Montag, 18. Dezember 2017
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Backpacker-Packliste: Rucksacke und Taschen

Auch wenn ich mit zunehmenden Alter und wachsender Bequemlichkeit nicht mehr der strikte Backpacker von damals bin, reise ich doch noch immer hauptsächlich mit dem Rucksack herum. In diesem Beitrag zeige ich dir, woran du an alle Fälle denken solltest und worauf du beim Kauf allenfalls achten solltest. 

Dies ist Teil 1 meiner Reihe Backpacker-Packliste. In den kommenden Wochen werde ich weitere Teile vorstellen.

Das wichtigste Merkmal eines Backpackers ist – eigentlich logisch – der Rucksack. Ich habe in der Regel sogar zwei Rucksäcke dabei: Einen grossen Trekking-Rucksack für auf den Rücken und einen kleinen Tagesrucksack für Tagestouren. In diesen packe ich meine etwas wertvollere Habe wie Laptop, Kamera, Tagebücher, Reiseführer und so weiter ein. Laufe ich durch die Stadt, hänge ich den Tagesrucksack über den Bauch. Das sieht zwar albern aus und ist auch nicht wahnsinnig bequem. Aber dafür kannst du relativ sicher sein, dass dir auch in einem überfüllten Bus oder Vorortszug nichts Weltvolles wegkommt. Auf längeren Strecken im Bus oder Flugzeug gebe ich den Hauptrucksack ab und nehme den Tagesrucksack mit in die Kabine.

Der Trekking-Rucksack

Welcher Rucksack für Dich am besten passt und wie gross er sein soll, ist letztlich Geschmacksache. Ich habe einen Rucksack mit 60 Litern und reise damit oft mehrere Monate rum. Dabei habe ich festgestellt, dass für meine Bedürfnisse auch ein etwas kleineres Exemplar gereicht hätte, da meistens noch etwas Platz ist.

Ich habe mir den jetzigen Rucksack vor vier Jahren in Malaysia für etwa 50 Euro gekauft. Ich wählte dabei ein Produkt mit dem Namen „Swisspolo“, das – wie ich später herausfand – eine chinesische Billigmarke ist. Auch wenn der Rucksack am Anfang sehr toll war (super Tragekomfort, ein geringes Gewicht und eine sinnvolle Einteilung der Taschen) merke ich inzwischen an den zahlreichen kleineren Schäden, dass die Qualität eben doch mit dem Preis kommt.

Anders gesagt: Planst du eine kurze Reise, fährst du mit einer Billigmarke nicht schlecht. Planst du eine längere Weltreise, solltest du auf alle Fälle in die Qualität investieren.

Worauf du beim Rucksackkauf achten solltest

Wenn du wenig Zeit in die Recherche nach dem richtigen Rucksack investieren willst, findest du bei Zalando einen praktischen Rucksackberater. Dort gibst du in drei Schritten ein, was du brauchst, und das Programm schlägt dir einen passenden Backpack vor. Da der Rucksack eines der wichtigsten Stücke deiner Packliste ist, solltest du vor dem Kauf auf eine Reihe von Punkte achten.

