eine gute Alternative zu den herkömmlichen Hotelsuchmaschinen. Während der Hauptreisezeit könnte es jedoch sein, dass du eher wenig wirklich tolle Angebote findest.

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Über Oliver Zwahlen

Passionierter Blogger. Im Herzen freier Reisejournalist, aber derzeit Büroangstellter mit Wohnsitz im chinesischen Peking. Siehe auch: Google+

3 Kommentare

  1. Vom Konzept her ist das ne coole Sache. Vom Angebot her ist das wohl nur für Europa? Sri Lanka auf jeden Fall schonmal nicht…

    • Hi Florian,
      ein guter Hinweis. Ich hab das grade mal gecheckt und kann in Sri Lanka tatsächlich kein Angebot finden. Auch nicht in Mumbai (oder Bombay). Allerdings beschränkt sich das Angebot sonst nicht auf Europa. In Bangkok fand ich beispielsweise 75 Hotels. Auch China, Australien, Brasilien ist dabei. Keine Ahnung, wieso gewisse Länder vorkommen und andere nicht.
      Gruss,
      Oli

  2. Vielleicht ist das weltweite Netz einfach noch im Aufbau?
    Spontan hätte ich gesagt: Ne, ich, möchte schon wissen, wo genau ich unterkomme. Aber die wichtigsten Fakts werden ja genannt und – wichtig, obschon immer mal wieder meilenweit von der Realität entfernt – es werden FOTOS gezeigt. Ich werde das einmal testen! Sonnige Grüße,
    Jutta

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