Freitag, 15. Dezember 2017
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Bei der Routenplanung sollte man realistisch bleiben

Nicht jede Reise die denkbar ist, lässt sich auch durchführen. Entweder gibt es keine oder nur sehr teure Flugverbindungen, es herrscht Bürgerkrieg oder Landgrenzen sind nur für Einheimische offen oder lasen sich gar nicht überqueren. Hier nennen wir ein paar „klassische“ Fallstricke.

Eine Reise auf der Landkarte zu planen, ist bestimmt eine gute Voraussetzung, um überhaupt zu wissen, wo man durchreisen möchte. Leider gibt es eine Reihe von Faktoren, welche Reisen stark erschweren oder gar verunmöglichen.

Teure Flugverbindungen. Unabhängig davon, ob man mit einem RTW-Ticket unterwegs ist, oder sich jedes Ticket kauft, sind verschiedene Flugstrecken unterschiedlich gut erschlossen. Generell gilt: Europa – Asien – Nordamerika lassen sich gut und preiswert verbinden. Ebenso ist Ostasien gut mit Australien verbunden. Schwieriger sind die Strecken von Europa nach Südamerika und Afrika. Hier ist man oft auf einige wenige Hubs angewiesen. Ebenfalls schwierig ist eine Weiterreise von Nordamerika nach Süd- und Mittelamerika im Rahmen eines RTW-Tickets, da hier die Airline-Allianzen eher schlecht funktionieren. Mittelmässig ist ebenfalls die Weiterreise von Afrika Richtung Indien. Besonders schwierig ist es auf folgenden Strecken einen günstigen Flug zu finden: Alles was von der Südsee aus geht, Südamerika-Afrika, Australien Afrika und Südamerika, Australien. Fazit: Wer die Erde auf der Südhalbkugel umrunden will, muss tiefer in die Tasche greifen.

Fehlende Landverbindungen. Bei einigen klassischen Routen gibt es Probleme, wenn man sie überland zurücklegen möchte.

  • Myanmar: Derzeit kann man zwar generell (unter Vorbehalt politischer Veränderungen) von China und Thailand aus nach Myanmar über die Landgrenze ein- und ausreisen, nicht aber weiterreisen. Im Land muss man dann fliegen. Das Grenzgebiet zu Indien ist weder auf der Seite von Myanmar noch von Indien aus bereisbar. Es gibt allerdings günstige Flugverbindungen.
  • China und Indien: Die gemeinsame Landgrenze ist geschlossen und man muss über Nepal und Tibet, für welches man ein Spezialpermit und eine Reisegruppe braucht, was je nach politischer Lage zwischen leicht bis unmöglich ist. General hat sich gezeigt, dass sich eine Reise von China nach Indien leichter verwirklichen lässt als umgekehrt. Wer übrigens mit dem eigenen Auto oder Motorrad China durchqueren möchte, hat ein weiteres Problem: Touristen dürfen in China nur mit einem einheimischen Fahrer unterwegs sein.
  • China und Pakistan. Der Karakorum-Pass ist im Winter eingeschneit und daher nicht passierbar
  • Armenien: Landgrenzen zur Türkei und Aserbaidschan sind geschlossen. Backtracking ist bei einem Kaukasus-Urlaub kaum auszuschliessen.
  • Israel: Wer nach Israel reist, bekommt zwar auf Wunsch keinen Stempel in den Pass. Wählt man aber den Landweg, stempen Aegypten oder Jordanien den Pass ab, was eine Einreise nach Syrien, in den Libanon und den Iran verunmöglichen. Abhilfe: Nach Israel fliegen, die Reihenfolge der Länder umdrehen oder einen zweiten Reisepass beantragen.
  • Panama. Die Panamerica führt zwar im Prinzip von Alaska bis nach Feuerland, in Panama fehlt aber ein Stück. Dies ist der so genannte Darian Gap. Zwar gibt es Abenteurer, welche die Region durchwandert oder auf unbefestigten Pisten durchquert haben. Aber die Sicherheitslage ist auf der Route generell prekär und nicht wenige Touristen hat dieser Versuch das Leben gekostet. Eine Alternative sind private Yachten, die gerne gegen einen Betrag Touristen mitnehmen. Wer mit dem Fahrzeug unterwegs ist, muss es verfrachten.
  • Afrika. Ein Gürtel von Bürgerkriegsgebieten von Sudan über den Kongo und Angola verunmöglichen eine sichere Reise von Nord- nach Südafrika. Hier muss wohl gefolgen werden.

Weitere Gebiete können dazu kommen, alte Routen wieder möglich werden. Wer was weiss: Bitte im Reiseforum einen Beitrag dazu verfassen.