  • Gewicht: Es ist einleuchtend, das weniger Gewicht besser ist. Allerdings solltest du unbedingt den leichtesten Rucksack wählen, weil eine gewisse Stabilität beim Tragen angenehm ist. Mein Rucksack verfügt über zwei, herausnehmbare Aluminiumschienen, welche den Rucksack steif halten. So was solltest du auf alle Fälle haben.
  • Zugang: Manche Backpacker schwören auf Rucksäcke mit einem grossen Reisverschluss über die ganze Ruckseite. Der Vorteil ist bestechend: Mit so einem Reisverschluss hast du einen super Zugang zum gesamten Inhalt. Ich persönlich bin allerdings etwas skeptisch, weil ich fürchte, dass der grosse Reisverschluss Unbefugte einlädt, diesen Zugang zu missbrauchen.
  • Wasserdichte: Achte unbedingt darauf, dass dein Rucksack Wasser so gut wie möglich abweist. Das vergleichst du am besten direkt in den technischen Daten, wo die „Wassersäule“ angegeben ist. Insbesondere in Südamerika wird das Gepäck gerne auf das Dach der Busse gezurrt – und dort kann es bei einem starken Regenschauer leicht nass werden. Am besten ist, wenn der Rucksack mit einem zusätzlichen Regenschutz kommt. Wenn du das nicht hast, kannst du die Regenschutzhülle auch noch nachträglich dazukaufen.
  • Form und Schwerpunkt: Achte darauf, dass dein Rucksack nicht zu breit ist, da du sonst immer irgendwo hängen bleibst. Ebenfalls sollte er nicht zu tief sein, da dies den Schwerpunkt unnötig nach hinten verlagert. Es gibt Trekkingrucksäcke, bei denen es möglich ist, den Tagesrucksack hinten anzubringen. Davon rate ich unbedingt ab: Erstens verlagert es den Schwerpunkt unangenehm nach hinten und zweitens platzierst du auf diese Weise deine Wertsachen genau dort, wo Diebe sie am leichtesten entwenden können.
  • Rollen: Wenn du weisst, dass Wandern nichts für dich ist und dass du hauptsächlich in Städten bleibst, kannst du dir auch überlegen, einen Rucksack mit Rollen zu kaufen. Für mich kommen diese aber wegen des unpraktischen Designs und dem zusätzlichen Gewicht nicht in Frage.
  • Sicherheitsnetz: Wenn du Angst hast, dass jemand etwas aus deinem Rucksack entwenden könnte, kannst du dir das zugegeben nicht ganz billige Metallnetz von PacSafe kaufen, das du deinem Gepäckstück überziehen kannst. Damit sich keiner gleich mit dem ganzen Rucksack davonmachen kann, gibt es eine Extraschlaufe mit dem du ihn irgendwo festbinden kannst – zum Beispiel an einer Stange im Schlafwagen. Selber verwende ich das Netz nicht, weil ich im Trekking-Rucksack nur Gegenstände habe, die ich notfalls ersetzen kann und weil ich mir nicht sicher bin, ob so ein Netz nicht eher signalisiert, dass etwas zu holen ist.
  • Komfort: Da du den Rucksack vermutlich viele Stunden auf deinem Rücken tragen musst, macht es Sinn, wenn du ihn vor dem Kauf ausprobieren kannst. Dazu gehst du am besten in ein Outdoorgeschäft in deiner Umgebung. Allerdings kostet die Beratung etwas. Billiger geht es bei speziellen Internetanbietern wie beispielsweise Amazon.de

Der Tagesrucksack

Der Tagesrucksack hat bei mir hauptsächlich zwei Funktionen: 1. Wenn ich mit dem ganzen Gepäck von einem Ort zum nächsten reise, verstaue ich den Trekking-Rucksack im Kofferraum des Bus und bei Flugzeugen checke ich ihn ein. Im Daypack habe ich daher – wie oben schon erwähnt – nur einen kleinen Vorrat an Snacks und Getränken und alle Dinge, von denen ich sicher sein will, dass sie nicht wegkommen. 2. Beim Sightseeing verstaue ich hier Kamera, Ersatzobjektiv, Reiseführer, Getränke und Knabbereien. Also alles, was ich bei einem Tagesausflug brauche.

Die Grösse deines Tagesrucksacks hängt also massgeblich davon ab, wieviel Gegenstände du mit dir trägst, von denen du Angst hast, dass sie abhanden kommen könnten. Bei mir sind das hauptsächlich Elektonikartikel und mein Tagebuch. Ich komme mit 22 Litern aus. Aber es geht natürlich auch mit weniger. Ich hatte eine Weile einen Tagesrucksack, den ich regelrecht zusammenknüllen konnte. Das kann unter Umständen recht praktisch sein, wenn du beim Schultern des Gesamtgepäcks keinen Zweitrucksack über der Brust haben willst. Mangels Tragkomfort verwende ich ihn heute nicht mehr.

Beim Daypack solltest du unbedingt drauf achten, dass du die Möglichkeit hast, PET-Flaschen aussen einzustecken. Das hat seinen Grund: In den Tropen wirst du vermutlich vorweigend stark gekühlte Getränke kaufen. In der feuchten Luft beschlagen die Flaschen schnell und stark. Wenn du die Flaschen im Innern des Rucksacks lagerst, kann die Feuchtigkeit den restlichen Inhalt beschädigen. Ich denke da hauptsächlich an Bücher und in einem etwas geringeren Grad an Elektronikartikel.

Ein Freund von mir hat mit einmal stolz einen Rucksack mit Solarzellen präsentiert, über die du dein Handy und dein Tablett laden kannst, was natürlich ganz praktisch ist. Mein Bekannter war mit seinem Produkt sehr zufrieden, aber im Internet fand ich auch viele Kritiken von enttäuschten Käufern. Klar ist: Von so einem Solarpanel darfst du keine Wunder erwarten. Bei einem Laptop stösst der Solarstrom schnell an seine Grenzen, aber das Smartphone laden sollte es schon können. Der Nachteil dieser Rucksäcke ist, dass sie vergleichsweise schwer sind.

Sonstiges Zubehör beim Gepäck

Hast du deine beiden Rucksäcke gekauft, kannst du dir noch den Erwerb von zwei oder drei anderen praktischen Artikeln überlegen, die im weitestens Sinne mit dem Thema Gepäck zu tun haben.

Geldgurt: Nichts kann dir die Reise so sehr versauen, wie ein Verlust des Reisepasses. Aber du solltest dir auch Gedanken dazu machen, wie du Kreditkarten und das Bargeld sicher transportierst. Ich verwende dazu einen Geldgurt, den ich unter der Hose trage. Das sieht dann zwar auf den Fotos so aus, als hätte ich ein paar Pfunde zu viel an den Hüften, aber den Zweck erfüllt es: Mir kam auf all meinen Reisen nie etwas abhanden. Kleiner Tipp: Ich wickle meine Papiere immer in einen Frischhaltebeutel aus Plastik ein. In heissen Weltregionen saugen sonst dein Geld und dein Pass deinen ganzen Schweiss auf. Das ist nicht schön!

Gepäck-Vakuumbeutel: Viele Traveller schwören drauf, mir sind sie zu umständlich. Erwähnen will ich sie trotzdem: Die Vakuumbeutel fürs Gepäck. Eigentlich haben sie nur Vorteile: Sie helfen dir bei der Unterteilung des Gepäcks, schützen die Kleidung vor Wasser und helfen erst noch, Platz im Rucksack zu sparen. Der einzige Nachteil ist, dass es etwas schwieriger ist, an die Sachen zu gelangen. Und ganz ehrlich: Für mich gehört eine gewisse Unordnung im Rucksack einfach zum Reisen dazu.

Zum ersten Mal hier, dann schau einmal hier, worum es in diesem Blog geht. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann solltest du dich unbedingt beim monatlichen Newsletter einschreiben, damit du künftig nichts mehr verpasst.

Was ist dir bei der Wahl des Rucksacks besonders wichtig? Kommentare erwünscht.

9 Kommentare

  1. Sehr schöne Zusammenfassung. Das ist in den Anforderungen schon eine ganz andere Hausnummer, als ein klassischer Trolley für den Familienurlaub im Clubhotel 😉

  2. Danke für die tolle Zusammenfassung und die vielen Tipps, dass hat mir bei der Vorbereitung sehr geholfen 😉

  3. Bei mir gehts auch blad los 🙂 Danke für die Tipps und immer sauber bleiben 🙂 🙂

  4. Hey,
    schöne Zusammenfassung. Viele Tipps, die ich noch nicht kannte. Ich werde einiges bei meinem nächsten trip berücksichtigen.
    Danke und liebe Grüße
    Sandra

  5. Bei mir gehts jetzt bald im Winter los! Diese Liste hat mir schonmal den Anfang gerettet!

  6. Interessanter Bericht, mit vielen Informativen Tipps. Danke dir dafür!:-)

  7. Hey super Artikel, danke für die tollen Tipps *g*

  8. Toller, wirklich ausführlicher Artikel. Auch wenn man so etwas eh besser bei einem Fachverkäufer als im Internet kaufen sollte muss man diesen natürlich auch auf die Finger schauen. Und mit Hintergrundwissen etwas kaufen kommt immer besser als nasegrün.
    Grüße
    Maria

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